{"id":32493,"date":"2022-06-30T15:56:24","date_gmt":"2022-06-30T14:56:24","guid":{"rendered":"http:\/\/www.tribur.de\/blog\/?p=32493"},"modified":"2022-06-30T15:56:27","modified_gmt":"2022-06-30T14:56:27","slug":"karolingische-beinschienen-ein-dilemma","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.tribur.de\/blog\/2022\/06\/30\/karolingische-beinschienen-ein-dilemma\/","title":{"rendered":"Karolingische Beinschienen &#8211; ein Dilemma"},"content":{"rendered":"\n<p>Ich bin k\u00fcrzlich gefragt worden ob ich nicht was \u00fcber Beinschienen der Karolinger schreiben m\u00f6chte, bzw. etwas wei\u00df und ich muss gestehen das ich mich da immer drum gedr\u00fcckt habe. Es ist so ein Thema bei dem es keine echte L\u00f6sung geben wird. Aber da der Stuttgarter Psalter drin vorkommt passt es gerade thematisch und war recht interessant und auch lehrreich. Gleichzeitig: wenn jemand noch weitere Fragen hat, immer raus damit!<\/p>\n\n\n\n<p>Zun\u00e4chst einmal muss man festhalten das es die Beinschienen bei den Karolingern gegeben haben muss. Das ist nicht aus irgendwelchen logischen Gr\u00fcnden heraus entschieden worden, sondern wir haben dazu mehrere unabh\u00e4ngige Textquellen denen man durchaus vertrauen kann.<\/p>\n\n\n\n<p>Zeitlich wohl am Fr\u00fchsten ist die Lex Ripuaria. Jenes Gesetzbuch der Rheinfranken vom Anfang des 7. Jahrhundters das aus der fr\u00fcheren Lex Salica entstand. Diese enth\u00e4lt unter anderem Preise f\u00fcr Waffen und R\u00fcstzeug:<\/p>\n\n\n\n<p>Schwert mit Scheide= 7 Solidi (84 Silberdenare) ; Schwert ohne Scheide 3 Solidi (36 Silberdenare) ; Helm 6 Solidi (72 Silberdenare) ;  Kettenhemd 12 Solidi (144 Silberdenare); Schild und Lanze 2Solidi (24 Silberdenare)  und zuletzt Beinschienen mit 6 Solidi (72 Silberdenare) . <\/p>\n\n\n\n<p>Aus der Zeit und dem Bereich der karolingischen Franken ist uns nur aus der Lex Francorum Chamavorum (kurz nach 800) der Preis f\u00fcr ein Schwert mit 7 Solidi (105 Silberdenare) bekannt. Der Preis scheint also gestiegen. <\/p>\n\n\n\n<p>Aber auch von Ludwig des Frommen Beinschienen haben wir Informationen. Thegan, der Biograph Ludwigs des Frommen schrieb \u00fcber diesen in seiner Gesta: <\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>Nie gl\u00e4nzte er mit goldener Gewandung au\u00dfer an den h\u00f6chsten Festtagen, wie es auch seine V\u00e4ter gehalten hatten. An solchen Tagen zog er, abgesehen von Hemd und Hosen, nur Gew\u00e4nder aus goldgewirkten Stoffen an, trug eine goldene Tunika, war geg\u00fcrtet mit goldenem Wehrgeh\u00e4nge und mit einem von Gold funkelnden Schwert, trug<strong> goldene Beinschienen<\/strong> (<em>ocreas aureas<\/em>)<\/p><cite>Thegan Gesta Hludovici<\/cite><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Wir kennen auch das Testament des Eberhard von Friaul, Schwiegersohn Ludwigs des Frommen. Leider ist das Original nicht erhalten und nur in Abschriften des Klosters Cysoing bei Lille \u00fcberliefert das er gr\u00fcndete. Hier aber werden neben einer umfangreichen Bibliothek, mehreren Schwertern, Kleidungsst\u00fccken, Messern ( zum Teil als Sax \u00fcbersetzt), Sporen, Br\u00fcnne usw.  auch Bein- und Armschienen erw\u00e4hnt. So erhalten die S\u00f6hne Unroch, Berengar , Adelhard und Rudolph Armschienen (<em>manicae<\/em>) und Unroch und Adelhard erhalten Beinscheinen (<em>bembargae<\/em> \/ Beinberge )<sup id=\"rf1-32493\"><a href=\"#fn1-32493\" title=\" Christa La Rocca, Luigi Provero, The Dead and their Gifts. The Will of Eberhard, Count of Friuli and his Wife Gisela, Daughter of Louis the Pious (836-864)  S254 \" rel=\"footnote\">1<\/a><\/sup><\/p>\n\n\n\n<p>Nur aus dem Fundgut sind uns diese Beinschienen wieder einmal v\u00f6llig fremd. Zwar haben die fr\u00e4nkischen Karolinger die Sitte der Beigaben aufgegeben. Aber wie bereits mehrfach erw\u00e4hnt haben wir die karolingischen Gr\u00e4ber mit Beigaben im karolingischen Kroatien und die Gr\u00e4ber der verb\u00fcndeten M\u00e4hrer. Doch auch hier fehlt R\u00fcstzeug fast g\u00e4nzlich. <\/p>\n\n\n\n<p>Schaut man sich Gr\u00e4ber bzw. die Grabbeigaben an so f\u00e4llt generell auf das R\u00fcstzeug im Allgemeinen eher fehlt. Aber auch zu Zeiten der Merowinger fehlt R\u00fcstzeug in der Regel in Gr\u00e4bern. Das h\u00f6chste der Gef\u00fchle ist ein Helm und auch diese sind bereits extrem selten. Lanzen, Schilde und vor allem Schwerter sind dagegen nahezu immer vorhanden.<\/p>\n\n\n\n<p>Alleine der Fakt das Schwerter und Wehrgeh\u00e4nge  dann doch in den Gr\u00e4bern landeten, R\u00fcstungen aber nicht, ist an sich schon soziokulturell interessant.  Wahrscheinlich steht es in Verbindung mit Art wie Schwerter behandelt wurden. Ihnen wurden Namen gegeben, eine Seele nachgesagt, in Ihnen soll die Kraft des Tr\u00e4gers gebunden sein usw. <\/p>\n\n\n\n<p>Einfach gesagt ist Schwert die Verl\u00e4ngerung des Arms eines Kriegers und damit ein K\u00f6rperteil und das geh\u00f6rt mit ins Grab.<\/p>\n\n\n\n<p>Und dennoch gibt es Beinschienen, nur eben nicht von den Karolingern und auch nicht mal aus dem 9. Jahrhundert.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Die (arch\u00e4ologischen) Befunde<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Valsg\u00e4rde Grab 8<\/strong><\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full\"><a href=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.tribur.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/Valsgarde.png?ssl=1\"><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"316\" height=\"500\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.tribur.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/Valsgarde.png?resize=316%2C500&#038;ssl=1\" alt=\"\" class=\"wp-image-32523\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.tribur.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/Valsgarde.png?w=316&amp;ssl=1 316w, https:\/\/i0.wp.com\/www.tribur.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/Valsgarde.png?resize=190%2C300&amp;ssl=1 190w\" sizes=\"auto, (max-width: 316px) 100vw, 316px\" \/><\/a><figcaption>Bein und Armschienen von Valsg\u00e4rde in ihrer ersten Rekonstruktion als Panzer<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Am bekanntesten sind wohl die Beinschienen aus Grab 8 Valsg\u00e4rde Schweden. Die kennt man wenn man nach War\u00e4ger- oder Wikinger Beinschienen im Internet googled&#8230; Problem das hat mit War\u00e4gern und Wikingern erst mal nichts zu tun. Das ganze ist Vendelzeit, also noch vor den eigentlichen Wikingern in der V\u00f6lkerwanderung. Deswegen hei\u00dft es Vendelzeit und nicht Wikingerzeit und schon gar nicht Karolingerzeit!<\/p>\n\n\n\n<p>In dem Bootskammergrab mit aufwendigem Helm befand sich ein Holzkasten. In diesem Holzkasten befanden sich 21 Metallschienen und Fragmente von Lederb\u00e4ndern die die Schienen verband, sowie Kettengeflecht das an einigen der Schienen befestigt war. <\/p>\n\n\n\n<p>Zun\u00e4chst wurde das Wirrwarr als ein Panzer aus Arm und Brustschienen rekonstruiert (siehe Bild) , dessen Kettengeflecht die Schultern bedeckt. Heute aber geht man davon aus das es sich im um Armschienen und Beinschienen handelt wobei das Kettengeflecht die F\u00fc\u00dfe, bzw. H\u00e4nde sch\u00fctzte.  