Archäonews 16.05.2012 Hallstatt, eisenzeitliches Haus und Justinian

  • derStandard taucht in die Geschichte Hallstatts mittels des Halstätter Sees ein
  • In Fließ (Tirol) ist bei Bauarbeiten ein eisenzeitliches Haus aufgetaucht, man würde es gerne erhalten , wenn hier nicht das neue Gemeindezentrum entstehen sollte, es schreibt die Tiroler Tageszeitung
  • Über Kaiser Justinian als gescheiterten Visionär schreibt NZZonline 
  • Terraplana hat nun auch einen Rückblick aufs Wochenende

Staatenentwicklung von 1000 bis heute (Video)

Trebur, deine Keller

Vergangene Woche besuchte ich ja, neben der Geländekante, auch mehrere  Keller. Nun haben diese Keller mal rein gar nichts mit der Pfalz zu tun, beleuchten aber ein Phänomen von dem des öfteren berichtet wird.

Blick in das Gewölbe. An der Stirnseite die Lichtnische, das einfallende Licht links stammt vom Eingang, das Rechts vom Blitz

Es wird immer wieder erzählt, dass es bei Straßenbauarbeiten  zu Erdeinbrüchen kam, die schleunigst und in aller Stille verfüllt worden sein sollen.  Bisher hatte ich nur den Gedanken daran das es sich durchaus um ältere Keller handeln könnte, die vergessen wurden und dann beim aufbaggern der Straße einbrachen. Nun kann ich das aber durchaus nachvollziehen.

Im linken Bild ist eine Aufnahme eines der von mir besuchten Keller zu sehen. Darüber befindet sich eine Rasenfläche. Das dazugehörige Haus ist schon lange Jahre abgerissen.

Wäre mir der Eingang in den Keller nicht gezeigt worden, ich hätte ihn nicht gefunden! Auf dem Grundstück steht ein kleines Gewächshaus. Sein Boden ist mit dicken Bohlen abgedeckt. Schiebt man diese zur Seite, blickt man eine alte , moosige Treppe herab die ins Dunkel führt. Der Eingang in das Kellergewölbe.

Zwar besitzt der Keller ienen Lichtschacht, der vergittert in einer Rasenfläche endet, dieser ist jedoch später hinzugefügt. Der Besitzer lagerte hier drinnen alte Fässer. Es ist durchaus  vorstellbar, das der damalige Besitzer, wenn der Keller voll gewesen wäre ihn einfach verschlossen hätte. Eine Mauer vor die Treppe und den Eingang zugeschüttet. Der Keller wäre vergessen worden. Bei Neubauten, oder auch bei Straßenbauarbeiten, die Straße führ direkt am Keller vorbei, wäre es möglich das die Wand nachgeben würde und wir hätten einen Hohlraum angeschnitten.

vermauerte Tür links

Ein zweites Phänomen ist auch noch an diesem Keller sichtbar! Auf der anderen Stirnseite des Kellers befindet sich eine vermauerte Tür.

Öfters wird fast mystisch von vermauerten Türen in Kellern erzählt , die zu noch mystischeren Geheimgängen in der Pfalz erzählen. Humbug!

Neben dem Gebäude stand mal ein Schuppen, eine kleine Scheune. Ebenfalls mit einem Keller. Der war wesentlich einfacher und mit einer Tür mit dem anderen Keller verbunden. Durch die einfachere Bauweise des zweiten Kellers musste man diesen beim Abbruch zuschütten und folglich auch die Verbindungstür schließen! Kein Geheimgang, keine Geheimnisse!

Ich kann mir durchaus vorstellen das noch weitere vergessene “unterirdische Müllhalden” existieren, wenn man bedenkt das man nach dem Krieg ziemlich rigoros mit dem Abreisen war und dabei auch noch Geld sparen wollte! In der Zukunft könnte sich sowas allerdings als fatal erweisen. Spätestens dann wenn der Mörtel ausgeschwemmt und das Gewölbe instabil wird.

