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Das „Tafelgüterverzeichnis des römischen Königs“: eine Bestandsaufnahme für Lothar III.?

Falls noch jemand einen Beitrag über das Tafelgüterverzeichnis nachlesen möchte , habe ich hier eine Arbeit von Prof. Hans H. Kaminsky : „Das „Tafelgüterverzeichnis des römischen Königs“: eine Bestandsaufnahme für Lothar III.?“Von der Uni Seite zu Kaminsky:

Prof. Kaminsky, Schüler der Prof. Theodor Schieffer, Heinrich Büttner und Karl Langosch in Köln (1958-1966), forscht im Ruhestand (seit 2003) über Regionalgeschichte Mittelhessens im 8. – 14. Jahrhundert und über das Mittellatein der Urkunden jener Zeit – mit dem Ziel eines Wörterbuchs für die Praxis. Er ist seit 2005 Wiss. Mitglied der Historischen Kommission für Hessen (Marburg).

Ist also eine gewisse Größe.

Hier das PDF

 

 

Fragen zum Tafelgüterverzeichnis

Vor längerer Zeit hatte ich schon einmal über das sogenannte Tafelgüterverzeichnis geschrieben. Nun hatte ich mich noch einmal näher damit befasst, was aber zu mehr Fragen als Antworten führte.
Zur Erinnerung, hier der Auszug über Franken:

Dies sind die Höfe in Rheinfranken: Tiel 2 königliche Dienste, Nymwegen 8; Aachen 8; Konzen 2; Düren 2; Remagen 2; Sinzig 2; Hammerstein 2; Andernach 2; Boppard 3; Ingelheim 3; Lautern 8; die Burg Briey 8; Diedenhofen 3; Flörchingen 7; Zolver 7; Sierck 7; Hassloch 1; Nierstein 1; Trebur 4; Frankfurt 3. Dies sind die Höfe in Franken. So viel geben sie: 40 Schweine, 7 saugende Ferkel, 50 Hühner, 500 Eier, 10 Gänse, 5 Pfund Pfeffer, 90 Käse, 10 Pfund Wachs, 4 große Fuder Wein.“

1) Welchen Zweck hatte das Tafelgüterverzeichnis?

Der Grund für die Erstellung des Tafelgüterverzeichnises ist unbekannt, wobei es zwei Möglichkeiten die verstärkt diskutiert wurden und werden. Eine Möglichkeit ist, das es sich um eine Liste von Gütern in bestimmten Regionen handelt und ihre Abgaben verzeichnet. Also eine Art von Steuer- oder Abgabenliste. Hier stellt sich die Frage warum es nur so wenige Güter sind, der König besaß eigentlich viel mehr Güter.
Die zweite Möglichkeit wäre das die Liste einen Reiseweg vorgibt, denn die Orte sind in einer Reihenfolge aufgeschrieben, die ein wunderbares Intinerar abgeben. Dies ist die vielleicht meist vertretene Meinung.

2) Wann entstand das Tafelgüterverzeichnis?

Ums kurz zu machen. Keiner weiß es so wirklich. Die häufigsten Daten sind 1045/46 (Schulte/Weiland) , 1064/65 (Weiland, zeitweilig Brühl), Lothar III. (Kaminsky, Brühl) , Umritt Friedrich I.(Schlesinger, Brühl), 1185 (Haller) „Zeit der Staufer“ (Dannebauer), „Mitte 12. Jh.“ (Zotz),
Die momentan populäre Stauferdatierung ist zum Teil den Ortsnamen, als auch der Nichterwähnung Schwabens – Familiengut wird geschont – geschuldet.

3) generelles Häähhh???