Mit dabei waren 2 Bronze und 6 Eisen Schlie\u00dfen um das Ganze zu befestigen, bzw. um es an Armen und Beinen festzuzurren.  <\/p>\n\n\n\n<p><strong> Schatz von Nagyszentmikl\u00f3s<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Der sogenannte Schatz von Nagyszentmikl\u00f3s wird mal zwischen dem 7. und 9., mal zwischen dem 6. und 10. Jahrhundert datiert und zeigt auf eine, Goldkrug einen Krieger mit Beinschienen (<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/commons.wikimedia.org\/wiki\/File:KHM_-_Nagyszentmiklos_Medaillonkrug_2.jpg\" target=\"_blank\">Bild, Wiki Commons<\/a> ). Diese \u00e4hneln jenen von Valsg\u00e4rde, wobei die Schienen fl\u00e4chiger verbunden sind und kaum Freir\u00e4ume erkennen lassen. Die Herkunft ist unklar. Der Schatz k\u00f6nnte avarischer Herkunft sein, aber auch ein bulgarischer , magyarischer, khazarischer , persisch-sassanidischer Ursprung wurde schon vermutet.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Fund von Borisov\/Gelendzhik<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Etwa 5km von Putins Palast am Schwarzen Meer, aus Borisov bei Gelendzhik  stammt das Fragment von einem Paar Beinschienen aus einem Begr\u00e4bnis. Diese sind anatomisch geformt ( soweit sich das aus den Fragmenten noch erkennen l\u00e4sst) und sahen wohl urspr\u00fcnglich antiken Vorbildern ( <em>ocrea<\/em> ) recht \u00e4hnlich. Sie fanden sich mit Schulterplatten, Kettenhemd und Waffen in einem Krug bei diesem Begr\u00e4bnis. Ihre Datierung l\u00e4uft auf das  8.- 9. Jahrhundert und auf russischer Seite vermutet man  Khazarischen Ursprung w\u00e4hrend peispielsweise  Piotr L. Grotowski in Arms and Armor of the Warrior Saints diese als byzantinisch benennt <sup id=\"rf2-32493\"><a href=\"#fn2-32493\" title=\" Piotr L. Grotowski Arms and Armor of the Warrior Saints &#8211; Tradition and Innovation in Byzantine Iconography (843-1261)  S188 &#8211; in Zukunft kurz Grotowski \" rel=\"footnote\">2<\/a><\/sup> .<sup id=\"rf3-32493\"><a href=\"#fn3-32493\" title=\" Abbildungen finden sich hier : http:\/\/www.tgorod.ru\/index.php?contentid=240 \" rel=\"footnote\">3<\/a><\/sup><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Byzanz und der Beinschutz<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die byzantinische Kunst bildet mit den vielf\u00e4ltigen Abbildungen von Soldatenheiligen eine fantastische Quelle f\u00fcr R\u00fcstzeug. Dieses besitzt jedoch Probleme. Durch Ikonoklasmus fehlen Abbildungen vor 843 fast g\u00e4nzlich, andererseits sind die Heiligen oftmals Anachronistisch dargestellt, in R\u00fcstung die seit Jahrhunderten nicht mehr in Gebrauch gewesen sein sollten. Ganz \u00e4hnlich mancher karolingischer Darstellung und dem Versuch an die gro\u00dfen Zeiten des R\u00f6mischen Reiches anzukn\u00fcpfen. Zum Gl\u00fcck sind die Quellen gut aufgearbeitet und mit Textzeugnissen wissenschaftlich verglichen. was mir die Arbeit erleichterete.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full\"><a href=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.tribur.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/ocreas.png?ssl=1\"><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"241\" height=\"400\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.tribur.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/ocreas.png?resize=241%2C400&#038;ssl=1\" alt=\"\" class=\"wp-image-32524\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.tribur.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/ocreas.png?w=241&amp;ssl=1 241w, https:\/\/i0.wp.com\/www.tribur.