Schlagwort-Archive: Vor/Frühgeschichte

Faszinosum Lausitzer Kultur Religion, Musik, Medizin

Am Wochenende wurde ich per Mail auf einen Tagungsband aufmerksam gemacht. Michael Blume von den Scilogs hat  über sein Blog bekannt gegeben, das er den Tagungsband „Faszinosum Lausitzer Kultur – Religion, Musik, Medizin“ als Open Access  zum Download anbietet., was eine sehr schöne Geste ist!

Der Band befindet sich hier (via)
Danke für die Mail!

DGUF Band 6 „Prestige – Prestigegüter – Sozialstrukturen. Beispiele aus dem europäischen und vorderasiatischen Neolithikum“

Den vergriffenen DGUF Band 6  „Prestige – Prestigegüter – Sozialstrukturen. Beispiele aus dem europäischen und vorderasiatischen Neolithikum“  von Johannes Müller und Reinhard Bernbeck gibt es jetzt zum kostenlosen Download! Das ging gestern durch alle sozialen Netzwerke (Voraussetzung das sich dort Leute tummeln, die was mit Geschichte zu tun haben) und da kann ich nicht anders als das in die weite Welt zu posaunen.

hier der Link

Hallstatt im Ried

Im Oktober 2010schreibe ich hier im Blog über eine Grabung bei der ich durch Zufall zugegen war (Bild links).

Damals schrieb ich es wäre Bronzezeit. Dies war die Annahme die vor Ort  geäußert wurde. Dies hat sich aber als falsch heraus gestellt,  die Junge Frau starb in der Eisenzeit.

Die Grabgrube war nach Nord Süd ausgerichtet, der Kopf lag im Süden. Teile des Schädels waren jedoch durch einen Pflug zerstört, so das die Blickrichtung der Toten nicht mehr nachvollzogen werden kann. Der rechte Arm lag angewinkelt auf dem Becken am Handgelenk trug sie einen Bronzearmreif , der Linke war wohl ebenfals durch einen Pflug verzogen worden, denn der Armreif lag im Bereich des Halses, der übrigens ebenfalls mit einem Bronzering geschmückt war.

Die Wirbel und das Backen waren nicht erhalten. Dafür lagen im Bereich des Beckens kleine Bronzeplättchen, die wohl einstmals die Kleidung schmückten.

Auch an den beiden  Knöcheln trug die Frau Bronzeringe. Ihr Geschlecht war schon bei der Ausgrabung als weiblich angeben worden, was an den paarweise vorhanden Bronzeringen erkannt wurde. Die spätere Untersuchung der Knochen bestätigte später die Annahme. Weiterhin zeigte sich das die Frau etwa 17-25 Jahre alt und 163cm recht groß war.

Das paarweise Auftreten, der schlichten gegossenen Ringe, deren Guszapfen verschliffen worden waren, wies die Frau als typische Vertreterin der späten Hallstattzeit (genau  Stufe Ha D2) im Rhein-Main-Gebiet aus.

Ob die Frau in einem Grabhügel bestattet wurde, lies sich nicht klären. Zu stark ist die Bewirtschaftung der Flächen.

Quelle: „In jungen Jahren verstorben – eine Eisenzeitliche Frauenbestattung im hessischen Ried“ von Holger Göldner

Vergleichende Untersuchung zum Fundkontext bronze- und urnenfelderzeitlicher Schwerter in Ostfrankreich und Süddeutschland

Und noch eine Diplomarbeit, diesesmal von Christine Hahnekamp mit dem Thema „Vergleichende Untersuchung zum Fundkontext bronze- und urnenfelderzeitlicher Schwerter in Ostfrankreich und Süddeutschland“ Das Gebiet deckt in Deutschland Bayer und Baden-Württenberg ab, in Frankreich Burgund und Franche-Comté.

Ist jetzt nicht so mein Interessensgebiet, aber trotzdem interessant!

