{"id":33610,"date":"2024-03-05T20:12:21","date_gmt":"2024-03-05T19:12:21","guid":{"rendered":"http:\/\/www.tribur.de\/blog\/?p=33610"},"modified":"2024-03-05T20:12:24","modified_gmt":"2024-03-05T19:12:24","slug":"karolingische-bildung-teil-iii-das-lehrprogramm","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.tribur.de\/blog\/2024\/03\/05\/karolingische-bildung-teil-iii-das-lehrprogramm\/","title":{"rendered":"Karolingische Bildung &#8211; Teil III &#8211; Das Lehrprogramm"},"content":{"rendered":"\n<p>Viel wurde f\u00fcr den Unterricht der Sch\u00fcler nicht ben\u00f6tigt. Unverzichtbares Utensil eines Sch\u00fclers aber waren eine Wachstafel mit Stylus (<em>graphium<\/em>). W\u00e4hrend des Unterrichts konnten auch Papyrus (carta)&nbsp; als \u00dcbungsmaterial und f\u00fcr grobe Vorarbeiten, oder aber Rinde, wenn Papyrus nicht verf\u00fcgbar war, verwendet werden.<sup id=\"rf1-33610\"><a href=\"#fn1-33610\" title=\" P. Rich\u00e9, Education and Culture in the Barbarian West S 460 \" rel=\"footnote\">1<\/a><\/sup> Daneben gab es eine Vielzahl von B\u00fcchern, wie etwa der in letzter Zeit von mir des \u00d6fteren erw\u00e4hnten Boethius, die Enzyklop\u00e4die des Isidor von Sevilla, Cassiodors Lehrbuch zur Grammatik, die zeitlich sp\u00e4teren Werke Beda Venerabilis oder Aratea Handschriften , computistische Sammelhandschriften und viele mehr.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>B\u00fccher wie die des&nbsp; Boethius, des Symmachus oder des Cassiodor hatten versucht dem Wissensverlust im Westr\u00f6mischen Reich entgegenzuwirken und Sammelhandschriften mit dem Wissen ihrer Zeit angelegt. Diese Handschriften waren nun die Grundlage f\u00fcr den Unterricht in den Sieben freien K\u00fcnsten.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Die K\u00fcnste als F\u00e4cher<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Im Kapitular von 789 war das Lesen und Schreiben von, bzw mittels&nbsp; Psalmen (psalmos), Schriftzeichen (notas) , Ges\u00e4ngen (cantus), Zeitrechnung bzw. Zeitberechnung (compotum)&nbsp; und Grammatik (grammaticam) als zu lehrende \u201cF\u00e4cher\u201d festgelegt worden.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Die Psalmen waren im Mittelalter eines der wichtigsten B\u00fccher der Bibel. Oftmals als eigenes Buch abgeschrieben (Psalterium, z.B. Stuttgarter Psalter ) fanden sie gro\u00dfe Verbreitung. Es bot sich an, genau diese biblischen Texte als Grundlage&nbsp; der Wissensvermittlung des Lateinischen zu nutzen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Bei den F\u00e4chern selbst greift man auf eine abgespeckte Variante der klassischen sieben freien K\u00fcnste zur\u00fcck, wobei man diese neu arrangiert, zusammenfasst und erg\u00e4nzte.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Die Sieben freie K\u00fcnste<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die sieben freien K\u00fcnste gliedern sich in zwei Abteilungen. Da ist zun\u00e4chst das Trivium mit den drei F\u00e4chern, bzw. den drei K\u00fcnsten der&nbsp; Grammatik, Rhetorik und Dialektik. Vereinfacht ist dies der sprachliche Teil der K\u00fcnste<\/p>\n\n\n\n<p>Zweiter Teil ist das Quadrivium mit den mathematischen F\u00e4chern oder K\u00fcnsten: der Arithmetik, der Geometrie, die Musik und der Astronomie.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Die 789 geforderten F\u00e4cher und ihre Stellung innerhalb der K\u00fcnste<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p><strong>Die Aufnahme von Ges\u00e4ngen (cantus)<\/strong>&nbsp; in den Lehrplan entspricht der Musik im Quadrivium. Im Quadrivium ist dabei nicht einfach Singen gemeint. Vielmehr geht es dabei auch um Musiktheorie, um Intervalle und \u00e4hnliches. Aus diesem Grund wird auch die Musik&nbsp; zum mathematischen Quadrivium gez\u00e4hlt. &nbsp; Hier gibt es eine \u00dcberschneidung mit den zu lernenden <em>Nota, <\/em>dem Kurzschriftsystem. Denn dieses wurde auch zur \u201cNotation\u201d&nbsp; der T\u00f6ne verwendet!