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Die heilige Lanze in Wien

Vorwort:
Wer aufmerksam war, dem fiel auf das ich nie direkt über die Wiener Heilige Lanze geschrieben habe und sie immer nur in Teilen erwähnte.
Dies hat mehre Gründe. Zum einen fand ich keinen entsprechenden Artikel den ich als Basis verwenden konnte und der mir genug Informationen und Denkanstöße lieferte. Zum Anderen, und das ist für mich schwerwiegender, gibt es viel zu viele mystifizierende Geschichten wobei die Brücke von Longinus zum Ewigen Wanderer und weiter zum Ewigen Juden nur der Gipfel des Eisbergs ist. Nicht zu vergessen unendlich furchtbare Dokus, von denen ich neulich wieder eine sah.

Aber auch gerade das sollte ein Grund für mich sein das Thema nun auf das wesentliche runterzubrechen. Vor kurzem fand ich nun einen Aufsatz von Mechthild Schulze-Dörrlamm der mir hier als Basis dient und ich zusammenfassen werde, aber auch ergänzen und Gegenfragen stelle. Den Aufsatz selbst verlinke ich am Ende des Posts.

Rekonstruktionsversuch der ursprünglichen Heiligen Lanze

Einleitung
Die Heilige Lanze aus den heute in Wien aufbewahrten Reichskleinodien ist wahrscheinlich am stärksten mystifizierte Objekt der Selbigen. Dabei ist das Objekt weder großartig mystisch, noch ein Einzelstück unter der Vielzahl heiliger Lanzen.

Chronologie der sogenannten Heiligen Lanze der Wiener Reichskleinodien
Erstmals begegnet uns die Lanze im Jahr 926 als König Heinrich I. sie in Worms von Rudolf II. König von Hochburgund und zu dieser Zeit auch König von Italien erhielt.  Dieser hatte sie höchst wahrscheinlich als Herrschaftszeichen vom norditalienischen Grafen Samson zum Regierungsantritt in Italien bekommen.

Heinrich I. schrieb seinen Sieg gegen die Ungarn in Riade am Longinustag 933 der Lanze zu.  Otto I. führte die Lanze 939 gegen Aufständige und 955 auf der Schlacht beim Lechfeld mit sich. Als Otto III. 999/1000 in Polen verweilte erhielt Boleslaw Chrobry eine Kopie der Lanze in der ein Partikel des echten Kreunagels eingearbeitet worden sein soll. Otto III. lies die lanze auch auf dem weg nach Rom zur Kaiserkrönung vorweg tragen. Bei der Krönung Heinrichs II. in Mainz wurde sie zur Krönung verwendet, da die Reichskrone im Besitzt der Gegner Heinrichs war.

Unter Konrad II. wurde die Heilige Lanze den öffentlichen Blicken Entzogen  und wurde nun im Querbalken des neu angefertigten Reichskreuzes verwahrt.

Die Lanze und ihre Veränderungen
Bei der Lanze selbst handelt es sich um eine typische karolingische Flügellanze des Typ II nach Westphal die in das späte 8./ frühe 9. Jahrhundert datieren sollte. Ihre einzige Verzierung ist eine Furchenzier an der Tülle.  Sie ist aus einfachem Eisen geschmiedet und besitzt Schlackeeinschluße und Verunreinigungen, welche später auch zum Bruch führten. Auch weist das Blatt keinerlei Spuren einer Damaszierung auf. Es ist somit ein eher gewöhnliches Stück. Ihre Bedeutung kann daher nicht aus ihrer Wertigkeit abgeleitet werden.

Da das Lanzenblatt keinerlei Spuren von Scharten oder ähnliches aufweist, dürfte sie nie im Kampf eingesetzt worden sein, sondern sollte von Anfang an als Fahnenlanze fungiert haben, so Mechthild Schulze-Dörlamm im Verweis auf  Mehofer/Leusch/Bühler.1
Schulze-Dörlamm versucht nun auf Grund dieser Informationen die Herkunft der Lanze zu erörtern. Eine Königslanze Karls des Großen schließt sie auf Grund der minderen Qualität aus, ebenso scheidet eine Lanze aus die Karl vom Patriarchen von Jerusalem im Jahr 800 zugesandt bekam, da eine Lanze aus dem Kalifat der Abasiden eben keine fränkisch/karolingische Flügellanze ist.
Ihre Vermutung ist daher das es sich bei der Lanzenspitze ursprünglich um jene Lanze handeln könnte an der das päpstliche Banner befestigt war das Karl erhielt und dessen Abbildung im Tricliniumsmosaik im Lateran zu sehen war. Ich hätte an dieser Stelle noch ergänzend das Vexillum des hl. Martin anzubieten, wobei hier wohl auch eine bessere Ausführung zu vermuten wäre.

Schon bald danach wurde die einfache Lanzenspitze optisch verändert und aufgewertet. Dazu stemmte man aus dem Lanzenblatt einen spitzovalen Teil aus. Hierbei brach erstmalig das Lanzenblatt an der rechten Seite. Der Bruch konnte jedoch durch ein aufgeschweistes Metallband kaschiert werden und ist nur durch eine dunklere Stelle am Blatt zu erkennen.  Er steht übrigens in keinem Zusammenhang mit dem kompletten Bruch des Blattes der später das Anbringen der Manschette nötig machte.
In die Ausparung des Lanzenblattes wurde nun ein Knebelstift eingepasst. Dieser war passgenau eingefügt, so dass er keinerlei Halterung, wie die späteren Silberdrähte, bedurfte. (Ich könnte mir vorstellen das das Lanzenblatt dabei erhitzt wurde, so dass das Metall sich ausdehnte und anschließend der kalte Knebelstift eingesetzt wurde. Beim abkühlen klemmte dieser nun fest.)
Der Knebelstift selbst bestand ursprünglich aus 2 Lanzettenförmigen Spitzen, von denen heute nur die Obere erhalten ist. In der Mitte ist der Knebel durch drei kreuzförmige, mit Messing tauschierten Kreuzen verzierte , Verdickungen die selbst als Kreuze angesehen werden geschmückt. In diese Verdickung ist seitlich eine Nut eingefügt in der wiederum ein Metallstück sitzt, welches zwischen kreuzförmiger Verdickung und Metallstück insgesamt 4 halbmondförmige Freiräume lässt. (Zu diesen hat Schulze-Dörrlamm eine interessante Idee, doch dazu  später mehr)
Im unteren Bereich, zwischen Flügeln und eigentlichem Blatt, wurden zwei dünne Klingen angebracht. Sie waren nicht mit Silberdrähten, sondern mit Lederriemen befestigt, von denen der obere Teil erhalten blieb, da der Bereich später durch die Manschette überdeckt wurde.
Die Klingen sind im Gegensatz zum Lanzenblatt schartig.
Die verbreiterte Tülle war zu diesem Zeitpunkt noch nicht existent.