Archäonews 15.05.2012 karolingische Kirche, frühmittelalterliches Gräberfeld und Kelten

  • Das History Magazin hat eine Buchbesprechung zu “Landschaftsarchäologie – eine Einführung” von Peter Haupt
  • Über die Kelten auf dem Ipf schreibt die schwaebische post
  • Nabburg hat nicht nur die gleichnamige Burg sondern auch steinzeitliche Funde, schreibt das Oberpfalznetz
  • Funde in Rottenkrichen weisen auf eine karolingische Kirche mit drei Apsiden hin, schreibt das tagblatt.de
  • Die Badische Zeitung schreibt über ein frühmittelalterliches Gräberfeld am Mundinger Alemannenbuck

Archäologie und Forstwirtschaft im Einklang

Eigentlich war ich auf der Suche nach Informationen zu ottonischen/salischen  Toranlagen als ich über das PDF der Deutschen Bundesstiftung Umwelt mit dem Titel “Archäologie und Forstwirtschaft im Einklang” gestolpert bin.

Hauptsächlich geht es darum wie man bewaldete Burgstellen zwar schützt aber auch Forstwirschaftlich nutzt. Aber auch ein Text über Airborne Laserscanning sind enthalten. Das Thema ist ja eigentlich auch übertragbar auf andere archäologische Fundtsellen.

Das PDF findet sich hier

Pfalzumriss – aktueller Stand

Bild: Gemeinde Trebur

Durch den Grundstücksbesuch vergangene Woche bin ich mir nun relativ sicher was den Umriss der späten Pfalzanlage angeht.  Einige, etwas fragliche Punkte gibt es noch, aber vielleicht lassen sich diese noch klären.

Das obige Bild, das mir zur Ausstellungsvorbereitung von der Gemeinde Trebur zur Bearbeitung zur Verfügung gestellt wurde, zeigt den Bereich um die Laurentiuskirche. Die die Kirche fast geostet ist, sollten die Himmelsrichtungen in der Erklären  einigermaßen logisch sein. Durchgezogene Linien stellen die gesicherten/noch sichtbaren Geländekanten dar. Punktierte Linen bezeichnen unsichere Bereiche.

Die Linie im Osten, hinter der Kirche, sowie im Norden wurden bereits von Dr. Görich in einer Ortsbegehung erfasst und solten daher klar sein. Die Östliche ist in den Gärten auch erkennbar un vom Fußweg “Am Burggraben” auch einsehbar. Die nördliche Kante ist stark verwaschen aber durchaus “erfahrbar”, so zum Beispiel durch den Anstieg der Straße, die durch die gepunktete Linie gekreuzt wird. Sie ist aber auch durchaus in den Gärten hinter der Linie bzw. an den Scheuen vor Ort sichtbar. Die Linie südlich der Kirche ist ebenfalls klar erkennbar. Si markiert den Steilabfall zur Schwarzbach hin. Neu und jetzt auch gesichert hinzu gekommen ist die Linie im Westen. Sie Verbindung zur “Laurentiuskirchenlinie” ist durch eine Straße unterbrochen, deren Anstieg zum Platz vor der Laurentiuskirche aber deutlich zu merken ist. Die Verbindung der beiden Kanten erscheint  also logisch.

Problematischer ist der Abschluss im Westen, bzw. die Zusammenführung der beiden Kanten. Nach Anna Weinmann wurden in diesem Bereich bei Bauarbeiten Mauern sichtbar, die sie zu einer Annahme eines Tores führten. Leider wurden weder Fotografien gemacht, noch ist eine exakte Lokalisierung anhand der Skizzen bzw. der schriftlichen Notizen aus Frau Weinmanns Nachlass  möglichen.