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/ocreas.png?resize=181%2C300&amp;ssl=1 181w\" sizes=\"auto, (max-width: 241px) 100vw, 241px\" \/><\/a><figcaption>byzantinische Beinschienen Typ ocreas und geschm\u00fcckte Halbschuhe darunter. Soldatenheiliger des 11. Jahrhunderts<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Die Abbildungen von Byzantinischen Soldatenheiligen zeigen verschiedenste Formen von Beinschienen. Darunter auch R\u00f6hrenartige, nach dem Vorbild r\u00f6mischer <em>ocrea<\/em>, die bis zum Knie reichen und anatomisch geformt sind. In den byzantinischen Texten wird darauf hingewiesen das zum Beispiel in Formation agierende Soldaten in der vordersten und der letzten Reihe Beinschienen zu tragen hatten, da diese am gef\u00e4hrdetsten seien.<sup id=\"rf4-32493\"><a href=\"#fn4-32493\" title=\"  Grotowski S188 \" rel=\"footnote\">4<\/a><\/sup><\/p>\n\n\n\n<p>Piotr L. Grotowski bennent nach dem Strategikon (zw. 570 und 630) Metall aber auch Holz als Material der Beinschienen in Byzanz, nennt aber auch den byzantinischen Kaiser Leo VI.(866-912) als Quelle f\u00fcr die Informationen die Beinschienen am Besten aus Ochsenhaut (Rindsleder) herzustellen.<sup id=\"rf5-32493\"><a href=\"#fn5-32493\" title=\" Grotowski S189 \" rel=\"footnote\">5<\/a><\/sup>  Taxiarchis G. Kolias pr\u00e4zisiert die Materialien der oben genannten metallenen Beinschienen. Diese sollen aus Eisen gewesen sein wobei die griechische Bezeichnung darauf schlie\u00dfen lasse das auch auch kupferne Varianten existierten, wobei im griechischen der Begriff f\u00fcr Kupfer aber als Synonym f\u00fcr &#8222;das Metall&#8220; schlechthin verwendet wurde.<sup id=\"rf6-32493\"><a href=\"#fn6-32493\" title=\" Taxiarchis G. Koljas, Byzantinische Waffen, 1988 S71 &#8211; in Zukunft kurz Kolias \" rel=\"footnote\">6<\/a><\/sup> Als Anforderung f\u00fcr die Beinschienen wird eine glatte Oberfl\u00e4che und ein geringes Gewicht genannt. Jedoch muss auch Filz oder wattierter Stoff zu den Materialien f\u00fcr Beinschienen gez\u00e4hlt werden so, Kolias<sup id=\"rf7-32493\"><a href=\"#fn7-32493\" title=\" Kolias. S.71 \" rel=\"footnote\">7<\/a><\/sup><\/p>\n\n\n\n<p>Diese wattierten Stoffe werden in mehreren Quellen als Material f\u00fcr Panzer und Armschienen genannt. Sie bestanden aus Roheseide und Baumwolle.<sup id=\"rf8-32493\"><a href=\"#fn8-32493\" title=\"  Grotowski S164 \" rel=\"footnote\">8<\/a><\/sup> Wobei die Seide hier elementarer Bestandteil war, da ihre Reisfestigkeit gerade bei Pfeilbeschu\u00df ein sch\u00fctzendes Element darstellte. Die Seide riss nicht, wenn der Pfeil in den K\u00f6rper eindrang und erleichterte so das entfernen der Pfeilspitze aus der Wunde.<\/p>\n\n\n\n<p>Bei den hier zuerst beschrieben Beinschienen aus Holz und Metall sollten, sollten wenn sie denn Schienenartig waren, dem Fund von Valsg\u00e4rde und dem Fund vom schwarzen Meer, wenn r\u00f6hrenf\u00f6rmig, gleichen. Gerade letzterer wird in den mir vorliegenden Bearbeitungen als Byzantinisch angesehen. Demnach w\u00e4re er als Beutest\u00fcck in das nicht byzantinische Grab gelangt.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full is-resized\"><a href=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.tribur.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/Harbaville-Stiefel.png?ssl=1\"><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.tribur.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/Harbaville-Stiefel.png?resize=306%2C336&#038;ssl=1\" alt=\"\" class=\"wp-image-32526\" width=\"306\" height=\"336\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.tribur.