Schlagwort-Archive: Spätmittelalter

Studien zur vandalischen Geschichte

Am Wochenden von meinem „Lieblingsinformanten“ per Mail bekommen und nun hier verlinkt, die Dissertation „Studien zur vandalischen Geschichte – Die Gleichsetzung der Ethnonyme Wenden, Slawen und Vandalen vom
Mittelalter bis ins 18. Jahrhundert“ von Roland Steinacher.

Leider liegt die Dissertation nur im html Format vor, was das Lesen ein wenig erschwert. Ein PDF wäre natürlich schöner gewesen, aber wer sich dafür interessiert sollte damit mal kein Problem haben.

Die Dissertation findet sich hier

 

Siedlungsbefunde und Fundkomplexe der Zeit zwischen 800 und 1350

Auf das PDF bin ich gestern gestoßen als ich mich mal wieder informieren wollte ob es etwas neues vom Königshof Zizers gibt, den man 2010 mehr durch Zufall gefunden hat. Das PDF „Siedlungsbefunde und Fundkomplexe der Zeit zwischen 800 und 1350 : Akten des Kolloquiums zur Mittelalter-archäologie in der Schweiz : Frauenfeld, 28.–29.10. 2010“ kann man auch als Buch erwerben, was dann für 483 Seiten 99,00 CHF kostet. Oder man lädt es sich runter, was sogar die bessere Lösung ist, da dann die Abbildungen farbig sind!

Thematisch ist das Ding eine volle Breitseite was Siedlungstätigkeit angeht. Ich verlinke nicht direkt aufs PDF sondern aufs Inhaltsverzeichnis wo man sich dann entscheiden kann ob man nur einzelne Teile runterlädt oder das ganze PDF.

Hier das Inhaltsverzeichnis

Wüstung Seilfurt

Was bei Wüstungen immer hilfreich ist, sind alte Gemarkungspläne und deren Flurnamen.Für unsere Region sind die Buxbaumkarten erste Wahl, wobei ich kürzlich im Museum eine alte Liste mit Flurnamen aus Trebur gefunden habe die etwa doppelt so viele(!) Flurnamen auflistet und die ich mir einmal kopieren werde. Der Name Seilfurt rührt möglicherweise von einer Furt her, die zur Sicherung mit einem Seil bestückt war.

Was Seilfurt angeht macht es die entsprechende Buxbaumkarte wirklich leicht. Westlich von Rüsselsheim findet sich ein markantes Zusammentreffen von mehreren Straßen. Wie ein Stern laufen die Wege aufeinander. Etwas weiter westlich findet sich auch die Flur „Auf den Seilfort“. Rund um die Wegkreuzung finden sich Flurnamen wie „Am Kirchgraben“ und Flurnamen mit einem Bezug zu St.Alban.

Die Verortung fällt relativ leicht. Dennoch ist Seilfurt für das Projekt zu Wüstungen nicht geeignet. Der Grund offenbart sich wenn man die Buxbaumkarte auf eine heutige Straßenkarte überträgt. Die Straßenkreuzung kann man heute noch erkennen. Sie wird durch die Kreuzung Weisenauer Straße/Mainzer Straße in Rüsselsheim gebildet. Hier findet sich nur wenig Wohngebiet  rund um das Mausoleum der Familie Opel. Der Rest ist Werksgelände der  Opel AG und vollständig überbaut!

Im Zusammenhang mit Trebur erscheint Seilfurt nur innerhalb der Gerichtsbarkeit am Haselberg, nicht aber innerhalb des Fiskalbezirkes.  Eine Ersterwähnung des Ortes erfolgt (nicht genau datierbar) vor 1130 als der Abt von St. Alban eine Hufe seiner Güter in „Seilonuort“ dem Kloster überträgt. Etwas das  einige Jahre später auch in Trebur passiert.  1168 ist eine Kirche oder Kapelle urkundlich nachweisbar von der Demandt schreibt das es sich um eine Albanskirche handele. Rüsselsheim (innerhalb des Fiskalbezirkes Trebur) und Haßloch waren Fiskalkirchen von Seilfurt.

