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Artikel über Tilleda

Über die Pfalz Tilleda, die bestergrabenste Pfalz Deutschlands, schreibt OpenReport einen größeren Artikel.

Dem Experten zufolge war die Bedeutung von Tilleda damals eher gering, heute aber dient die Pfalz als Paradebeispiel einer deutschen Herrschaftsresidenz des 10. bis 12. Jahrhunderts. Die Pfalz wurde Anfang des 9. Jahrhunderts als «Dullide» zum ersten Mal urkundlich erwähnt. 972 übergab Otto II. seiner byzantinischen Gemahlin Theophanu unter anderem die Pfalz «Dullede» als Mitgift. In den Jahren bis 1042 wurden nunmehr in «Tullide» anlässlich der Aufenthalte verschiedener Herrscher königliche Urkunden ausgefertigt. In diese Zeit fiel auch die Blütezeit der Pfalz, in der im Durchschnitt etwa 50 Personen lebten, wie Michael Dapper erläutert. Hauptwirtschaftszweig war die Landwirtschaft, doch auch Flachs wurde nachweislich geröstet und weiterverarbeitet.

Hier der Artikel von OpenReport

Als die Pfalzen verschwanden

Spätestens mit dem Tod letzten Stauferkaiser Friedrich II. 1250, starben auch die Pfalzen. Das Ministerialenwesen hatte, wie die Kurfürsten auch stark an Macht gewonnen, Könige und Gegenkönige und ihre Anhänger stritten um die Macht. Ihre Terretorien waren stark eingeschränkt, zur Repräsentation und Machtausübung diente meist nur noch die Stammburg des jeweiligen Herren oder ein festgelegter Herrschaftssitz.
Als Ort für Reichstage kristallisierte sich bis zum 17. Jahrhundert immer mehr Regensburg heraus, wo 1663 der “Immerwährende Reichstag” eingesetzt wurde.
Die geschützten Höhenburgen verdrängeten in weiten Teilen des Reiches die Niederungsburgen und mit ihrem Palas boten sie sowohl Komfort, als auch durch die erhöhte Lage eine gute Verteidigungsmöglichkeit.

Wie Trebur auch wurden viele Pfalzen verpfändet um die teuren Kriegszüge zu finanzieren. Andere brannten ab und verfiehlen. Wieder andere wurde zu Burgen umgebaut.

Die karolingische Pfalz Frankfurt war bereits im 11. Jahrhundert abgebrannt, die Pfalz Trebur hatte ihre Aufgabe übernommen. Das Gelände wurde überbaut und vergessen. Die Staufer bauten anschließend am Mainufer den noch heute in Teilen existierenden Saalhof als Pfalz.

Die ottonische Pfalz Tilleda, die 972 erstmalig erwähnt wurde, verliert im 11. Jahrhundert durch den Bau der Kyffhäuserburgen ihre Bedeutung. Wie in Trebur arbeitet der Wirtschaftshof aber noch für den König. Vor Ende des 12. Jahrhunderts wird der Platz aufgegeben und nachweislich vom 14. Jahrhundert an landwirtschaftlich genutzt.

Die bekannte Pfalz Goslar wurde das letzte mal 1253 durch Wilhelm von Holland besucht. 1289 zerstörte ein Brand viele Gebäude, die Ruinen gingen in den Besitz der Stadt Goslar über. Zunächst diente das Kaiserhaus als Gerichtsstätte für den Stadtvogt, mit der Zeit verlor der Palas aber seine Bedeutung und wurde bald als Kornspeicher genutzt. 1672 stürzten die Türme der Pfalzkapelle ein. Sie wurde 50 Jahre später abgerissen und ihre Steine verkauft. Die Ulrichslkapelle wurde als Gefängnis genutzt und Teile der zugehörigen Stiftskirche stürzten schon 1331 ein, der Bau selbst wurde 1819 bis auf die Vorhalle abgerissen.

