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Manchmal gibt es schöne Momente in Trebur…

Gestern bekam ich eine Email, das an einem Treburer Haus am Rande des Pfalzbezirkes Putz entfernt wurde. Es wurde mal gemunkelt das das Haus was mit der Pfalz zu tun habe, es liegt aber auserhalb der fränkischen Curtis. Die Denkmalpflege hat wohl schon mal von Aussen geschaut, konnte aber keine genauen Aussagen treffen ausser das es möglich sei, das das Fachwerk aus dem 15. Jahrhundert stammen könnte und der steinerne Unterbau möglicherweise mittelalterlichsei.

Also ich ins Auto und rüber nach Trebur und parallel parkt da noch ein weiteres Auto. Es war der Besitzer des Hauses, mit dem ich ins Gespräch kam und der sehr interessiert an der Geschichte seines Häuschens ist. Also lud er mich zu einer Besichtigung ein, die ich auch genutzt habe. Wirklich sehr schönes Häusschen! Ich konnte mir alles ansehen, auch Dachboden und den kleinen Gewölbekeller, der vielleicht nur 1,4m hoch ist. bis auf einen etwa 40x40cm großen Kalksandsteinblock, der im Keller neben der Treppe vermauert ist und sich deutlich von dem Bruchsteinmauerwerk abhebt,  konnte ich aber nichts auffälliges bemerken.

Leider hab ich es vor Freude vergessen um die Erlaubnis zur Veröffentlichung zu fragen, weshalb die Bilder, die ich gemacht habe, nicht einstellen werde. Aber es war schön mal nicht nur Menschen zu treffen, die Angst vor der Denkmalpflege haben, sondern wissen wollen was ihnen da gehört!

Es wäre viel einfacher wenn man auch mal die Keller besuchen könnte über die sonst so getuschelt wird!

Was war Trittenheims Hochwasser?

Johann von Trittenheim erwähnte nach 1500 in seiner Hirsauer Chronik auch Trebur, durch das er gereist war.  Dabei erwähnt er das nur wenige Reste  des kaiserlichen Palastes zu sehen  und dieser durch ein Hochwasser zerstört worden seien.

Ein Hochwasser in der Zeit vor 1500 ist eigentlich dafür prädestiniert dieses Hochwasser zu sein. Genau 160 Jahre zuvor wurde  ganz Mitteleuropa von einem Hochwasser heimgesucht, das in der Geschichte der letzten 1000 Jahre sein Gleichen sucht. Und selbst die Hochwasser der letzten Jahre an Elbe und Oder waren bei weitem nicht so stark! Es war das Magdalenenhochwasser  von 1342.

Von  diesem Hochwasser gibt es einige beeindruckende Dokumente.

Aus Frankfurt wurde berichtet:

Am dritten Tag vor Maria Magdalena biß auf ihren tag ist der Meyn so groß gewesen, daß das waßer ganz und gar umb Sachsenhausen ist gangen und zu Frankfurt in alle kirchen und gaßen

und aus Mainz:

[wo im Dom ] das Wasser einem Mann bis zum Gürtel stand

Und dann findet sich noch dieses Zitat

In diesem Sommer war eine so große Überschwemmung der Gewässer durch den ganzen Erdkreis unserer Zone, die nicht durch Regengüsse entstand, sondern es schien, als ob das Wasser von überall her hervorsprudelte, sogar aus den Gipfeln der Berge…, und über die Mauern der Stadt Köln fuhr man mit Kähnen…, Donau, Rhein und Main trugen Türme, sehr feste Stadtmauern, Brücken, Häuser und die Bollwerke der Städte davon, und die Schleusen des Himmels waren offen, und es fiel Regen auf die Erde wie im 600. Jahre von Noahs Leben […], ereignete es sich in Würzburg, daß dort der Main mit Gewalt die Brücke zertrümmerte und viele Menschen zwang, ihre Behausungen zu verlassen

Trebur liegt etwa 4km vom Rhein im Westen und 8km südlich des Mains. Früher verliefen diese Flüsse näher an Trebur. Trebur wird, wie alle Orte die an Zusammenflüssen liegen, schwer getroffen sein. Der Rhein verengt sich sich  nach dem Zusamenfluss mit dem Main durch den den Rheingau, so das sich hier das ganze Wasser von Rhein und Main aufstaute und dabei  den oberen Rheingraben füllte.

Trittenheim war  Gelehrter und Humanist, dem als solchem die Dokumente über die Überschwemmungen des ca.160 Jahre zuvor stattgefunden Hochwasser bekannt gewesen sein dürften. Was er nun wirklich in Trebur sah, also welche Mauerreste ist nicht bekannt und es ist möglich das einige wirklich davon zur Pfalz gehörten. Für ihn jedoch dürfte es ein leichtes gewesen sein gedanklich einen Zusammenhang zwischen Ruinen und diesem berüchtigten Hochwasser herzustellen, vielleicht bekam er auch erzählt, das ein  Hochwasser einst schwere Schäden am Ort verursachte.

Ob es nun aber wirklich die Pfalzgebäude zerstörte kann man nicht sagen, war doch die Pfalz schon knapp 100 Jahre zuvor verpfändet worden. Klar ist jedoch das dieses Hochwasser wohl nichts mit der Veränderung der Bodenschichten im östlichen Pfalzbezirk zu tun hat, da sonst die späteren Schichten erhalten wären. (Brände des 16. Jahrhunderts)

Weiterführende Links zum Magdalenenhochwasser:

Auf Wuerzburg.de
Auf hnd.bayern.de
Auf Wetterzentrale.de
Auf Wikipedia (diente auch als Quelle für die Zitate)