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/Harbaville-Stiefel.png?w=408&amp;ssl=1 408w, https:\/\/i0.wp.com\/www.tribur.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/Harbaville-Stiefel.png?resize=273%2C300&amp;ssl=1 273w\" sizes=\"auto, (max-width: 306px) 100vw, 306px\" \/><\/a><figcaption>Stiefel auf dem Harbaville Triptychon 10. Jahrhundert<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Kolias beschreibt jedoch das bereits in der Antike eine Entwicklung einsetzt die von der Beinschiene hin zu speziellen hohen Stiefeln f\u00fchrt.<sup id=\"rf9-32493\"><a href=\"#fn9-32493\" title=\"  Kolias,  S72 \" rel=\"footnote\">9<\/a><\/sup> die wiederum Grotowski als <em>krepides<\/em> bzw. <em>hypodemata<\/em> bezeichnet und bemerkt das die byzantinischen Soldatenheiligen in ihren Darstellung ab der Mittelbyzantinischen Periode (vom 9. Jahrhundert an) nur noch diese Stiefel tragen<sup id=\"rf10-32493\"><a href=\"#fn10-32493\" title=\" Grotowski S163 \" rel=\"footnote\">10<\/a><\/sup>, kamen aber bereits vor dem Ikonoklasmus im Milit\u00e4r in Gebrauch<sup id=\"rf11-32493\"><a href=\"#fn11-32493\" title=\" Grotowski S. 194 \" rel=\"footnote\">11<\/a><\/sup><\/p>\n\n\n\n<p>Diese Stiefel findet man auf vielen Ikonen, Handschriften und Elfenbeinarbeiten. Im Bild links zum Beispiel im Harbaville Tryptichon des 10. Jahrhunderts.<\/p>\n\n\n\n<p>Was Stiefel, bzw besondere Schuhe angeht, so gibt es einen Text des Michael Attaleiates, der einen Kampf der Byzantiner mit den Petschenegen im Jahr 1049 beschreibt. Bei diesem wurde durch andauernden Pfeilbeschuss die Pferde der byzantinischen Reiterei get\u00f6tet. Damit die Reiterei jedoch zu Fu\u00df weiterk\u00e4mpfen konnte, waren sie gezwungen ihre dicken Sohlen abzusch\u00e4len, damit diese d\u00fcnner wurden um darin \u00fcberhaupt gehen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Was aber nun die Beschaffenheit der <em>krepides\/hypodemata<\/em>-Stiefel angeht ist relativ wenig bekannt. Sie wei\u00dfen \u00c4hnlichkeiten zu denen in der klassisch hellenistischen Antike getragenen Stiefeln auf die eine Frontsch\u00fcrung besa\u00dfen und aus weichem Leder hergestellt waren<sup id=\"rf12-32493\"><a href=\"#fn12-32493\" title=\" Grotowski S. 194 \" rel=\"footnote\">12<\/a><\/sup> ( Hier finden auch jene Stiefel Erw\u00e4hnung, die die Zehen freilassen, sogenannte <em>endromides<\/em>, die man durchaus in karolingischen Abbildungen sieht. Ihnen wird im \u00fcbrigen ein reiner Parade-Charakter zugesprochen, auch tauchen sie in Byzanz in der Zeit nach dem Ikonoklasmus ( 843) nicht mehr auf.<br>Grotowski vermutet die Verwendung von Stiefeln als Einfluss durch die Goten. Leo VI und Maurice erw\u00e4hnen diese gotischen <em>hypodemata<\/em> und beschreiben hohe Lederstiefel, mit viel Platz f\u00fcr die Zehen. Die hohen Stiefel wurden mit Schnallen geschlossen und besa\u00dfen eiserne Schuhn\u00e4gel im ihre Haltbarkeit zu erh\u00f6hen. Eine byzantinische Tactica erg\u00e4nzt dies noch um Sohlen aus Holz um den Tr\u00e4ger vor Kr\u00e4henf\u00fc\u00dfen zu sch\u00fctzen.<sup id=\"rf13-32493\"><a href=\"#fn13-32493\" title=\" Grotowski S196 \" rel=\"footnote\">13<\/a><\/sup><\/p>\n\n\n\n<p>Die Informationen zu Stiefeln wird noch erg\u00e4nzt durch eine Information Kolias in dessen Fu\u00dfnoten<sup id=\"rf14-32493\"><a href=\"#fn14-32493\" title=\" Kolias S73. Fu\u00dfnote 24 \" rel=\"footnote\">14<\/a><\/sup> wonach einige Abbildungen es durchaus m\u00f6glich erscheinen lassen das diese hohen Stiefel mit (eingesetzten) Metallschienen getragen wurden. M\u00f6glicherweise sind  damit die &#8222;Bl\u00e4tter&#8220; am Rand der Stiefel gemeint die in der Abbildung aus dem Harbaville Tryptichon zu sehen sind.  <\/p>\n\n\n\n<p>Warum ergehe ich mich nun gerade so in diesen Stiefeln?<\/p>\n\n\n\n<p>Es sind genau jene Stiefel, die sich immer wieder in Abbildungen finden. So finden diese im Stuttgarter Psalter eine weite Verbreitung: Hohe Stiefel die im oberen Bereich bl\u00fctenbl\u00e4tterartig auseinander fallen. Goliath zum Beispiel tr\u00e4gt sie. Sie finden aber auch bei der Darstellung Ludwigs des Frommen als <em>miles Christi<\/em> im Figurengedicht des Rabanus Maurus, wobei ich \u00fcber diese Darstellung mich noch einmal gesondert auslassen werde, Verwendung. Dabei f\u00e4llt auch auf das diese &#8222;Bl\u00fctenbl\u00e4tter&#8220; in der byzantinischen Darstellung aufrecht stehen, bei den Karolingern aber mal lapprig herabh\u00e4ngen, mal eng anliegen, mal rund und mal spitz sind. All diese Darstellungen lassen sich aber aus diversen Gr\u00fcnden auf byzantinische Vorbilder zur\u00fcckf\u00fchren. Man hat hier also byzantinische Stiefel abgezeichnet.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Aber was sagt uns das alles \u00fcber karolingische Beinschienen? <\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Nun, leider relativ wenig. Der Stuttgarter Psalter greift auf ein sp\u00e4tantikes byzantinisches Vorbild zur\u00fcck. Er macht also keine Aussage ob die byzantinischen Stiefel bei den Franken tats\u00e4chlich getragen wurden. Dies gilt auch f\u00fcr andere Abbildungen.  <\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full\"><a href=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.tribur.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/Reiterstiefel.png?ssl=1\"><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"196\" height=\"300\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.tribur.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/Reiterstiefel.png?resize=196%2C300&#038;ssl=1\" alt=\"\" class=\"wp-image-32532\"\/><\/a><figcaption>Reiterstiefel aus Antinoopolis ca.7 Jh. Sassanidisch(?), aus Riding Costume in Egypt Origin and Appearance<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Die Beschreibung der Beinschienen Ludwigs des Frommen als goldene Beinschienen hilft leider auch recht wenig. Denn die Beschreibung bedeutet nicht zwingend das diese auch aus Metall waren. Bei der gesamten Beschreibung f\u00e4llt auf das Ludwig viel goldenes tr\u00e4g, aber eben viel goldenens Textil. Zudem tr\u00e4gt er auch keine sonstige R\u00fcstung und von diesem Aspekt verwundert es wenn er eine festlich gl\u00e4nzende Tunika und goldfarbene, bzw. mit Goldlahn durchwirkte Stoffe tr\u00e4gt, aber die Beine  stehen dann pl\u00f6tzlich in schwer gepanzertem, wenn auch vergoldetem, Metall da. Es w\u00e4re denkbar das es sich um gepolsterte Stiefel handelte die ein eine Schicht goldener\/gelber Seide auf der Au\u00dfenseite besa\u00df, genauso gut aber  k\u00f6nnten es lederne Reiterstiefel gewesen sein, die mit Blattgold verziert waren. ( Es gibt einige Funde von Blattgold auf Wendeschuhen)<\/p>\n\n\n\n<p>Auch der Begriff <em>ocreas<\/em>  hilft da nicht, denn wir wissen nicht wie die Franken\/Karolinger in sonst verwendeten, da wir eben den zugeh\u00f6rigen Fund nicht haben. <\/p>\n\n\n\n<p>Selbes gilt f\u00fcr die Beinschienen des Eberhard von Friaul. Der verwendete Begriff der <em>bembargae<\/em> bedeutet \u00fcbersetzt auch nichts anderes als &#8222;etwas das das Bein (ver-)birgt\/bedeckt&#8220; und das kann auch alles sein. Wir wissen nur aus der Form der Aufz\u00e4hlung das es zum R\u00fcstzeug geh\u00f6rte und wohl bedeutend und kostbar war da es der \u00e4lteste Sohn erhielt und genauso viel wert war wie ein Helm. Weiterhin muss man beachten das Eberhard von Friaul 9 Schwerter und einige Br\u00fcnnen vererbte, aber nur ein paar Beinschienen besa\u00df, was ein Hinweis auf deren Seltenheit betrachtet werden kann. Zumal Eberhard einer der h\u00f6chsten Adeligen des fr\u00e4nkischen Reichs war, dessen dritter Sohn Berengar K\u00f6nig von Italien und Kaiser wird.