Artikel-Schlagworte: „Spätmittelalter“
Text und Bild in den Katalogen der Landesausstellungen seit 1959
Wer kennt es nicht, dieses unsägliche Problem: In igrendeinem Austellungskatalog hatte ich mal dies und jenes gesehen, aber in welchem? Ich hab einen ganzen haufen Kataloge hier rumfliegen (allein die Salierbände die ich hab sind 9 Stück) und mal auf die Schnelle etwasbestimmtes zu finden kann ganz schön in Arbeit ausarten.
War das gesuchte Stück aber mal irgendwann in einer Landesaustellung in Österreich, hat man gute Chancen zumindest eine Abbildung davon zu finden! Von 1999-2002 wurden Austellungstücke katalogisiert und ins Internet gestellt:
Das vom BMBWK finanzierte Projekt “Text und Bild in den Katalogen der Landesausstellungen seit 1959″ unter der wissenschaftlichen Leitung von O. Univ.-Prof. Dr. Günther Hödl hat sich zum Ziel gesetzt, diesem Mangel abzuhelfen, und die wichtigsten Exponate mit dem dazugehörigen Bildmaterial in einer Datenbank – der KULT.DOKU – elektronisch verfügbar sowie recherchierbar zu machen. Der Benutzer muß nun nicht mehr unzählige Stunden damit verbringen, die diversen Kataloge nach dem gesuchten Exponat zu durchforsten, sondern kann über eine Suchmaske binnen kurzer Zeit das gewünschte Objekt oder all jene Objekte, die einen bestimmten thematischen Bereich behandeln, samt zugehöriger Beschreibung und Literatur auf seinem Bildschirm betrachten. Nicht mehr als ein Mouseclick ist nötig, um Darstellungen der heiligen Barbara oder den Verduner Altar mit dem Reliquienschrein des heiligen Leopold zu betrachten. Durch die elektronische Erfassung der Ausstellungskataloge wird der Beitrag dokumentiert, den die Landesausstellungen zur Heranbildung von Geschichts- und Kulturbewußtsein leisten. Weiters wird dadurch auch die Leistung gewürdigt, die Methoden verschiedener Einzeldisziplinen integrativ anzuwenden und tatsächlich zu interdisziplinärer Zusammenschau zu gelangen.
Zum Beispiel gibt man in der Suchmaske unter Personen “Agilulf” und bekommt prompt Agilulf Stirnplatte und Agilulfkreuz ausgespukt. Es könnte zwar alles etwas ausführlicher sein, aber die Idee ist auf jeden Fall super!
600 Jahre Schlacht von Grunwald/Tannenberg
Am Wochenende wurde in Polen der 600. Jahrestag der Schacht von Grunwald und Tannenberg begangen. Während wir Deutschen eher dazu neigen das Ganze als “Schlacht von Tannenberg” zu bezeichnen verwenden die Polen eher die Bezeichnung “Schlacht von Grunwald”.
Die Schlacht war der Anfang vom Ende der Herrschaft der Deutschordensherren auf dem Gebiet des heutigen Polen. Für Polen ist das ganze so etwas wie ein Nationalfeiertag. Quasi das Hastings Polen, mit dem Unterschied das die Polen gewonnen haben, im Gegensatz zu England
Ich hab mal ein paar Flickr Alben zum Thema rausgesucht:
Die Schlacht von Grunwald mit Lego nachgebaut
Bilder der Krakow Post
und hier noch die Bilder eines Sets vom Reenactment von 2009 von diesem Jahr hab ich nichts anständiges gefunden…
Reste der Vechtaer Burg gefunden
Bei Bauarbeiten zu einer Tiefgarage wurde in Vechta Reste der ehemaligen Burg gefunden. Die Holzkonstruktionen aus dem 13. und 14 Jahrhundert haben sich durch den feuchten Boden hervorragen erhalten.
Die Untersuchung beschränken sich aber auf fotografischen Dokumentation in Verbindung mit tachymetrischer Aufmessung um die Bauarbeiten nicht zu verzögern. Aus dem selben Grund hat auch die Stadt selbst die archäologischen Arbeiten in die Hand genommen, denn man befürchtet einen zweijährigen Baustop wenn das Landesarchäologen die Arbeit übernehmen.
Dennoch hat man schon einige Funde gemacht: Eine Hakenbüchse und eine Ringfibel Beispielsweise.
