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HD Animationstest

Ein Animationstest in HD aus Standbildern und Gewitter Effekt. Es sind im Grunde alles nur 28 Einzelbilder und 3 Tonspuren. Konnte dabei eine Fehler bemerken die ich schon ausgebügelt habe.
So bekam ich auch die Frage ob der Lettner unverputzt sei. Ich versuchte aber darzustellen das das Mauerwerk unter einer Art Kalkputz hervorschimmerte. Scheinbar hat das nicht funktioniert und ich nehm das wieder raus. Wenn jemand irgend etwas auffallen sollte bitte ich darum es mit mitzuteilen!

Nein Danke, Arte!

Eigentlich wollte ich erst einmal nicht mehr über Fernsehsendungen mit Geschichtshintergrund schreiben, aber was am Wochenende lief hat wirklich dem Fass den Boden ausgeschlagen!

20:15 Uhr, Arte. Arte war bisher einer der wenigen Sender meines Vertrauens, hauptsächlich wegen französischer Sendungen.  Für 20:15 Uhr, also die Primetime und als Contra zu Wetten Dass (sieht das überhaupt noch jemand?), strahlte Arte die Dokumentation „Hightech des Mittelalters: Das Wikingerschwert“   (hier die Infos) aus.

Ich weiß nicht wirklich was ich erwartete, vielleicht eine art filmische Umsetzung von Ian Pierce Swords of the Viking Age oder so, aber ich hatte den Fehler gemacht mich nicht vorher zu informieren.

Bei der Sendung handelte es sich um das dubiose Machwerks von NOVA, eine Produktion von WGBH Boston,  mit dem Originaltitel Secrets of the Viking Sword. Es wurde unverblühmt behauptet das Ulfberht Schwert sei das urtypische Wikingerschwert. Zwar kam mal die Kirche wegen des Kreuzes auf den Klingen vor, aber die Franken blieben weitestgehend außen vor.  Für die Autoren der Sendung stand es außer Frage das nur die Wikinger in der Lage gewesen seien Tiegelstahl zu importieren und das für Ulfberht Schwerter Tiegelstahl von Nöten wäre.  Damit bemühten sie Theorien die auf  Alan Williams  in den 1970ern zurückgehen. Und auch der Schwachsinn von wegen „hart und elastisch zugleich“ wurde bemüht. So waren die gezeigten Schwerten nicht etwa schmäler weil die die besseren Stähle eine ergonomischere Bauweise ermöglichten, sondern weil man damit degenartig auf Kettenhemden einpiecksen konnte, so die Doku.

Interessanter Weise bemüht der englische Wikipedia Artikel zu Ulfberht (hier) diesen Schwachsinn und beruft sich dabei eben auf jene furchtbare Dokumentation, während der deutsche Wikipediaeintrag dem um Meilen vorraus ist (hier).

Ich weiß im Moment nicht genau wem ich gerade Vorwürfe machen soll. Arte weil sie diese Schund eingekauft haben? Sie zeigen ihn übrigens losgelöst aus der kompletten Dokureihe. Den US Prodzuzenten die veraltete Theorien und Wiki-Schwertschwinger Klischees pflegen? Oder mir selbst weil ich den Scheiß überhaupt gesehen habe?

Wer sich das Ding ansehen will kann das hier  auf Youtube im Original tun. Ich papps mir nicht rein.

 

Zum Fortschritt des Laurentiusfilms

Midel
Das Grundmodell der ottonischen Laurentiuskirche ist fertig. Der Innenausbau geht nun auch in großen Schritten voran, so ist der Westbau inzwischen voll eingerichtet und texturiert, der Chor steckt mitten in der Texturierung, eine Chorschranke ist vorhanden, wird aber noch einmal überarbeitet und alle Kämpfer sind an ihren Plätzen.
Zuerst hatte ich geplant das Modell texturiert zu animieren, musste aber feststellen, dass die Texturversion zum Teil bis zu 10 Stunden für ein Bild braucht. Das liegt zum Einen an den HD Fototexturen, zum Anderen weil ich mit Effekt AntiAliasing rendere, um genau zu sein mit „True Ambience“. Übersetzt heißt das das die Flächen einfallendes Licht entsprechend ihrer Farbe reflektieren. Das Bild wird heller und dunkle Flächen verschwinden nicht als schwarzer Brei.