Dieses „Häähhh“ beschreibt meine generelle Verwunderung die sich beim Grübeln breit gemacht hat. Ich schaue nun mal Grundsätzlich darauf wo Trebur drauf steht. Und so ergeben sich mir einige Fragen im Bezug auf Trebur.
Also angenommen es handelt sich um die Planung einer Reise Von Pfalz zu Pfalz , von Hof zu Hof. In der Liste sind die Höfe verzeichnet die zur Versorgung dienen, nicht aufgezeichnet sind einfache Nächtigungsplätze. Ok, soweit so klar. Warum Trebur? Trebur sollte doch eigentlich nach 1077 „verbrannt“ sein („verbrannt“ im Sinne nicht mehr besuchbar für den König , weil Schande und so 😉 ). Wenn es denn die Staufer waren kümmerten sie sich zeitweilig nicht mehr um das was die Salier für Probleme hatten?

Sicher ist zumindest das Trebur nach 1119 bis zur Verpfändung nicht mehr in königlichem Zusammenhang auftritt, Zu Beginn der Stauferzeit scheint es schon fest in Hand der Lehnsmänner, ja mehr noch. Das Zerpflücken beginnt schon vor der Verpfändung!

(1219)  Friedrich II schreibt dem Schultheiss und den Bauern in Tribur dass er die Schenkung der Wiese in Huserbrucken an das Kloster Eberbach durch Wigand von Nauheim und Walter von Mörfelden aufrecht erhalten wolle und gebietet den zu Hassloch verweilenden Brüdern wegen dieser Wiese keine Beschwerde zu machen noch solche den Erben der Schenker zu gestatten, da die Brüder dem Willen der Schenker gemäss zu einem Zins von einem halben Pfund Wachs bereit sind

Es erscheint mir alles seltsam. Die Itinerar-Geschichte macht für mich ernsthaft nur Sinn wenn es aus salischer Zeit, Heinrich IV. oder Heinrich V., stammen würde, mit Ach und Krach auch noch  Lothar III. Aber später?

 

Noch abschliesend eine kurze Anmerkung zur Reiseroutegeschichte. Die Liste sieht  so aus , das nach Nierstein, Trebur und dann Frankfurt kommt. Nierstein – Trebur sind ca. 5km. Aber der Rhein liegt dazwischen. Wahrscheinlich wollte man in Nierstein übernachten, mögliche Geschäfte mit Mainz abwickeln (dort gab es keine Eigengüter mehr) , über den Rhein übersetzten, den Tross wieder sammeln und dann weiter nach Frankfurt reisen.

 

Alles gefälscht – Verdächtige Urkunden aus der Stauferzeit

Nein ,ich spring jetzt nicht bei Illig auf den Zug! Das PDF „Alles gefälscht – Verdächtige Urkunden aus der Stauferzeit – Archivale des Monats März 2003 im Hauptstaatsarchiv Stuttgart“ beschäftigt richtig ernstahft mit gefälschten und verfälschten Urkunden der Stauferzeit. Da sieht man wie sehr sich etwa 100 Jahre in der Kanzleischrift unterscheiden können!

Das PDF findet sich hier

PS: Hat ganz zu fällig jemand Ingeborg Seltmann „Heinrich VI. – Herrschaftspraxis und Umgebung“ bei sich rumliegen und kann mir sagen was da über Kuno von Münzenberg (s. 104) und die Vergabepraxis im Mainraum und dem Rhein-Main-Mündungsgebiet (S. 120) steht?

