{"id":32962,"date":"2023-01-19T17:25:43","date_gmt":"2023-01-19T16:25:43","guid":{"rendered":"http:\/\/www.tribur.de\/blog\/?p=32962"},"modified":"2023-01-19T17:25:47","modified_gmt":"2023-01-19T16:25:47","slug":"die-karolingische-armee-teil-ii-die-zeit-der-merowinger","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.tribur.de\/blog\/2023\/01\/19\/die-karolingische-armee-teil-ii-die-zeit-der-merowinger\/","title":{"rendered":"Die karolingische Armee &#8211; Teil II &#8211; Die Zeit der Merowinger"},"content":{"rendered":"\n<p>Es mag seltsam erscheinen bei der &#8222;karolingischen Armee&#8220; \u00fcber die Merowinger zu sprechen, aber von nicht kommt nichts. Auch mag es etwas unzusammenh\u00e4ngend erscheinen, aber es war mir wichtig auch eine Art von Grundlage  zu schaffen, wobei es mir wichtig ist die Br\u00fccke von der Sp\u00e4tantike unter den R\u00f6mern und dem Fr\u00fchmittelalter unter den Merowingern  zu schlagen. Man hat des \u00d6fteren das Gef\u00fchl das das irgendjemand schnipst und dann sind die R\u00f6mer weg und die Franken da.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Die Merowinger jenseits von &#8222;Waldgermanen&#8220;<\/h2>\n\n\n\n<p>Die Milit\u00e4rorganisation der Franken sch\u00f6pfte weniger aus der Kultur der \u201cWald-Germanen\u201d die Tacitus beschreibt, sondern griff direkt auf die Reformen des Westr\u00f6mischen Milit\u00e4rs zur\u00fcck die sich in B\u00fcchern wie dem De re Militari oder dem Stragemata wiederfinden. Diese sollten auch das gesamte Mittelalter hindurch elementar f\u00fcr Milit\u00e4rstrategien bleiben<sup id=\"rf1-32962\"><a href=\"#fn1-32962\" title=\" (( B.S. Bachrach Early Carolingian Warfare S51 \" rel=\"footnote\">1<\/a><\/sup><\/p>\n\n\n\n<p>So ist folgendene Beschreibung aus einigen Gr\u00fcnden mit Vorsicht zu genie\u00dfen:&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>554 stellt der Merowinger Teudebald eine gro\u00dfe Streitmacht aus Franken und Alamannen auf und will eine Invasion in Italien durchf\u00fchren. Agathias, ein byzantinischer Historiker, beschreibt dabei die Armee. So sollen die meisten ohne Brustpanzer und Beinschienen gewesen sein. Helme kamen kaum vor. Es wurden leinerne und lederne(!) Hosen getragen und das Pferd nutzten nur wenige. Sie trugen Schwert und Schild, sowie&nbsp; \u00c4xte mit doppeltem Blatt&nbsp; und den Ango. B\u00f6gen oder Schleudern als Fernwaffen nutzen sie dagegen nicht.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Der Einsatz des Ango wird ebenfalls beschrieben. Er durchschl\u00e4gt Schilde und kann nicht mehr herausgezogen, auf Grund der Widerhaken. Gleiches gilt bei Treffern auf K\u00f6rper. Genauso wie die Funktion des r\u00f6mischen Pilums. S24<\/p>\n\n\n\n<p>Agathias ist aber als Quelle nur bedingt geeignet. Als Byzantiner schreibt er aus einer &#8222;\u00fcberlegenen r\u00f6mischer Sichtweise\u201d und zeigt die Merowinger als Barbaren, vorallem wenn er auf Prokopios zur\u00fcckgreift und den Kriegern Lederhosen oder Doppel\u00e4xte, also Handwerks\u00e4xte in die Hand dr\u00fcckt.