Kiesabbau und die Römer

Die Schweden unter Gustav Adolf beim VorrĂŒcken auf die Sternschanze. Der HĂŒgel auf dem der Betrachter steht ist ein Kunstgriff Merians und existiert so nicht.
Nun wird auch in der Presse ĂŒber die Begehung des Römerlagers am Kornsand bei Trebur Geinsheim berichtet. Dr. Maurer betonte dabei die Bedeutung des Ortes als RheinĂŒbergang fĂŒr die Römer.
Die Grabungen, die nur einen kleinen, fast winzigen, Teil der Lager erfasste ergab einen Befund von 400 MĂŒnzen, gröĂtenteils aus Kupfer und Messing und ĂŒber 1000 weitere Einzelfunde, wie etwa MilitĂ€rausrĂŒstung. Noch einmal wurde die Wichtigkeit des Areals fĂŒr die ArchĂ€ologie betont, denn nicht nur die Römer hatten hier ihre Basis. Auch im 30 JĂ€hrigen Krieg war das Areal und der RheinĂŒbergang nach Oppenheim heftig umkĂ€mpft. Die Spanier hatten hier eine Sternschanze angelegt die von den Schweden heftig umkĂ€pft wurde. (Siehe Merian Stich)
Leider ist dieses gesamte Gebiet in Gefahr, bedroht durch Kiesabbau. Wie so oft fehlt das Geld fĂŒr groĂflĂ€chige Grabungen.
Hier der Artikel der Main Spitze, und hier die Seite der BI Kiesabbau
ArchĂ€onews 2.6.2010 TortenstĂŒcke, römische Schiffe, virtuelle Museen
- Noch einmal berichtet presse-service.de ĂŒber den romanischen Königskopf der Pfalz Ingelheim
- Sachsens private Schlossherren prĂ€sentieren ihre Bauten Darunter SchloĂ Dieskau, worĂŒber die LVZ online schreibt
- Der Wiesbadener Anzeiger schreibt ĂŒber die Mainzer Museumsnacht, auf der unter anderem auch die Aegina, ein rekonstruiertes Frachtschiff, von Terraplana zu sehen war
- In Schönfeld fĂ€llt ein DenkmalgeschĂŒtztes GebĂ€udeensemble der Abrissbirne zum Opfer obwohl es, wie die Volksstimme schreibt, wichtig war fĂŒr die Stadtgeschichte. Der Artikel kann auch als Hilfestellung dienen wenn jemand seine denkmalgeschĂŒtzte Immobilie loswerden will
- KĂŒnstler visualisiert 50000 Jahre Erdgeschichte im “TortenstĂŒck”. Hier bei der MĂ€rkischen Allgemeinen
- DĂŒrener Geschichtsverein baut “Virtuelles Museum”, hier bei AZ-Web
Der Rotstift bedroht italienische KulturgĂŒter
Nach dem Ende MĂ€rz bereits ein Teil des Domus Aurea eingestĂŒrzt war, weil das Geld einfach fehlt um die Massen an KulturgĂŒtern instand zu halten (ich habe hier darĂŒber geschrieben), wir nun weiter der Rotstift angesetzt. 24 Milliarden(!) Euro sollen an der italienischen Kultur gespart werden.
Leider scheint es vermehrt in Mode zu kommen an der Kultur zu sparen, dies betrifft nicht nur Italien, sondern auch Deutschland, wie immer mehr zu vernehmen ist. Vor einigen Jahren betraf es noch die bevorzugt die groĂen Theater oder Tanzkompanien. Doch das Sparen geht weiter. Langsam schraubt es sich vor zu den Museen (hier und hier). Das dies auch die PISA Diskussion betrifft scheinen die Herren Politiker volkommen ausser Acht zu lassen. Bildung geht nicht nur von Schulen aus und Kultur ist ein wichtiger Teil davon!
Die MĂŒllentsorgung des römischen MilitĂ€rs
Die zahlreichen Funde in Krefeld Gellep sind noch lange nicht aufgearbeitet! Alexandra Schubert schreibt zur Zeit ihre Doktorarbeit ĂŒber “Die MĂŒllentsorgung des römischen MilitĂ€rs” ausserhalb des Kastells Gelduba. Hier gab es eine Grube in der Lehm abgebaut wurde und die spĂ€ter mit MĂŒll verfĂŒllt worden war.
