{"id":33720,"date":"2024-07-04T16:26:39","date_gmt":"2024-07-04T14:26:39","guid":{"rendered":"https:\/\/www.tribur.de\/blog\/?p=33720"},"modified":"2024-07-04T16:26:42","modified_gmt":"2024-07-04T14:26:42","slug":"der-karolingische-armreif-herkunft-und-deutung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.tribur.de\/blog\/2024\/07\/04\/der-karolingische-armreif-herkunft-und-deutung\/","title":{"rendered":"Der karolingische Armreif &#8211; Herkunft und Deutung"},"content":{"rendered":"\n<p>Bei den karolingischen Armreifen handelt es sich um ein oftmals ignoriertes Schmuckst\u00fcck. Tats\u00e4chlich kenne ich nur eine Person, die die Replik eines solchen Fundes besitzt.<\/p>\n\n\n\n<p>Dies liegt zum einen wahrscheinlich an der Stellung seines Tr\u00e4gers, zum anderen an der wirklich sehr \u00fcberschaubaren Anzahl der Funde. Zun\u00e4chst aber kennen wir den Armreif aus Abbildungen, wobei er nur bei einer klar erkennbar ist.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Die Abbildungen<\/h2>\n\n\n\n<p>Es handelt sich um das Thronbild Karls des Kahlen aus dem Codex Aureus von St. Emmeram. Hier tr\u00e4gt der K\u00f6nig am rechten Handgelenk, dem Schwertarm, wie Joachim Werner&nbsp; bei der Betrachtung des Childerich Armreifs nicht m\u00fcde wird zu betonen, einen goldfarbenen Armreif mit farbigen Steinen. Auch bei dem bekannten Darstellung K\u00f6nig Davids aus dem Goldenen Psalter von St. Gallen k\u00f6nnte dies der Fall sein, denn am rechten Arm ist ein goldener Streifen zu erkennen, \u00e4hnlich einem Besatz, der jedoch am linken Handgelenk fehlt. Bei der Darstellung des Lothars im Lotharpsalter ist dies dagegen schwer zu entscheiden, da zum Einen die Tunika \u00fcber und \u00fcber mit Steinen besetzt ist, so wie das leicht abgegrenzte Handgelenk auch, zum Anderen ist aber das linke Handgelenk vom Mantel bedeckt, so dass hier keine Vergleichsaussage getroffen werden kann.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Die Funde<\/h2>\n\n\n\n<p>Wie bereits angedeutet, halten sich die Funde in Grenzen. Jedoch kann bei den Fundst\u00fccken in zwei Gruppen unterschieden werden, wobei, soweit ich er\u00f6rtern konnte, alle bekannten karolingischen Armreife in das letzte Drittel des 8. Jahrhunderts datieren.<\/p>\n\n\n\n<p>Die zwei bekannten Typen sind zum Einen geschlossene Armreife, die \u00fcber das Handgelenk gezogen werden mussten, zum Anderen Armreife mit Scharnier, die aufgeklappt werden konnten und mit einem kleinen, versenkten Verschluss geschlossen wurden.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.tribur.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Armreif2-scaled.jpg?ssl=1\"><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"437\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.tribur.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Armreif2.jpg?resize=1024%2C437&#038;ssl=1\" alt=\"\" class=\"wp-image-33722\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.tribur.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Armreif2-scaled.jpg?resize=1024%2C437&amp;ssl=1 1024w, https:\/\/i0.wp.com\/www.tribur.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Armreif2-scaled.jpg?resize=300%2C128&amp;ssl=1 300w, https:\/\/i0.wp.com\/www.tribur.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Armreif2-scaled.jpg?resize=768%2C327&amp;ssl=1 768w, https:\/\/i0.wp.com\/www.tribur.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Armreif2-scaled.jpg?resize=1536%2C655&amp;ssl=1 1536w, https:\/\/i0.wp.com\/www.tribur.