Die Veränderungen und ihre möglichen Bedeutungen
Ich möchte an dieser Stelle bei den angefügten unteren Klingenblättern beginnen um mich dann noch oben vorzuarbeiten.
Erst einmal verwundert Schulze-Dörrlamm zu recht das die Klingenblätter nur mit Riemen an der Lanze befestigt sind. Wäre es doch einem versierten Schmied ein leichtes gewesen diese zu verlöten oder sogar anzuschweißen. Schulze-Dörlamm vermutet daher das die Blätter nicht in direktem Zusammenhang mit der Lanze stehen und man die Lanze, der man bereits eine gewisse Bedeutung beimaß, nicht als solches dauerhaft verändern wollte, sondern nur eine bestimmte Optik zu erzielen suchte.
Zur Herkunft der Klingenblätter kann leider keine konkrete Auskunft gegeben werden, dennoch werden einige Varianten aufgezählt: Messer des 7. od. 8. Jahrhunderts denen man zuschrieb die Messer gewesen zu sein mit denen das Gewand Jesu zerteilt wurde, Teile eines römischen Lanzenblattes, im speziellen Fall Teile der im Liber Pontificalis erwähnten romphaea victoriae bezeichneten Lanze , die Papst Hadrian Karl 774 im Rom schenkte. Oder aber eben nichts der gleichen sondern nur der bereits erwähnte Versuche der Lanze eine bestimmte Optik zu geben.
Mich verwundert bei alledem jedoch die Schartigkeit der beiden Klingen, die Schulze-Dörrlamm lediglich der dünneren Ausführung zuschreibt. Die Scharten wären dann lediglich entstanden weil irgendjemand Beispielsweise die Lanze zu heftig irgendwo anlehnte. Etwas das mir sehr fragwürdig erscheint. Ich denke daher schon das die Klingen als solches eine Gewisse Bedeutung hatten, die über eine reine optische Funktion hinaus gingen.

Nun möchte ich zum Knebelstift übergehen. Dieser wird ja mitunter (gerne in den Eingangs erwähnten Dokus) als Kreuznagel gedeutet. Hier wiederspricht Schulze-Dörlamm. Gibt es doch einen ganzen Haufen anderer vermeintlicher Kreuznägel die wirklich nach Nagel aussehen2  Vielmehr sieht sie zwei parallele Funktionen. Zum einen sind stilisierte  3 Nägel gleichzeitig aus verschiedenen Perspektiven zu sehen.  Die mit messingtauschierten Kreuzen verzierten Verdickungen, von Schulze-Dörlamm als gleicharmige Kreuze bezeichnet, stellen demnach die Nagelköpfe dar. Den mittlersten Nagel sieht man also von oben. Die obere und untere Verdickung  mit dem jeweiligen Dorn nach oben und unten stellen somit stilisierte Nägel in Seitenansicht dar.  Die Eigentliche Nagelreliquie sieht sie nicht in den Tauschierungen selbst, sondern in den Verdickten Teilen selbst, die durch das Eisenstück in den Nuten zusammegefasst werden. Die Tauschierungen, 3 auf der Verdickung und 2 auf den Flügeln der Lanze in Form von Andreaskreuzen deutet sie mehr als Symbole der Passion Christi (Wie in der späteren Kunst auch die Marterwerkzeuge)

Aus diesem Stück zieht Mechthild Schulze-Dörlamm auch ihre Datierung der Umarbeitung. Sie verweist dazu auf die Ähnlichkeit des Mittelteils mit den drei gleicharmigen Kreuzen auf die Ähnlichkeit zu  karolingischen Gleicharmfibeln vom Typ Destelbergen, welche ebenfalls mit drei gleicharmigen Kreuzen verziert sind, als auch zur Knopfriemenzunge aus Karlsburg. Demnach sollte die Veränderung im Bereich zwischen Rhein und Mosel entstanden sein, wobei sie hier auch durchaus an die Pfalz Aachen denkt.

Nun zu der oben bereits angesprochenen Besonderheit der sichelförmigen Freiräumen zwischen „Nagelköpfen“ und dem in den Nuten eingefügte Metallstück.  Schulze-Dörlamm stellt die Frage ob die sichelförmigen Öffnungen in dem passgenau eingeklemmten Knebelstifft nicht den Sinn hatten vielleicht ein pfeifendes Geräusch zu erzeugen. Dies könne man nur mit einer genauen replik prüfen, so schreibt sie.

Was nun noch fehlt ist warum die Klingen angefügt wurden bzw. welche Optik damit erreicht werden sollte.  Ich finde die Therie von Frau Mechthild Schulze-Dörlamm etwas weit hergeholt, aber dennoch ist sie auf jeden Fall einen Gedanken wert. Zumal sie mir durchaus gefällt, weil sie um die Ecke denkt.

Ihrer Meinung nach sollte, wie bereits angedeutet,  durch Hinzufügung der Klingen das Lanzenblatt eine geschweifte Optik erhalten.  Ihr fällt dabei auf, das die Flügel der Lanze wie das Parier eines Schwertes oder Dolches wirken.

Nun denkt sie dabei an die Lancea Domini, die im 6. Jahrhundert von Pilgern in der Jerusalemer Grabeskirche gesehen wurde und 614 angeblich durch den Kommandanten der kaiserlichen Garde Patrikios Niketas vor den Persern nach Konstantinopel gerettet wurde. Im 7. Jahrhundert sah Bischof Arculf diese dem Longinus zugeschriebene Lanze und beschreibt das diese eine gespaltene Tülle besessen habe. Mit einer gespaltenen Tülle wäre sie aber weder byzantinisch, noch römisch, geschweige denn fränkisch. 1201 , nur kurz vor ihrem Verschwinden im Jahr 1204, als das Kreuzzugsheer in Konstantinopel einfällt, beschreibt der Diakon Nikolaos Mesarites die Lancea Domini erneut und beschreibt sie in Form eines zweischneidigen Schwertes , welches in Form eines Kreuzes gestaltet sei und zudem blutunterlaufen wirke.  Hieraus schließt Schulze-Dörrlamm, dieses Objekt habe aus Hämatit bestehen können, welches bei der Zerstörung der Grabeskirche großer Hitze, sprich Feuer ausgesetzt gewesen war, bevor sie wie „ein archäologischer Bodenfund“ aus der Erde gezogen wurde. Schulze-Dörlamm vermutet nun das diese Lancea Domini, die übrigens nicht identisch sein kann mit jener die  in der Loggia der hl. Veronika  im Vierungspfeiler des Petersdoms verwahrt wird, da diese ins 11. Jahrhundert zu datieren sei, nichts anderes ist als ein römischer Pugio mit zweischaligem Griff. Dieser zweischalige Griff wurde in der Beschreibung des Bischof Arculf eben zu einer gespaltenen Tülle.

Demnach hätte man mit der Umarbeitung der heute in Wien verwahrten Heiligen Lanze versucht die Optik der in Konstantinopel verwahrten Lancea Domini zu imitieren. Womit wir wieder genau beim Bestreben der Franken wären mit den Byzantinern gleich zu ziehen!

Und das finde ich nun mal wirklich super witzig! Eine möglicherweise pfeifende Heilige Lanze, die auch nur die Kopie einer weiteren heiligen Lanze ist, die in Wirklichkeit ein römischer Dolch ist!

  • Als Quelle diente: Die Heilige Lanze in Wien. Die Frühgeschichte des karolingisch-ottonischen Herrschaftszeichens aus archäologischer Sicht, Jahrb. RGZM 58, 2011 (2012) 707-742. findet sich hier
  1. Szameit 2005, 162. – Mehofer / Leusch / Bühler 2005, 181. – Zu
    den frühmittelalterlichen Fahnenlanzen []
  2. Schulze-Dörrlamm schrieb dazu selbst zur Byzanzaustellung des RGZM den Aufsatz „Heilige Nägel und heilige Lanzen“, online hier []

Das ottonische Liuthar-Evangeliar unter Betrachtung des Byzantinismus

Die Darstellung Ottos III. im Luithar-Evangeliar ist eine der bemerkenswetesten Darstellungen eine Herrschers des Mittelalters.

uploadottoiiiDas Thronbild zeigt Otto III. auf dem Thron sitzend, überhöht von allen, umgeben von Engeln, umfangen von einer Mandorla die sonst in den Darstellungen einzig Christus vorbehalten ist. Gerahmt wird das Ganze durch eine Purpurne Arkade. Die Kaiserkrone erhält Otto direkt von Gott, ohne Umweg über den Papst.