Das PDF findet sich hier

Archäologie zum Anfassen und Mitmachen – terraplana bei „Der Kreis rollt“

Ich habe hier die offizielle Terraplana Pressemitteilung zu der Kreis rollt:

Der diesjährige Muttertag (13. Mai) verspricht ein ganz besonderer im Kreis Groß-Gerau zu werden. Die alte B44 zwischen Groß-Gerau und Gernsheim wird für den Autoverkehr gesperrt und kann zu Fuß, mit dem Fahrrad und anderen nicht-motorisierten Fahrzeugen genutzt werden. An der Strecke gestalten eine Vielzahl von Vereinen ein buntes Rahmenprogramm. Auch terraplana – Gesellschaft für Archäologie im Hessischen Ried e.V.beteiligt sich an diesem Aktionstag und bietet ein ganz besonderes Fortbewegungsmittel an, welches einen fast vergessenen Verkehrsweg nutzt. In einem detailgetreuen und historisch korrekten Nachbau eines römischen Lastkahns können Besucher eine Fahrt auf dem Landgraben unternehmen. Schon zur Römerzeit wurde dieser Wasserlauf genutzt, um den römischen Standort Groß-Gerau „Auf Esch“ mit der Provinzhauptstadt Mainz zu verbinden. Aus diesem Grund schlägt terraplana sein Lager zwischen Groß-Gerau „Auf Esch“ und Berkach auf und vermittelt einen Einblick in die römische Lebenswelt. Neben den Fahrten im Lastkahn „Aegina“ können kleine Leckereien der römischen Küche gekostet und römische Spiele ausprobiert werden. Römisches Töpferhandwerk kann unmittelbar erlebt werden, denn es besteht die Möglichkeit sich ein eigenes Öllämpchen aus Ton herzustellen. Wer sich für das Leben der römischen Soldaten und der Dorfbewohner interessiert, welche „Auf Esch“ in einem Militärlager und einer zivilen Siedlung lebten, kann viele interessante Dinge erfahren.

Der Verein terraplana befasst sich aber nicht nur mit der Römerzeit, sondern mit allen (vor-) geschichtlichen Epochen, von der Steinzeit bis zum Mittelalter. Wollen Sie wissen, wie man in der Steinzeit gelebt hat? Dann kommen Sie an Muttertag doch einmal bei terraplana vorbei und erfahren z.B. mehr darüber, wie man in der Steinzeit gekocht und gegessen hat. Oder wissen Sie, wie das „gute Geschirr“ der Steinzeitmenschen aussah?

Unsere Besucher können auch einen „echten Karolinger“ bestaunen und erfahren, wie das Leben im Mittelalter im Kreis Groß-Gerau ausgesehen hat.

„Archäologie zum Anfassen und Mitmachen“, das bietet terraplana. Haben wir Ihr Interesse geweckt? Wir freuen uns auf Ihren Besuch am Aktionstag „Der Kreis rollt“ und informieren Sie gerne über unseren Verein, seine Aktionen und alle Möglichkeiten mitzumachen. Entdecken Sie mit uns die spannende Welt der Archäologie.

Veranstalter: terraplana – Gesellschaft für Archäologie im Hessischen Ried e.V.

Von Terraplana

Dänisches Nationalmuseum Kopenhagen (Nationalmuseet)

Das dänische Nationalmusem am Frederiksholmkanal befindet sich direkt gegenüber von Schloss Christiansborg. Der Zugang findet sich in der Straße „Ny Vestergarde“, die in der Verlängerung der Zentralachse von Schloß Christiansborg liegt.
Das Nationalmuseum beinhaltet nicht nur prähistorische oder wikingerzeitliche Funde, sondern auch ethnologische Sammlungen, Einrichtungsgegenstände des Rokoko aus königlichen Palästen und die königliche Münz- und Medaillensammlung und vieles mehr. Es ist daher angebracht viel zeit mit zubringen wenn man plant sich das Museum in Gänze anzusehen.
Der Eintritt ist kostenlos(!) Es darf ohne Stativ fotografiert werden ,auch Blitzen ist erlaubt, was ich aber im Angesicht mancher Funde nicht ansatzweise gewagt hätte!

Ich besuchte nur die Abteilungen der Vor- und Frühgeschichte, die Wikingerzeit und Teile des Hochmittelalters.
Die Austellungen sind streng chronologisch aufgebaut, was sich auf Grund der Fundmenge und des damit abgedeckten zeitlichen Wandels auch anbietet. Die Präsentation dagegen ist eher etwas altbacken. Die Funde werden meist in großen, recht vollen, Vitrinen gezeigt. An den Wänden finden sich große, hintergrundbeleuchtete Tafeln, die spezielle Aspekte der jeweiligen Epoche beleuchten.
In diesem Museum mit seiner großen Anzahl von Funden ist die chronologischen Herangehensweise genau das Richtige! Man kann den Wandel von Jäger und Sammler, zum Ackerbauern weiter über die Bronzezeit hin zur Eisenzeit verfolgen.