&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Die Forderung \u201ccompotum\u201d<\/strong> zu lehren, gemeint ist hier in allererster Linie die Berechnung des korrekten Ostertermins innerhalb des Kalenderjahres, nutzt dabei gleich mehrere F\u00e4cher des Quadriviums. Es kommen sowohl die Astronomie als auch die Arithmetik zum Tragen. Das Ganze ist nicht wirklich einfach, wer sich das mal durchlesen will kann das gerne bei Wikipedia mal tun ( Link : <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Computus_(Osterrechnung)\">https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Computus_(Osterrechnung)<\/a> )<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Grammatik zu lehren<\/strong>, besteht aus der Notwendigkeit dem Sch\u00fcler nicht nur Lesen, sondern auch Schreiben beizubringen. Und zwar korrektes Schreiben. Dieses Fach \u00fcberschneidet sich wieder mit den geforderten Notae, die ebenfalls einer Grammatik ben\u00f6tigen, da sie ja nur eine Kurzschrift sind.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Tironische Noten bzw notae:&nbsp;<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die Karolinger verwendeten tironische Noten in Urkunden, zur platzsparenden Abschrift von Dokumenten oder um platzsparend Kommentare in Handschriften an die R\u00e4nder zu schreiben.&nbsp;In der franz\u00f6sischen Nationalbibliothek befindet sich z.B. unter der Signatur MS Lat. 13160 auch einer von sechs kompletten Psaltern in tironischen Noten.&nbsp;<sup id=\"rf2-33610\"><a href=\"#fn2-33610\" title=\" &lt;a href=&quot;https:\/\/gallica.bnf.fr\/ark:\/12148\/btv1b90726050\/f2.planchecontact&quot;&gt;https:\/\/gallica.bnf.fr\/ark:\/12148\/btv1b90726050\/f2.planchecontact&lt;\/a&gt; \" rel=\"footnote\">2<\/a><\/sup><\/p>\n\n\n\n<p>Mit&nbsp; diesen erlernten F\u00e4chern war dem Sch\u00fcler bereits ein immenses Basiswissen mitgegeben worden, dessen Grundlage in der Religion lag.&nbsp; Alleine mit diesem Wissen war f\u00fcr jeden die Basis geschaffen worden, etwa die Stelle eines einfachen Landpriesters perfekt bedienen zu k\u00f6nnen. Das dieses Wissen daf\u00fcr vollkommen ausgereicht h\u00e4tte, zeigt sich in sp\u00e4teren Beschwerden und etwa der Synode von 895 in Tribur, bei der auch das mangelnde Wissen der einfachen Priester ein Thema sein wird, bei dem nicht einmal diese Anforderungen erf\u00fcllt werden.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Das erweiterte Programm an den Kloster- und Domschulen<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Man k\u00f6nnte diese F\u00e4cher in etwa mit einer Art Unterstufe oder Grundschule verstehen, die allen m\u00e4nnlichen Personen angedacht war. Dem Adel jedoch, der vielleicht einmal in diplomatische Dienste treten sollte, oder aber auch ein hohes Amt in der Kirche versehen w\u00fcrde, war dagegen das volle Programm der sieben K\u00fcnste angedacht.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Wobei auch hier unterschieden werden muss.Das Trivium bildete die Grundlage des erweiterten Unterrrichts. Das Quadrivium wurde dann wiederum nur von den gr\u00f6\u00dften und leistungsf\u00e4higsten Schulen unterrichtet.&nbsp;<sup id=\"rf3-33610\"><a href=\"#fn3-33610\" title=\" F.-M. Konrad, Geschichte der Schule, Die Dom- und Klosterschule des hohen Mittelalters \" rel=\"footnote\">3<\/a><\/sup><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Das Trivium<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Grundlage des Triviums war die <strong>Grammatik<\/strong>, womit in diesem Fall das systematische Studium des Lateinischen gemeint ist.