Am 23. Juli 1476 brennt das Dorf nieder, , so schreibt es zumindest der Autor in „Lebendige Heimat Kreis Groß Gerau“ und „Unser Heimatkreis Groß-Gerau“.  Das kann durchaus stimmen, denn Nikolaus Hyldebrant, der Pfarrer von Seilfurt seine Haus und Hof in Rüsselsheim dem Albanstift, da deren Pfarrwohnung in Seilfurt (samt Dorf) abgebrannt ist.

Quellen: http://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/13844, Demandt  Kirchenorganisation, Lebendige Heimat – der Kreis Groß Gerau

Wüstungen im Kreis Groß Gerau

Manchmal sind Zufälle etwas schönes! Bereits vergangene Woche erhielt ich eine Anfrage in der unter Anderem die Wüstung Camba, der Wahlort Konrads II. vorkam und vorgestern bekam dann eine Anfrage zu einem Projekt das Wüstungen betrifft.

Das Projekt ist relativ einfach beschrieben. Im Kreis Groß Gerau gibt es einige Wüstungen, also längst untergegangene Siedlungen. Die Urkunden in denen diese Siedlungen erwähnt sind, sind gut erschlossen. Archäologisch hingegen tappt man eher im Dunkeln.  Und das birgt Probleme in sich. Wie sollte man  einen Siedlungsplatz schützen, etwa bei Bauarbeiten, gegen unerlaubte Grabungen oder ähnliches, wenn man nicht mal genau weiß wo er lag?

Und genau das ist der springende Punkt an dem das Projekt ansetzten soll.
Hinter dem Projekt stehen allesamt Leute die archäologische Erfahrung haben, bzw. Archäologen  und Ehrenamtliche mit  Genehmigungen zu Feldbegehungen besitzen. Da ich sowas nicht habe (hab genug zu tun 😉 ) werde ich solche eher nur begleiten, aber auch mal Akten und Karten wälzen um das Ganze zu unterstützen. Und da ich mir ja vorgenommen habe die Fundbücher nach der Frankenzeit durchzublättern, kann ich auf diese Sachen auch gleich mal einen Blick haben.

Im Kreis Groß Gerau gibt es verschieden Gründe für das Wüstwerden von Siedlungen. Einer der Hauptgründe ist sicherlich das Wasser. Einige der untergegangen Orte wie Camba, Lochheim oder Poppenheim  lagen nicht auf den hochwassergeschützten Terassen. So wird von Poppenheim  1660 berichtet „Poppenheim, so nun im Rhein lege, das dorff„. Dort aber eine Siedlung anzulegen hatte durchaus Vorteile. Die Böden waren fruchtbar, Hafenstellen ermöglichten einfachen Handel nach Mainz oder Worms.

Andere Siedlungen brannten nieder oder wurden durch Kriege und Seuchen, allen voran der 30 Jährige Krieg, entvölkert. Man flüchtete lieber in Siedlungen die wenigstens ein wenig befestigt waren wie Groß-Gerau und Trebur, lange Zeit die größten Orte im Kreis Groß Gerau. Gelegentlich blieb noch ein Hofgut zurück das noch heute existiert, sowie von  Mersheim der Schönauer Hof übrig blieb.

Die Wirtschaft im Mittelalter (500 – 1500)

Ebenfalls aus einem Kontingent an zugesandten Links stammt dieses Dokument von der Universität Freiburg, Lehrstuhl für Wirtschaftstheorie und Wirtschaftsgeschichte . Der Titel sagt fast alles „Die Wirtschaft im Mittelalter (500 – 1500) “ und damit ist nicht die Kneipe gemeint!

Es sind nur recht wenige Seiten, dafür sind die Grundzüge der Wirtschaft gut erklärt und Zusammengefasst und auch Begriffe wie Hufe und Mansen sind erklärt.