Die Pfalz Kaiserslautern wurde zwischen 1152 bis 1158 von Friedrich Barbarossa erbaut, 1322 erhielt Johann der Blinde von Böhmen die Pfalz. 1357 wurde die Anlage an Kurpfalz verpfändet. Zwischen 1570 und 1580 wurde ein Renaissanceschloß angebaut. 1635 und 1685 schwerbeschädigt wurde es 1703 durch die Franzosen in Brand gesetzt und gesprengt. 1715 wurde ein einfachte Jagdschloß an die Ruine angebaut, das 1792 wieder abbrannte. 1802 wird die Ruine als Steinbruch verkauft, später entsteht ein Gefängnis und eine Brauerei darauf. Heute sind nur noch wenige Mauerzüge oberirdisch erkennbar.

Antike Handels-/Fernstrasse – „Via Claudia Augusta“

Alfred Platschka, den ich ja auch in der Blogroll verlink habe, hat auf MyHeimat wieder einen sehr tollen Text veröffentlicht, der die Via Claudia Augusta behandelt.

Obwohl die „Via Claudia Augusta“ eine typische Römerstraße ist, geht ihr Ursprung auf die Kelten zurück, die im Alpenvorland schon ansässig waren, bevor Rom seine Expansionspolitik begann. Man kann davon ausgehen, daß die Römer die Verbindungswege der Kelten bei ihren Eroberungsfeldzügen im Alpenvorland zur Fortbewegung benutzten und zum Teil auch ausbauten. Gleichzeitig begünstigte die Anbindung der unterworfenen Völker den kulturellen Austausch. Das gewaltige römische Verkehrsnetz war außerdem ein Zeichen der Macht des Imperiums und verstärkte die einschüchternde Wirkung der römischen Herrschaft.

Hier gehts zu MyHeimat

Warum man als Geschichtsfan trotzdem Deutschland/Hessen zum WM Sieger machen kann

Es ist wirklich toll sich mit Geschichte zu befassen! Man kann sich alles schön reden wenn man die richtige Herleitung wählt!

Das WM-Final wird von der Manschaft aus der Parlamentarischen Erbmonarchie Spanien und der Parlamentarischen Monarchie Niederlande (nicht Holland!) ausgefochten. Soweit so klar.

Werfen wir einen Blick auf Spanien: König ist Juan Carlos Alfonso Víctor María de Borbón y Borbón-Dos Sicilias (Bitte mit Pseudo-Freixenet-Spanisch-Lispel-Dialekt ausprechen). Zum Glück hat Wikipedia eine Ahnentafel des Herren. (Ich hatte zwar mal alle Königshäuser vor Jahren mal in einer Stammtafel zusammengefasst, ging aber mit meiner alten Festplatte drauf)   Juan Carlos ist ein geborener de Borbón y Battenberg , also ein Darmstädter wenn man so will (wie Prinz Philip von England übrigens auch, Mountbatten=Battenberg ) Wenn man jetzt noch die Österreicher mit reinnimmt, war bis 1806 auch hl. römisches Reich dt. Nation , und bedenkt das der Titel von Sizilien seit Friedrich II. auch mit dem Kaisertum verbunden war,  fallen die paar Bourbonen hinten runter und die stammen ja eh von den Karpetingern ab und die waren ja schließlich Franken!

Die Niederlande machens mir einfach: Beatrix ist Prinzessin von Oranien-Nassau, Prinzessin zur Lippe-Biesterfeld… sagt ja alles. (Auch halb Hessin) und ausserdem waren die Niederlande lange genung Teil des Westfrankens ;-)

Also ist das Finale nur ein interhessisches Duel ausgetragen durch Fremdarbeiter, weil die Hessen sich nicht die Finger schmutzig machen wollen…

In diesem Sinne:

Via HitlerBlog der TAZ

Und jetzt die Tränchen über die vergebene Chance wieder abwischen! Die Statistiker im Radio haben schon wieder erklärt warum Deutschland 2014 Weltmeister wird, wenn wir Uruguay im Spiel um Platz 3 schlagen ,  in China ein Sack Reis umfällt und in Kuweit-im-Winkel heute 36° C erreicht werden, während der Huber Bauer von der Leiter fällt…
… Na dann, kann ja nix mehr schief gehen!