<sup id=\"rf2-32962\"><a href=\"#fn2-32962\" title=\" Leider \u00fcbersieht dies D. Nagel in seiner Diplomarbeit Die Entwicklung des fr\u00e4nkischen Heerwesens und die Expansionen des Frankenreichs unter Karl dem Gro\u00dfen \" rel=\"footnote\">2<\/a><\/sup> Agathius sieht in den Franken aber auch m\u00f6gliche Verb\u00fcndete f\u00fcr eine R\u00fcckeroberung Italiens durch Byzanz.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Die Franken waren unter den Merowingern mit r\u00f6mischen Taktiken und dem Aufbau des Milit\u00e4rs durchaus vertraut. So hatten die rechtsrheinischen Franken zwar an der Seite der Hunnen bei der Schlacht auf den Katalaunischen Feldern 451 gek\u00e4mpft, die linksrheinischen Salfranken waren aber <em>foederati<\/em> auf Seiten der R\u00f6mer gewesen.Childerich I stand den R\u00f6mern als <em>administrator<\/em> der Provinz Belgica Secunda zu diensten und wurde auch in einem Brief von Bischof Remigius von Reims als solcher angesprochen<sup id=\"rf3-32962\"><a href=\"#fn3-32962\" title=\" M. Becher, Chlodwig I S153 \" rel=\"footnote\">3<\/a><\/sup><\/p>\n\n\n\n<p>Es gibt Theorien, die vermuten, der fr\u00e4nkische Ango, der oben bereits erw\u00e4hnt wurde, habe sich aus dem Spiculum, dem r\u00f6mischen Nachfolger des Pilums, entwickelt. Es habe somit eine \u00dcbernahme von Waffen und den damit verbundenen Taktiken gegeben.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Sein Sohn Chlodwig I. war ein Warlord der auf die sp\u00e4tantike r\u00f6mische Tradition zur\u00fcckgriff und zum Honorarkonsul ernannt wurde<sup id=\"rf4-32962\"><a href=\"#fn4-32962\" title=\" J.Drauschke Diplomatie und Wahrnehmung im 6. und 7. Jahrhundert: Konstantinopel und die merowingischen K\u00f6nige S247 \" rel=\"footnote\">4<\/a><\/sup> . Teudebert I etwa richtete Circusspiele in Arles aus und erhielt dort das Recht, M\u00fcnzen nach r\u00f6mischen Vorbild zu schlagen. Drauschke nannte die Zeit eine <em>imitatio<\/em> der R\u00f6mischen Herrschaft<sup id=\"rf5-32962\"><a href=\"#fn5-32962\" title=\" vlg. J.Drauschke Diplomatie und Wahrnehmung im 6. und 7. Jahrhundert: Konstantinopel und die merowingischen K\u00f6nige S256 \" rel=\"footnote\">5<\/a><\/sup><\/p>\n\n\n\n<p>Die Definition einer Unterscheidung von r\u00f6mischer zu germanischer Kriegskunst, die Dellbr\u00fcck 1920 in Kriegskunst liefert, passte auf die Merowinger \u00fcberhaupt nicht mehr:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>Die Armee (der R\u00f6mer) k\u00e4mpfte in festen Schlachtordnungen, war in verschiedene Truppenteile gegliedert und verf\u00fcgte \u00fcber eine nach Kompetenzen und Dienstgraden aufgebaute F\u00fchrung. Als \u201egermanisch\u201c bezeichnet demgegen\u00fcber schon die \u00e4ltere Forschung Wertvorstellungen wie Treue, Gefolgschaft oder pers\u00f6nliche Freiheit au\u00dferdem das freie, manchmal sogar gleiche Eigentum aller Stammesmitglieder; ferner ungeordnete Kampftechniken wie der aus zehn bis hundert Personen bestehende Haufen<\/p>\n<cite>Zitiert nach M.L. Heckmann , R\u00f6mische Kriegsdeutung und r\u00f6mische Kriegsf\u00fchrung im Mittelalter S. 4 <\/cite><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Die Vorstellung des gleichen Eigentums war nicht mehr existent. L\u00e4ngst geh\u00f6rte dem K\u00f6nig zun\u00e4chst einmal alles ( siehe die Episode von Soisson im vergangen Teil ) und man hatte sich durchaus mit den Gallor\u00f6mern in der Belgica und dar\u00fcber hinaus arrangiert.