Hier schreibt die NWZ Online darüber und hier gibts ein PDF zur Burg
Die Geheimnisse des Konzilgebäudes
Das Konstanzer Konzil ist weitbekannt. Nicht zuletzt für den Umstand das 1500 Prostituierte für die frommen Herren in die Stadt gekommen sein sollen…
Bei dem Konzilsgebäude handelt es sich eigentlich um ein 1388 errichtetes Warenlager, das für das Konzil, bzw. das Konklave zur Papstwahl 1417 zeitweilig umfunktioniert wurde. Es befand sich zur Zeit seiner Erbauung direkt am Seeufer und besaß eine eigene Anlegestelle. Auch wenn das Gebäude als gut erforscht gilt ist es immer noch rästelhaft wie sich das schwere Gebäude auf dem feuchten Grund halten kann (Auch wenn es durch Eichenpfähle gestützt wird)
Zur Zeit finden Renovierungsarbeiten statt, die man nutzt um dem Gebäude auf den Zahn, bzw. die Fundament zu fühlen. Man fand nun einen Fundamentbogen. Er verleit dem Fundament Stabilität. Des weiteren konnte man feststellen das das ganze Gebäude förmlich schwimmt. Nach nur wenigen Metern in die Tiefe beginnt das Grundwasser.
Der Bau muss für seine Zeit eine enorme Leistung dargestellt haben.
Der leidige Trittenheim
Der bekannte Humanist und Abt Johannes von Trittenheim, auch Johannes Trithemius genannt, hat in seiner Hirsauer Chronik 1502 auch einmal von Trebur geschrieben. Johann Hermann Dielheim zitiert ihn im Rheinischen Antiquarius von 1776:
Unter anderen Merkmalen der alten Herrlichkeit dieses Ortes findet man annach einen Platz , die Hofstatt genannt, welcher mit einem wüsten und verfallenem Graben umgeben ist woselbst die kaiserliche Burg gestanden haben soll.
Welchen Graben meint Trittenheim? Den Burggraben? Wohl kaum, denn dieser wurde fein-säuberlich ”geputzt” wie es in den Akten heißt. Das bedeutet mit Rechen und Harken waren die Einwohner verdonnert diesen zu reinigen. Und die Hofstatt? Hofstatt ist ein vielseitiger Begriff. Früher fand er eigentlich für jeden irgendwie umschlossen Bauernhof innerorts Verwendung, wurde dann aber durch den Begriff Hofreite abglöst. Es hielt sich lange das Gerücht die Hofstatt sei das Gelände auf dem die Kaplanei steht, also genau genüber der Marienkapelle. Das Gerücht wurde erhärtet als man in den 20erJahren unweit des Kaplaneihauses “mächtige Mauern” fand. Die Sache hatte nur einen Haken! Die Mauern stammten von der 100 Jahre zuvor abgebrochenen Beßheimer Pforte die den Burggraben etwas nördlich der Anhöhe querte.
Ich vermute das, wenn Trittenheim nicht fantasiert hat, der Graben die Geländekante sein könnte östlich der Kirche verläuft. Diese Kante zieht sich mehr oder weniger prägnant um den ganzen Hügel. Zusätzlich könnte davor ein Graben gelegen haben, der entsprechend erodiert war. Der Platz den Trittenheim nennt, wäre dann die Obere Pforte, also der Platz vor der Kirche. Sonstige Plätze in Trebur sind auch nicht entsprechend angelegt und man hant nicht auch nur ein Gerücht von einem Graben hört.
Wenn alles glatt geht, hab ich am Samstag mal die Möglichkeit mir eine der nördlichen Geländekanten anzusehen, die von Scheunen überbaut sind. Angeblich soll es in dieser Hofreite auch interessante behauene Steine geben. Wir werden sehen…
Nachtrag zum Plattenboden der Laurentiuskirche
Hier hatte ich ja die Backsteinplatte gezeigt, die Diefenbach 1934 in der Laurentiuskirche fand und von der er ausging sie wäre Teil des original Fusßbodens.
Ich habe ein wenig nachgeforscht und auf Grund der Bemaßung, so die Meinung der Bauforscher, ist ein römischer oder karolingischer Zusammenhang auszuschließen.