PS: Nachdem das Engand Deutschland spiel ein Wenig zurückliegt hat sich jetzt die BILD durchgerungen die Luftschlacht um England durchzukauen. Ob da ein Zusammenhang besteht?

Beobachtungen zur Pfalz auf einem Plan


Klicken zum Vergrößern!

Eigentlich hatte ich etwas ganz anderes im Sinn, als ich diese Karte zeichnete. Ich wollte eigentlich einen Katasterplan abzeichnen um darin Kellergrundrisse einzutragen, aber ich dachte probier mal was aus.
Darauf hin hab ich mir den Plan von 1830 zur Hand genommen und von diesem nur die Wohnhäuser übernommen, die massigen Scheunen aus den 1850ern verwirren oft mehr als alles andere. Auch die Grundstücksgrenzen, die sich durch Teilung immer wieder veränderten habe ich weggelassen. Anschließend habe ich die wichtigsten Geländekanten eingetragen (der Pfeil zeigt nach unten), z.T. wie sie heute noch erkennbar sind zum Teil so wie sie im alten Katasterplan eingetragen sind.
Dann folgten Stellen an denen von ominösen Mauerresten berichtet wurde, um anschließend noch die Orte von Grabfunden einzutragen.
Generell ist nur der östliche Teil Treburs verwendet worden( Karte genordet), nach Osten durch den hochmittelalterlichen Wall des Burgrabens (gelb, 1) begrenzt, nach Westen durch die Schmittgasse begrenzt, die eine alte Ortsgrenze sein soll.
Die Grabfunde sind folgendermaßen aufzuschlüsseln: Karo: 4. Jahrhundert, Quadrat: 5. Jahrhundert, ausgefüllter Kreis: 7.Jahrhundert, Kreuz: Einzelfunde ohne Grab des 7. Jahrhundert, Kreis: Beigabenlos (ohne Datierung).
Hier fällt schon mal auf, das je jünger die Gräber werden, desto weiter entfernen sie sich vom Hügel der Kirche. Die Gräber des 7. Jahrhunderts verlassen sogar die propagierte frühe Ortsgrenze (die grünen Häuser liegen schon ausserhalb) während die beigabenlosen Gräber (ab dem 8.Jahrhundert) wieder in das Ort zurückkehren um sich bei 2 (altes Rathaus) zu konzentrieren.
Das schwarze Quadrat bei 6 ist übrigens der “Raiffeisenturm”.
Gehen wir zum Hügel der Pfalz  und zu 3,4, und 5.
3. Die Freifläche hier war nur von Scheunen bestanden. (heute sind einige umgebaut), dadurch entsteht eine markante Freifläche. Gleichzeitig ist dies aber auch der Ort an dem Frau Anna Weinmann einst starke Mauern bei Ausschachtungen gesehen haben will, die ihrer Meinung nach ein Tor gewesen sein müssen (Ich habe sie nicht eingezeichnet, da ich die genaue Position nicht kenne).

Unterhalb der Zahl 3, bei den drei Häusschen gibt es eine recht steile Kante, die heute noch existiert, aber nur sichtbar ist wenn die Scheunen, die darauf stehen, die Tore offen haben. Hier soll parallel zur Kante eine Mauer 60cm unter der Erdoberfläche gefunden worden sein, die die Grundstücksgrenze querte und 1,45cm stark gewesen sein soll.  Auf einer Zeichnung erscheint sie ähnlich  einer Zwei-Schalen-Mauer. Das war 1956.
Es ist eine der berühmten Mauern von denen erst berichtet wurde als sie übermauert waren…
Die 4 steht genau im Garten des Großen Hauses. Hier wurden einmal Spondierungen durchgeführt die aber befundfrei waren. Aber wenn ich hier nach Norden gehe hab ich auch in dieser Verlängerung eine große Lücke, die nur durch eine Scheune verstellt ist. Der Hang ist hier relativ flach. Eine Folge von Errosion ? Einebnung zwecks Überbauung?