Das Bild oben braucht in der Originalversion so ca. 10-12 Minuten, voll Texturiert ca. 6 Stunden. Ich habe mich also entschlossen die Animationen nur weiß zu Texturieren. Zudem bringt das den Vorteil den theoretischen Charakter  der Farbgebung hervorzuheben. Eine Sache die ich auch schon bei der ersten Animation nutzte und mir optisch sehr gut gefällt.

Letztendlich soll es dann etwa so aussehen das die Kamera animiert  einen bestimmten Punkt ansteuert worauf eine Erläuterung des Gezeigten beginnt. Das Bild am fixen Punkt wird dann nach und nach, passend zur Erläuterung, in die voll texturierte und ausgeleuchtete Version überblendet, nach der Erklären wandelt sich das Bild wieder zur einfachen Ansicht.

Die gerenderten Animationen machen aber nur einen Teil des fertigen Films aus. Es sollen auch entsprechende Herleitungen durch Grabungsunterlagen erläutert werden und auch der Vergleich zum Willigis-Bardo-Ostbaus und/oder auch der Vergleich zum Westquerhaus des Heinrichsdoms in Bamberg  soll drinnen sein. Da ich mir aber nicht auch noch die Mühe machen will diese Bauten zu rekonstruieren (Es würde zuviel Zeit für Rechereche usw. in Anspruch nehmen) habe ich/werde ich einige Bettelbriefe rausschicken ob mir entsprechende Stellen so wohlgesonnen sind mir ein Standbild existierender Rekonstruktionen zur Verfügung zu stellen.
Vielleicht bau ich noch eine dieser achso beliebten Zeitreffer Sonnenauf-/untergangszeitraffervideos mit ein. Also da geht noch was.
Ach ja, einen Sprecher für Zitate hab ich wahrscheinlich auch schon.

David Macaulay – Burg und Kathedrale als Film

Kennt Ihr David Macauley? Macauley ist Architeckt, Kunsthistoriker und vorallem Grafiker. Der hat einige Kinderbücher zu Geschichte und Architektur gemacht und zwei hab ich mir immer wieder im Großformat aus unserer Kirchenbibliothek ausgeliehen. Inzwischen hab ich sie mir gekauft (Leider nicht im Großformat). Die Titel waren „Sie bauten eine Burg“ und „Sie bauten eine Kathedrale“. Ich mag ja den feinen Tuschstrich dieser Zeichnungen.

Ich wusste allerdings nicht das das auch verfilmt wurde!  Nunja, sie stehen auf Youtube! Die Filme sind allerdings nicht so toll wie die Bücher. Die Animationen erinnern mich irgendwie an Bakshis Herrn der Ringe und sind bei weiten nicht so fein.

St. Laurentius Trebur – mit oder ohne Turm?

Westseite
Gegenüberstellung: Westseite der Laurentiuskirche mit und ohne Turmaufsatz

Ich befinde mich zur Zeit in der Produktionsphase einer Doku über die Laurentiuskirche Trebur. Da ich natürlich so akkurat wie irgend möglich arbeiten möchte stellte sich mir erneut die Frage ob der Westbau einen Turm trug oder nicht. Ich tendiere, relativ sicher, zu der Annahme das der Westbau keinen Turm trug.