Dieses Bild enthält mehr Anspielung als man auf den ersten Blick sieht und einige habe ich gerade eben schon aufgezählt.
Otto III., der erste der sich auch als römischer Kaiser bezeichnet, nutzt die den byzantinischen Herrschern vorbehaltene Farbe Pupur. Zum einen wegen seines kaiserlichen Anspruches, vielleicht aber auch als Anspielung auf seine Mutter Theophanu, von der man ja eigentlich gehofft hatte das sie eine Purpurgeborene sei.1
Die Überhöhung Ottos, verbunden mit der Krönung durch Gotteshand selbst und der Gleichsetzung bzw. Nachfolge Christi, entspricht ebenfalls der Gleichsetzung mit den byzantinischen Herrschern. Die sich als über dem Patriarchen stehend betrachteten. Gleiches macht Otto wenn er den Papst nicht einmal im Hauch darstellt.

Interessanter finde ich jedoch etwas das ich erst bei meiner Recherche zum vorhergehenden Artikel fand. Die Beschreibung Luitprand von Cremonas seiner Audienz beim byzantinischen Kaiser:

Bei meinem Eintritt erhoben die Löwen ihr Gebrüll und die Vögel zwitscherten je nach ihrem Aussehen; mich aber ergriff weder Furcht noch Erstaunen, da ich mich nach alledem bei Leuten, die damit wohl bekannt waren, genau erkundigt hatte. Nach dreimaliger tiefer Verbeugung vor dem Kaiser hob ich den Kopf empor und erblickte ihn, den ich zuerst gehoben auf einer kleinen Erhöhung sitzen sah, fast bis zur Decke der Halle emporgehoben und mit anderen Kleidern angetan. Wie dies zuging, kann ich mir nicht denken, es sei denn, daß er emporgehoben wurde wie die Bäume der Kelterpressen gehoben werden. Mit eigenem Munde sprach der Kaiser bei dieser Gelegenheit kein Wort; denn wenn er auch gewollt hätte, so wäre solches wegen der großen Entfernung unziemlich gewesen; durch seinen Kanzler aber erkundigte er sich nach Berengars Leben und Wohlergehen. Nachdem ich darauf in gebührender Weise geantwortet hatte, trat ich auf den Wink des Dolmetschers ab und wurde in die mir angewiesene Herberge zurückgebracht. (Hervorhebung durch mich)

Unter dem Eindruck des vorangegangenen Zitates halte ich es für möglich das die Abbildung nicht nur eine symbolische Darstellung der göttlichen Überhöhung zeigt, sondern auch mindestens Anspielung auf das byzantinische Hofzeremoniell sein könnte, wenn nicht sogar deren explizite Darstellung ist.

  1. der Begriff purpurgeboren rührt von einem purpurnen Raum im Palast in Byzanz der für die Geburt der Kinder des Kaisers vorbehalten war []

Eine Frage der Festkleidung oder warum Byzanz nach Franken gekommen sein könnte

Schon vor 5 Jahren machte ich mir Gedanken zu Mänteln und ihrer Bedeutung als möglicher „Sonntagskleidung“ (siehe hier und hier ). Dabei schnitt ich das Thema leider viel zu kurz an , wie ich beim erneuten Lesen feststellen musste. Tatsächlich scheint hier mehr dahinter zu stehen als einfach eine spezielle Art der Kleidung des adligen Karolingers zum Kirchgang oder für zeremonielles Ritual.

Beinlinge aus byzantinischer Seide
Beinlinge aus byzantinischer Seide, getragen von einem fränkischen Grafen (Gawan Dringenberg)

Das Byzanz Einfluss auf den Kleidungsstil der Karolinger hatte. beschreibt auch Notker in seiner Gesta Karoli1 , wenn er sich über die Höflinge in ihrer feinen Kleidung lustig macht, die nicht zur Jagd geeignet sei. Wobei Notker wohl augenscheinlich etwas übertreibt, denn in der Karlsbeschreibung Einhards wird die fränkische Tracht Karls wie selbstverständlich als mit Seide verziert beschrieben. Seide als solches war also im fränkischen Reich nichts unbekanntes, wenn auch lediglich der High Society verfügbar.

Doch wie kamen die Karolinger, nach dem sie ja schon Seidenstoffe kannten und trugen und das schon seit Opas Merowingerzeit, an die Byzantinische Kleidung an sich, bzw. was veranlasste sie  byzantinischen Stil und Chick zu übernehmen oder sich von ihm beeinflussen lassen? Und das weit bevor mit den Kreuzzügen ähnliche Moden im zentralen Europa für  breite Schichten verfügbar waren?

Eine Frage der Diplomatie:
Zwar hatte der byzantinische Kaiser Michael 812 den Titel Karls des Großen als Kaiser bestätigt, sah sich aber selbst dennoch in einer Vormachtstellung über alle Fürsten der Welt. Allein schon da er über den Patriarchen stand, während der Fränkischen Kaiser im Verständnis der westlichen Kirche unter dem Papst standen.

Den Franken war diese Abwertung ihres Kaisertums durchaus bewusst, es konnte ihnen auch nicht verborgen bleiben, denn die byzantinischen Kaiser nannten sich schon bald explizit romanorum imperator augustus, also Römische Kaiser während die Franken nur den Titel des imperator augustus , also Kaiserfür sich beanspruchen konnten. Erst Otto III. fügt den Zusatz des römischen Kaisers dem Seinen hinzu.

Die Franken versuchten beständig ihren Kontakt mit Byzanz zu verbessern, auch bezüglich ihrer Anerkennung,  und schickten Botschafter in den Osten. Doch beim Kaiser empfangen zu werden war ein langwieriges Unterfangen. Es konnte Monate dauern bis man vorgelassen wurde und das Prozedere selbst war weit weniger leger als am fränkischen Hof und in ein starres Korsett gepresst, das heute als Byzantinismus bezeichnet wird. Davon weiß zum Beispiel Luitbrand von Cremoa zu berichten, als er 949/950  und 968 am byzantinischen Hof weilte.

Die als Barbaren bezeichneten fränkischen Gesandten mussten sich also ihrer Umgebung anpassen um nicht ganz als Barbaren da zu stehen. Am einfachsten war dies in dem man sich am Kleidungsstil anpasste um so zumindest optisch der Vorverurteilung zu entgehen.

Natürlich kehrten die Gesandten auch wieder ins Fränkische Reich zurück. Im Gepäck unter Anderem das Wissen um das aufwendige Hofprotokoll und die Kleidung aus Byzanz.