Gehen wir zur 5. Nördlich der 5 liegt die Marienkapelle, südlich davon die Laurentiuskirche. beide sind nochmal leicht erhöht auf dem Hügel.Das ganze wird von einer Straße durchschnitten. Die Zahl 5 sitzt noch auf einem Gebäude auf (eigentlich sind es zwei Häuser), dessen linker Rand die Mädchenschule bildet. Der Keller dieser Schule soll ebenfalls älter sein als das Gebäude aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts.
Interessant finde ich, das die östliche und westliche Kante der Erhöhung des Kirchhügels auf die Erhöhung der Marienkapelle zuläuft. Sicher ist das östlich der Marienkappel Teile des Erdreichs abgetragen wurden, um Wagen den Weg auf den Hügel zu erleichtern, da dieser sehr steil war.
Ich habe mal die Theorie geäußert, das hier Erdreich durch ein Hochwasser weggeschwemmt worden sei, was einige Leute negierten, da man kein Hochwasser kenne, das hoch genug gewesen sei um den Hügel zu überspülen. Aber nun habe ich etwas gelesen: Als O.Müller noch einmal die Mauerreste vor der Kirche aufgrub, die Diefenbach schon 1934 aufgedeckt hatte, notierte er, das die Ost-West-Mauer von der Nord-Süd Mauer “geschnitten” wird und diese zum Teil auf ihr sitzt. Auf die Folgen für die Datierung möchte ich jetzt nicht einggehen, aber zwischen beiden Mauern haben sich “papierblattartige Sandschichten einer Überspülung” gegeben! Ob dies nun von einer Bauunterbrechung, Überschwemmung oder ähnlichem stammt ist unbekannt.

Neben der Abschwemmungstheorie, kam mir aber noch ein Gedanke. Was wäre wenn an der Stelle der 5, parallel zu Kirche und Kapelle, einst ein großes Gebäude gestanden hätte? Ähnlich wie ein Kreuzgang mit der Kirche verbunden. Wenn man dieses Gebäude zur Steingewinnung abreißt, bis auf die Grundmauern inklusive Kellergewölbe, würde dann nicht ein Schnitt im Hügel entstehen?… genug Theorie….

Rechts neben der 5 ist noch eine kleine blaue Linie eingezeichnet. Sie steht stellvertretend für die vielen Erzählungen von Mauerresten die man angeblich hier gefunden haben soll. Hier befindet sich auch nach Osten eine kleine Geländekante, weiter östlich noch eine Stärkere, die dann in den Burggraben läuft. Sie soll künstlich sein und einen Teil der fränkischen Verteidigungsanlage bilden.
Die Geländekanten im Süden grenzen das Gelände gegen den Schwarzbach ab. Auf der westlichen Seite befindet sich zwischen Kante und Schwarzbach noch die Tuchbleiche, die aber ein verlandeter Teil des Schwarzbaches ist. An dem schmalen Einschnitt nach Norden , den es hier gibt, sollen früher die Holzhändler angelandet sein um ihr Holz zu verkaufen, auch sollen hier Pferde verschifft worden sein. Eine Stelle für eine mögliche Hafenanlage.

Archäonews 16.06.10 Gugel als Modeaccessoir 2010, Mauerreste und ein Kloster

  • In Hann.Münden wurden beim Abriss einer Brandruine Mauern aus dem 13. Jh. entdeckt, man bermutet Reste aus dem Anfang der Stadt wie die HNA schreibt
  • Von Grabungen auf dem Arela eines Dominikanerklosters in Minden schreibt die pressemeldung-nrw.de
  • Wie der Presse-service.de meldet, gibt es am 20.6. in Bielefeld eine Führung durch die Geschichte der Stadt (Und ich dachte die Stadt existiert garnicht!) ausserdem gibts da noch eine Meldung über neue Ausgrabungen auf der Sparrenburg
  • In Neuburg/Donau werden die Reste der Römerbrücke untersucht die in der Donau gefunden wurde. Eine Meldung für den Donaukurier,
  • Ebenfalls vom Donaukurier ist die Meldung über das  Museumsfest des Römer- und Bajuwaren-Museums Burg Kipfenberg
  • Und noch was zum Kopfschütteln: Die Modeszene endeckt die Gugel als Accessoir wieder, meint zumindest das Realease Netzwerk