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">In gallor\u00f6mischer Tradition<\/h2>\n\n\n\n<p>Sicherlich entstand eine solche Anpassung an die sp\u00e4tr\u00f6mischen Gepflogenheiten nicht einfach aus einer Laune heraus.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Gro\u00dfteil der Bev\u00f6lkerung, abgesehen von mittlerweile ans\u00e4ssigen germanischen Verb\u00e4nden, der eroberten Gebiete des fr\u00fchen Frankenreichs bestand\u00a0 aus Galloromanen, die sicherlich den Aufstand bei allzu gro\u00dfen Ver\u00e4nderungen geprobt h\u00e4tten. Bisch\u00f6fliche Di\u00f6zesen, die bald schon ein wichtiges R\u00fcckgrat bilden werden, entstanden aus r\u00f6mischen Finanzverwaltungsbezirken die von Kaiser Diokletian eingerichtet wurden und noch existierende Verwaltungsstrukturen wurden ohnehin zur Verwaltung genutzt .\u00a0<\/p>\n\n\n\n<p>Im Aquitaine gab es noch Garnisonen in St\u00e4dten nach r\u00f6mischen Vorbild. Das dort stationierte galloromanische Milit\u00e4r hatte noch immer einen Sonderstatus, wurde immer noch nach r\u00f6mischen Vorbild <em>milites<\/em> genannt und standen unter der F\u00fchrung eines <em>tribunus<\/em>. Und das bis ins 7. Jahrhundert hinein. <sup id=\"rf6-32962\"><a href=\"#fn6-32962\" title=\" B.S: Bachrach,  Military Organization in Aquitaine S4 \" rel=\"footnote\">6<\/a><\/sup><\/p>\n\n\n\n<p>Unter den sp\u00e4ten Merowingern kam es zu einer entscheidenden Ver\u00e4nderung des Milit\u00e4rs: Die Einf\u00fchrung lokaler Aufgebote, die dann unter den Karolingern zum R\u00fcckgrat der \u201cHeimatverteidigung\u201d werden, die allerdings kaum zum Einsatz kam, da Karl der Gro\u00dfe meist in der Offensive agierte. Das Vorbild hierf\u00fcr findet sich bereits um 440, als der r\u00f6mische Kaiser Valentinian III einen Erlass ver\u00f6ffentlichte, der zun\u00e4chst jedem dazu f\u00e4higen Bewohner der Stadt Rom zur Verteidigung derselben verpflichtet. Dies wurde immer weiter ausgeweitet, sodass auch Bauern und Sklaven f\u00fcr die Verteidigung trainiert wurden.<sup id=\"rf7-32962\"><a href=\"#fn7-32962\" title=\" B.S. Bachrach Early Carolingian Warfare S52ff \" rel=\"footnote\">7<\/a><\/sup><\/p>\n\n\n\n<p>Diese \u201cHeimatverteidigung\u201d die Bachrach nennt, sollte identisch sein mit der \u201cDenfensio Patriae\u201d der Karolingerzeit, die etwa im Vertrag von Meersen als <em>lantweri <\/em>(Landwehr, Landfolge ) bezeichnet ist.<sup id=\"rf8-32962\"><a href=\"#fn8-32962\" title=\" vgl. W. Goffart , Defensio Patriae as a carolingian military obligation \" rel=\"footnote\">8<\/a><\/sup>&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Verweise in Kleidung auf eine r\u00f6mische Tradition?