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Kosten die die Lex Salica angibt  legen eine aufwendige Verarbeitung, wohl in Verbindung mit Metall nahe. Aber dies war mindestens 200 Jahre vor Ludwig dem Frommen. Sie war zwar durch Erg\u00e4nzungen noch g\u00fcltig, aber wir wissen nicht was sich in der Verarbeitung ge\u00e4ndert hat oder wie die Dinger bei den Franken vorher aussahen. <\/p>\n\n\n\n<p>W\u00fcrde man mir eine Pistole auf die Brust setzten und mir sagen ich muss jetzt ad hoc irgendwas basteln, ich denke ich w\u00fcrde mich f\u00fcr irgendwelche gepolsterten Reiterstiefel entscheiden  in die ich vielleicht einige Metallschienen schieben kann, die man aber nicht zwingend sieht. Vielleicht w\u00fcrde ich als Stiefelvorlage die hohen Stiefel aus dem Grab in St. Ulrich in Augsburg (<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.resrarae.de\/7th-century-ad\/st-ulrich-and-afra-boots\/\" target=\"_blank\">Hier eine Replik<\/a> ) w\u00e4hlen.  Die sind zwar zeitlich fr\u00fcher (7. Jahrhundert), aber zumindest um einiges h\u00f6her als meine halbhohen Haithabu Typ10 und sehen nicht gleich nach Stiefeln von Reiternomaden aus. <\/p>\n\n\n\n<p>Wobei ich die &#8222;Bl\u00fctenbl\u00e4tter&#8220; weglassen w\u00fcrde. <\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Abschlie\u00dfende Bemerkungen zu karolingischen Handschriften und anderen Abbildungen:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ich habe im Nachgang noch einmal die karolingischen Handschriften \u00fcberflogen um zu kl\u00e4ren ob es dort irgendwelche optischen Hinweis auf Beinschienen gibt. Leider muss ich gestehen das dies recht erfolglos verlief. Im St. Gallener Psalter k\u00f6nnte man \u00fcberlegen ob auf Seite 140, bei der Reitergruppe, der Reiter auf dem roten Pferd im Vordergrund anatomisch geformte Schienen tr\u00e4gt, die \u00fcber dem Schuh beginnen und  unter dem Knie abschlie\u00dfen. Es k\u00f6nnte jedoch auch lediglich ein Knieriemen sein, der den oberen Abschluss bildet, da Hose und Wade die gleiche Farbe besitzen. Andererseits greift auch diese Darstellung auf ein byzantinisches oder sp\u00e4tantikes Original zur\u00fcck. <\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full\"><a href=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.tribur.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/Flechtschienen.png?ssl=1\"><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"160\" height=\"200\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.tribur.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/Flechtschienen.png?resize=160%2C200&#038;ssl=1\" alt=\"\" class=\"wp-image-32550\"\/><\/a><figcaption>&#8222;Flechtschienen&#8220; des hl. Demetrios um 1000<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>In Byzantinischen Darstellungen entdeckte ich zudem neben den klassisch anatomisch geformten Beinschienen eine weitere Darstellungsweise, auf die in den verwendeten Quellen nicht explizit eingegangen wird. Zun\u00e4chst hielt ich es f\u00fcr <em>endromides<\/em>, diese die Zehen freilassenden Stiefel. Die Zehen waren jedoch bedeckt und die Schuhe separat dargestellt. Mein n\u00e4chster Gedanke waren Wadenwickel, die \u00e4hnlich einer Korn\u00e4hrenwicklung \u00fcber Kreuz gewickelt waren. Nach einer weile stie\u00df ich aber auf eine bessere Abbildung in der diese &#8222;B\u00e4nder&#8220; rautenf\u00f6rmig, vielfach \u00fcberlappend dargestellt. Wie der Flechtverband eines Korbes.  