Pfalz und Fiskus Trebur von 1150 bis 1190

Politische Enwicklung:
Konrad III., der erst Staufer an der Macht, stirbt 1152 ohne die Kaiserwürde erlangt zu haben. Die Fürsten, die, die Königswahl dominieren entscheiden sich nicht für seinen unmündigen Sohn als Nachfolger, sondern für seinen Neffen Friedrich I., den die Italiener später den Namen Barbarossa, Rotbart, erfinden. Friedrich ist die politisch bessere Lösung, auch für die Anhänger der Welfen, den Friedrichs Mutter Jutta ist selbst Welfin.
Das sich die Zeiten ändern zeigt sich aber schon bei der Krönung Friedrichs. Ein Ministerialer, dem Friedrich die Gunst entzogen hatte, warf sich im um Gnade bittend vor die Füße. Die klassische Pose, die früher noch zwingend die Milde des Herrschers zur Folge hatte, wird von Friedrich abgewiesen.
Bereits 1155 wird Friedrich Kaiser, doch es kommt zu Konflikten mit Vatikan und Mailändern, sowie den ansässigen Normannen. Die Folge sind bis 1177 immer wieder Feldzüge nach Italien.
1184 kommt es an Pfingsten das große Mainzer Hoffest, bei dem seine Söhne die Schwertleite erhalten. Veranstaltungsort ist die Kostheimer Maaraue, die auch wahrscheinlich Austragungsorte des Fürstentages von 1119 war, der ursprünglich in Trebur hätte stattfinden sollen.
Noch im gleichen Jahr zieht Friedrich nach wieder nach Italien und nimmt schließlich das Kreuz und zieht los um das heilige Land zu befreien, ertrinkt aber 1190 im Saleph ohne das heilige Land zu erreichen.

Regionale Ereignisse:
Im Jahr 1050 schenken die Hagen-Arnsburger Gelände neben ihrer Burg (ehemaliges Römerkastel) dem Kloster Fulda für eine Klostergründung. Im Gegenzug erhalten sie einen unbebauten Berg, auf den sie 1056 ihren Sitz verlegten und eine Burg errichteten. Das Geschlecht nennt sich von nun an nach Burg und Berg: Münzenberg. Die Burg entspricht der klassischen Reichsburg der staufischen Zeit. Ringmauer und großzügiger Palas. Die etwa 1170 begonnen Pfalz Gelnhausen1 entspricht dem selben Typus und genau wie auf der Burg Münzenberg befindet sich hier die Kapelle über dem Tor.
Im Grunde ist die Pfalz Gelnhausen auch keine Pfalz wie sie früher war, sie ein Reichsburg, nur eben speziell für den König, die Zeit der klassischen Pfalzen ist nun endgültig vorbei!
Nach Abschluss der ersten Bauarbeiten auf dem Münzenberg macht man aber nicht halt. Auch die Burg Hayn in der Dreieich wird als Reichsburg ausgebaut, der Wohnturm des ersten Bauabschnitts in die Mauer integriert.

Pfalz und Fiskus Trebur und Umgebung:
1154 erwirbt Abt Heinrich I. von St. Alban in Trebur ein Gut und 1 Manse Land. 1184 bestätigt Papst Lucius dem Kloster St. Alban Besitz und Ehrenrechte, darunter auch in Trebur (St. Albanskirche, die zum Pfalzort gehörte, ebenso auch in Seilfurt, das auch Rüsselsheim betreute und im Fiscus lag. Diese Bestätigung war vielleicht im Gegenzug für Mainzer Hilfe entstanden, den Lucius lag im Konflikt mit den Römern. Bischof Christian I. von Buch belagerte daraufhin Tusculum, starb aber 1183 an Sumpffieber.

Die Hasslocher Besitzungen St. Albans gehen 1155 und 1158 an das Kloster Eberbach.

Um 1160 erhält das Kloster Eberbach von den Einwohnern Dornbergs einen Weg zum Eigen.

Um 1180 Arnold, Abt von Eberbach beurkundet einen Vergleich mit Eberhard von Dornberg bei Groß Gerau. Zudem wird ein Lehen Eberhards bei dem Klosterhof Gehaborn (Weiterstadt) erwähnt, das dieser von Würzburg erhielt.

Zwischen 1184 und 1191 begeben sich die Schwestern Lutgard und Gertrud sich ins Kloster Rupertsberg . St. Alban stiften sie ihren Besitz sowie 40 Mark. In diesem Text (er liegt mir nicht selbst vor) wird auch ein Hof in Trebur erwähnt. Möglicherweise eines der Güter. (Neben dem Zehnt von Zornheim und einer Mühle in Büdesheim)

 Kommentar: 
Erstmalig in den Urkunden werden Gebiete ausserhalb, bzw. im Umfeld des Fiskus vergeben. In diesem Fall an das Kloster Eberbach. Aber auch die Anzahl der nun ausgebauten Burgen in der Umgebung, die zum Ministerialen dienen, steigt an. Trebur büßt seiner Bedeutung in allen Belangen ein. In den nächsten Jahren wird eine Zersplitterung beginnen, noch bevor die Pfalz verpfändet wird.
Bemerkenswert finde ich die Stiftung der zwei Schwestern. Ihre anderen Besitzungen, links des Rhein, liegen in Bolandener Gebiet. Die Bolandener hatten auch einiges mit der Pfalz Ingelheim zu tun.