Nun trat vor einiger Zeit Architekt Dr. Schmitz-Riol an mich heran, der die Sanierung des Großen Hauses in Trebur leitete. Er lies mir einige Daten und Bilder zukommen und bestätigte mir das die Backsteinplatten die im Keller des Großen Hauses liegen denen der Laurentiuskirche gleichen. Die Platten bilden aber nicht den original Kellerboden des Großen Hauses. Wenn sie nun aus der gleichen Epoche stammen, müssen sie wohl vor 1748 (Umbau der Laurentiuskirche), aber aus einer Zeit wesentlich nach dem 16. Jahrhundert (mögliche Entstehung des Kellers) stammen. Wir wissen aber aus den Kirchenrechnungen, die ab 1555 erhalten sind aber nichts von einer expliziten Fußbodenerneuerung …
…aber ab 1668 verändert der Darmstädter Baumeister Johann Wilhelm Pfannmüller das Langhaus der Kirche, was er genau in der damals maroden Kirche macht ist aber unbekannt. 1681 werden dann explizit 300 Backsteine für die Kirche angeschafft!
Es wäre denkbar das zu dieser Zeit ein neuer Fußboden an maroden Stellen verlegt wurde, der dann von Diefenbach an einigen Stellen aufgedeckt wurde. Zeitlich passt das auch gut zum Großen Haus.
Archäonews 28.06.2010 Ältestes Haus, slawischer Burgwall, keine und neue Grabungen
- 800 Jahre alte Mauern im wohl ältesten Haus in Winterthur entdeckt, worüber der Landbote.ch schreibt
- Die Bäume im Wittenberger Schloßhof werden wegen brütender Vögel später gefällt, die Grabungen müssen erst mal woanders stattfinden, so schreibt Supersonntag-web
- Die Südwest Presse schreibt über keltische Spuren bei Gingen
- Ad Hoc News Schreibt über die fortsetzung der Grabungen am römisch-germanischen Schlachtfelt am Harzhorn, über das auch National Geographic einen Artikel hat
- Bei Tribsees (Meck-Pomm) wurden Reste eines slawischen Burgwalls gefunden, weshalb Open Report drüber schreibt
- Wie der MDR meldet wurden in Borna Silbermünzen aus dem Dreißigjährigen Krieg gefunden
Nachweis des Offenburger Stadtbrandes
Stadtbrände sind ein häufiges Phänomen in der Geschichte einer Siedlung. In Trebur berichten Chroniken von zwei verheehrenden Bränden im 16. Jahrundert für die bisher kein Nachweis erbracht werden konnte.
In Offenburg ist so ein Stadtbrand für 1689 überliefert. Aber in 80 archäologenischen Grabungen konnte kein hier Nachweis für solch einen Brand gefunden werden.
Als nun eine bisher unbebautes Gebiet zur Bebauung freigegeben wurde, bestand die Möglichkeit hier Funde aus der Frühzeit der Stadt zu machen, die nicht durch Überbauung beschädigt wurden. Tatsächlich fand man hier Spuren des Stadtbrandes.
Neben Gebäuderesten aus der frühen Neuzeit und der “Schissgruob” einer in alten Quellen erwähnten Latrine, fanden sich aber auch Reste einen römischen Ofens, der wahrscheinlich zum Kalk brennen genutzt wurde.
Archäonews 18.06.2010 Margarethenschränke, Ingelheim und Johanna
- Über die “Margarethenschränke” des 19. Jahrhunderts in der Region Angeln schreibt shz.de
- Das koeln-magazin.info schreibt über freien Eintritt in Kölner Museen an diesem Sonntag
- Über Pfalz und Rekonstruktion in Ingelheim schreibt die Wormser Zeitung
- Über neue Datierungen für die Ägyptologen schreibt der Focus
- Grabungen im spätmittelalterlichen Schmalkalden sind ein Thema für freies-wort.de
- In Mainz dokumentiert zur Zeit eine Ausstellung die Legende um “Päpstin Johanna” worüber die FR-online schreibt
Archäonews 9.6.10 Burgenbau, Schimmelpilze und die Pest
- hr2 mit einem Podcast zum Burgenbau in Guédelon (Link gefixt, Danke an Hobo-Cop!)
- In Schloß Wiligrad findet sich ein Archäologisches Notdepot, das hochgradig mit Pilzsporen kontaminiert ist. Ein Thema für den NDR
- Die Wiener Zeitung schreibt über die Akten die im päpstlichen Buß- und Gnadenamt lagern und die so manche Geschichte aus dem Mittelalter erzählen
- Über den neuen Sarg für Egdithas Überreste schreibt der Focus
- Die Entdeckung eines Pestfriedhofs in einem Keller in Wien schreibt der Standart in einer Kurzmitteilung
- Der Fuldaer Zeitung ist die Ausgrabung eines Eisenverhüttungsplatzes des 15. und 16. jahrhunderts ein Artikel wert