Aber auch der umgekehrte Fall ist uns bekannt. Byzantinische Gesandte am fränkischen Hof. So berichten die fränkischen Annalen von Ludwig dem Frommen  der in den Vogesen oder dem Pfälzerwald auf byzantinische Gesandte trifft. Der Wald ist nicht unbedingt der Ort an dem man Audienz mit den Byzantiner halten will, also gehts weiter nach Ingelheim nur um festzustellen das die Mühe eher sinnlos war:

(…)und als er hörte, dass ihre Botschaft keine andere sei als die, welche erst vor kurzem Niciforus als Gesandter desselben Kaisers überbracht hatte, entließ er sie bald wieder und reiste weiter, wohin er [eigentlich] wollte.

Man bemühte sich also den Byzantinern einen gewissen Prunk zu zeigen, denn Pfalzen hätte es durchaus gegeben auf dem Weg, nur eben keine wie Ingelheim.

Schenken wir nun Einhards Beschreibung Karls des Großen und auch der später erschienenen Gesta Notkers Glauben, so könnte sich folgendes Bild ergeben: Unter Karls Herrschaft und wohl auch noch in Teilen unter Ludwig dem Frommen herrschte noch ein gewisses fränkisches Selbstbewusstsein, das es aus eigenem Stolz heraus nicht nötig machte sich näher Byzanz anzubiedern. Den späteren karolingischen Herrschern fehlte eine Dominanz wie sie Karl inne hatte.  Man suchte die Augenhöhe mit Byzanz herzustellen in dem man mehr und mehr byzantinische Gepflogeneiten übernahm, darunter auch die Kleidung bei Hofe. So ist die nach 880 entstandene Gesta Karls mit der Anekdote der byzantinisch gekleideten Höflinge als Kritik der Anbiederung an Byzanz zu verstehen.

Dies wird auch deutlich wenn man sich ein bestimmtes Herrscherbild aus späterer Zeit ansieht, das ich jedoch in seinem Kontext gesondert morgen behandeln werde.

Es zeigt sich also das die Verwendung byzantinischer Trachtenbestandteile nicht aus modischen Aspekten zu verstehen ist. Vielmehr handelt es sich um den Versuch den Anspruch auf den westlichen Kaiserthron auch in Kleidung und Habitus zu manifestieren.

 

Ergänzend. bzw. in die Merowingerzeit führend,  findet sich bei academia.edu ein neues PDF von Fr. Mechtild Schulze Dörrlamm „Einflüsse byzantinischer Prunkgewänder auf die fränkische Frauentracht“ aus dem Arch. Korrospondezblatt von 1976, ich hab allerdings noch nicht reingeschaut…

 

  1. Gesta Karoli I 8 []

Das Widmungsbild der Vivian Bibel (f.423r)

Seit mehr als 2 Wochen und mehr als 2000 Wörtern schreib ich an einem Zusatzartikel zur karolingischen Kleidung und verzettelte mich derartig, dass ich mal Abstand brauche. Ich mich daher etwas angenommen, das mich schon lange interessiert hat und auch in das momentane Thema passt: Das Widmungsbild der Vivian Bibel.

Da es im folgenden auch um viele Details geht, die auf den Bildern, die etwa Wikipedia zur Verfügung stellt kaum zu erkennen sind, empfehle ich zunächst in einem weiteren Fenster die das zoombare Digitalisat zu öfnnen, welches die gallica bibliotheque nationale zur Verfügung stellt: Hier der direkte Linke auf Folio 423 recto

Ein Grund mich mit Folio 423 recto der Vivian-Bibel zu befassen sind die Dartsellung der Weltlichen, bzw. der 2 Personen direkt links und rechts des Thrones Karls des Kahlen. Diese zwei „Gestalten“ stoßen mir schon eine ganze Weile auf. Sie tragen goldenen Stirnreifen, doppelte Clavi auf ihren Tuniken, wie sie sich etwa auf kirchlichen Dalmatiken und byzantinischen Tuniken jener Zeit findet und dann diese Wadenwickel… ..oder doch etwas anderes?
Die Beiden auf Grund der Stirnreifen als Prinzen bzw. Söhne Karls des Kahlen zu identifizieren funktioniert nicht. Die Vivian Bibel entstandt 845/46, Karls ältester Sohn wurde jedoch erst 846 geboren.
Und dennoch müssen sie in enger Beziehung zum König stehen. Vorallem die Person die sich vom Betrachter aus auf der linken Seite des Königs befindet. Nicht nur das sie zur Rechten des Königs steht, auch der König wendet sich ihr zu. Und noch etwas wichtiges zeigt sich in der Darstellung der Beiden: Das Schuhwerk beider ist rot (mit Gold)! Dies mag auf den ersten Moment profan erscheinen, jedoch gibt es in Byzanz die Regel das nur der Kaiser, bzw. Personen der kaiserlichen Familie rote Schuhe tragen dürfen1

Charles Reginald Dodwell will in diesen Personen den ostuarius, den Obertormeister, sowie den saccelarius, den Säckler, sehen2 Micheal Patella identifiziert die Person zur Karls Rechten jedoch als Graf Vivian von Tours, Laienabt des Klosters St. Martin in Tours und Auftraggeber der Bibel, der diese dem König präsentiert3, wobei dieser das Amt des camerarius (Kämmerer) inne hatte und nicht das das ihm unterstellten sacelarius4 Ob er dieses Amt aber überhaupt noch inne hat als er zwischen September 843 und 5. Januar 845 Laienabt von Tours wurde ist nicht bekannt.

Das Bildprogramm wird nun etwas klarer. Der Auftraggeber der Bibel ist Graf Vivian (Comes Vivianus), einer der engsten Vertrauten Karls des Kahlen während dessen Aufstiegs. Im Amt des camerarius war er zwar nicht an höchster Stelle der Hofämter, aber wohl in der Stellung die dem König und seiner Familie am nächsten stand.5 Er lässt sich im wahrsten Sinne des Wortes auf Augenhöhe mit dem König zeigen. Fast im familiären Verhältnis.

Interessant zur Darstellung Vivians ist eine Anmerkung von Patrick Henriet6 das Vivian auf Wolken steht und daher als bereits verstorben betrachtet werden müsse , was die Entstehung auf nach 851 schieben würde.

Doch tatsächlich markant ist die Kleidung der „Zivlisten“. Wie bereits erwähnt zeigen ihre Tuniken 2 Clavi, Ihre Hosenbeine sind durch Riemen unterhalb des Knies verziert, während die Wadenbinden nicht wie herkömmliche Wadenbinden wirken und die Füße, bzw. Zehen nicht durch Schuhe bedeckt sind. Oder kurz gesagt, sie wirken byzantinisch, denn tatsächlich war die „zehenfrei“-Konstruktion aus Wickeln und Sandalen zumindest in Byzanz zu jener Zeit sehr beliebt.

Haben also Vivians Mönche byzantinische Vorlagen zur Gestaltung genutzt? Was die Anordnung der Personen, bzw. den Aufbau des Bildes angeht, so hat man sich an den spätantiken Vorlagen orientiert. Schließlich war St. Martin Tours ein Zentrum für spätantike Vorlagen. Die Gestaltung der Tuniken der realexistierenden Personen, also mit ausnahmen der allegorischen Darstellung von Krethi und Plethi, sollte andere Vorbilder haben.

Der Hof Karls des Kahlen galt als Zentrum der Byzantintisierung. Es wird berichtet das Karl sich 869 als novus constantinus ausriefen lies und in Ponthion graecisco more paratus et coronatus nach griechischer Art gekleidet und gekrönt auftrat.7
Als Kämmerer kannte Vivian nicht nur die Familie des Königs, sondern auch seine Kleidungsgewohnheiten, Geschenke die von Gesandtschaften kamen und auch die Geschenke die an andere Herrscher vergeben wurden.
Die beliebtesten Gesandtschaften waren jene aus Byzanz, die Wort wörtlich hofiert wurden bei ihren Anwesenheit. Fränkische Gesandtschaft wurden dagegen bei einem Besuch in Byzanz schon mal 80 Tage warten gelassen, bevor sie zum Basileus vorgelassen wurden.

Die Darstellung arbeitet folglich auf mehreren Ebenen. Auf Vivians persönlicher Ebene die seine Beziehung zum König darstellt, ihn nahe an den König heranrückt, aber auch auf der Ebene des Königs, bzw. einer ihm schmeichelnder Ebene. Diese stellt ihn auf die Ebene mit dem byzantinischen Kaiser, ohne dabei die Referenz an König David durc Kethi und Plethi zu verlieren, die die Franken mit den Israeliten gleichstellt. Und alle befinden zu auch in der Pose einer klassischen philosophischen Verhandlung.

Beschreibung der dargestellten Kleidung:
Die Kleidung der hohen religiösen Würdenträger im unteren Bildbereich entspricht dem was aus archäologischen Befunden aus Gräbern bekannt ist. An Füßen, zum Teil auch an den Händen, zeigt sich die Albe (Alba, von Tunica Alba – weiße Tunika ) Sie besitzt eng anliegende Ärmel und Reicht bis bis auf den Boden. Die Darstellung entspricht dem Schnitt den ich mit dem Nachschneidern der Ulrichsdalmatika erreichen konnte.
Darüber wird die cremefarben dargestellte Dalmatika getragen die bis über die Knie reicht. Sie ist mit roten Clavi verziert, neben denen sich V-förmige weitere Verzierungen befinden, die den Eindruck von kurzen aufgenäht erscheinenden Stoffbändern erwecken. Hierüber wird die Kasel getragen, deren Saum und Zierstreifen immer goldfarben dargestellt sind. Der Stoff der Kassel wird jedoch unterschiedlich dargestellt, sowohl in Farbe als auch Musterung. Die durch Gruppen von Dreierpunkten angedeutete Stoffmusterung verweist auf damaszierte Seidenstoffe. In der linken Hand tragen die Kleriker den Manipel.
In ihrer Darstellung unterscheiden sich drei Kleriker am linken Bildrand von den Übrigen, da sie weitaus weniger verziert erscheinen. Es handelt sich dabei um die drei Mönche aus St. Martin die die Bibel ausführten und sie nun gemeinsam dem König überreichen werden.

Im Gegensatz zur Tunika Karls des Kahlen im 20 Jahre später entstandenen Sakramentar Karls des Kahlen8, bei der ebenfalls dreier Gruppen von Punkten genutzt werden um eine Damaszierung darzustellen, weist die Tunika Vivians keine Punkte auf. Jedoch sind im Faltenwurf der Tunika mit Goldfarbe Lichtrefelexe dargestellt, die auf die Verwendung von Seide als Material hinweisen. Die Tunika ist in byzantinischem Stil mit 2 Clavi verziert, ein verzierter Saum am Handgelenk fehlt. Am unteren hingegen ist mit einem Rankenband verziert und besitzt eine seitliche Schlitzung. Die Saumverziehrung mit Ranken hebt sich von den restlichen Saumverzierungen ab, da diese sich geometrisch darstellen.
Die Hosen Vivians sind unterhalb der Knie mit Riemen, oder besser doppelten, goldfarbigen Bändern gebunden. Diese Bänder legen nahe das Vivian und auch die anderen weltlichen Personen kein Hose sondern Beinlinge, bzw. Strümpfe tragen, die bis auf die Oberschenkel reichen (ganz ähnlich Pontifikalstrümpfen) und kein Fußteil besaßen9
Die Schuhkonstruktion die der Künstler verwendet weist jedoch Fehler auf. Dieser fast kniehohe Hybrid aus Stiefel und Sandale bestand aus Leder und wurde auf der Vorderseite geschnürt. Stattdessen ist aber auf der Abbildung nur eine Wicklung zu erkennen. Es ist daher anzunehmen das der Künstler die Schuhe nicht aus eigener Anschauung kannte und sie von einer Vorlage, möglicherweise ein Konsulardyptichon oder ähnlichem, abzeichnete. Dabei interpretierte er die Schnürung als angedeutete Wicklung, übernahm aber den wulstigen Rand an Zehen und Wade.10

Wie weit die Darstellung der Kleidung nun dem Zeichner bekannt war, oder was tatsächlich so bei Hofe getragen wurde ist schwer zu entscheiden, jedoch scheint es als sei sehr viel Byzantinisches bereits weit vor Theophanu im fränkischen Reich angekommen.

Leider konnte ich aus Zeit und anderen Gründen nicht alles Unterbringen, das mir im Kopf rum schwirrt. Bitte das zu entschuldigen.

  1. vergleiche Mosaiken in San Appolinare Nouvo, Ravenna []
  2. Charles Reginald Dodwell The Pictorial Arts of the West, 800-1200 S.74 []
  3. Word and Image: The Hermeneutics of the Saint John’s Bible von Michael Patella S. 63 []
  4. vgl Regesta Imperii: http://www.regesta-imperii.de/id/0843-02-18_1_0_1_2_1_356_356 []
  5. Ironischer Weise starb Vivian auf einem Feldzug gegen die Bretonen 851 als einer der Heerführer, nachdem Karl mit seinen Truppenteilen, darunter „geliehene“ Sachsen, flieht. Die Leiche Vivians bleibt unbeerdigt auf dem Schlachtfeld bei Grand-Fougeray liegen. []
  6. Patrick Henriet La mort comme revelateur ideologique in Autour des morts S.70 []
  7. Ute Schwab , Die vielen Kleider der Passion in Theodisca S.323 []
  8. Abbildung Wikipedia []
  9. Ein Model langer, nach byzantinischer Art gefertigter Beinlinge/Strümpfe des 8. Jhd., jedoch mit Fußteil findet sich beim Metropopolitan Museum of Art. []
  10. vgl. z.B. den Barberini Dyptichon []

Die karolingische Tunika I – Kreisverzierungen

Ursprünglich hatte ich geplant einen großen Artikel zur karolingischen Männertunika zu schreiben. Jedoch entwickelte sich die Recherche viel aufwendiger und langwieriger als gedacht, so das ich mich entschloss ihn in einzelen Parts zu splitten. Beginnen möchte ich heute mit der berühmten, kreisförmigen Verzierung aus dem Stuttgarter Psalter an der sich bereits viele versucht haben.

Zierstreifen mit Kreismotiv
Eines der bekanntesten Elemente der karolingischen Tunika, vor allem bekannt aus dem Stuttgarter Psalter, sind die Zierstreifen (Clavi) mit und ohne Verzierung mit Kreismotiven. Wie auch schon bei den Bartträgern im Stuttgarter Psalter (Nur getragen von „Ausländern“/Feinden und Propheten) wird auch bei der Kleidung differenziert.
So zeigt sich David vor seiner Ausrufung zum König zwar mit Clavi verzierter Tunika, jedoch nur mit wenigen angedeuteten Kreismotiven und mit unverziertem Mantel. Bei seiner Krönung jedoch weist Tunika und der nun gefasste Mantel zahlreiche Kreisverzierungen auf (zu purpurfarbener Hose!). So lässt sich eine Rang- und Standesabfolge im gesamten Psalter erkennen.
Die einfachste Version der Tunika ist jene ohne jegliche Verzierungen, gefolgt von jenen mit gefassten Säumen gesteigert durch zentrale Clavi und weiter gesteigert durch die Verzierung mit Kreismotiven. Abschließend lässt sich die Reihe fortsetzen mit einigen wenigen langen Tuniken, die mit bunten Steinen Geschmückt sind und deren Träger oftmals Kronen tragen.

Bereits hier lässt sich erkennen das das Kreismotiv nicht aus einem einfachen Filzkreis bestehen kann wie es etwa in einer Rekonstruktion durch Dr. Dagmar-Beatrice Gaedtke-Eckardt für das Niedersächsisches Landesmuseum Hannover entstand1

Einen ersten Hinweis zur Beschaffenheit der Zierstreifen höher gestellter Personen erhalten wir wiedereinmal in Einhards Vita Karoli Magni in der er Karls „Alltagstunika“ als mit Seide gefasst beschreibt. Ähnliche Hinweise finden sich recht häufig, jedoch wird nie eine weitere Verzierung erwähnt die die Kreisform direkt erklären könnte. Es ist daher von Bedeutung sich die Beschaffenheit der Seidenstoffe genauer zu betrachten.
Pierre Riché listet in „Die Welt der Karolinger“ einige Seidenstoffe auf.2 So etwa für das Grab Bernhards von Italien einen Mantel aus 15m damastartiger Seide, sowie Erwerbungen Abt Angilberts von Saint-Riquier die fast ausschließlich aus Seidenbrokat oder Seidendamast bestehen.

Dies deckt sich mit den Funden aus Klerikergräbern, und mit denen hochgestellter Persönlichkeiten. Dort finden sich Seidenstoffe, die großflächig mit „orbiculi“, kreisförmigen Schmuckelementen, geschmückt sind bereits seit den 6. oder 7. Jahrhundert.
An dieser Stelle sei zunächst das Grab der Veventia genannt, der bereits als Kind verstorbenen Tochter Pippin des Älteren3, der ein solcher Stoff mit Greifenmotiv ins Grab gelegt wurde. In diese Reihe gehört auch der Quadrigastoff aus Aachen, der möglicherweise Grabtuch Karls des Großen war.

Auch lange Zeit nach Karl dem Großen fanden diese Motive noch Verwendung. So findet sich diese Stoffmotive auf der Heiratsurkunde der Theophanu und kehren auch in der großen Adlerfibel von Mainz wieder.
Ein weiterer Hinweis zu byzantinischen Seidenstoffen als Dekorierung von Tuniken erreicht uns aus den Funden des Osebergschiffs. In diesem Schiff des 9. Jahrhunderts fanden sich unter anderem in Streifen zerschnittene byzantinische Seidenstoffe, die wohl für die Anbringung an einer Tunika vorgesehen waren, sowie ein karoförmiges Palmettenmotiv aus brokatierter Wolle auf Leinengewebe, das zwar aus lokaler Herstellung kam, jedoch persische oder byzantinische Motive nachahmt.4

Das sich karolingische Adlige mit byzantinischen Stoffen geschmückt haben steht außer Frage, zumal Byzanz das Monopol auf Seide besaß und Einhard, als auch Notger uns davon berichten. Doch warum könnten es gerade diese byzantinischen Kreismotive sein, die sie übernahmen?

Orbiculi waren für die frühen Franken nichts fremdes. Sie dienten als Foederati bis zum Untergang des Weströmischen Reiches in der Armeen der Römer. Als solche waren ihnen die Orbiculi, die den Kniebereich der römischen Tuniken schmückte nichts fremdes.
In Byzanz wurden sie schließlich zum Standessymbol. Das Mantelfutter Justinans I. auf den Mosaiken in San Vitale Ravenna ist sogar in Gänze mit Kreismotiven geschmückt. Doch nicht nur der Oströmische Kaiser schmückte sich damit.
In Byzanz war es für die Höflinge üblich und Zeichen ihres Standes, ihre Gewänder mit Seidendamast oder Seidenbrokat mit aufwändigen Orbiculi am Saum und einer breiten, zentralen Clavi zu schmücken. Je mehr desto besser. Aus dem 9. Jahrhundert haben uns auf Grund des Bilderstreits nur wenige Abbildung erreicht, so etwa die Abbildung einer Heiligen als byzantinische Hofdame, sinniger Weise gewebt auf der Clavi einer koptischen Tunika (Abbildung) Klarer noch ist ein tatsächlicher Tunikasaum aus Ägypten (zweites Bild von unten )

Wir wissen nun um Renovatio Imperii und dem damit verbundenen Verständnis der Karolinger sich als Nachfolger des West-Römischen Reiches zusehen. Der Adel war im Besitz von Elfenbein Dyptichen spätantiker Herkunft und die adlige Jugend wurde, fast wie in römischen Zeiten, in den 7 Künsten unterrichtet. Karl orientierte sich beim Bau der Aachener Marienkirche an byzantinischen und bei der Aachener Aula und der Ingelheimer Pfalz an antiken Vorbildern. Die Illustratoren der Handschriften bauten Reminiszenzen der Antike in ihre Werke ein.

Möglicherweise nutzten die Karolinger diese und ähnliche Verzierungen bereits länger auf ihren Tuniken, der Abstraktion der Künstler fielen diese jedoch zum Opfer, zumal diese Verzierungen auf Distanz oder ungünstigem Licht ohnehin kaum im Detail zu erfassen sind und lediglich als farbige Fläche erscheinen.

Die Verwendung byzantinischer Damast und Brokatstoffe innerhalb karolingischer Eliten ist jedoch nicht gleich zusetzten mit einer allgemeinen Verbreitung dieser Stoffe. Das Original war sicherlich nur für die oberste Klasse bei Hofe verfügbar. Niedrigere Adelige dagegen sollten sich, wenn es ihnen den möglich war, mit Resten der Stoffe, ausgetrennten Kreisformen verschidenster Herkunft befestigt auf einem unedleren Trägermaterial zufrieden gegeben haben. Noch geringere Adlige dagegen mussten wohl gänzlich auf den byzantiniscghen Prunk verzichten und wählten wohl eher die Variante, die sich auch im Osebergschiff fand – Nachgewebte oder gestickte Kreiselement aus Wolle nach dem Originalvorbild, aufgenäht auf Tuniken.

Ergänzend möchte ich hier noch einen byzantinischer Saum aus dem 11. Jahrhundert zeigen, der durchaus einen Eindruck vermitteln kann wie die karolingischen Säume in ihrer edelsten Form ausgesehen haben könnten:
tunikasaum
Zudem wollte ich noch darauf hinweisen, dass ich nicht der erste bin der diesen Gedanken hatte, wie dieses Bild bei Wikipedia zeigt.