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Armreif2-scaled.jpg?resize=2048%2C873&amp;ssl=1 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px\" \/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Geschlossene Armreife: links Biere, Mitte: Wijster (Abb. aus aus A. Muhl , der karolingerzeitliche Armreif aus Biere bei Magdeburg &#8211; Ein Beitrag zur absolut-chronologischen Einordnung des floralen Ornamenttyps) rechts Domburg (Abb. aus M. Schulze D\u00f6rlamm, Zeugnisse der Selbstdarstellung von weltlichen und geistlichen Eliten der Karolingerzeit (751-911) in Aufstieg und Untergang)<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Zum Typus des geschlossenen Armreifs z\u00e4hlt eine Grabbeigabe aus Biere bei Magdeburg. Hier im Grenzland war eine Bestattung mit Beigaben vereinzelt noch \u00fcblich. Der Armreif ist mit Rankenvoluten verziert. Arnold Muhl geht davon aus, dass es sich bei dem Tr\u00e4ger um eine Frau handelte.<sup id=\"rf1-33720\"><a href=\"#fn1-33720\" title=\" A. Muhl, Der karolingerzeitliche Armreif aus Biere bei Magdeburg \u2013 Ein kleiner Beitrag zur absolut-chronologischen Einordnung eines floralen Ornamenttyps S. 302 \" rel=\"footnote\">1<\/a><\/sup> Da aus dem Grab an Knochen nur ein kleinen St\u00fccks des Unterarms erhalten war an dem sich Ring befand, lassen sich weder Aussagen \u00fcber das Geschlecht, noch \u00fcber die Frage ob es der linke oder rechte Arm war treffen. Jedoch besteht der Ring aus Bronze und stellt somit ein einfacheres Modell dar.<\/p>\n\n\n\n<p>Muhl f\u00fchrt aber zum Vergleich einen \u00e4hnlichen Armreif an, \u00fcber den ich leider keine weiteren Informationen fand, der aber aus dem Gr\u00e4berfeld von Looveen (Wijster, NL) und der gesichert aus einem Frauengrab stammt.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein weiterer geschlossener Armreif, dessen Original ebenfalls verschollen ist, stammt aus Domburg. Eine Kopie befindet sich im Besitzt des ehemaligen RGZM.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><a href=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.tribur.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Armreif1.jpg?ssl=1\"><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"800\" height=\"525\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.tribur.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Armreif1.jpg?resize=800%2C525&#038;ssl=1\" alt=\"\" class=\"wp-image-33723\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.tribur.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Armreif1.jpg?w=800&amp;ssl=1 800w, https:\/\/i0.wp.com\/www.tribur.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Armreif1.jpg?resize=300%2C197&amp;ssl=1 300w, https:\/\/i0.wp.com\/www.tribur.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Armreif1.jpg?resize=768%2C504&amp;ssl=1 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Armreife mit Scharnier: links oben ( Nr2) Habsburg. (Abb. aus J. Werner&nbsp; Fr\u00fchkarolingische Silberohringe von Rastede (Oldenburg) , darunter Truchtlaching (Abb. aus G. Haselhoff, Der Tassilokelch ), rechts Armreif aus dem Reno bei Bologna (Abb. aus M. Schulze D\u00f6rlamm, Zeugnisse der Selbstdarstellung von weltlichen und geistlichen Eliten der Karolingerzeit (751-911) in Aufstieg und Untergang)<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Auch die Scharnierarmreife sind d\u00fcnn ges\u00e4t. Am bekanntesten ist sicherlich der im Tassilokelchstil