Das PDF gibts hier

Ein Gambeson als Reliquie

Ich hab ein kleines Faible für Reliquien.  Es ist nicht die Verbindung zu irgndwelchen Heiligen die sie darstellen sollen, sondern das was sie wirklich waren. Es gibt zum Beispiel eine Babyhaube Christi (ich glaube irgendwo in Frankreich) die mir verflucht nach einer hochmittelalterlichen Bundhaube aussieht.Der Gürtel des hl. Laurentius, der angeblich in Trebur verwahrt worden sein soll? War es wirklich ein spätrömischer Gürtel?

Ich glaube wenn die Kirche die Erlaubnis zu einer wissenschaftlichen Untersuchung sämtlicher textilen „Großreliquien“ erlauben würde, könnte die Textilforschung einen riesen Schritt nach vorne machen.

Und auf genau so eine interessant Reliquie bin ich gestoßen. Eigentlich suchte ich nach Informationen ober die Oriflame, die fast sagenhafte Standarte der französischen Könige des Klosters St.Denis, darüber erinnerte ich mich an die Staatsrelique der Merowinger, dem Teil des Mantels des hl. Martin.

In dem kleinen, verschlafenen 700 Seelen Nest Bussy-Saint-Martin in der Nähe des Disneyland Paris gibt es etwas das als Mantel Ärmel des hl. Martin verehrt wird. Das der mit Wolle Baumwolle ausgepolsterte Fetzen, dem eine Handschuh angesetzt ist, kein Mantel ist, ist eigentlich klar. Schon Ende des 19. Jahrhunderts konnte man identifizieren das es sich um einen Gambeson , jenes dieses „tragbare Polstermöbel“ zum Kampf handelt und aus der Zeit von 1160-1270 stammt. Es ist damit etwas verdammt Seltenes!

Die französische Gruppe „Les Guerriers du Moyen-Age“ hat sich diesem Kleidungstück gewidmet und es mit Bildern auf ihrer Seite dargestellt. Das ganze ist auf franzöisch, aber Googleübersetzter sollte da helfen.

Hier die Seite zum Gambeson, weitere Bilder und Text (den ich nicht gelesen habe) findet sich in diesem PDF

 

112 PDFs – für jeden etwas

Am Wochenende erhielt ich eine email mit einem Link im Header, den ich fast übersehen hätte, weil den mein Handy abgeschnitten hatte. Den aber zu übersehen wäre mehr als schändlich gewesen! (Danke für die Mail!)

Es handelt sich um einen Link in die kunstgeschichtliche Publikationsplattform der Uni Heidelberg und dort genauer gesagt zu 112 PDFs(!) von Uwe Gross aus der Zeit zwischen 1983 und 2011. Da ist so ziemlich alles dabei was man sich vorstellen kann,: Scheidenmundbleche des 5. Jh., Keramik des 8. Jh.,  Seltersflaschen aus Steinzeug….

Also wenn da nicht jeder etwas für sich findet, das  er gebrauchen kann oder interessant findet, dann weiß ich wirklich nicht!

Hier das Gesamtverzeichnis

 

Jakobikirche Herford

Die weiteren Fundamentegeschichten zur Laurentiuskirche lassen im Moment aus fisch warten, was daran liegt das ich etwas übersehen hatte. Nämlich die Höhen! wenn ich das Ganze schon in Beziehung zu einander setzen will muss ich auch eine Refernzhöhe beachten!. Diefenbach legt bei seinen Angaben von 1934 eine Refernz von (+10m), die er irgendwo am Altar gemessen hat. Wozu er aber die 10m addiert, bzw. was deren Referenz ist, bleibt mir schleierhaft. O.Müller hatte 1954 immer die „rezenzente Oberfläche“ angelegt. Die hat sich aber zum Einen verändert (wenn auch nur leicht) und zum Anderen ist sie nicht überall gleich! Na werde ich etwas fummeln müssen!

Schön ist aber das nicht nur ich mit einer Kirche rum spinne, sondern das es noch andere gibt. In dem PDF das ich hier verlinke beschäftigt sich Mathias Polster mit einem mysteriösen Fundament in der Herforder Jackbikirche,  welches zeigt das nicht jede Fundamentkante gleich ein eigenständiger Bau gewesen sein muss!

Hier das PDF