&nbsp; Es ging dabei nicht um ein&nbsp; Verst\u00e4ndnis der Texte, um diese etwa kritisch zu hinterfragen. Es ging&nbsp; tats\u00e4chlichum stupides lernen der Texte. Wichtiges Element der Grammatik war aber auch damit verbunden das Erlernen der Rechtschreibung.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>War die Grammatik abgeschlossen, baute darauf die <strong>Rhetorik<\/strong> auf.&nbsp;War in der Antike noch das Schreiben ausgefeilter politischer Reden Teil der Rhetorik, war inzwischen das Verfassen von Urkunden und Korrespondenzen nach festen Vorgaben entscheidender. Zudem sollte dem ge\u00fcbten Schreiber auch vertragliche Fallstricke und Hinterhalte offenbar werden.&nbsp;Dennoch war die klassische Rethorik der Antike nicht verloren. So beruft sich Einhard auf Cicero, w\u00e4hrend die ganze Vita Caroli Magni von den Kaiserbiographien Suetons inspiriert ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Als letztes Fach des Triviums folgte noch die <strong>Dialektik<\/strong>. Dem Sch\u00fcler sollte \u201cdie Verschlagenheit der Ketzer selbst durchschauen lernen und im Stande sein, die gef\u00e4hrlichen Trugschl\u00fcsse derselben zu widerlegen\u201d&nbsp;<sup id=\"rf4-33610\"><a href=\"#fn4-33610\" title=\" F.-M. Konrad, Geschichte der Schule, Die Dom- und Klosterschule des hohen Mittelalters \" rel=\"footnote\">4<\/a><\/sup> Dabei ist die Dialektik eng mit der Rhetorik verwandt. Im Grunde handelt es sich um Argumentieren in der Diskussion. Die Dialektik wird im 12. Jahrhundert unter Denkern wie Petrus Abaelardus ( Pierre Abaillard ) ein wesentlich bedeutenderes Fach.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Das Quadrivium<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die vier F\u00e4cher des Quadriviums sind die Kr\u00f6nung der Ausbildung. Dabei bauen auch hier die F\u00e4cher aufeinander auf.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Ausbildung beginnt mit der <strong>Arithmetik<\/strong>, also Mathematik im Allgemeinen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Um selbst zu Rechnen gab es mehrere M\u00f6glichkeiten, wie dies ausgef\u00fchrt werden konnte. Eine M\u00f6glichkeit war das Fingerrechnen, das f\u00fcr Addition und Subtraktion vollkommen ausreichte. Dabei geht es nicht darum 3 Finger der linken Hand und 4 Finger der rechten Hand zusammen zu z\u00e4hlen und 7 zu erhalten, sondern es gibt ganz komplexe Finger- und Handstellungen f\u00fcr Einer, Zehner, Hunderter usw.&nbsp; ( 1 ist den kleinen Finger der linken Hand einknicken, bei der 7 wird der kleinen Finger m\u00f6glichst weit auf die Handfl\u00e4che gebogen, 10 ist den Zeigefinger zum Daumen einknicken usw. ) Optisch muss ein schneller Rechner wohl wie eine Naruto Jutsu ausgesehen haben\u2026&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>\u00dcberliefert ist uns das Fingerrechenen unter anderem durch Beda Venerabilis (+735), einem angels\u00e4chsischen Benediktiner. In seinem Buch \u201cDe temporum ratione\u201d, einem Standardwerk zur Osterberechnung, erkl\u00e4rt Beda bereits im ersten Kapitel die Fingerstellungen. Dieses Buch geh\u00f6rte auch zur Ausstattung der Schulen.&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Unklar ist die Verwendung des Abakus. Der Abakus l\u00e4sst sich erst im 10. Jahrhundert im kl\u00f6sterlichen Umfeld nachweisen, doch wurde der Abakus bereits seit Jahrtausenden genutzt. Die R\u00f6mer nutzten den kleinen Hand-Abakus, der \u00fcberall mit hin genommen werden konnte und f\u00fcr Ingenieure unverzichtbar war. Einige wenige Exemplare haben bis in heutige Zeit \u00fcberlebt. Und zwar nicht weil sie korrodiert aus dem Boden gezogen worden w\u00e4ren, sondern weil Gelehrte sie verwahrten.