Das FundgelĂ€nde gehörte zum ehemaligen Guano-Werk, zeitweise waren dort KleingĂ€rten. Als die abgerĂ€umt waren, merkten die Linner Museumsleute, dass dort jemand eine Grube fĂŒr die Autoreparatur ausgeschachtet hatte, dabei auf römische Relikte gestoĂen war und sie erst einmal selber gesammelt hatte. Er war nicht der erste RaubgrĂ€ber.
Junkelmanns Gladiatoren in der Saalburg
Zum 6. Unesco-Welterbetag findet am 6.Juni in der Saalburg, bei Bad Homburg, ein Aktionstag statt. Es wird sich alles um Gladiatoren drehen und âFamilia Gladiatoria Pulli Cornicinisâ von Historiker und Buchautor Dr. Marcus Junkelmann und er selbst werden anwesend sein.
Nach dem Motto “Brot und Spiele” wird es in rekonstruierten Ăfen gebackenes Brot geben, Kinder können sich in der Gladiatorenschule ĂŒben etc.
Die Pressemitteilung schreibt:
Die Gladiatoren âliveâ kĂ€mpfen sehen â das wird wohl die gröĂte Attraktion an diesem Tag sein. Um 10.30, 13.30 und 15.30 Uhr treten jeweils drei Gladiatorenpaare der berĂŒhmten âFamilia Gladiatoria Pulli Cornicinisâ von Dr. Marcus Junkelmann auf.
Junkelmann ist ein ausgewiesener Kenner der Gladiatur, dessen Wissen nicht nur auf der Literatur und den archĂ€ologischen Quellen beruht, sondern auch auf dem Experiment mit der Rekonstruktion und dem Gebrauch der AusrĂŒstungen. Er kommentiert die KĂ€mpfe und rĂ€umt mit einigen falschen Vorstellungen auf, die sich auch durch Filme wie zum Beispiel âGladiatorâ von Ridley Scott gebildet haben. Bei einem Besuch im Lager der Gladiatoren kann man sich die AusrĂŒstung auch nĂ€her ansehen. FĂŒr seine AnhĂ€nger signiert der Autor Junkelmann von 11.30 bis 12.30 Uhr seine BĂŒcher zum Thema âGladiatorenâ aber auch zu Themen des römischen MilitĂ€rs. Die BĂŒcher werden vor Ort vom Museumsshop zum Kauf angeboten.
Veranstaltungshinweis: Das Römerlager am Kornsand
Am Samstag um 14:00 Uhr findet am Kornsand bei Trebur Geinsheim eine FĂŒhrung zum römischen Lager statt. ErklĂ€ren wird dii Lager Dr. Thomas Maurer von der UniversitĂ€t Frankfurt, der auch die Untersuchungen der Lager 2007 durchfĂŒhrte. Diese ergaben das der Ort zwischen 20 und 35 n.Chr. sowie zwischen 70 und 110n.Chr. den Römern immer wieder als Marschlager diente. Das gröĂte dieser Lager hatte eine Ausdehnung von ca. 24 Hektar. Teile davon werden mit Fahnen abgesteckt um die GröĂe zu verdeutlichen.
Wenn man bei der Begehung dabei sein möchte ist man am besten gegen 14:00 Uhr am groĂen Damm, zwischen Geinsheim und Kornsand. (siehe Plan unten)
Veranstaltet wird das Ganze von den Geschichtsvereinen Nierstein und Trebur, und leider kann ich nicht dabei sein…
Eugen Schenkel – Ein Leben fĂŒr die ArchĂ€ologie
Ich wollte ja ĂŒber ein groĂes Vorbild schreiben, aber Eugen Schenkel als Vorbild zu verstehen wĂ€re mit einer gehörigen Portion GröĂenwahn verbunden, den ich mir nicht ans Bein binden möchte.
Eugen Schenkel wurde 1924 in Trebur Astheim geboren, wo er auch heute noch lebt.
Zusammen mit seinem Freund Georg Weinmann streunte Schenkel schon als Kind ĂŒber die Felder, wo sie u.a. römische MĂŒnzen fanden. WĂ€hrend Weinman, als Sohn eines Schuldirektors das Gymnasium besuchen durfte, musste Schenkel mit 14 Jahren eine Ausbildung bei Opel beginnen. Doch das Interesse an Geschichte und der ArchĂ€ologie sollte ihn nie wieder loslassen.
Als wÀhrend des Krieges beim Ausheben einer Flakstellung nahe Trebur Skelette auftauchen , war es Eugen Schenkel, der ahnte das es sich um archÀologische Funde handelte. Es sollte sich um eines der bedeutendsten neolithischen GrÀberfelder Europas handeln.
Schnell fiel der Denkmalpflege der Mann auf, der kistenweise Scherben und Steinwerkzeuge mit genauen Fundvermerken von Begehungen beim Landesamt ablieferte. Schenkel wurde zum örtlichen Beauftragten der Denkmalpflege. Aufgrund der Vielzahl seiner Funde war es nun die Denkmalpflege die zu Schenkel kam und nicht mehr umgekehrt. Die Funde fanden ihren sicheren Platz in Schenkels Keller, den er zum Magazin umfunktionierte.
Neben ungezĂ€hlten GelĂ€ndebegehungen war und ist Schenkel immer dann zur Stelle, wenn irgendwo ein Bagger anrollt. Als in den 70ern eine Pipeline bei Astheim verlegt wurde, war Schenkel mit wachen Augen zur Stelle. Und tatsĂ€chlich hatte er den richtigen Riecher. Die Bagger stieĂen auf einen frĂ€nkischen ReihengrĂ€berfriedhof des Ur-Astheims. Schenkel wurde vom Landesdenkmalamt mit der Notgrabung betreut, die als Lehrgrabung diente. Bei ihr wirkte auch der spĂ€tere Leiter des Museums Butzbach Dr. Wolf als Student mit.
1970 war Eugen Schenkel einer der MitgrĂŒnder der âGesellschaft fĂŒr Heimat und Geschichte e.V.â, verlieĂ diese jedoch wieder, da ihm die Arbeitsweise nicht wissenschaftlich genug war und er darĂŒber mit dem damaligen Vorsitzenden in Streit geriet.
In den 80er Jahren fand Eugen Schenkel am Kornsand bei Trebur-Geinsheim vermehrt römische MĂŒnzen und Scherben. 2007 durchgefĂŒhrte Grabungen ergaben das der Ort zwischen 20 und 35 n.Chr. sowie zwischen 70 und 110n.Chr. den Römern immer wieder als Marschlager diente. Das gröĂte dieser Lager hatte eine Ausdehnung von ca. 24 Hektar.
Schenkel machte die ArchĂ€ologen auch auf einen weiteren Fundplatz, nahe der SchwarzbachmĂŒndung in den Rhein, aufmerksam. 2003 fanden Grabungen an dieser Stelle statt und man fand die Spuren eines um 375 errichteten römischen Burgus und konnte damit die LĂŒcke der römischen Burgi zwischen Biblis-Nordheim und Mainz schlieĂen. Aber damit nicht Genug! Um 700 diente der Burgus als GrĂ€berfeld, man fand die BegrĂ€bnisstĂ€tte eines frĂ€nkischen Adligen, der sich hier noch, fĂŒr seine Zeit recht ungewöhnlich, mit seinen Waffen in einem GrabhĂŒgel beisetzten lieĂ. Besondere Freude erregte dabei der Fund eines Spatha mit silbernen Verzierungen und silbernen ScheidenbeschlĂ€gen, verziert im germanischen Tierstil.
Schenkel hielt auch VortrÀge an Schulen bei denen er auch immer wieder das Interesse an Geschichte wecken konnte. Ebenso befasst sich Eugen Schenkel auch mit experimenteller ArchÀologie, rekonstruierte SteinÀxte und AckergerÀt aber auch bronzezeitlichen Schmuck.
Am 16. MĂ€rz 2006 wurde die Eugen Schenkel Stiftung gegrĂŒndet, in die die Funde von der Steinzeit bis zur frĂŒhen Neuzeit des Stifters eingingen. Seit dem katalogisiert Historiker Armin Weber M.A. die mehr als 20.000 Funde Schenkels und erstellt Fundkartierungen.
Leider sind die RĂ€umlichkeiten sehr beengt fĂŒr die Vielzahl der Funde. Nach vorheriger Absprache mit Armin Weber, ist es jedoch kein Problem sich Funde zeigen und erlĂ€utern zu lassen.