  1. …Eine Frau darf keine Männerkleidung tragen, und ein Mann keine Frauenkleidung… Vorabdruck aus „Die Kunde“, Jahrgang 2005 []
  2. Pierre Riché Die Welt der Karolinger,S203. , 2te Auflagge 1999, Reclam []
  3. Otto von Falke gibt in der Kiunstgeschichte der Seidenweberei fälschlicherweise Pippin den Jüngeren an und datiert den Stoff daher ins 8. Jahrhundert []
  4. vgl. Anne Stine Ingstad, The textiles in the Oseberg ship []

Noch einiges aus Byzanz

Leider konnte ich für heute nicht viel vorbereiten, habe aber noch einige Tabs mit Byzanz-Links offen. Ich werde diese daher auf einmal raushauen. Besonders interessant ist das PDF über das Alte Testament, bei dem auch Abbildungen mit Helmen zu sehen sind. Sie sind zeitliche alle später, man kann aber viel antikisierendes erkennen. Der Rest schein aber auch sehr interessant.

The Old Testament in Byzantium – PDF hier

The Economic History of Byzantium: From the Seventh through the Fifteenth Century – PDF hier (hatte ich das schon mal? Kommt mit bekannt vor)

Was Innovation unwanted in Byzantium? – PDF hier

Heirs of Classicism – PDF hier (Wohl eine Präsentation ,die die geschichtlichen Abschnitte zusammenfasst)

Byzantium, its slaviv elements and their culture (6.-9.th century) – PDF hier

The Viking Rus and Byzantium – PDF hier

Byzantium and Bulgaria, 775–831 – PDF hier (komplettes Buch)

Byzantium at War (9th-12th Century)

Bumms! Faust aufs Auge! Wer nach den richtigen Stichwörtern such wird auch belohnt! In meinem Fall war es „kataphrakt“, das mich auf das komplette Buch „Byzantium at War (9th-12th Century)“ der National Hellenic Research Foundation Institute for Byzantine Reaserch, International Symposium 4.

Nicht erschrecken, es enthält nicht nur englische, sondern auch griechische und französische Texte und dürfte, so hoffe ich recht ergiebig sein.

Das PDF findet sich hier

Der byzantinische Helm des 9. Jahrhunderts – Teil 1 der Chludow Psalter

Vor kurzem bekam ich eine Anfrage , bzw. die Bitte um meine Meinung zu byzantinischen Helmen des 9. Jahrhunderts. Diese Frage ist meiner Meinung nach noch schwieriger als die Frage nach einem karolingischen Helm. (siehe hier) , den es ergeben  sich daraus eine große Anzahlen von Nebenfragen und Problemen. Wobei ich zunächst mit den Problem anfangen möchte.
Die einfachste Möglichkeit zur Erörterung der Frage nach einem byzantinischen Helm des (frühen) 9. Jahrhunderts stellt neben dem archäologischen Fund die Abbildung in illuminierten Handschriften dar.  Jedoch kam es im 8.Jahrhundert  und erneut 815-843 zu einem Ikonoklasmus, einem Bilderstreit, dem viele Werke zum Opfer fielen.
Die „überlebenden“ Werke werfen dazu weitere Fragen auf. Als Beispiel sei hier der Chludow Psalter genannt. Ihn nannte ich bereits bei der Betrachtung karolingischer Helme, denn er weist eine identische Kreuzigungsszene wie der Stuttgarter Psalter auf. Beide griffen also auf eine ältere, wahrscheinlich Spätantike, Vorlage zurück. Folglich muss ebenso wie bei den karolingischen Illuminationen auf mögliche spätantike Vorbilder, bzw. Übernahmen geachtet werden.

Ein weiter wichtiger Aspekt liegt in der Beeinflussung von außen.
Wehrtechnik,militärische Ausrüstung und Taktik ist immer auch der Beeinflussung von außen unterworfen. Man passt sich dem Feind an, übernimmt gegebenenfalls dessen Taktik und dessen militärische Ausrüstung, oder wandelt diese ab. Gerade unter den „klassischen Römern“ lässt sich dieser Effekt sehr gut beobachten, ebenso aber auch in Ostrom. Dies wird noch eine wichtige Rolle spielen.

Bis etwa 650 stellte der Hauptgegner des Oströmischen, bzw. Byzantinischen Reiches das Sassaniden Reich dar. Konnten die Sassaniden durch ihre schwer gepanzerten Kataphrakten und Clibanarii zunächst noch militärische Vorteile erreichen, hatten sich Ostrom dem Gegner so sehr angepasst, das diese kaum zu unterscheiden waren. Typisch sind die metallenen Lamellenpanzer und der Spangen-/Bügelhelm, welche wahrscheinlich auch noch in der zu betrachtenden Zeit getragen wurden.

Die Nachfolge der Sassaniden als Feinde im Osten des 9. Jahrhunderts hatten die Araber übernommen.
Prototyp des Byzantinischen Feindes des 9. Jahrhunderts waren jedoch die Bulgaren, die den Freiraum, den die Awaren auf dem Balkan hinterließen, einnahmen. Der Slawisierungsprozess der Bulgaren sollte weitgehend abgeschlossen gewesen sein und auch kulturelle Einflüsse der Awaren waren bei ihnen noch vorhanden. Ihr Kampf gegen Byzanz sollte sich bis 1018 ziehen.

Betrachtung der illuminierten Handschriften
Zunächst wollte ich mich der Madrider Bilderhandschrift des Skylitzes (Skylitzes Matritensis, Madrid, Spanische Nationalbibliothek, Codex Vitr. 26-2) widmen. Da diese jedoch weit nach der zu betrachtenden Zeit entstand entschied ich mich um und versuche mich nun möglichst Zeitnah zu bewegen, weshalb ich den Chludow Psalter auswählte, der mit dem Ende des Ikonoklasmus vor 850 entstand.

Abbildungen des Chludow Psalters
Wie bereist erwähnt enthält der Chludow Psalter Darstellungen, die auch im Stuttgarter Psalter enthalten sind. Im Gegensatz zu diesem enthält der Chludow Psalter aber mindestens zwei, eher drei verschiedene Darstellungen von Helmen!

Ikonographisch überschneiden sich in den abgebildeten Personen, wie im übrigen auch im Stuttgarter Psalter, zwei Vorstellung. Zum Einen wird der Feind als Barträger dargestellt (z.B. Goliath). Hierin schwingt die Idee des bärtigen Barbaren ohne die Kultur der Rasur mit, wie sie von den Römern seit der Antike vertreten wurde. Zum Anderen werden aber auch Propheten als Barträger dargestellt, wobei der Bart als Zeichen des Alters und der Weisheit dient. Die Helmträger müssen also getrennt nach Bart- und Nichtbartträger betrachtet werden um zwischen Freund und Feind, bzw. Byzantinern und Nichtbyzantinern zu unterscheiden. Hierbei taucht ein weiteres Problem auf. Der Chludow Psalter strotzt vor ironischen Anspielungen zum Bilderstreit. So ist auch schon einmal der byzantinische Kaiser dabei mit einem Schwamm ein Christus Bildnis weg zu wischen.Es wäre also durchaus denkbar das Byzantiner selbst, mit satirischer Konnotation, als Fremde dargestellt werden.