<\/h2>\n\n\n\n<p>Grab 1 aus den Grabungen von St. Ulrich und Afra Augsburg zeigt m\u00f6glicherweise auch einen Verweis auf die \u00dcbernahme r\u00f6mischer Kleidung. Der Schuhmacher Martin Moser hatte eine Rekonstruktion der in Grab 1 gefundenen Stiefel angefertigt, wobei ihm auffiel, dass die Lederbinden, die den Schaft umwickeln, an einer Stelle eine schr\u00e4ge Naht aufwiesen. Da ein Teil der Schuhe vergangen ist l\u00e4sst sich aber nur schwer sagen wo diese Naht ansetze. in seiner Rekonstruktion setzt sie zwischen Sohle und Oberleder an. Somit gleicht der Schuh in seiner Art der Darstellung von r\u00f6mischen Calceus Senatorius, den Stiefeln r\u00f6mischer Senatoren. Zwar hatte der tote, namenlose, Bischoff auch Sporen mit im Grab, was die interpretation als Reiterstiefel wahrscheinlich macht, aber gleichzeit k\u00f6nnte er sich durchaus in der Tradition r\u00f6mischer Beamter gesehen haben, gingen doch die Di\u00f6zen aus der r\u00f6mischen Finanzverwaltung hervor.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Verwirrende Begriffe<\/h2>\n\n\n\n<p>Aber ein generelles Problem bei der Beurteilung des Milit\u00e4rs zu merowingischer Zeit ist ein Mangel an Textquellen, die direkte Strategien und Eins\u00e4tze beschreiben, sowie einige gelegentlich wiederkehrende Begriffe.<\/p>\n\n\n\n<p>Diese Begriffe sind s\u00e4mtlichst fr\u00e4nkischen Ursprungs die latinisiert wurden und in unterschiedlichsten Kontext Verwendung fanden. Dementsprechend unterscheiden sich die Interpretierungen ihrer Bedeutung. Bei den drei Begriffen handelt es sich <strong>Trustis\/Antrustis\/Antrustio<\/strong>nes, <strong>Leudes<\/strong> und <strong>Dructis<\/strong>.\u00a0<\/p>\n\n\n\n<p><em>trustis<\/em> erscheint zum Beispiel als <em>trustis domenica<\/em>, einer \u201cK\u00f6nigsgefolgschaft\u201d die eben auch als <em>antrustio<\/em> (einzelne Person) bzw. <em>antrustiones<\/em> (Mehrzahl)\u00a0 bezeichnet werden.<sup id=\"rf9-32962\"><a href=\"#fn9-32962\" title=\" H.Steuer Helm und Ringschwert &#8211; Prunkwaffen und Rangabzeichen germanischer Krieger S223 \" rel=\"footnote\">9<\/a><\/sup> Das Wort <em>trustis<\/em> selbst \u00fcbersetzt sich als Trost, findet sich aber auch im englischen trust (Vertrauen) wieder. Wenn man so will handelt es sich um trostspendene Vertraute, oder die Vertrauten, die einem in schweren Zeiten zur Seite stehen. Sie waren per Eid an den K\u00f6nig gebunden. Urspr\u00fcnglich entstammen sie den Freien, mit dem Capitulare I  wird dies aber aufgeweicht und die<em> trustis\/antrustiones<\/em> k\u00f6nnen auch aus dem Stand der Unfreien kommen. Ihr Wergeld betr\u00e4gt das dreifache des regul\u00e4ren Betrags.<\/p>\n\n\n\n<p>W\u00e4hrend nun Steuer und andere nun angeben die <em>trustis\/antrustiones<\/em> bef\u00e4nden sich nicht am K\u00f6nigshof sondern auf ihren Landg\u00fctern<sup id=\"rf10-32962\"><a href=\"#fn10-32962\" title=\" H.Steuer Helm und Ringschwert &#8211; Prunkwaffen und Rangabzeichen germanischer Krieger S225, und z.B. J.M. Wallace-Hadrill The long Haired Kings S32, dieser sieht den trustis als fr\u00e4nkische \u00dcbersetzung des comitatus des Tacitus\u00a0 \" rel=\"footnote\">10<\/a><\/sup> und ihre Verpflichtung liegen in der Hauptsache in Kriegsz\u00fcgen, sehen andere  in den <em>trustis\/antrustiones<\/em> einer k\u00f6niglichen Leibgarde der merowingischen K\u00f6nige.