Ein Gambeson als Reliquie

Ich hab ein kleines Faible für Reliquien.  Es ist nicht die Verbindung zu irgndwelchen Heiligen die sie darstellen sollen, sondern das was sie wirklich waren. Es gibt zum Beispiel eine Babyhaube Christi (ich glaube irgendwo in Frankreich) die mir verflucht nach einer hochmittelalterlichen Bundhaube aussieht.Der Gürtel des hl. Laurentius, der angeblich in Trebur verwahrt worden sein soll? War es wirklich ein spätrömischer Gürtel?

Ich glaube wenn die Kirche die Erlaubnis zu einer wissenschaftlichen Untersuchung sämtlicher textilen „Großreliquien“ erlauben würde, könnte die Textilforschung einen riesen Schritt nach vorne machen.

Und auf genau so eine interessant Reliquie bin ich gestoßen. Eigentlich suchte ich nach Informationen ober die Oriflame, die fast sagenhafte Standarte der französischen Könige des Klosters St.Denis, darüber erinnerte ich mich an die Staatsrelique der Merowinger, dem Teil des Mantels des hl. Martin.

In dem kleinen, verschlafenen 700 Seelen Nest Bussy-Saint-Martin in der Nähe des Disneyland Paris gibt es etwas das als Mantel Ärmel des hl. Martin verehrt wird. Das der mit Wolle Baumwolle ausgepolsterte Fetzen, dem eine Handschuh angesetzt ist, kein Mantel ist, ist eigentlich klar. Schon Ende des 19. Jahrhunderts konnte man identifizieren das es sich um einen Gambeson , jenes dieses „tragbare Polstermöbel“ zum Kampf handelt und aus der Zeit von 1160-1270 stammt. Es ist damit etwas verdammt Seltenes!

Die französische Gruppe „Les Guerriers du Moyen-Age“ hat sich diesem Kleidungstück gewidmet und es mit Bildern auf ihrer Seite dargestellt. Das ganze ist auf franzöisch, aber Googleübersetzter sollte da helfen.

Hier die Seite zum Gambeson, weitere Bilder und Text (den ich nicht gelesen habe) findet sich in diesem PDF

 

4 Gedanken zu „Ein Gambeson als Reliquie“

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