1. Es fehlt jegliches Anzeichen eines Aufganges. Im Westbau, der aus einem Westquerhaus besteht, gibt es keine Hinweise auf eine Treppenanlage. Es fehlen entsprechende Gerüstlöcher für eine hözerne (Not-)Lösung und es gibt keine Hinweise auf eine steinerne Lösung. Ebensowenig existieren Hinweise auf Treppentürme, die abgebrochen sein könnten. Spätestens im 19. Jahrhundert gab es die Lösung eines Hölzernen Treppenaufgangs in der Vorhalle, der wohl eine Lösung über das nördliche Seitenschiff  in den nördlichen Flügel des Westbaus und von dort nach oben ersetzte.

2. Statische Probleme. Noch heute leidet der Turm an statischen Problemen, da er eigentlich zu schwer ist und die Schwingung der Glocken ihr übriges tun. Der Urzustand des Mauerwerks beträgt an seiner dicksten Stelle, der Westmauer (Außenmauer) ca. 1m, die Bögen nach Nord und Süd weisen eine Stärke von 70cm auf, die Trennwand zum Langhaus dagegen nur 60cm! Eine meiner Überlegungen ist daher das die 60cm Mauer, die einen großen spätgotischen Bogen besitzt, diesen Bogen nur erhielt, bzw. dieser ausgetauscht wurde um die Last des Turmes abzuleiten, denn diese Mauer könnte wie eine Sollbruchstelle wirken.

3. Eine Aufnahme aus dem 1. Viertel des 20. Jahrhunderts (zu finden bei http://www.bildindex.de ). Diese Aufnahme entstand als der Putz letztmalig am Äußeren entfernt wurde. Vergrößert man das Bild kann man in der Verlängerung des Langhauses zwei Steine einer Eckverquaderung ausmachen. Sie ist etwas weiter von der Mittelachse entfernt als die spätere Eckverquaderung die den Turm trägt und wohl auf Pfannmüller zurückzuführen ist, dessen Turm 1711 wegen statischer Probleme durch den heutigen ausgetauscht werden musste. Diese Eckverquaderung, nun in einer Wandfläche existiert gleicht lediglich den Bereich aus der zwischen der Höhe des Querhauses und der Traufhöhe des Langhauses entsteht. Wenn also keine Steine abgebrochen wurden, ist dies der Beweis das der Westbau keinen Turm trug.

Im Übrigen finde ich immer wieder die Ähnlichkeit interessant die sich bei diesem Bau zum Willigis-Bardo-Bau des Mainzer Doms ergibt, als er noch keine Ost-Apsis besaß. (Ich erinnere daran das der Mainzer Dom gewestet ist, der Westbau ist quasi ein Ostbau in Mainz) In Mainz hat man übrigens ein ganz ähnliches Problem. Man weiß auch nicht ob der Ostteil einen Turm besaß, weshalb man immer wieder verschiedene Rekonstruktionen sieht. Dort aber existieren auch keine Innenmauern aus dieser Zeit und auch die Außenmauer existiert nicht mehr.

 

Krakau vor 1000 Jahren – Video

Inzwischen sollte es bekannt sein, dass es vor 1000 Jahren recht viele Mittelaltermärkte gab. Wohl auch in Krakau. Die Videos über Krakau in der Zeit von 1050 bis 1150 scheinen schon etwas länger auf Youtube zu sein, ich bhabe sie aber erst jetzt entdeckt.

Aus der Beschreibung:

Fragment of the „virtual reconstruction of Cracow during the pre-Romanesque and Romanesque period“ project. „Krakow 1000 years ago“ is a detailed video reconstruction made by MM Interactive (www.mminteractive.pl) in 2006. Full version of the video covers the area of over 400 square km and presents over 1000 historical objects in Cracow and its neighbourhood. This video project could emerge thanks to years of comprehensive historical and archeological research. The video is available in English, German and Polish versions. It can be purchased via producent’s website: www.mminteractive.pl/formularz.html as well as in numerous outlets in Poland, chiefly in Cracow.

Und jetzt Video: