{"id":14955,"date":"2011-06-03T10:35:52","date_gmt":"2011-06-03T08:35:52","guid":{"rendered":"http:\/\/www.tribur.de\/blog\/?p=14955"},"modified":"2011-06-03T10:35:52","modified_gmt":"2011-06-03T08:35:52","slug":"lorsch-trebur-marienkapelle-und-aufgefullter-boden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.tribur.de\/blog\/2011\/06\/03\/lorsch-trebur-marienkapelle-und-aufgefullter-boden\/","title":{"rendered":"Lorsch, Trebur, Marienkapelle und aufgef\u00fcllter Boden"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_4688\" style=\"width: 410px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.tribur.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2010\/01\/Marien.jpg?ssl=1\"><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-4688\" class=\"size-full wp-image-4688\" title=\"Marienfundament\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.tribur.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2010\/01\/Marien.jpg?resize=400%2C268&#038;ssl=1\" alt=\"\" width=\"400\" height=\"268\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.tribur.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2010\/01\/Marien.jpg?w=400&amp;ssl=1 400w, https:\/\/i0.wp.com\/www.tribur.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2010\/01\/Marien.jpg?resize=300%2C201&amp;ssl=1 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-4688\" class=\"wp-caption-text\">Fundament der Marienkapelle<\/p><\/div>\n<p>Als ich das erste mal den Lorscher Ausstellungskatalog durch bl\u00e4tterte, viel mein Blick sehr schnell auf S. 191. Hier befindet sich eine Abbildung des Nordfundamentes des erhaltenen Kirchenrests.<br \/>\nRelativ schnell (0,3sec.) kam mir die Art des Mauerwerks verdammt bekannt vor.<br \/>\nEs war exakt die selbe Mauertechnik wie die des offenliegenden Fundamentes der Marienkapelle in Trebur. Das gleiche unsauber schr\u00e4g gestellte Mauerwerk, das ein Fischgratmuster ergibt.<\/p>\n<p>Das Fundament in Lorsch entstand wohl nach dem Kirchenbrand von 1090, wohl aber erst im 12. Jahrhundert, genauer den 1140er Jahren. Die Datierung r\u00fchrt aber nicht direkt aus der Art des Fundaments, sondern der Verwendung von karolingischen Spolien in ihm. Diese k\u00f6nnen erst bei dem Abbruch der karolingischen Basilika freigeworden sein, die zu dieser Zeit abgerissen und durch eine gr\u00f6\u00dfere romanische Kirche ersetzt wurde.<\/p>\n<div id=\"attachment_14919\" style=\"width: 460px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.tribur.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2011\/05\/uploadlorsch21.jpg?ssl=1\"><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-14919\" class=\"size-full wp-image-14919\" title=\"uploadlorsch2\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.tribur.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2011\/05\/uploadlorsch21.jpg?resize=450%2C300&#038;ssl=1\" alt=\"\" width=\"450\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.tribur.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2011\/05\/uploadlorsch21.jpg?w=450&amp;ssl=1 450w, https:\/\/i0.wp.com\/www.tribur.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2011\/05\/uploadlorsch21.jpg?resize=300%2C200&amp;ssl=1 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 450px) 100vw, 450px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-14919\" class=\"wp-caption-text\">Katalog Lorsch, S.191 (rechts)<\/p><\/div>\n<p>Die Art des Fundamentes selbst wurde bereits seit karolingischer Zeit und fr\u00fcher verwendet, weshalb man bei den ersten ausgrabungen in Lorsch auch dachte, es handele sich um weiterverwendete Fundamente eines Atriums. Das Muster in dem Mauerwerk entsteht durch durch die Art in der es erbaut wird.<\/p>\n<p>Zun\u00e4chst wird eine Fundamentgrube gegraben. In ihr werden die erste Lage leicht schr\u00e4g gestellter Steine eingebracht. War die erste Lage von rechts nach links eingebracht worden, wurde die zweite Lage von links nach rechts eingebracht, was eine Schr\u00e4gstellung in die andere Richtung bewirkte.<br \/>\nWaren einige Lagen eingebracht worden, so wurde der untere Teil der Grube zu gesch\u00fcttet und das Prozedere wiederholte sich solange bis die Fundamentgrube gef\u00fcllt war. Die oberste Schicht bildeten einige Steine in normaler Setzung, die bewirkten das wenn die Erde weggekratzt wurde nicht gleich das eher Zweckm\u00e4\u00dfige Fundament zum Vorschein kam.<\/p>\n<p>Das ganze hilft nur in beschiedenem Ma\u00dfe in Trebur, aber es ist durch das Foto klar ersichtlich das der Bodenniveau des Geb\u00e4udes, bzw. des umgebenden Gel\u00e4ndes h\u00f6her(!) gewesen sein muss. Wohl in etwa in der H\u00f6he des Gartens der fast einen Meter h\u00f6her liegt.<br \/>\nDas Ganze steht m\u00f6glicherweise auch in Verbindung mit einer Beobachtung die in den vergangenen Wochen gemacht werden konnte.<br \/>\nUm den Regenwasserrohren des neuen Schleppdachs im Museum einen guten Ablauf zu gew\u00e4hren, wurde im Hof des Museums 1,8m tiefe, schmale Gruben gegraben die mit Split verf\u00fcllt wurden. Der gesamte Boden, des n\u00f6rdlich der Marienkapelle Museumshofes, war aufgef\u00fcllt und bestand nicht aus anstehendem Grund. Scherbenfunde o.\u00e4. konnten dabei nicht gemacht werde. Vor knapp zwei Wochen wurde dann auf der Nauheimerstra\u00dfe, ebenfalls n\u00f6rdlich der Marienkapelle und direkt am Fu\u00dfe des H\u00fcgels auf dem sie steht, Kabel verlegt. Die Baugrube war nur knappe 50cm tief, gew\u00e4hrte aber einen Einblick in das Erdreich. Auch hier war der Boden irgendwann einmal aufgef\u00fcllt worden, was mir auch bereits erz\u00e4hlt wurde, um den Weg hinauf in Richtung Kirche besser befahrbar f\u00fcr die Bauern zu machen, da dieser steil und unregelm\u00e4\u00dfig war.<br \/>\nEin weiter m\u00f6glicher Hinweis sind die Kellerfenster, denn der Keller, der zwischen den Fundamenten liegt wurde erst 1907 gegraben, die Fenster erst nachtr\u00e4glich in die, auf das Fundament aufgesetzte, Mauern aus dem 19. Jahrhundert eingebrochen.  Das Erdgeschoss liegt damit ungew\u00f6hnlich hoch, auf Niveau des Gartens auf der S\u00fcdseite.<\/p>\n<p>Es scheint also alles darauf hin zu deuten das tats\u00e4chlich ein Gro\u00dfteil des Bodenniveaus der ehemaligen Pfalz ver\u00e4ndert wurde und die Gel\u00e4ndekante nach norden wurde verschliffen, ob nat\u00fcrlich, k\u00fcnstlich oder zu welchem Zeitpunkt sei dahingestellt. Um das alles genau festzustellen m\u00fcsste man am Nordhang einen Sondierschnitt durchf\u00fchren, der dann m\u00f6gliche Schichten aufzeigen k\u00f6nnte. Ich w\u00fcrde meinen Hintern verwetten, dass dabei ein Graben zum vorschein kommt!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Als ich das erste mal den Lorscher Ausstellungskatalog durch bl\u00e4tterte, viel mein Blick sehr schnell auf S. 191. Hier befindet sich eine Abbildung des Nordfundamentes des erhaltenen Kirchenrests. 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