Archäonews 15.06.2010 Noch mal Römergrab, Ingelheim und ein Vortrag

  • Auch die Welt und der Kölner Stadtanzeiger schreiben jetzt über das Römergrab unter den Trümmern des Kölner Stadtarchivs
  • Wie Pressemeldung-nrw.de meldet wurden in Minden Teile der Stadtmauer, aber auch ein Holzsarg und Kinderskelette gefunden
  • Die Pfalz Ingelheim bietet am 20.06. wieder Sonderfügrungen zum Stauferjahr an, wie die Wormser Zeitung schreibt
  • Der Archäologenverband tagt in Tübingen schreibt Uni-protokolle.de, falls man sich anmelden möchte ;-)
  • Am Donnerstag findet im Reiss-Engelhorn-Museen  (Mannheim) ein Vortrag zum Thema Archäologie statt, mehr Infos hat die Wormser Zeitung

Archäonews 13.06.10 Sondengänger, Straßenstationen und Vorschläge

  • Esrtaunt sind die Archäologen über römische Funde, die wohl auf eine Straßenstation zurückgehen, in Langenweid zurückgehen, worüber die Augsburger Allgemeine schreibt
  • Das Darmstädter Echo hat einen Bericht über einen Sondengänger der merowingische Funde in der Wetterau gemacht hat. Irgendwie finde ich den Artikel seltsam, macht so ein bisschen Werbung fürs Sondengehen, die Bilder der Schnalle haben aber was.
  • Einen Vorschlag für Geschichtsinformationen für eine Seite der Stadt Ronnenberg (viel frühmittelalterlich) hat Karl-Fr. Seemann bei my-Heimat eingestellt
  • Über die Römer im Schaumburgerland schreibt die Landeszeitung Schaumburg Lippe

…und dann ist mein Feedreader abgeschmiert….

Askemuntisheim und/oder Askemundestein?

Die Frage nach Askemuntisheim und Askemundestein spaltet die Wissenschaft in zwei Lager. Aber beginnen wir von vorne.

Im Lorscher Urbar sind unter anderem Fiskalbezirke, also jene Ländereinen die ihre Erträge an die Königshöfe oder Pfalzen liefern mußten, aufgezeichnet. Der Urbar ist Teil des Lorscher Codex, der wiederum stammt aus dem 12. Jahrhundert, und ist eine Abschrift älterer Urkunden.
Die ursprünglichen Urkunden sind nicht mehr erhalten.  Der Lorscher Codex wie wir ihn heute kennen, ist ein Kopialbuch.  Sozusagen ein Inhaltverzeichnis für die zu diesem Zeitpunkt schon einige hundert Jahre alten, kostbaren  Urkunden. Beim Abschreiben kürzte man die Texte auf juristisch relevantes zusammen. Einleitungen oder weitschweifige Ausführungen fiehlen weg.
Diese Abschreibarbeit wurde oft als Schreibübungen für unerfahrenere Schreiber verwendet. Beim Lorscher Codex gab es sogar einmal eine Diskussion inwieweit hier nicht junge Mönche, adliger Abstammung  Urkunden zu Gunsten ihrer Familien geändert haben könnten, oder einfach ihren Name im Sinne von  “Ich war  hier” , eingesetzt hätten.

Auch das Urbar in Urkunde 3673 erfuhr einschneidende Veränderungen. Während jeder Fiskalbezirk hier seinen eigenen Teil hat, gibt es bei Trebur ein Problem: Es wurde mit Frankfurt vermischt, was an sich schon zu Spekulationen führte. Aber hier nun erstmal der Text des Urbars über Trebur (Kursiv: der Frankfurter Einschub)

URKUNDE 3673 (Reichsurbar; Dörfer um den Reichsforst Dreieich) Über Triburen. Im Dorf Triburen (Trebur s. Mainz) befinden sich 198 Joch Ackerland, zu Stetin (Königstädtcn in der Dreieich so. Mainz) 74 Joch, in Niveitheim (Nauheim nw. Groß Gerau sw. Frankfurt/M.) 105 Joch, in Askmuntesheim (Astheim nw. Groß Gerau) 82, von denen jedes Joch 7 Pfennig zinst und front, was auch immer ihm vorgeschrieben wird.