<sup id=\"rf11-32962\"><a href=\"#fn11-32962\" title=\" G.Halsall, Warfare and Society in the Barbarian West, 450-900\u00a0 S48 \" rel=\"footnote\">11<\/a><\/sup>\u00a0\u00a0<\/p>\n\n\n\n<p>Bachrach sieht dagegen die\u00a0 <em>pueri<\/em> als Leibgarde, wobei diese <em>pueri<\/em> sich aus <em>trustis<\/em> zusammensetzen k\u00f6nnten<sup id=\"rf12-32962\"><a href=\"#fn12-32962\" title=\" B.S. Bachrach, Merovingian Military Organisation S 124 \" rel=\"footnote\">12<\/a><\/sup> in denen andere aber wiederum unbewaffnete Dienstleute und Knechte sehen, die wiederum Halbfreie sein k\u00f6nnten<sup id=\"rf13-32962\"><a href=\"#fn13-32962\" title=\" L.Sarti, Charakteristik und gesellschaftliche Bedeutung von Waffentr\u00e4gern im merowingischen Gallien des 6. Jahrhunderts S20 \" rel=\"footnote\">13<\/a><\/sup><\/p>\n\n\n\n<p>In karolingischer Zeit scheinen diese <em>trustis<\/em> bzw. der <em>antrustiones<\/em> keine Rolle mehr zu spielen. Sie halten lediglich noch als Beispiel f\u00fcr Machtmi\u00dfbrauch fr\u00fcherer Zeiten her<sup id=\"rf14-32962\"><a href=\"#fn14-32962\" title=\" T.Reuter, Plunder and Tribute in the Carolingian Empire S82 \" rel=\"footnote\">14<\/a><\/sup><\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr die <em>trustis\/antrustiones<\/em> bleibt also nur gesichert festzuhalten, dass diese in einem speziellen Treueverh\u00e4ltnis zum K\u00f6nig befanden und in karolingischer Zeit keine Rolle mehr spielen.&nbsp;Alles weitere ist lediglich Spekulation.<\/p>\n\n\n\n<p>Wer bei <strong><em>Leudes<\/em> <\/strong>an Leute denkt, liegt nicht wirklich falsch, wobei auch hier die Meinung wieder extrem weit auseinander gehen<sup id=\"rf15-32962\"><a href=\"#fn15-32962\" title=\" hier nur verk\u00fcrzt\u2026 G.Halsall Warfare and Society in the Barbarian West, 450-900\u00a0 S48 sieht darin Beispielsweise altgediente &lt;em&gt;trustis&lt;\/em&gt; \" rel=\"footnote\">15<\/a><\/sup>, wahrscheinlich waren es Freie die in einem gewissen\u00a0 Vasallenstatus zum K\u00f6nig standen. Das Wort Leudes wird dabei in\u00a0 Verbindung mit Lehen gesehen. (Hierbei ist darauf hinzuweisen dass das Thema Lehen im Fr\u00fchmittelalter in Kombination mit der Entwicklung der Panzerreiter, die kommen auch noch,\u00a0 auch ganze B\u00fccher f\u00fcllt und in letzter Zeit nicht mehr so fix angesehen wird wie noch vor einigen Jahren. Kommt wohl bei den Panzerreitern nochmal!)\u00a0<\/p>\n\n\n\n<p><em>Leudes<\/em> sind daher wohl Freie die ebenfalls in Treueverh\u00e4ltnissen zum K\u00f6nig stehen, aber unter der Rangstufe der <em>trustis<\/em>, m\u00f6glicherweise mit einer gewissen Abh\u00e4ngikeit.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Dructis<\/em> taucht in der Fachliteratur fast gar nicht auf. In meiner Sammlung von mehr als 90GB und mehr als 15000<sup id=\"rf16-32962\"><a href=\"#fn16-32962\" title=\" es werden exakt 18305 Dateien angezeigt aber da sind ein paar Dubletten *h\u00fcstel* \" rel=\"footnote\">16<\/a><\/sup> (!) Papern und B\u00fcchern exakt 1 mal und da nur im Ahd.