verzierte Reif aus Truchtlaching. Dieser besteht aus vergoldeter Bronze, wie generell die meisten Armreife. Seltener sind Armreife aus vergoldetem Silber<sup id=\"rf2-33720\"><a href=\"#fn2-33720\" title=\" M. Schulze D\u00f6rlamm, Zeugnisse der Selbstdarstellung von weltlichen und geistlichen Eliten der Karolingerzeit (751-911) in Aufstieg und Untergang, S171 \" rel=\"footnote\">2<\/a><\/sup> Ein weiteren, ebenso im Tassilokelstil stammt aus dem Umfeld der sp\u00e4teren Habsburg in der Schweiz. Er soll sich vor dem Zweiten Weltkrieg im Museum im schweizerischen Landesmuseum in&nbsp; Z\u00fcrich befunden haben, jedoch konnte ich unter der mir verf\u00fcgbaren Inventarnummer ( Inv. 11333) den Verbleib nicht verifizieren.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein dritter Armreif, wohl der Eindrucksvollste, weil aus purem Gold und sehr massiv, stammt als Flu\u00dffund aus dem Reno bei Bologna. Auch er ist im Tassilokelchstil verziert. Er wurde leider im 19. Jahrhundert gestohlen und nicht wiedergefunden. Witziger Weise hielt man ihn bei seiner Entdeckung im 18. Jahrhundert f\u00fcr ein etruskisches Fundst\u00fcck\u2026<\/p>\n\n\n\n<p>Wir scheinen also zwei Gruppen unterscheiden zu k\u00f6nnen. Der geschlossene Armreif, der von Frauen getragen wurde, und der sich \u00d6ffnende f\u00fcr M\u00e4nner von hohem Rang. Dabei sollte bedacht werden, dass der \u00f6ffnende Ring sich enger um das Handgelenk schlie\u00dfen l\u00e4sst als einen, den man \u00fcber das Handgelenk streift. (Das k\u00f6nnte noch einen Grund haben)<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">&nbsp;Textquellen<\/h2>\n\n\n\n<p>Die Textquellen zu den Armreifen sind d\u00fcnn gestreut zeichnen aber ein recht eindeutiges Bild. Karl der Gro\u00dfe soll Armreife an verdiente Untergebene schwere, goldene, mit Edelsteinen verzierte Armreife verliehen haben.<sup id=\"rf3-33720\"><a href=\"#fn3-33720\" title=\" M. Schulze D\u00f6rlamm, Zeugnisse der Selbstdarstellung von weltlichen und geistlichen Eliten der Karolingerzeit (751-911) in Aufstieg und Untergang, S171 nach Hibernici exulis et Bernowini Carmina III, Versus Karoli Imperatoris V. 94-98. MGH Poetae latinae I, 399. \u2013 Hardt 2004, 242 \" rel=\"footnote\">3<\/a><\/sup> Auch soll Guthred 883 bei als Zeichen seiner K\u00f6nigsw\u00fcrde bei seiner Kr\u00f6nung zum K\u00f6nig von Northumbria einen goldenen Armreif an den rechten Arm angelegt bekommen haben<sup id=\"rf4-33720\"><a href=\"#fn4-33720\" title=\" J. Werner, Der goldene Armreif des Frankenk\u00f6nigs Childerich und die germanischen Handgelenksringe der j\u00fcngeren Kaiserzeit S.7 \" rel=\"footnote\">4<\/a><\/sup><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Ein Blick zur\u00fcck<\/h2>\n\n\n\n<p>Armreife als Kleidungst\u00fcck von M\u00e4nnern begegnen uns schon eine geraume Zeit lang immer wieder und das aus verschiedenen Kulturkreisen. Hier ist der Kolbenarmreif des Childerich aus seinem Grab in Tournai wohl am interessantesten. Joachim Werner stellte zu den merowingischen Armreifen die Theorie auf, das diese aus Byzantinischen Solidi gegossen wurden, da sich das Gewicht in etwa mit einem Vielfachen des Solidus deckt. Im Fall des Armreifes des Childerich musste man das Gewicht rechnerisch ermitteln, da auch dieses St\u00fcck nicht mehr existiert, weil gestohlen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Man ermittelte ein Gewicht von ca. 300g, was in etwa 67 Solidi mit 301,5g entsprechen w\u00fcrde.