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Eine weitere M\u00f6glichkeit des Rechnens war das Rechnen auf dem Rechenbrett bzw. das Rechnen auf Linien, das erstmals nachweislich im 10. Jahrhundert durch Gerbert von Aurillac, dem sp\u00e4teren Papst Silvester II. eingesetzt worden war<sup id=\"rf5-33610\"><a href=\"#fn5-33610\" title=\" S. Wintermantel , Die Zahlen aus der Baubeschreibung der Chronik von Saint-B\u00e9nigne in Dijon, S.20 \" rel=\"footnote\">5<\/a><\/sup>. Doch auch dieses war bereits den R\u00f6mern bekannt.<sup id=\"rf6-33610\"><a href=\"#fn6-33610\" title=\" Es gibt einige Quellen, im Internet beispielsweise hier: &lt;a href=&quot;https:\/\/www.scheuerer-ingolstadt.de\/muspaed\/mp-rechenbrett.htm&quot;&gt;https:\/\/www.scheuerer-ingolstadt.de\/muspaed\/mp-rechenbrett.htm&lt;\/a&gt; , die das Rechenbrett erst in die Zeit der Kreuzz\u00fcge versetzen und es damit n\u00e4her in die Zeit von Adam Ries verschieben, der es sp\u00e4ter propagierte. Doch scheint diese Beliebheit in Wellen zu verlaufen \" rel=\"footnote\">6<\/a><\/sup>&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Ein Rechenbrett war aber nicht zwingend von N\u00f6ten. Man konnte sich die Linien in den Boden ritzen und ein paar Steinchen in den Feldern verschieben.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Diese Rechenvarianten mit dem Abakus und dem Rechenbrett sind nun im 9. Jahrhundert nicht nachweisbar. Es gibt Vermutungen das Wissen sei f\u00fcr 200 &#8211; 300 Jahre verloren gegangen um dann wieder aufzutauchen. Andere gehen davon aus dass weiterhin genutzt wurde.<sup id=\"rf7-33610\"><a href=\"#fn7-33610\" title=\" A.E. Denkmayr, Sage, wer es kann\u2026 Bildung im Fr\u00fchmittelalter am Beispiel der Vermittlung mathematischen Wissens zur Zeit Karls des Gro\u00dfen&nbsp;S87 \" rel=\"footnote\">7<\/a><\/sup><\/p>\n\n\n\n<p>Auch die heute so gehassten Textaufgaben gab es bereits. Im Propositiones ad acuendos iuvenes ( Aufgaben zur Sch\u00e4rfung des Geistes der Jugend), die Alkuin zugeschrieben wird, finden sich zahlreiche Textaufgaben. Neben der Version wie man mit einem Boot Wolf, Ziege und Kohlkopf \u00fcber den Fluss bringt, wobei nur eine weiteres Tier oder Gegenstand im Boot platz findet und Ziege nicht mit dem Kohl und der Wolf nicht mit der Ziege alleine gelassen werden darf, gibt es noch weitere Varianten dieses Problems. Dann gibt es eine Aufgabe in denen ein Mann mit 100 Denaren 100 Schweine kaufen soll, wobei ein Eber 10 Denare, eine Sau 5 Denare und 2 Ferkel einen Denar kosten. (L\u00f6sung: 1x Eber, 9 S\u00e4ue und 45 Paar Ferkel)&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Wer m\u00f6cht kann sich darin gerne \u00fcben, ich habe eine englische Version mit L\u00f6sungen der R\u00e4tsel gefunden : <a href=\"https:\/\/mathshistory.st-andrews.ac.uk\/HistTopics\/Alcuin_book\/\">Alcuin&#8217;s book &#8211; MacTutor History of Mathematics (st-andrews.ac.uk)<\/a> Viel Spa\u00df!<\/p>\n\n\n\n<p>Die Fortsetzung bildet die<strong> Geometrie<\/strong>, bzw. die Euklidische Geometrie. Boethius bezeichnet die Geometrie als die Lehre von unbeweglichen Gr\u00f6\u00dfen,<sup id=\"rf8-33610\"><a href=\"#fn8-33610\" title=\" A.E. Denkmayr, Sage, wer es kann\u2026 Bildung im Fr\u00fchmittelalter am Beispiel der Vermittlung mathematischen Wissens zur Zeit Karls des Gro\u00dfen&nbsp;S25 \" rel=\"footnote\">8<\/a><\/sup> und stellt sie damit der Astronomie als Lehre von beweglichen Gr\u00f6\u00dfen gegen\u00fcber.&nbsp;F\u00fcr einen Baumeister (Architekten),&nbsp; Landvermesser, oder wer auch nur im entferntesten mit geometrischen Figuren zu tun hatte, war die Geometrie unerl\u00e4sslich.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Es folgt die <strong>Musik<\/strong>. Jedoch ging es bei der Musik nicht ums Musizieren. Musiker wurden als Handwerker gesehen und als solche wurden diese den <em>Artes mechanicae<\/em>, den praktischen K\u00fcnsten, zugerechnet.