-W\u00f6rterbuch!!!! Die Wikipedia nennt dructis im Lemma \u201cFranken (Volk)\u201d&nbsp; als berittene Gefolgsleute und setzt sie mit den Antrustiones gleich . Die englische Wikipedia hat beim Artikel zum Seneschal, und sieht darin auch wieder eine Palastwache.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Ahd.-W\u00f6rterbuch lediglich bezeichnet es als Zug (Gruppe zieht an einen Ort) wobei es als Hochzeitzug verwendet wird, also die Brautfamillie bringt die Braut im feierlichen Zug zur Familie des Br\u00e4utigams! Das Wort scheint also nicht im milit\u00e4rischen Sinn verwendet worden zu sein!<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Zusammenfassung<\/h2>\n\n\n\n<p>Bei den Merowingern, die seit Childerich und Chlodwig die Macht \u00fcbernehmen handelt es sich kaum noch um Germanen wie sie Tacitus beschrieb. Zwar hatten die Franken noch nicht die christliche Religion angenommen, die nicht nur bei den Galloromanen \u00fcblich war. Bereits die Burgunden hatten, wenn auch  auch sie noch der hom\u00f6ische Lehre anhingen, das Christentum angenommen. Auch von Chlodwig wird mitunter spekuliert das bereits vor seiner christlichen Taufe (also einer christlichen Taufe dem nic\u00e4nisch-konstantinopolitanischen Glaubensbekenntnis folgend) hom\u00f6ischer Christ gewesen sein k\u00f6nnte. <\/p>\n\n\n\n<p>Die Franken kennen die R\u00f6mer, die R\u00f6mer die Franken, man k\u00e4mpft zusammen und ist gemeinsam organisiert und \u00fcbernimmt was sinnvoll erscheint um die neue Herrschaft einfacher zu machen. Zu dem k\u00e4mpft man zum Teil gegen Reste ehemaliger r\u00f6mischer Truppen, Auxilliare und <em>foederati<\/em>. Diesen war am ehesten mit \u00e4hnlichen Strategien zu begegnen. <\/p>\n\n\n\n<p>Was das Milit\u00e4r, bzw. manche Begriffe daraus, angeht besteht ein Problem bei den Begrifflichkeiten. Diese entstanden unter anderem daher, das Galloromanen wir Gregor von Tours, die in ihrer normalen Lebenswelt schon ein Vulg\u00e4rlatein sprachen, das sich mit rasender Geschwindigkeit immer weiter von klassischen Latein entfernte nun versuchten in hohem Latein Begriffe zu erkl\u00e4ren f\u00fcr die sie nur schwer entsprechende lateinische Begriffe finden konnten. Sie verwendeten daher die fr\u00e4nkischen Begriffe und ersetzten sie aber mitunter durch lateinische Begriffe die aber nicht zwingend die selbe Bedeutung hatten. <\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n<hr class=\"footnotes\"><ol class=\"footnotes\" style=\"list-style-type:decimal\"><li id=\"fn1-32962\"><p > (( B.S. Bachrach Early Carolingian Warfare S51 &nbsp;<a href=\"#rf1-32962\" class=\"backlink\" title=\"Return to footnote 1.\">&#8617;<\/a><\/p><\/li><li id=\"fn2-32962\"><p > Leider \u00fcbersieht dies D. Nagel in seiner Diplomarbeit Die Entwicklung des fr\u00e4nkischen Heerwesens und die Expansionen des Frankenreichs unter Karl dem Gro\u00dfen &nbsp;<a href=\"#rf2-32962\" class=\"backlink\" title=\"Return to footnote 2.\">&#8617;<\/a><\/p><\/li><li id=\"fn3-32962\"><p > M. Becher, Chlodwig I S153 &nbsp;<a href=\"#rf3-32962\" class=\"backlink\" title=\"Return to footnote 3.\">&#8617;<\/a><\/p><\/li><li id=\"fn4-32962\"><p > J.Drauschke Diplomatie und Wahrnehmung im 6. und 7. Jahrhundert: Konstantinopel und die merowingischen K\u00f6nige S247 &nbsp;<a href=\"#rf4-32962\" class=\"backlink\" title=\"Return to footnote 4.