Der Papst in Trebur 1052

Am 6. November 1052 hilt sich Kaiser Heinrich III. in Begleitung von Papst Leo IX. in Trebur auf.

Die Geschichte beginnt eigentlich schon früher, nämlich 1040 als der 1005 geborene Suidger, Graf von Morsleben und Hornburg, Mitglied der Hofkapelle Heinrichs III. von diesem zum Bischof von Bamberg ernannt wird (sein Vorgänger, der erste Bamberger Bischof Eberhard war Kanzler des Reiches). 1046 herrscht in Rom Chaos –  drei Päpste regieren geichzeitig! Heinrich greift durch! Er “entlässt” die drei und setzt Suitger als Clemens II. als Papst ein. Dieser bleibt,erstmalig in der Geschichte, auch Bischof seines Bistums Bamberg. Zwar bleibt Clemens II. nur 10 Monate im Amt, bevor er, wahrscheinlich vergiftet mit Bleizucker, 1047 stirbt, dennoch setzte er einige wichtige Reformen durch.  Sein Wunsch war eine Bestattung im Bamberger Dom.

1 1/2 Päpste später (1049) wird in Worms(!), wahrscheinlich nicht ohne Zutun Heinrichs III., dessen Vetter 2. Grades Bruno von Egisheim-Dagsburg zum Papst Leo IX. gewählt. Leo tut sich als Reformer hervor, bereist ganz Europa, sieht sich als Kontaktmann zwischen Volk und Kurie, spaltet die die katholische und die orthodoxe Kirche und gilt als bedeutendster deutscher Papst des Mittelalters.

1052 besucht er zuerst Bamberg, möglicherweise um die Überreste Clemens II. nach Bamberg zu überführen, wo dieser heute noch ruht.  Er reist nach Lorsch um dort die Gruftkapelle  der ostfänkischen Karolinger die “ecclesia varia” neu zu weihen. Ein Hinweis wie wichtig die Karolinger noch in Ihrer Bedeutung als Stammväter der Kaiser und Könige wahren.  Anschließen reist er mit Heinrich III.  30 km nach Norden (eine Tagesreise), nach Trebur. Dort zeichnet er am 6. November eine Bulle die dem Bistum Bamberg Sonderrechte garantiert die in Ihrer Urform auf Clemens II. zurückgehen. Die Modalitäten wurden bei seinem früheren Besuch in Bamberg ausgehandelt. Die Bamberger Empfänger überbrückten die knapp 180km Luftlinie nach Trebur wahrscheinlich mittels Schiff über den Main, was eine wesentlich schnellere Anreise ermöglichte.

Wieder einmal ist es die gute Lage und Erreichbarkeit Treburs die es zum Ort des Geschehens werden lässt.

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