— In Franchevurt. Im Dorf Franchenvurt (Frankfurt/M.) finden sich 450 Joch Ackerland, Wiesland mit einem Ertrag von 40 Fuder (Heu.) und l Edelhof, welcher l Schwein im Wert von 2 Unzen, l Huhn, 10 Eier und l Scheffel Winterweizen zinst. Er stellt l Pferd für den Verkehr zwischen den Höfen, — Über Greozesheim. In Greozesheim (Frank furt-Griesheim) liegen 160 Joch Ackerland, Wiesland zu 15 Fuder (Heu) und l ganze Hube, welche, wie oben für Frankenvurt (Frankfurt) gesagt, l Schwein zinst und den übrigen Frondienst leistet. — Über Geisterbach, In Geisterbach (Kelsterbach sw. Frankfurt) befinden sich 80 Joch Ackerland und l Hube, welche l Schwein abliefert. Die übrige Dienstbarkeit wie oben. — Über Velawilre. Im Dorf Velavilre (Vilbel nö. Frankfurt) sind 240 Joch Ackerland, Wiesland zu 12 Fuder (Heu), l Edelhube, welche l Schwein, l Huhn und 10 Eier zinst. Sie stellt l Pferd, welches sowohl für den Verkehr innerhalb der Reichsgrenzen als auch für den Kriegsdienst in Feindesland bestimmt ist. Der übrige Herrendienst ist derselbe, wie er oben angeführt wurde. Der Förster gibt l Huhn, l Schilling und 10 Eier. Vom Bäcker in Felawila (Vilbel) werden 70 Scheffel (Brot) ausgefolgt. — Über Seckebach. Im Dorf Seckebac (Frankfurt-Seckbach) liegen 180 Joch Ackerland, Weinberge mit einem Ertrag von 26 Fuder (Wein) und l Knechtshube, die l Huhn und 10 Eier zinst und den übrigen Frondienst nach Vorschrift leistet.

— Über Stetin. im Dorf Stetin (Königslädten so. Mainz) gilt die gleiche Dienstbarkeit wie in Franchenvurt (Frankfurt) mit einer Ausnahme: Es wird kein Getreide abgeliefert, sondern ein Betrag von 2 Pfennig als OsteraLgabe (vgl. Urk. 3672). — Über Niwenheim. Im Dorf Niwenheim (Nauheim nw. Groß Gerau) gibt es l ganze Hube, welcher die gleiche Dienstbarkeit obliegt. Sie zinst außerdem 2 Scheffel Winterweizen. Eine andere halbe Hube bezahlt als Zins 10 Pfennig, l Scheffel Getreide, l Huhn und 10 Eier, ferner eine Unze als Geldablösung für den Frondienst der Frauen. Sie ackert l Joch Land. — Über Biwinesheim. im Dorf Biwinesheim (Bauschheim nw. Groß Gerau) leisten 2 Huben-anteile die gleichen Abgaben und außerdem noch 2 Unzen an Stelle der weiblichen Fronarbeit. —Über Askemundestein. in einem anderen Dorf, nämlich in Askemundestein (Astheim nw. Groß Gerau) ist eine halbe Hube, welche 2 Unzen, eine ganze Hube, die 3 Unzen, und eine andere halbe Hube, die l Vi Unzen zinst. Eine weitere ganze Hube gibt 3 Unzen. 17 Morgen Zinsen 2 Unzen und l Scheffel Getreide, l Morgen Land ist zu pflügen. An Gerste ist l Scheffel fällig. Eine andere ganze Hube gibt 30 Pfennig, l Scheffel Getreide und die gleiche Menge Gerste. Sie hat l Morgen Land zu pflügen. Weitere 17 Morgen liefern l Schilling ab. — Über 255 Rucilesheim, Im Dorf Rucilensheim (Rüsselsheim w. Frankfurt) gibt l Hube 2 Unzen. —Über Mersenvelt. Im Dorf Mersenvelt (Mörfelden s. Frankfurt) liegen 24 Morgen Herren-und 5 Morgen Hörigenland, welche in der obigen Weise zinsen. Ferner werden an Forstzins 8 1/2 Scheffel Winterweizen abgeliefert.