 

  1. Günther Binding “ Deutsche Königspfalzen“ S262 []

Eine Reliquie und eine Krone

Ich habe gestern noch ein wenig nach Reliquienerhebungen nachgeschaut, aber leider nicht so das gefunden was ich mir erhoffte. Aber ich fand etwas anderes.

Vor einer halben Ewigkeit schrieb ich mal eine Serie von Posts über alle möglichen Kronen aus dem Raum des  fränkischen/ hl. römischen Reich. Ich dachte ich hätte so ziemlich alles gefunden was es da so gibt. Jetzt musste ich feststellen, dass ich als ich im August 2011 in Stockholm war, direkt vor einer Stand und sie ignoriert habe, weil ich das Museum nach Kleeblattfibeln umgegraben hatte. Tja, so kanns gehen.

Im Historiska Museet gibts im Keller, direkt in den Fels gesprengt, den Guldrummet, den Goldraum (einziger Ort wo Fotografieren nicht erlaubt war). Das Ding sieht aus wie ein marmorner Bunker den man mit Stonhenge gepaart hat und wirkt durch die Beleuchtung ein bisschen wie die Unterkunft eines James-Bond-Superschurken. Und dort gibt es das „“Elisabethrelikvariet“, das Elisabthreliquiar. Es kam durch den 30 jährigen Krieg von Marburg nach Schweden. Und das Ding  ist mit Teilen von wohl 2 Kronen verziert die Friedrich II. bei Erhebung der Gebeine der hl. Elisabeth stiftete. Beeindruckend!

Dazu habe ich ein PDF gefunden, das sich bei der Uni Jena findet

[Edit] Hier übrigens die Posts von mir über die Herrscherkronen

 

Kaiserwerth und Gelnhausen

Leider bin ich gestern nicht zu viel gekommen. Dennoch hab ich ein bisschen was gefunden bei der Uni Heidelberg, für den Fall das ganz zufällig jemand mal nach Gelnhausen oder Kaiserwerth möchte.

Einmal : „Die Pfalz Friedrichs I. zu Kaiserswerth – zu ihrer Rekonstruktion und Interpretation“, welches sich hier befindet

Und dann den Kurzführer zur Pfalz Gelnhausen, der sich hier findet

Die mittelalterliche deutsche Literatur, die höfische Kultur und Hartmann von Aue

Am späten gestrigen Abend, fand ich noch diese Diplomarbeit mit dem Titel „Die mittelalterliche deutsche Literatur, die höfische Kultur und Hartmann von Aue“. Nun ist der gute Hartmann ja Stauferzeitlich und damit fast aus meinem Gebiet raus, aber das PDF enthält quasi aus einen Rundumschlag und ist mit 46 Seiten recht leicht verdaulich. Also genau das Richtige für einen Montag.

Das PDF findet sich hier

„Die Leute vom Domplatz“ DVD-Edition

Man stelle sich vor ein Fernsehsender nähme sehr viel Geld, und die neuste Technik in die Hand um eine Serie für das „Kinderfernsehen“ zu drehen. Was würde heute herauskommen? Bestimmt nicht „Die Leute vom Domplatz“ !
So aber war es 1979 als die Dreharbeiten für „Die Leute vom Domplatz“ nach einem Jahr Recherche begannen. Ich selbst war mehr als erstaunt , dass es sich dabei um eine für das Kinderfernsehen produzierte Sendung handelt, wo sie doch mehr Wissen vermittelt als alle Folgen „die Deutschen“ zusammen.

Die Inspiration für die Serie kam durch die erfolgreiche Ausstellung „Die Zeit der Staufer“ 1977 in Stuttgart. Für die Wissenschaftliche Beratung konnte Dr. Werner Schäfke gewonnen werden, der später auch Bücher wie „Kölns romanische Kirchen: Architektur, Ausstattung, Geschichte “ veröffentlichte. Für die Dreharbeiten wurde extra eine Ikegami HL77 Handkamera gekauft. Dieser, für heutige Verhältnisse, riesige Kasten ermöglichte erst die Aufnahmen, die diese Serie ihren Flair verschaffen. Zwar baute man ein einen Straßenzug im Maßstab 1:1 nach, doch einen gotischen Domchor hätte man nicht in Originalgröße bauen können. Man baute also ein großes Modell der Stadt mit Dom, durch das sich die Handeldkamera bewegen konnte, während die Schauspieler mit dem damals im Fernsehen recht neuen Verfahren der Bluebox vor einem blauen Hintergrund gefilmt und im Anschluß beide Bilder miteinander kombiniert wurden.

Die Story:
1220 in einer ungenannten Stadt am Rhein erheben sich die Patrizier gegen die neuen Zölle des Bischofs. Man jagd den Bischof aus der Stadt, dabei fängt der Palast des Bischofs Feuer, welches auf den angebauten Dom überspringt. Nur ein Wunder in Form von nächtlichem Regen kann die Stadt vor der Vernichtung retten. Noch in der gleichen Nacht schwört ein Patrizier den Dom wieder aufzubauen. Und so geschieht es. Zunächst sträubt man sich gegen die neue französische Bauart, die Gotik, die der neue Bischof bevorzugt. Doch 1222 können die Bauarbeiten beginnen.
Bis 1254 verfolgt man nun die Geschicke einzelner Familien in der Stadt, das Fortschreiten des Dombaus, politische und wirtschaftliche Konflikte bis hin zum Beitritt der Stadt zum Städtebund mit Mainz, Oppenheim, Worms und Speyer.

Auch wenn die Stadt ungenannt bleibt, und es parallelen zu St.Viktor in Xanten gibt, lassen sich doch durch Anspielung der süddeutsche Raum am Rhein als Handlung erkennen. So stand das Münster in Freiburg (Baubegin 1230), genauso wie das Straßburger Münster (Doppelturmanlage) Pate für die Geschichte. Auch das in der Serie vorkommende Geschlecht der Mähringer, erinnert stark an die Zähringer, die in Freiburg agierten. Zumal der Südwestfunk aus Baden Baden ausführende Sendeanstalt war.
Die Austattung der Serie lässt so manche heutige Dokumentation alt aussehen auch wenn man bisweilen fragt wer da manche Details wie Lanzenspitzen, Strickkettenhemden oder die eine Fechtszene verbrochen hat (musste die sein?). Man lies extra für die Serie Repliken von Keramiken und Gläsern im Elsaß herstellen und auch die Kleidung ändert sich in den dargestellten Zeiten.

Die Wissensvermittlung ist geschickt und unaufdringlich in die Geschichte des Dombaus eingeflochten. Fällt ein Begriff wie Reichsacht, wird dieser erklärt in dem einem Protagonisten der sich unbeeindruckt zeigt eindringlich die Folgen für sein Holzgewerbe außerhalb der Stadt erläutert werden. Der französische Baumeister erklärt dem Gesellen wie man mittels Zirkelschlag den rechten Winkel ermittelt und dem alten Baumeister die Besonderheiten der Gotik. Die Tochter, ohne Gebende oder Kopftuch, darf erst heiraten wenn der verwitwete Vater durch eine neue Heirat versorgt ist. Die alte Großmuter spricht mehr oder weniger heimlich bei einer Verletzung noch den zweiten Merseburger Zauberspruch. Das Interregnum und die vorangehenden Konflikte werden genauso angesprochen wie Ketzerei, Inderdikt ,  Stadtrechte usw.
Die Inszenierung dürfte dagegen führ viele, mit heutigen Sehgewohnheiten sozialisierten Menschen für Verwirrung sorgen. Die Bildern sind ruhig, oft spielen sich halbe Folgen kammerspielartig in einem Raum ab. Es erinnert alles an die gute alte Zeit des „kleinen Fernsehspiels“

Die jetzt erschienene DVD Box enthält 3 DVDs mit allen 13 Folgen der Serie, sowie das parallel entstandene Making-of und ein 16 seitiges Bocklett. Weitere Extras sind nicht vorhanden, was aber auch nicht weiter ins Gewicht fällt bei 390 Minuten Laufzeit der Serie plus 30 Minuten Doku. HD darf natürlich nicht erwartet werden, die Qalität ist aber auf jeden Fall ok. Die DVD-Box kostet bei Amazon 24,99€.
Nun ist es schwer für mich eine klare Empfehlung abzugeben, da ich die Serie bereits als Kind bei ihrer Erstausstrahlung (auf schwarz-weiß!) sah und ich daher eine ganze Menge Kindheitserinnerungen verbinde, was den objektiven Eindruck trübt.  Es ist aber klar das die Sendung ihrer Zeit weit vor raus war, die Abkehr von der Betrachtung königlicher Personen und das in den Mittelpunkt rücken einfacher Handwerker als Protagonisten ist noch heute eine Seltenheit, obwohl sie immer wieder empfohlen wird..
Aber dennoch würde ich sie zumindest jedem ans Herz legen der a) sich für die Zeit der Staufer interessiert , b) gerne Geschichtsdokus sieht und c) der Guido Knopp heißt.

PS: Was ich sehr witzig finde ist die Darstellung der Stadt, die zunächst nur eine Wall-Graben-Anlage besitzt, wie sie auch Trebur zu jener Zeit besaß. Erst in der Zeit in der Trebur verpfändet wird, bekommt die Stadt eine Mauer. Zeigt auch sehr schön das Trebur zu der Zeit den Sprung eben nicht geschafft hat, weil die „echten“ Städte dem ländlichen Raum den Rang abliefen.

Münzenbergerbuch

Am Samstag kam das Buch über die Münzenberger. Leider war ich erst seit gestern Abend wieder zuhause, was die Zeit etwas verkürzte in der ich mich mit dem Buch beschäftigen konnte.

„Die Münzenberger – Quellen und Studien zur Emancipation einer Reichsdienstfamilie“ ist Band 35 der „Quellen und Forschung zur Hessischen Geschichte“ und wurde von der Hessischen Historischen Kommission Darmstadt und der Historischen Kommission Hessen wurde 1978 veröffentlicht.
Autor ist Hans Otto Keunecke, dessen Dissertation an der Universität Erlangen dieses Buch darstellt. Es wurde lediglich für die Veröffentlichung in Buchform redaktionell bearbeitet. Es ist 404 Seiten stark.

Nach dem ich mir einen Blick über das Buch verschafft hatte war ich gleichzeitig mehr als erfreut, aber auch eintäuscht.
Der eigentlich Textbeitrag mit Bearbeitung und Interpretation beträgt nur knappe 67 Seiten und ist damit auf das Wesentliche beschränkt, was der Punkt ist der mich enttäuschte. Den Großteil des Buches machen dann Regesten, Ortsverzeichnisse, Stammtafeln und Karten. Und das wiederum war etwas das mich sehr freute! Die kompletten Regesten, die ich bisher vergeblich im Netz suchte sind hier zusammengetragen.

Der Stil in dem das Buch geschrieben wurde, ist ein wenig gewöhnungsbedürftig, denn der Autor schreibt im Mann´schen Stil, also mit vielen verschachtelten Nebensätzen. Nach ein bisschen Eingewöhnung geht es aber. Was nun den eigentlichen Inhalt angeht und wie es sich im Bezug auf Trebur verhält, werde ich in den nächsten Tagen berichten, wenn ich mich eingelesen habe.