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2 mal alamannische Leier

Hier mal 2 Videos eines Nachbaus der Trossinger Leier. Das erste Video zeigt den Lehrgangsleiter des Leierbaukurses aus dem Alamannenmuseum Ellwangen mit der Leier eines Kursteilnehmers, das Zweite ist eine von Davy Patton gebaute Leier(Patton baut eigentlich Irish Harps  )und wird von Simon Chadwick gespielt.(Wieso erinnert der mich an Asterix?)

Ich will auch so ein Ding!

Mittelaltermusik, mittelalterliche Musik und Musik der Mittelalterszene

Ich hatte ja mal schändlicher Weise die Musik von Manau unter der Überschrift „Mittelaltermucke mal anders“ veröffentlicht.  Wie man sieht wurde das im ersten Kommentar gleich entsprechend quittiert. 😉
Ich wollte kurz mal meine Gedanken zu dem Thema loswerden.

Das Grundproblem ist Empfindung des Begriff „mittelalterlich“. Die Engländer habens da einfach, die nennen die Musik „Neo-Medieval Music“, wobei  „neo“ anzeigt das es eben „neu-mittelalterlich“ ist. Im deutschen jedoch kann das Adjektiv „mittelalterlich“ bedeuten „es erscheint wie im  Mittelalter“ oder eben auch „es ist aus dem Mittelalter“

Hinzu kommt das Problem das in der Mittelalterszene zum Teil Musik verwendet wird, die eigentlich „Volksmusik“ ist, bitte nicht mit „volkstümlicher Musik“ verwechseln, die mit dem englichen Wort Folkmusic oder kurz Folk wesentlich positiver besetzt ist.

Das Hauptproblem aber ist die Musik die wirklich und ernsthaftig aus dem Mittelalter stammt, kann man an einer Hand abzählen und die die man wirklich auch so interpretieren kann fällt fast hinten runter. Die fühesten Notenaufzeichnung bestehen aus Neumen ohne Linien, womit man a) keinen Bezugspunkt zur Tonart hat und b) dem Pfusch des Schreibers unterworfen ist , weil man nicht wirklich den Unterschied der einzelnen Neumen feststellen kann.

Als Beispiel echter Musik aus dem Mittelater wird gern das Palästinalied von Walter von der Vogelweide genommen. Aber auch hier ist das Problem das das älteste Notenwerk zu dem Stück erst 100 Jahre nach Walters Tod geschrieben wurde.

Am ehesten vertraue ich den tradierten Stücken der Kirchenmusik wie dem „Te Deum“ zu sein mittelalterliches Gewand behalten zu haben. Dennoch ist alles und ausnahmslos eine moderne Interpretation. Selbst die Musik Mozarts, die wir heute hören können ist letztendlich nur eine Interpretation der Noten durch den Musiker.

Also gibts für mich keine mittelalterliche oder Mittelaltermusik, es gibt nur Interpretation von dem was wir für mittelalterlich halten.

Mittelaltermucke mal anders

Ich mag Musik, aber mein Verhältnis zu Mittelaltermusik hat sich über die Jahre gewandelt, ist es doch eigentlich immer das Selbe das man so hört. Entweder es geht die härtere Rockschiene, das Handgeklappergetröte, oder vielleicht mal im Electromix á la Tanzwut. Leider gibts ja Adaro nicht mehr, die hab ich gemocht und hör ich immer noch mal hin und wieder, weil es sich so schön abhebt und nicht so einen Wind macht.
Das ganze kommt ja aus dieser Krautrockschiene, die ich eigentlich sehr mag, Sachen wie Ougenweide oder Hoelderlin.
Viel hat man sich ja vom bretonischen Folk abgeschaut, so mit den Sackpfeifen und so, und mein kleiner Bruder und seine Frau sind als regelmäßiger Bretagnefahrer riesen Fans davon.
Umso mehr hat es mich gewundert das er Manau nicht kennt. Gut ich kannte sie auch nicht, bis ich vor ein paar Tagen ihren ersten großen Hit gehört habe, der in Frankreich 1998 einschlug wie eine Bombe. Manau kombinieren bretonischen Folk mit Rap und auch wenn ich kein Freund von Hip Hop bin und normalerweise die Augen verdrehe,  so find ich das doch sehr gelungen. (zugegeben der Refrain ist das Beste) Und deswegen gibts jetzt Manau mit „La tribu de Dana“ von 1998.
Ich hab mir nie vorgestellt das man über eine Schlacht eines keltischen Stammes, in der der blutüberströmte Held vom Clan der Dana am Ende als einziger der Guten noch steht, rappen kann! So was passt doch eher zum Paganmetal.