David und Goliath Szene des Chludow Psalters
DavidAuch der Chludow Psalter enthält die Darstellung der Köpfung des Goliaths durch David. Ihr Bildaufbau ähnelt dem des Stuttgarter Psalters. Wie auch im Stuttgarter Psalter wurde jedoch auch hier die Ausstattung der Personenen modifiziert. David trägt eine weiße Tunika mit zwei Clavi. Sie erinnert an Spätantike Vorbilder, bzw. erhaltene koptische Tuniken die auch auf das 9. Jahrhundert datieren. Stellen also keinen zeitlichen Anachronismus da.
Goliath ist mit einer blauen Tunika gekleidet, über der er einen Schuppenrock trägt. Den Oberkörper scheint ein metallener Brustpanzer zu bedecken. Der bärtige Kopf ist bereits abgetrennt. Links neben den Personen liegt ein Helm.
Der Helm besitzt ein Nasal, auf der fast eiförmig wirkenden Kalotte sitzt ein kugelartiges Objekt in dem ein Feder(?)busch steckt. Der Nacken besitzt eine Art Nackenschutz. Dieser ist eigentümlich wellig dargestellt. Entweder handelt es sich um ein gestepptes und gepolstertes Tuch, oder aber um ein Kettengeflecht.
Eine etwas dunklere Linie auf dem Helm könnte eine Spange darstellen, ist aber zu undeutlich um dies zu verifizieren. Es ist der Einzige Helm den ich in denen mit zugänglichen Abbildungen des Chludow Psalters, der ein Nasal sichtbar zeigt.

Weitere Helme des Chludow-Psalters
chludowhelmeObwohl zuvor die Gegebenheiten zur Unterscheidung von Freund und Feind aufgeszählt wurden, fällt die Unterscheidung schwer. Dennoch sind die Darstellungen bemerkenswert.
Sicherlich auf der „guten“, byzantinischen Seite zu sehen ist die Darstellung Davids mit deinen Leibwächtern Krethi und Plethi. Beide scheinen spitzkonische, bzw. spitz auslaufende Helme zu tragen. Bemerkenswert sind angedeuten Brauen der Helme, die vor allem bei dem rechten Träger zu erkennen sind.
Die Helme scheinen nicht auf dem baren Haupt getragen.
Der linke Träger scheint eine Art (Ketten-)Haube zu tragen, möglicherweise auch aus Lamellen oder Schuppen die einen Kragen bilden. Der Rechte scheint eine enganliegende Haube zu tragen (Kette?). Ein Kragen ist nicht zu erkennen.

Diese Helm und Hauben Kombination, sowie die spitzen Helme mit angedeuteten Brauen tauchen auch in weiteren Darstellungen auf (Abbildungen unter David). Einzig eine weitere Gruppe von Kämpfern (unterste Abbildung) fällt aus diesem Schema heraus, wobei die Darstellungen nicht klar erkennbar sind.

Der Kämpfer links im Vordergrund fällt hierbei besonders auf. Die farbliche Schattierung erweckt den Eindruck eines Kamms oder zumindest eines zentral verlaufenden Bandes. Es könnte sich um einen Bandhelm handeln. Zumindest trägt er keinen der zuvor zu sehenden Helme.
Auch lässt sich nicht erkennen ob hier ebenfalls eine Haube zu erkennen ist, oder ob es sich um Wangenklappen handelt.

Die im Chludow-Psalter abgebildeten Helme im Fundgut
Die im Chludow Psalter abgebildeten Helme sind im Fundgut keine Unbekannten .Auch in Anatolij N. Kirpichnikovs Typologie tauchen ähnliche Helme auf, datieren jedoch erst in Zeiten ab dem 10. Jahrhundert aufwärts.1 Dies mag dem Faktum geschuldet sein, dass Kirpichnikov lediglich russisches Fundgut betrachtet und zu dem einige Vergleichfunde die mittlerweile früher bzw. mit anderer Herkunft datiert werden nicht kannte2

David Nicholle führt in “War & Society in the Eastern Mediterranean 7th-15th century” einige Helme auf die ebenfalls dem Schema der Chludow-Helme zu folgen scheinen und datiert diese früher. z.T. bis ins 5.-6. Jahrhundert hinein.3

Einen Helm, der mich besonders wegen seines Brauenbandes interessieren würde beschreibt ebenfalls David Nicolle. Dieser nennt einen Helm der sich einst in den Berliner Museen befand aber verschollen ist. Die Platten sollen direkt miteinander, ohne Spangen, miteinander vernietet sein. Als Herkunft gibt er Russisch, Gothisch oder Byzantinisch an, datiert ihn auf das 5.-6. Jahrhundert und schließt einen magyarischen oder türkischen Einfluss nicht aus.

Es stellt sich nun eine elementare Frage.
Wir schreiben das Jahr 850, byzantinisches Militär wird dargestellt mit Helmen, die man umgangssprachlich als Slawen- oder Rushelme bezeichnet. Wer aber trug sie zuerst? Und was trug man 50 Jahr zuvor?
Eine weitere Frage die zu einer Lösung beitragen könnte ist ebenfalls nicht geklärt und sorg mitunter für Kontroversen. Es handelt sich um die Frage woher die Inspiration kam, diese „slawischen Helme“ mit Masken zu versehen. Kam die Idee unabhängig von römischen Maskenhelmen durch die Steppenvölker auf oder ist sie durch die römischen Maskenhelme inspiriert, was auf Byzanz hinweisen würde. Wobei sich auch dann die Frage stellen würde ob ein ursprünglich slawischer Helmtypus mit römischen Elementen kombiniert wurde?

Nebenbemerkungen
Keinerlei Hinweise fand ich auf die aus der Madrider Handschrift abgeleiteten „konzentrischen Helme“, die gerne zum Verkauf angeboten werden4 für den entsprechenden Zeitraum.
Der Pariser Psalter (ca.920) scheint einen ähnlichen Helmtypus wie der Chludow-Psalter wiederzugeben. Auch hier kann man stilisierte Brauen erkennen, sowie eine Erhöhung auf der Spitze der Kallotte. Lediglich die Nackenpartie erscheint andersartig, wobei dies durchaus dem auf römische Abbildungen rückbesinnenden Stil der Handschrift geschuldet sein kann5

 

Teil 2 wird online gestellt sobald ich weitere Informationen gefunden habe.

 

  1. Anatolij N. Kirpichnikov “Drevnerusskoe Oruzhie III: Dospech, Kompleks Boevych Sredstv IX-XIII vv” 1971 , online übersetzt hier mit Abbildungen  []
  2. vgl. Über die Ukraine zum Karolingerhelm []
  3. vgl.  David Nicholle “Arms of the Umayyad Era” in Yaakov Lev “War & Society in the Eastern Mediterranean 7th-15th century” S.65.-67 Einträge  z.B.  Helm von Legerevskie, der Yasenovo Helm könnte eine Variante des im Oben erwähnten Helmes mit Kamm oder Band sein. []
  4. hier ein Rekonstruktionsversuch online []
  5. Abbildungen hier und hier []

The History of Leo the Deacon – Byzantine Military Expansion in the Tenth Century

Noch bin ich nicht fertig bei dem was ich im Moment so tue. Aber ich will mal so ganz langsam wieder Normalität einkehren lassen. Zwar etwas gemächlch, aber mal langsam einen Anfang machen.

Kürzlich bekam ich eine Anfrage zu der ich ein bisschen recherchieren muss. Dabei fällt natürlich wieder einiges an, dass ich so nicht wirklich brauche, aber trotzdem interessant ist. So auch dieses PDF „The History of Leo the Deacon – Byzantine Military Expansion in the Tenth Century „. Leon Diakonos, oder eben auf englisch Leo the Deacon, war ein byzantinischer Geschichtsschreiber, Diakon und nahm 986 am Feldzug gegen die Bulgaren teil.

Das PDF enthält Anmerkungungen zur Zeit, dem Miltär und ähnlichem, sowie sein Werk ins englische übersetzt.

Das PDF findet sich hier