Das Magdalenenhochwasser in Trebur

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6 Antworten

  1. H.-J. Heinroth sagt:

    Verweis auf Dotterweich,M. und H.-R.Bork (2007): Jahrtausendflut 1342. Archäologie in Deutschland. 4/2007, S. 38-40. Auch ISSN 0931-5608 Heimat-und Altertumsverein Heidenheim a.d.Brenz e.V., 2010 S.53

  2. Gerhard Anwander sagt:

    Hallo,
    ich finde Deine Arbeit interessant, weil ich gerade einen kleinen Aufsatz über das 1342 Hochwasser schreibe. Du gehst bei Deinen Berechnungen von „hüfthoch“ aus, was den Wasserstand im Dom betrifft. Ich habe eine Quelle gefunden, nach der das Wasser 3 Meter hoch im Dom stand! Siehe: Innovative Ansätze zum Schutz der Natur: Visionen für die Zukunft
    von Karl-Heinz Erdmann S. 72
    „“Das Wasser war… so groß in Mainz, daß es im Dom 3 Meter hoch stand“ berichtet Weikin (1958) nach einer Analyse von Archivalien.“

    Ist im Netz einsehbar. vielleicht hast Du Lust, das einmal nachzuprüfen, bzw. nachzurechnen;

    mit besten Grüßen

    Gerhard Anwander

  3. Bei Weikinn ist Vorsicht geboten! Weikinn sollte eher als „Findbuch“ verstanden werden, um die Originalquellen aufzutun. Seine Interpretationen der Quellen dagegen stoßen mittlerweile eher auf Ablehnung, da er diese nicht hinterfragt. Weikinn war weder Meteorologe, noch Historiker, sondern Bankbeamter:

    Die Verfasser sind sich bewusst, dass die Weikinn’sche Sammlung ver­schiedene Mängel, vor allem hinsichtlich der Quellenkritik und Quellenkon­sistenz, aufweist.
    (S.186 Aus Curt Weikinn und seine Quellentexte zu historischen meteorologischen und hydrologischen Extremereignissen in Europa in Michael Börngen und Mathias Deutsch »Historisch-geographische Probleme« – Quellensammlungen zur mitteleuropäischen Witterungsgeschichte)

    zudem harrt ein Goßteil der Einträge noch der Erforschung:

    Records of major historical floods were included into compilations of flood reports already quite long ago (e.g., see Pötzsch, 1784; Weikinn, 1958–2002; Jones et al., 1984). This evidence, however, was not systematically analysed from a scientific point of view until recently.
    (Aus HISTORICAL CLIMATOLOGY IN EUROPE – THE STATE OF THE ART
    Rudolf Brazdil, Christian Pfister, Heinz Wanner,Hans von Storch und Jürg Lutterbacher, 2005)

    Was wie die Autoren aber zugeben ist, ist der Wert Weikinns Arbeit als Ausgang für weitere Recherche.
    Man verlässt sich daher inzwischen wieder der Angabe der Mainzer Chronik (Res Moguntiacae von Nicolaus Serarius) in der es heißt das Wasser im Dom einem Mann bis an den Gürtel reichte ( Moguntia Metropolitana flueret ad hominis usque cingulum). Es ließe sich nun trefflich darüber streiten wie groß der Mann war, wie er seinen Gürtel trug (Stirnband?) oder ob er am Hochaltar oder in der Nassauerkrypta (dies da noch nicht gab) stand. Zudem hätte 3m hoch im Dom stehendes Wasser eine Sanierung nach sich ziehen müssen. Diese ist aber nicht nachweisbar, wie eine erhaltene Farbfassung aus der Zeit um 1239 am Triumphbogenpfeiler des Ostchores zeigt. (vgl. „Farbe im Dom“ von Hans-Jürgen Kotzur in „Der verschwundene Dom“ 2011)
    Mit diesen Angaben rechnet übrigens wohl auch zur Zeit auch die Mainzer Universität bei Untersuchungen.

  4. Hallo,
    Ich habe noch keinen Hinweis auf das Magdalenhochwasser von 1342 südlich von Mainz gefunden. Es war wie die Elbeflut scheinbar nur an Main,Elbe ,Donau usw.
    Die Hochwassermarken sind in Frankfurt und Mainz.
    Da die Rheinstraße in Mainz 2 Meter erhöht wurde ist die Markierung im Maizer Dom nur noch 1 m hoch auf 87,00 NN. Höher war das Wasser nicht.
    Viele Grüße
    Manfred

  5. Johannes Aufgebauer sagt:

    Bei Weikinn ist ein Übertragungsfehler aufgetreten, wie man leicht anhand der Originalquelle sehen kann. Es muss heißen „3 Fuß hoch“ statt 3 Meter!
    http://www.dilibri.de/rlb/content/pageview/866893?query=1342
    Die ungewöhnliche Höhenmarke im Mainzer Dom östlich links entspricht damit recht genau der damaligen Wasserstandsangabe.
    Allerdings sprechen beide Quellen vom Datum Johannes d. Täufer, also dem 24. Juni, „und mehrere Wochen danach“ (die Quelle mit dem Gürtel)
    https://www.digizeitschriften.de/dms/img/?PID=PPN345858530_0013|log13&physid=phys145#navi
    Umgerechnet auf heutige Verhältnisse ergäbe sich für Mainz ein Rheinpegel von 8,57 m.

  6. Johannes Aufgebauer sagt:

    Nochmal etwas genauer zum Mainzer Dom: wir betreten den Dom von Osten her (hinten gewissermaßen) durch den linken Eingang und finden einige Meter gradeaus rechterhand an einer Säule eine waagerechte Markierung „87 m NN“. Die Marke ist rund 88 cm über dem Fußboden angebracht, was ungefähr 3 Fuß entspricht und auch der Gürtelhöhe. Besser gehts nicht.
    Wir brauchen also keine Höhenmessungen auf dem Domvorplatz oder Überlegungen zur Rheinstraße.

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