Klar ist aber das die Straße die hier ins Areal einmündet die Verlängerung der “Mainzer Straße” darstellt, die wie ich nun am Wochenende las, bereits seit mindesten spätantiker Zeit existierte. Dies legt eine Art Toranlage in diesem Bereich nahe.
Um nun diesen Abschnitt etwas näher zu betrachten habe ich eine Umzeichnung des aktuellen Katasterplans mit einigen Modifikationen hergestellt. (links)

Sichtbar ist hier der Bereich ab dem Garten des Großen Hauses (auf dem oberen Bild großes weißes Gebäude links oben mit Grünfläche rechts davon) bis zum oberen linken Bildrand. Deutlich ist die Verjüngungen des Platzes zur Straße erkennbar.
Durchgezogene rote Linien bezeichnen aktuelle Grundstücksgrenzen, gepunktete rote Linien markieren frühere, bekannte Grundstücksgrenzen. Grün markiert , die südliche Geländekante, die auch durch die Scheunen südlich davon  sichtbar ist.
Auffälligkeiten in diesem Bereich sind Gebäudegrundrisse und Grundstücksgrenzen die im Norden mit denen im Süden fluchten. Weiterhin auffällig ist, dass die die Scheune links des Großen Hauses (an der rechten gelben Line) auf dem älteren Katasterplan als separates Grundstück eingetragen ist.
Letzter markanter Punkt zeigt sich anhand der nördlich des Gebietes liegenden  Scheunen des Gebietes (außerhalb des Bezirkes ). Die Scheune am Grundstück des Großen Hauses liegt aufgrund der Kante noch mit etwas Abstand zu diesem (rechts). Die linke Scheune liegt dagegen direkt an der Grundstücksgrenze. Die mittlere Scheune läuft Spitz auf die darunter liegende Scheune zu. Daraus ließe sich schließen,  dass hier die nördliche Kante endet, bzw. beginnt nach Süden ab zu knicken. Ein mögliches Tor wäre dann im Bereich der beiden westlichen (link) gelben Linien zu suchen.

 

Archäonews 14.05.2012 Erlebnismuseum, Greifenkopf und Niederrhein

  • Über die Chancen der Klostestadt in Meßkirche wird schon am politischen Stammtisch diskutiert, hier beim Südkurier
  • Über das „Erlebnismuseum Rote Mauer“ in Forchheim schreibt nordbayern.de
  • Über die Römer am Niederrhein schreibt RP-Online
  • der Volksfreund schreibt über über einen römischen Greifenkopf der als Kopie an seinen Herkunftsort zurückkehrt
  • Über eine Grabung quer durch die Geschichte in Bissendorf schreibt die Osnabrücker Zeitung

“Der Kreis rollt” mit Terraplana

Gestern morgen um 7:00 Uhr fand ich mich auf einer Wiese an der B44  bei Groß-Gerau  ein.  Der Autofreie Sonntag war der Grund, warum ich mit vollgeladenem Auto hier stand. Tatsächlich dauerte das ausladen und aufbauen fast bis 10:00Uhr, wobei ich zugeben muss, dass meine größte Leistung das Ausheben einer Feuerstelle und das Aufstellen meiner Plakate war.

Der Sinn dahinter war den Verein Terraplana e.V. , der sich für die Archäologie im hessischen Ried einsetzt bekannt zu machen. Meine Rolle dabei war zu zeigen das Terraplana sich nicht nur um die Römer kümmert, sondern auch um das Mittelalter bemüht ist.  So waren dann am Ende mehrere Stände aufgebaut. Einmal ein genereller Infostand mit Leteratur zur Archäologie im hessischen Ried, römischen Tonmasken, Öllämpchen  und Grubenbrandexperimenten, einem Stand an dem Kinder Öllämpchen selbst herstellen konnten, ein Stand mit römischen Kinderspielen, der Aegina, dem römischen Lastkahn, mit dem man seinen Runden drehen konnte, einer römischen Küche mit angeschlossenem Legionär und eben  mir.

Ich hatte ja angekündigt, falls jemand hier mitlesen sollte und das erwähnt, von meinem Linsenmatsch mitessen dürfe. Tatsächlich, ich hatte das Feuer noch nicht mal an, wurde ich darauf angesprochen.  So köchelte ich dann vor mich hin erklärte meine Ausrüstung und keiner fragte ob  das Feuer echt ist, oder ob man das wirklich essen könne.  Die Zeitungen knippsten wie irre irre Bilder.

War ein sehr schöner Tag mit interessanten Gesprächen und es scheint doch ein gewisses Interesse an der Geschichte im Kreis zu geben.

Die Geländekante im Westen der Pfalz Tribur

Ich habe sie bereits mehrfach Beschrieben, konnte aber keine bildlichen Beweise zur westlichen Geländekante, die als Begrenzung der Pfalz Trebur sehe, liefern. Nun hatte ich gestern die Möglichkeit zwei Grundstücke in diesem Bereich zu betreten, da ich das am Abend machen musste gab es leider keine Archäonews.

Meine eigentliche Intention dort war es die Keller zu inspizieren. Diese, vorallem ein Keller dessen zugehöriges Haus nicht mehr existiert, waren interessant, aber nicht Erkenntnis bringend.

Interessant war dagegen das Grundstück als solches , da es auf der Westlichen Geländekante liegt. Bereits mehrfach konnte ich einen Blick in die Scheune erhaschen, aber nie fotografieren.  Nun konnte ich in der Scheune fotografieren. leider sieht man hier die Steigung nicht so gut, so das ich mit einigen Hilfslinien nachhelfen musste. Zugegeben es sieht nicht sehr steil aus, aber ihr könnt mir glauben das es gut 50cm Höhenunterschied sind.

 Nun sind 50cm nicht wirklich spektakulär. Und auf die Distanz auch nicht wirklich als Kante zu bezeichnen. Dreht man sich jedoch um kommt eine wirklich ernst zu nehmende Kante!

6 verschieden hohe Stufen sind zu überwinden um auf den Rasen zu kommen! Das Gebäude im Hintergrund mit der Eckverzahnung ist übrigens das Große Haus, der ehemalige Adelshof des Albansstiftes, die Laurentiuskirche liegt rechts.

Rechts neben der Treppe ist ein eingetiefter Weg, der in einen Keller führt. Als hier gebaut wurde tauchte etwas auf, das nach der groben Skizze als etwa 140-150 Breite Schalenmauer bezeichnet werden könnte! Wenn dies so stimmt, dann sollte hier tatsächlich die Westbegrenzung der Pfalzanlage in ottonischer Zeit gewesen sein.

Vielleicht wissen wir in Zukunft schon mehr, den die Gebäude, bis auf die Scheune , sollen abgerissen werden!

Lampenungedult

Ich habe zwei Angewohnheiten, die eigentlich verboten gehören. Die erste ist Ungedult, die Zweite ist alles auf den letzten Drücker zu machen…

Vorgestern sammelte ich so fürs Wochenende schon meine Sachen zusammen um zu sehen ob alles da ist, und was im Museum liegt und geholt werden muss.  Un wie ich so dabei bin die Sachen aus der Votrine zu Räumen macht es plötzlich Klirr und Flatsch und auf dem Boden fanden sich einige Tonscherben und ein flatscher Talg. Super, mein kleines Lampenschälschen hatte den Abschlag gemacht. Und da ich gestern Abend noch im Baumarkt war um Dachlatten zu holen nahm ich mir ein Päckchen Ton mit. Also Esstisch abgedeckt und schnell eine neues Schälchen gemacht. Restton mit feuchtem Tuch in Tupperdose und ab in den Kühlschrank.

Die Zeit vergeht… es wird 22:00 Uhr, es wird 23:00 Uhr, ich surfe im Netz und zu Entspannung schaue ich mir solche Bildchen an, na Ihr wisst schon, solche von archäologischen Funden natürlich! Und da fällt mein Blick auf die Lampen aus Haithabu,York und London aus dem 10. Jh., der nächste Gedanke ist natürlich der Ton im Kühlschrank… Bild… Ton… Bild… Ton… Und da war sie die Ungedult!

Also stand ich 2 Minuten später in der Küche und knete im Ton rum… Nun gut, das Ergebnis kann sich nicht mit den Funden aus Haithabu messen, aber so ein bisschen wie der aus London… (Es war das erste mal seit keine Ahnung, das ich wieder mit Ton in  Berührung kam) Und so sah das Ergebnis dann etwas später aus (in der einfachen Schale ist schon Talg und der Docht). Und wenn ich mal Muse habe mach ich das nochmal richtig, bevor mich Steine aus Haithabu treffen. Versprochen!

 

Heute vor einem Jahr

Dank an:




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