Highlights sind dabei ohne Frage die unglaublich gut erhaltenen bronzezeitlichen Bestattungen in Baumsärgen, darunter natürlich auch das Mädchen von Egtved aus der älteren Nordischen Bronzezeit. Jenes 16-18 jährige Mädchen mir der blonden Vokuhila, dem bauchfreiem Top mit Ziernähten an den Ärmeln (die sich auch in einem anderen Grab bei einem Herren fanden!!) und dem Schnurrock. Man hat soviel darüber gelesen und dann steht man davor… Ein weiteres Highlight ist ohne Frage das Hjortspringboot das um 350 v. Chr. entstand, der Sonnenwagen von Trundholm, sowie die in Dänemark befindlichen Teile der Funde aus dem Nydam Moor (der andere Teil mit Schiff befindet sich in Schloss Gottorf).Weiterhin muss man den Silberkessel von Gundestrupp oder der Wagen aus dem Dejberg-Moor nennen. Zu erwähnen sind auch die Schwertscheiden aus der Völkerwanderungszeit, an denen die Riemendurchzüge, aus Holz und Metall wunderbar erhalten sind. Die eigentliche Wikingerzeit befindet sich in zwei Räumen und ist damit im Vergleich zu Stockholm klein. Die Funde, darunter sehr viel Silber, haben es jedoch in sich. Unzählige (weil einige auf einem Haufen liegen) karolingische Kleeblattriemenverteiler, die zu Kleeblattfiebeln umgearbeitet wurden, finden sich hier, genauso wie Silberbecher, die auch schon im Katalog „Die Macht des Silbers“ abgebildet waren. Auch die hochmittelalterliche Abteilung im 2ten Stock ist, egal für welche Zeit man sich interessiert eigentlich Pflicht. Grund sind die Kleidungsfunde von Herjolfsnes (Grönland) von denen ein Frauenkleid, eine Gugel, ein Strumpf/Beinling und ein Kinderkleidchen aus der Zeit nach 1300 ausgestellt sind. Auf Grund der Seltenheit und des fantastischen Erhaltungszustandes sind diese Kleidungsstücke einzigartig. Selbstverständlich können im Museumsshop Schnittmuster erworben werden.

Leider war die mir verbleibendende Zeit zu gering um das Museum in Gänze zu erfassen. Lediglich dem Shop habe ich einen erweiterten Besuch abgestattet , die Pläne der Skudelev 1 von einer Hand in die andere genommen, Gegen „Swords of the Viking Age“ ausgetauscht, aber dann doch nichts gekauft. Die Auswahl war einfach zu groß um mich entscheiden zu können, zumal die meisten Bücher gebraucht günstiger sind und auch über Amazon erworben werden können.
Bei einem Besuch des Museums, das zwar weniger wikingerspezifisch als das in Stockholm ist, aber dafür wesentlich breiter gefächert ist, sollte man auf jeden Fall seine Kleidung in einen der Spinde im Eingangsbereich einschließen, denn in einige Räumen hatte man nicht das Gefühl in einem dänischen Museum, sondern in einer finnischen Sauna zu sein. Es ist also ratsam einige Kronen dabei zu haben. Falls man nur 50 Kronen Scheine dabei hat (bei uns der Fall) gibt es einen Wechselautomaten.

Meiner Meinung nach von der Bedeutung seiner Funde aus Bronze und Eisenzeit eines der besten Museen weltweit!

Bronzezeit bei Trebur

Einige Bilder von bronzezeitlichen Funden aus der Umgebung von Trebur.

Es handelt sich um Lesefunde von E.Schenkel. Die Funde stammen wahrscheinlich aus angepflügten Gräbern, der Ort wird natürlich nicht verraten.

Hier der Text dazu:

Drillingsring vom Typ Framersheim
(nach Richter), äußere Ringe eng tordiert, wahrscheinlich durch spiralige Linien, mittlerer Ring scharf
vierkantig‚ darauf Winkelgruppen scharf und fein eingraviert; Enden aller Ringe rundstabig. Stark
verbogen. Dm. etwa 5,8—6 cm (Abb. 7). — Bruchstück wahrscheinlich der Spirale einer Berge.
Dm. 5 cm (Abb.  9). — Fragmentierter Drahtring. Dm. 3,9 cm (Abb. 8 — Fragmentierter großer
Besatzbuckel mit rückwärtiger Öse (Abb.  10).
In nächster Nachbarschaft wurden am gleichen Tag gefunden: Zwei gleiche
Zwillingsringe vom Typ Speyer (nach Richter) aus tordiertem Draht mit rundstabigen Enden, die
Rolle durch ein Niet verbunden, beide ebenfalls Brandpatina. Dm. 5,6 cm (Abb.  11. 12).