Zur Zeit wird in der Astheimer Filiale der Kreisparkasse GroĂ-Gerau unter dem Titel âAxt und Keule â Werkzeuge und Waffen aus der Steinzeit bis in die Neuzeitâ eine kleine Auswahl von Funden gezeigt. Leider zu ganz unmöglichen Zeiten, wegen der Ăffnungszeiten der Sparkasse.
Eugen Schenkel macht, nun knapp 86 jĂ€hrig und fĂŒr seine ehrenamtliche Arbeit mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet, immer noch Funde. Letztes Jahr entdeckte er eine römische MĂŒnze und hin und wieder hĂ€lt er einen Vortrag. Wissenschaftler suchen ihn noch immer auf um Informationen zu Fundstellen zu erhalten.
Seine FuĂstapfen auszufĂŒllen, wenn er einmal nicht mehr ist, wird nicht möglich sein und ich möchte auch gar nicht daran denken.
Hir findet sich die Internetseite der Eugen Schenkel Stiftung: http://www.eugen-schenkel-stiftung.de/
Dieser Artikel wurde bereits am 18.5.2010 von mir auf den Chronologs veröffentlicht
Valentinianische MĂŒnze in TĂŒĂling
In TĂŒĂling (in der NĂ€he von Altötting) wurde schon 2004 eine MĂŒnze gefunden. Römisch. Soweit so gut. Jetzt wurde die MĂŒnze gereinigt und konserviert. Sie stellte sich als MĂŒnze des Valentinian I. heraus, auf deren RĂŒckseite die Glorie Roms auf ein PX weist.
Valentinian I. zeichnet sich ĂŒbrigens auch fĂŒr die Burgi am Rhein veranwortlich, wie er in Astheim gefunden wurde.
Damit dĂŒrfte nach Meinung des TĂŒĂlinger Heimatpflegers wohl der frĂŒheste Nachweis des Christentums in unserer Heimat vorliegen. Bereits im Jahre 313 nach Christus habe unter dem damaligen römischen Kaiser Konstantin des GroĂen (306 bis 337, alleinherrschender Kaiser ab 324) mit dem sogenannten MailĂ€nder Edikt das Christentum seine Anerkennung und in der Folge auch seine Aufwertung zur “Staatsreligion” erfahren.
Klinikneubau oder römische und keltische Siedlung?
70000 Franken kostete die Erneuerung des ArchÀologiepfades auf der Berner Engehalbinsel, auf der unter anderem das römiche Amphitheater und die Thermen lagen. Doch jetzt soll hier eine Klinikerweiterung gebaut werden. Sondierungen ergaben, das an der Stelle an der gebaut werden soll keltische und römische Siedlungsreste und GrÀber ruhen.
Sollte das Spital auf der Engehalbinsel gebaut werden, mĂŒsse abgeklĂ€rt werden, wie man die KulturgĂŒter schĂŒtzen könne, sagt GutÂscher. Entweder man wĂŒrde sie im Boden belassen oder Rettungsgrabungen vornehmen. Dies sei ein zeit- und kostspieliges Unterfangen. Es liege nun an der Berner Regierung, eine InteressenabwĂ€gung vorzunehmen.
Forschungsprojekt zum FrĂŒhmittelalter
Welchen EinfluĂ hatte das Römische Kaiserreich auf die Vorstellungswelt des FrĂŒhmittelalters? Wie wurden Texte zwischen den kulturellen Zentren Europas weitergegeben? Dies sind Fragen, denen sich nun ein internationales Forschungsprojekt unter FĂŒhrung der UniversitĂ€t Cambridge widmet.
Historiker aus den Niederlanden, Ăsterreich und dem Vereinigten Königreich erforschen gemeinsam, wie die Menschheitsgeschichte die mittelalterliche Vorstellungswelt ĂŒber die Entstehung von Völkern und deren IdentitĂ€t prĂ€gte, und warum diese Ideen noch immer eine wichtige Rolle in der heutigen Gesellschaft spielen. Das Projekt “Cultural Memory and the Resources of the Past, 400-1000″ ist ein Gemeinschaftsvorhaben der UniversitĂ€ten Cambridge und Leeds, Vereinigtes Königreich, und der UniversitĂ€ten Wien, Ăsterreich, und Utrecht, Niederlande. Finanziert wird das Projekt im Rahmen des gemeinsamen Forschungsprogramms (JRP) HERA (Humanities in the European Research Area) mit 1 Million EUR.






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