— Insgesamt haben wir 112 Hofreiten und Anteile, von denen als Zins 112 Schweine, 8 Pfund Silber und 2 Unzen, 78 Scheffel Getreide und ebensoviel Gerste, 23 Scheffel Winterweizen, 120 Hühner und 1200 Eier abgeliefert werden.

Frankfurt gehört natürlich auch zu den Orten “um die Dreieich”, aber der Einschub gehört nach wissenschaftlicher Ansicht hier nicht rein. Beim Abschreiben gerieten wahrscheinlich zwei Urkunden durcheinander und wurden vermischt.
Der erste Abschnitt enthält die Einleitung mit den Mengenangaben des zu bewirtschatftenden Ackerlandes das Salland, also das Land das direkt dem König untersteht.   Es folgt der Frankfurt Einschub, danach werden die Orte die nach Trebur liefern müssen näher aufgeschlüsselt, die ihre Abgaben entrichten müssen, wobei auch Orte ohne Salland aufgeführt werden, wobei auch die kleineren Ort behandelt werden. (der vierte  Abschnitt rechnet alles, auch Frankfurt, zusammen und stammt in dieser Form aus dem 12. Jahrhundert)
Während nun in der Einleitung Askemuntisheim erwähnt wird, taucht der Name im zweiten Abschnitt nicht mehr auf, stattdessen wird ein Askemundestein erwähnt, was für Verwirrungen sorgt.

Eine Gruppe vermutet nun hier, an Hand der unterschiedlichen Worte, zwei verschiedene Orte. Die Entdeckung des Astheimer Burgus hat dies sogar gefördert, könnte man doch annehmen mit Askemuntisheim sei Astheim gemeint und mit Askemuntdestein der Burgus. Deutet die Endsilbe -stein doch auf eine Befestigung hin (vergleiche Zullestein).

Halt sagen die Urkundenforscher, Askemuntisheim wird auch in der Einleitung erwähnt, muss also auch in der näheren Beschreibung vorkommen. Es ist daher wahrscheinlich das dem Abschreiber des 12. Jahrhunderts ein Schreibfehler unterlief, aus Unachtsamkeit oder schlechter Qualität der Originalurkunde sei dahin gestellt, und aus dem -heim ein -stein wurde, denn Askemunt und Askemund ist der selbe fränkische Personenname. Daher gehen die Urkundenforscher davon aus, das es sich um bei beiden Orten um Astheim handelt und nicht um eine unbekannte Wüstung.

Quelle: Originaltext von Uni Erlangen , auf Wunsch kann das latainische Original nachgeliefert werden

Stiftung Welterbe Reichenau mit eigener Website

Die Stiftung des Welterbes der Klosterinsel Reichenau im Bodensee besitzt nun eine eigene Website. Ziel der Seite ist , neben Informationen zu bieten, auch das Geschäftsbild der Stiftung Welterbe Reichenau zu präsentieren. Weiterhin kann man sich über anstehende Projekte Informieren.
So steht zur Zeit eine Überarbeitung des Klostergartens an. Walahfrid Strabo schrieb im 9. Jahrhundert hier das zu Lehrzwecken gedachte Gedicht „De cultura hortorum“ (Über den Gartenbau) und dieses nach Strabo vorhandene Gärtchen soll überarbeitet werden -ein Ort der Ruhe und Besinnung werden.
Auch die Schatzkammer mit dem Reliquienschrein des hl. Markus muss überarbeitet werden, da die Vitrinen und Lichtführung nicht mehr zeitgemäß sind

Hier schreibt der Südkurier und hier gehts zur Stiftungsseite

Dank an:



Empfehlung:


Ab 17.10.2010 im Museum Trebur
in den nächsten Tagen wird das Programm hier erhältlich sein
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