<sup id=\"rf5-33720\"><a href=\"#fn5-33720\" title=\" J. Werner , Der goldenen Armring des Frankenk\u00f6nigs Childerich und die germanischen Handgelenksringe der j\u00fcngeren Kaiserzeit, S.6 \" rel=\"footnote\">5<\/a><\/sup><\/p>\n\n\n\n<p>Werner geht nicht davon aus das die Armringe des 5. Jahrhunderts, wie der von Childerich, als Notgroschen dienten, wie man es etwa von den Silberarmringen der Nordm\u00e4nner vermutet (Hacksilber). Er sieht sie als Statussymbol seiner Herrschaft. Dabei bemerkte er, dass der Armring so eng gefertigt war das er nicht abgestreift werden konnte. Er h\u00e4tte vielmehr aufgebogen werden m\u00fcssen, um ihn vom rechten Handgelenk zu bekommen. Doch mit dem Aufbiegen w\u00e4re das weiche Gold derart deformiert worden, dass es nicht wieder sch\u00f6n zusammen gebogen werden konnte. Man h\u00e4tte den Armreif neu schmieden oder gie\u00dfen m\u00fcssen, so zumindest Werner.<sup id=\"rf6-33720\"><a href=\"#fn6-33720\" title=\" J. Werner , Der goldenen Armring des Frankenk\u00f6nigs Childerich und die germanischen Handgelenksringe der j\u00fcngeren Kaiserzeit, S.6\/7 \" rel=\"footnote\">6<\/a><\/sup><\/p>\n\n\n\n<p>Funde von zwei Armreifen kommen hingegen bei germanischen Gruppen nur in Frauengr\u00e4bern vor, diese waren jedoch im Gegensatz zum Childerich Armreif abnehmbar.<\/p>\n\n\n\n<p>Aber bereits vor Childerich und seinem Armreif finden sich germanische Armreife aus dem 3. Jahrhundert, die ebenfalls so eng waren das si nicht abgestreift werden konnten, so etwa bei dem Gr\u00e4berfeld von Himling\u00f6je (M\u00e4nnergrab 1894). Dieser z\u00e4hlt jedoch nicht zu den Kolbenarmingen, wie der von Childerich, sondern zu den Tierkopfarmringen. \u00c4hnliche Armringe reichen nach Osten bis nach Schlesien (Zakrzow, ehemals Sakrau )&nbsp; und in die Slowakei (Ostroviany) hinein.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Interessant ist das im dem Sakrauer Grab mit Armring, der einem Kind angelegt war, ebenfalls ein r\u00f6mischer Offiziersg\u00fcrtel befand. In einem anderen Grab ein r\u00f6mischer Klapptisch.<sup id=\"rf7-33720\"><a href=\"#fn7-33720\" title=\" J. Werner , Der goldenen Armring des Frankenk\u00f6nigs Childerich und die germanischen Handgelenksringe der j\u00fcngeren Kaiserzeit, S.23 \" rel=\"footnote\">7<\/a><\/sup><\/p>\n\n\n\n<p>Eine weitere Gruppe von Armringen , die aber wieder abgelegt werden konnte sind die spiralf\u00f6rmigen Schlangenkopfarmringe die als Opferfunde und Grabfunde \u00fcberliefert sind und von Schweden \u00fcber D\u00e4nemark bis ins Weichselgebiet bis nach Mitteldeutschland reichen. Ihre stilistische Spur, so Werner, f\u00fchrt nach Pannonien und von dortaus direkt ins R\u00f6mische Reich.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Dort wurden sogenannte Armilla, auch von R\u00f6mern getragen. Sie wurden als Abzeichen, \u00e4hnlich einem Orden, f\u00fcr milit\u00e4rische Eins\u00e4tze verliehen. Diese wurden aber auch paarweise getragen im Gegensatz zu den germanischen Armreifen.<\/p>\n\n\n\n<p>&nbsp;Einfachen Auxilliartruppen, wie sie die Germanen stellten, wurden die Armilla nicht verliehen, aber zumindest deren germanischen Offizieren.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Jedoch wurden die Armilla auch abgelegt und meist nur bei Paraden angelegt, eben genauso wie heutige Orden. Genau das scheint bei Childerichs Armreif ja nicht der Fall gewesen zu sein.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Werner nimmt an das die ersten Armreife bei den Germanen f\u00fcr Verdienste an deren Heerf\u00fchrer verliehen wurden, diese nahmen sie mit in ihre Heimat und opferten oder trugen sie weiter. Sie entwickelten sich zu einem Statussymbol f\u00fcr ihren Tr\u00e4ger, die Stammesf\u00fchrer und wurden somit ein Symbol ihrer Macht.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Fazit<\/h2>\n\n\n\n<p>Demnach h\u00e4tte sich die Sitte des Armreifens als Zeichen der Herrschaftsw\u00fcrde, wie ihn auch Childerich trug, bis in die Zeit der Karolinger hin erhalten. Auch die Form als eng anliegender Reif scheint beibehalten worden zu sein, jedoch mit der Option den Ring jeder Zeit abnehmen zu k\u00f6nnen, wovon Scharniere und Verschluss zeugen.<\/p>\n\n\n\n<p>Entwickelt aber scheint sich&nbsp; die Sitte des Armreifs als Herrschafts- und Statuszeichen aus der des r\u00f6mischen Armilla. Die Funktion, das der Armreif nicht nur Herrschaftssymbol war, sondern auch wieder, wie in r\u00f6mischer Zeit, als Auszeichnung verliehen wurde ist wahrscheinlich aus dem galloromanischen Raum zur\u00fcckgekehrt und wurde wiederbelebt, wenn er denn dort \u00fcberhaupt v\u00f6llig verschwunden war.&nbsp;<\/p>\n<hr class=\"footnotes\"><ol class=\"footnotes\" style=\"list-style-type:decimal\"><li id=\"fn1-33720\"><p > A. Muhl, Der karolingerzeitliche Armreif aus Biere bei Magdeburg \u2013 Ein kleiner Beitrag zur absolut-chronologischen Einordnung eines floralen Ornamenttyps S. 302 &nbsp;<a href=\"#rf1-33720\" class=\"backlink\" title=\"Return to footnote 1.\">&#8617;<\/a><\/p><\/li><li id=\"fn2-33720\"><p > M. Schulze D\u00f6rlamm, Zeugnisse der Selbstdarstellung von weltlichen und geistlichen Eliten der Karolingerzeit (751-911) in Aufstieg und Untergang, S171 &nbsp;<a href=\"#rf2-33720\" class=\"backlink\" title=\"Return to footnote 2.\">&#8617;<\/a><\/p><\/li><li id=\"fn3-33720\"><p > M. Schulze D\u00f6rlamm, Zeugnisse der Selbstdarstellung von weltlichen und geistlichen Eliten der Karolingerzeit (751-911) in Aufstieg und Untergang, S171 nach Hibernici exulis et Bernowini Carmina III, Versus Karoli Imperatoris V. 94-98. MGH Poetae latinae I, 399. \u2013 Hardt 2004, 242 &nbsp;<a href=\"#rf3-33720\" class=\"backlink\" title=\"Return to footnote 3.\">&#8617;<\/a><\/p><\/li><li id=\"fn4-33720\"><p > J. Werner, Der goldene Armreif des Frankenk\u00f6nigs Childerich und die germanischen Handgelenksringe der j\u00fcngeren Kaiserzeit S.7 &nbsp;<a href=\"#rf4-33720\" class=\"backlink\" title=\"Return to footnote 4.\">&#8617;<\/a><\/p><\/li><li id=\"fn5-33720\"><p > J. Werner , Der goldenen Armring des Frankenk\u00f6nigs Childerich und die germanischen Handgelenksringe der j\u00fcngeren Kaiserzeit, S.6 &nbsp;<a href=\"#rf5-33720\" class=\"backlink\" title=\"Return to footnote 5.\">&#8617;<\/a><\/p><\/li><li id=\"fn6-33720\"><p > J. Werner , Der goldenen Armring des Frankenk\u00f6nigs Childerich und die germanischen Handgelenksringe der j\u00fcngeren Kaiserzeit, S.6\/7 &nbsp;<a href=\"#rf6-33720\" class=\"backlink\" title=\"Return to footnote 6.\">&#8617;<\/a><\/p><\/li><li id=\"fn7-33720\"><p > J. Werner , Der goldenen Armring des Frankenk\u00f6nigs Childerich und die germanischen Handgelenksringe der j\u00fcngeren Kaiserzeit, S.23 &nbsp;<a href=\"#rf7-33720\" class=\"backlink\" title=\"Return to footnote 7.\">&#8617;<\/a><\/p><\/li><\/ol>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bei den karolingischen Armreifen handelt es sich um ein oftmals ignoriertes Schmuckst\u00fcck. 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