Schwertscheide Teil 2 – Die Scheiden und ihre Bezüge
Die Schwertscheiden aus dem tschechischen Fundgut des 9 Jahrhunderts zeigen ein relativ homogenes Bild. Vor allem aber gibt es eine Auffälligkeit.
Wo merowingische und nordische Schwertscheiden in aller Regel ein Futter aus Fell besitzen, konnte ich keinen Fund auftun, in dem dies auch der Fall wäre.
Alle Scheiden sind, wenn sie gefüttert sind mit Textil gefüttert.
So war die Schwertscheide in Grab 341 Mikulcice,mit einem gröberen Textil gefütterert auf dem sich auf der als A-Seite bezeichneten Schauseite als Köper ausgemacht wurde. Auf der Rückseite konnte an einer seite der Scheide, 18 cm unterhalb des Pariers ein Muster aus Rhomben beobachtet werden. Ob gestickt oder gewebt muss offen bleiben.
Danach folgt der Holzkern der Scheide. An diesem etwa in der Mitte der Klinge auf auf der als A-Seite bezeichneten Seite an beiden Klingenkanten 2 quadratische Löcher beobachtet. 80mm näher zum Parier wurde an der linken Kante ein weiters Loch beobachtet, das durch alle Schichten der Scheide reichte. Möglicherweise warden die Scheidenhälften zur Stabilisierung vernietet.
Die Scheide war nun bespannt mit einem feinen Textil in Leinwandbindung mit einer Fadenzahl von 13/12.
Ein ähnliches Bild zeichnet sich bei Grab 580 ab. Dieses Schwert wird als frühkarolingisch beschrieben und stammt vielleicht aus dem späten 8. bis dritten Drittel des 9. Jahrhunderts. Das Parier könnte aus organischem Material bestanden haben.
Die Scheide war wieder mit einem gröberen Twill gefüttert (möglicherweise Leinen), das aus dem Scheidenmund herausragte und um diesen gelegt war. Hier wurde er von einem Scheidenmundblech aus Eisen bedeckt und gesichert. Ein feines Textil bedeckte die B-Seite der Scheide.
Im Bezug auf das textile Scheidenfutter ist das Schwert aus Mikulčice-Kostelisko Grab 2041 interessant. Das aus der zweiten Hälfte des 9. Jahrhunderts bis 1. Hälfte des 10. Jahrhunderts stammende Schwert vom Typ X war auf einer Länge von 15cm vom Scheidenmund abwärts mit Seide gefüttert. Danach besaß die Holzscheide kein Futter mehr. Die Seide war am Scheidenmund um 1cm umgeschlagen und bildete so einen dekorativen Rand. Der Rest der Scheide scheint mit dünnem Leder bedeckt gewesen zu sein. Der Griff war mit einem 1cm breiten und 2mm starken Lederband umwickelt. Dieses Band lässt sich bis auf die Scheide verfolgen, wo sie ab 75mm unterhalb des Pariers nicht mehr nachweisbar ist. Hosek/Kosta/Zakovski vermuten das es sich nicht um den eigentlichen Schwertgurt handelt, sondern dass an diesem Riemen ein Messer befestigt war das unter dem Schwert lag. Beides Könnte zusammen deponiert worden sein.
1
Aus den Textilbespannungen fallen zwei Gräber heraus:
Zum einen Grab 1 von Hodonice-Vinohrady ( Hodonice-Sandgrube ). DieSchwertcheide des Schwertes vom Typ Petersen X, besaß eine Scheide die eine Verzierung in Form einer etwa 5mm breiten Rippe die zentral in der Längsachse der Scheide verlief. Auf einer Seite war diese noch zusätzlich durch begleitende Vertiefungen links und rechts Rippe akzentuiert (Schauseite?)23
Zum Anderen Mikulcice Grab 90 , ein Petersen K Schwert besitzt keine Textile Fütterung, Die Scheide war komplett mit Leder bedeckt . Zudem fanden sich kleine Nieten die an den Schneidekanten die Scheidenhälften zusammenhielt. Dies konnte auch bei anderen Schwertern beobachtet werden (siehe oben)4
Erhaltene Griffwicklungen der mährischen Schwerter ist dagegen, soweit erhalten immer identisch. Sie besteht aus einem scheinbar runden Lederband das Spiralförmig um den Griff gewickelt ist. So etwa Mukilcice Grab 425 . Es scheint keine weitere Bedeckung besessen zu haben.
Dagegen steht ein Petersen K aus Cirkovljan-Diven, Kroatien. Dessen Griff aus Birkenholz ist mit einem ca. 2cm breiten Leinenstreifen umwickelt.
Ninth to mid-sixteenth century swords from the Czech Republic in their European context S157 ↩
Ninth to mid-sixteenth century swords from the Czech Republic in their European context S106/107 ↩
Siehe auch BEWAFFNUNG UND REITERAUSRÜSTUNG DES 8. BIS 10. JAHRHUNDERTS IN MITTELEUROPA S.146 ↩
Ninth to mid-sixteenth century swords from the Czech Republic in their European context S160 ↩


Oh ja gerne!
Hallo, Bei Recherchen zur Tunika Heinrich des Zänkers bin ich auf eine ähnlich Lösung gekommen, ich habe mir das Stifterbild…
Hab jetzt gerade Terra X schauen wollen. Seit neusten mit KI generierten Stimmen. Diese Entwicklung gefällt mir nicht. Ich muss…
Gut gelungen. Dieses Miniriemchen im Riemendurchzug der Scheide hält das Ganze.
Freunde von mir waren schon da. Ich weiß nur nicht ob ich selbst schaffen werde :-(