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Vielmehr befasste sich die Musik im Quadrivium mit der Musiktheorie nach dem Vorbild der Musiktheorie des antiken Griechenlands.&nbsp;&nbsp;Diese befasste sich mit Oktaven, Quinte, Quarte, der Konsonanz usw. also Sachen die sich mathematisch berechnen lassen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Das Quadrivium endet mit der <strong>Astronomie<\/strong>. Zwar beinhaltet die Astronomie auch Astrologie, aber im fr\u00fchen Mittelalter war wieder die Berechnung des Ostertermins ein ausschlaggebender Faktor, denn hierf\u00fcr waren die Mondphasen, bzw. der erste Vollmond nach Fr\u00fchlingsbeginn wichtig.&nbsp;Aber auch sonst befasste man sich mit Gestirnen und Sternbildern. Davon zeugt Beispielsweise der Leidener Aratea, auch wenn es sich dabei um eine Kopie einer sp\u00e4tantiken Vorlage handelte.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Urspr\u00fcnglich wollte ich an dieser Stelle noch versuchen deutsche \u00dcbersetzungen der Lehrb\u00fccher zu finden, aber entweder sind die hinter Paywalls, oder online erst gar nicht verf\u00fcgbar\u2026<\/p>\n<hr class=\"footnotes\"><ol class=\"footnotes\" style=\"list-style-type:decimal\"><li id=\"fn1-33610\"><p > P. Rich\u00e9, Education and Culture in the Barbarian West S 460 &nbsp;<a href=\"#rf1-33610\" class=\"backlink\" title=\"Return to footnote 1.\">&#8617;<\/a><\/p><\/li><li id=\"fn2-33610\"><p > <a href=\"https:\/\/gallica.bnf.fr\/ark:\/12148\/btv1b90726050\/f2.planchecontact\">https:\/\/gallica.bnf.fr\/ark:\/12148\/btv1b90726050\/f2.planchecontact<\/a> &nbsp;<a href=\"#rf2-33610\" class=\"backlink\" title=\"Return to footnote 2.\">&#8617;<\/a><\/p><\/li><li id=\"fn3-33610\"><p > F.-M. Konrad, Geschichte der Schule, Die Dom- und Klosterschule des hohen Mittelalters &nbsp;<a href=\"#rf3-33610\" class=\"backlink\" title=\"Return to footnote 3.\">&#8617;<\/a><\/p><\/li><li id=\"fn4-33610\"><p > F.-M. Konrad, Geschichte der Schule, Die Dom- und Klosterschule des hohen Mittelalters &nbsp;<a href=\"#rf4-33610\" class=\"backlink\" title=\"Return to footnote 4.\">&#8617;<\/a><\/p><\/li><li id=\"fn5-33610\"><p > S. Wintermantel , Die Zahlen aus der Baubeschreibung der Chronik von Saint-B\u00e9nigne in Dijon, S.20 &nbsp;<a href=\"#rf5-33610\" class=\"backlink\" title=\"Return to footnote 5.\">&#8617;<\/a><\/p><\/li><li id=\"fn6-33610\"><p > Es gibt einige Quellen, im Internet beispielsweise hier: <a href=\"https:\/\/www.scheuerer-ingolstadt.de\/muspaed\/mp-rechenbrett.htm\">https:\/\/www.scheuerer-ingolstadt.de\/muspaed\/mp-rechenbrett.htm<\/a> , die das Rechenbrett erst in die Zeit der Kreuzz\u00fcge versetzen und es damit n\u00e4her in die Zeit von Adam Ries verschieben, der es sp\u00e4ter propagierte. Doch scheint diese Beliebheit in Wellen zu verlaufen &nbsp;<a href=\"#rf6-33610\" class=\"backlink\" title=\"Return to footnote 6.\">&#8617;<\/a><\/p><\/li><li id=\"fn7-33610\"><p > A.E. Denkmayr, Sage, wer es kann\u2026 Bildung im Fr\u00fchmittelalter am Beispiel der Vermittlung mathematischen Wissens zur Zeit Karls des Gro\u00dfen&nbsp;S87 &nbsp;<a href=\"#rf7-33610\" class=\"backlink\" title=\"Return to footnote 7.\">&#8617;<\/a><\/p><\/li><li id=\"fn8-33610\"><p > A.E. Denkmayr, Sage, wer es kann\u2026 Bildung im Fr\u00fchmittelalter am Beispiel der Vermittlung mathematischen Wissens zur Zeit Karls des Gro\u00dfen&nbsp;S25 &nbsp;<a href=\"#rf8-33610\" class=\"backlink\" title=\"Return to footnote 8.\">&#8617;<\/a><\/p><\/li><\/ol>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Viel wurde f\u00fcr den Unterricht der Sch\u00fcler nicht ben\u00f6tigt. Unverzichtbares Utensil eines Sch\u00fclers aber waren eine Wachstafel mit Stylus (graphium). 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