\">&#8617;<\/a><\/p><\/li><li id=\"fn5-32962\"><p > vlg. J.Drauschke Diplomatie und Wahrnehmung im 6. und 7. Jahrhundert: Konstantinopel und die merowingischen K\u00f6nige S256 &nbsp;<a href=\"#rf5-32962\" class=\"backlink\" title=\"Return to footnote 5.\">&#8617;<\/a><\/p><\/li><li id=\"fn6-32962\"><p > B.S: Bachrach,  Military Organization in Aquitaine S4 &nbsp;<a href=\"#rf6-32962\" class=\"backlink\" title=\"Return to footnote 6.\">&#8617;<\/a><\/p><\/li><li id=\"fn7-32962\"><p > B.S. Bachrach Early Carolingian Warfare S52ff &nbsp;<a href=\"#rf7-32962\" class=\"backlink\" title=\"Return to footnote 7.\">&#8617;<\/a><\/p><\/li><li id=\"fn8-32962\"><p > vgl. W. Goffart , Defensio Patriae as a carolingian military obligation &nbsp;<a href=\"#rf8-32962\" class=\"backlink\" title=\"Return to footnote 8.\">&#8617;<\/a><\/p><\/li><li id=\"fn9-32962\"><p > H.Steuer Helm und Ringschwert &#8211; Prunkwaffen und Rangabzeichen germanischer Krieger S223 &nbsp;<a href=\"#rf9-32962\" class=\"backlink\" title=\"Return to footnote 9.\">&#8617;<\/a><\/p><\/li><li id=\"fn10-32962\"><p > H.Steuer Helm und Ringschwert &#8211; Prunkwaffen und Rangabzeichen germanischer Krieger S225, und z.B. J.M. Wallace-Hadrill The long Haired Kings S32, dieser sieht den trustis als fr\u00e4nkische \u00dcbersetzung des comitatus des Tacitus\u00a0 &nbsp;<a href=\"#rf10-32962\" class=\"backlink\" title=\"Return to footnote 10.\">&#8617;<\/a><\/p><\/li><li id=\"fn11-32962\"><p > G.Halsall, Warfare and Society in the Barbarian West, 450-900\u00a0 S48 &nbsp;<a href=\"#rf11-32962\" class=\"backlink\" title=\"Return to footnote 11.\">&#8617;<\/a><\/p><\/li><li id=\"fn12-32962\"><p > B.S. Bachrach, Merovingian Military Organisation S 124 &nbsp;<a href=\"#rf12-32962\" class=\"backlink\" title=\"Return to footnote 12.\">&#8617;<\/a><\/p><\/li><li id=\"fn13-32962\"><p > L.Sarti, Charakteristik und gesellschaftliche Bedeutung von Waffentr\u00e4gern im merowingischen Gallien des 6. Jahrhunderts S20 &nbsp;<a href=\"#rf13-32962\" class=\"backlink\" title=\"Return to footnote 13.\">&#8617;<\/a><\/p><\/li><li id=\"fn14-32962\"><p > T.Reuter, Plunder and Tribute in the Carolingian Empire S82 &nbsp;<a href=\"#rf14-32962\" class=\"backlink\" title=\"Return to footnote 14.\">&#8617;<\/a><\/p><\/li><li id=\"fn15-32962\"><p > hier nur verk\u00fcrzt\u2026 G.Halsall Warfare and Society in the Barbarian West, 450-900\u00a0 S48 sieht darin Beispielsweise altgediente <em>trustis<\/em> &nbsp;<a href=\"#rf15-32962\" class=\"backlink\" title=\"Return to footnote 15.\">&#8617;<\/a><\/p><\/li><li id=\"fn16-32962\"><p > es werden exakt 18305 Dateien angezeigt aber da sind ein paar Dubletten *h\u00fcstel* &nbsp;<a href=\"#rf16-32962\" class=\"backlink\" title=\"Return to footnote 16.\">&#8617;<\/a><\/p><\/li><\/ol>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es mag seltsam erscheinen bei der &#8222;karolingischen Armee&#8220; \u00fcber die Merowinger zu sprechen, aber von nicht kommt nichts. 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