Einzige Idee die ich im Moment dazu habe w\u00e4re das es sich hierbei um die erw\u00e4hnten Beinschienen aus Holz handelt: \u00dcber Dampf weich gemachte d\u00fcnne Holzleisten werden verflochten und in Form gebracht und bilden so den Verband f\u00fcr die anatomischen Beinschienen die dann mit Filz o. \u00e4. hinterf\u00fcttert werden. Es k\u00f6nnte auch sein das das Wort Holz im griechischen Synonym mit &#8222;Spahn&#8220; oder &#8222;Flechtzeug&#8220; oder \u00e4hnlichen verwendet wird, aber da ich kein griechisch kann und schon gar kein altgriechisch bin ich da raus&#8230;<\/p>\n\n\n\n<p>Abschlie\u00dfend f\u00e4llt mir ein das ich eher scherzhaft bei der Anfrage nach dem Thema antwortete man k\u00f6nne ja sich ja auch Metall unter die Wadenwickel stecken. Ich dachte in dem Moment an Fu\u00dfbalstulpen und die Schienbeinschoner. Tats\u00e4chlich k\u00f6nnte ich mir auch das vorstellen wenn man zumindest das Schienbein bei der n\u00e4chsten Feldschlacht sch\u00fctzen m\u00f6chte.<\/p>\n<hr class=\"footnotes\"><ol class=\"footnotes\" style=\"list-style-type:decimal\"><li id=\"fn1-32493\"><p > Christa La Rocca, Luigi Provero, The Dead and their Gifts. 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Grotowski Arms and Armor of the Warrior Saints &#8211; Tradition and Innovation in Byzantine Iconography (843-1261)  S188 &#8211; in Zukunft kurz Grotowski &nbsp;<a href=\"#rf2-32493\" class=\"backlink\" title=\"Return to footnote 2.\">&#8617;<\/a><\/p><\/li><li id=\"fn3-32493\"><p > Abbildungen finden sich hier : http:\/\/www.tgorod.ru\/index.php?contentid=240 &nbsp;<a href=\"#rf3-32493\" class=\"backlink\" title=\"Return to footnote 3.\">&#8617;<\/a><\/p><\/li><li id=\"fn4-32493\"><p >  Grotowski S188 &nbsp;<a href=\"#rf4-32493\" class=\"backlink\" title=\"Return to footnote 4.\">&#8617;<\/a><\/p><\/li><li id=\"fn5-32493\"><p > Grotowski S189 &nbsp;<a href=\"#rf5-32493\" class=\"backlink\" title=\"Return to footnote 5.\">&#8617;<\/a><\/p><\/li><li id=\"fn6-32493\"><p > Taxiarchis G. Koljas, Byzantinische Waffen, 1988 S71 &#8211; in Zukunft kurz Kolias &nbsp;<a href=\"#rf6-32493\" class=\"backlink\" title=\"Return to footnote 6.\">&#8617;<\/a><\/p><\/li><li id=\"fn7-32493\"><p > Kolias. S.71 &nbsp;<a href=\"#rf7-32493\" class=\"backlink\" title=\"Return to footnote 7.\">&#8617;<\/a><\/p><\/li><li id=\"fn8-32493\"><p >  Grotowski S164 &nbsp;<a href=\"#rf8-32493\" class=\"backlink\" title=\"Return to footnote 8.\">&#8617;<\/a><\/p><\/li><li id=\"fn9-32493\"><p >  Kolias,  S72 &nbsp;<a href=\"#rf9-32493\" class=\"backlink\" title=\"Return to footnote 9.\">&#8617;<\/a><\/p><\/li><li id=\"fn10-32493\"><p > Grotowski S163 &nbsp;<a href=\"#rf10-32493\" class=\"backlink\" title=\"Return to footnote 10.\">&#8617;<\/a><\/p><\/li><li id=\"fn11-32493\"><p > Grotowski S. 194 &nbsp;<a href=\"#rf11-32493\" class=\"backlink\" title=\"Return to footnote 11.\">&#8617;<\/a><\/p><\/li><li id=\"fn12-32493\"><p > Grotowski S. 194 &nbsp;<a href=\"#rf12-32493\" class=\"backlink\" title=\"Return to footnote 12.\">&#8617;<\/a><\/p><\/li><li id=\"fn13-32493\"><p > Grotowski S196 &nbsp;<a href=\"#rf13-32493\" class=\"backlink\" title=\"Return to footnote 13.\">&#8617;<\/a><\/p><\/li><li id=\"fn14-32493\"><p > Kolias S73. 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