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Ein römisches Zinnschälchen

Ich immer wieder wieder erstaunt, was sich so Magazin des Museums Trebur versteckt. Gerade der Haufen  römischen Funde die bei und in dem Brunnen im Treburer Freibad gefunden wurden sind beeindruckend. Angefangen bei Dachziegeln (leider ohne Stempel), einer Sandale, Haarnadeln, unmengen an Gefäßscherben, Öllampen…

Und eben dieses kleine wunderbar erhaltenen Zinnschälchen.

Animation des Warsaw Rising Museum und des Kastells Lussonium

Das “Warsaw Rising Museum” ,oder “Muzeum Powstania Warszawskiego”  auf polnisch, befasst sich mit dem Warschauer Aufstand und hat zum 66. Jahrestag des Aufstandes eine Animation des durch Bomben zerstörten Warschaus erstellt, in denen nach dem Aufstand nur noch etwa 1000 Menschen lebten.

Natürlich bin ich mir bewußt das das thematisch hier nicht so hinein gehört, aber wegen der Rekonstruktion und Animation und meinen persönlichen Verbindungenin den Osten (wenn auch nicht Polen) pack ichs trotzdem rein. – macht mir Gänsehaut!

Hier die englische Seite des Museums

Aber hier hab ich noch eine Rekonstruktion des römischen Kastells Lussonium in Ungarn (interessant wirds erst ab 7:14)

Hier kann man sich noch Panorambilder des Terrains ansehen

Antike Handels-/Fernstrasse – „Via Claudia Augusta“

Alfred Platschka, den ich ja auch in der Blogroll verlink habe, hat auf MyHeimat wieder einen sehr tollen Text veröffentlicht, der die Via Claudia Augusta behandelt.

Obwohl die „Via Claudia Augusta“ eine typische Römerstraße ist, geht ihr Ursprung auf die Kelten zurück, die im Alpenvorland schon ansässig waren, bevor Rom seine Expansionspolitik begann. Man kann davon ausgehen, daß die Römer die Verbindungswege der Kelten bei ihren Eroberungsfeldzügen im Alpenvorland zur Fortbewegung benutzten und zum Teil auch ausbauten. Gleichzeitig begünstigte die Anbindung der unterworfenen Völker den kulturellen Austausch. Das gewaltige römische Verkehrsnetz war außerdem ein Zeichen der Macht des Imperiums und verstärkte die einschüchternde Wirkung der römischen Herrschaft.

Hier gehts zu MyHeimat

Die Römermauer hinter dem Rathaus von Remagen

Einen interessanten Text über die Römer in Remagen, spiziell ihre bauliche Hinterlassenschaften habe ich im hintersten Winkel der Seite des Kreises Ahrweiler entdeckt.

Im Zuge der Stadtsanierung sollte auch schon seit einiger Zeit die römische Mauer von Remagen auf dem Parkplatz hinter dem Rathaus gesichert und gestaltet werden. Als eines der wenigen archäologischen Denkmäler und Relikte aus der römischen Zeit und von dem ehemaligen Kastell Rigomagus erinnert dieser Mauerrest als ein wichtiges Zeugnis an die stolze 2000-jährige Geschichte der Stadt Remagen am Rhein. Nicht allen Bürgern der „Römerstadt Remagen“ ist bewusst, dass ihre Stadt auf eine so lange und erfolgreiche Geschichte zurückblicken kann. Daher ist es wichtig, dass einer der wenigen, noch aus den Anfängen der Stadt stammenden Nachweise, der einst so festen Römermauer wieder ein würdiges Aussehen erhält. So waren Restaurierungs- und Sicherungsmaßnahmen schon seit langer Zeit überfällig, weil das Mauerwerk durch den Bewuchs von Efeu und Dornengestrüpp sowie Witterungseinflüsse, zunehmend gefährdet war und durch gelockertes, herabfallendes Steinmaterial nicht nur zu einem Ärgernis der Nachbarn und Bewohner von Remagen, sondern auch zur Gefahr für spielende Kinder und dort parkende Kraftfahrzeuge geworden war.

Hier gehts ins römische Remagen

Die Curtis Bernhausen

Beim rumstöbern habe ich mal wieder eine interessante Seite entdeckt. Es handelt sich um die Seite von Dr. Klaus Grote der die archäologischen Denkmalpflege für das Kreisgebiet Göttingen leitet. Auf seiner Seite hat er einen Abriss seiner Arbeit zusammengestellt, darunter auch die frühmittelalterliche Curtis Bernhausen

Nachweisbar ist eine Abfolge aus Besiedlungen, Siedlungsverlagerungen, Befestigungen und deren funktionale wie topografische Wandlungen, getragen von einem Wirtschaftshaupthof (in ottonischer Zeit als curtis bezeichnet), in einem Milieu, das neben der ländlich-agrarischen Ausrichtung auch herrschaftliche Prägung zeigt. Der Befundkomplex beinhaltet mehrere, überwiegend wüstgefallene ländliche Siedlungsareale, das eingehegte bzw. befestigte Gelände der Curtis, eine mehrphasige Flächenburganlage mit – heute – sublacustren Teilbereichen, eine Niederungsburg vom Typ Motte, einen Go-/Landgerichtsplatz, den Altdorfkern Bernshausens mit ehemaliger romanischer Kirche und kommunaler Ortsbefestigung.

Daneben bietet Seine Seite auch Information über das Römerlager Hedemünden, Wüstungen, Burgen… einfach mal reinschauen.

Hier gehts zu Dr. Grote

Archäonews 4.07.2010 8.Jahrhundert, 9.Jahrhundert und eine Drehscheibe

  • Wie die Westfälischen Nachrichten schreiben wurde in Münster ein Reihengräberfriedhof des 9. Jahrhunderts entdeckt
  • In Büdingen beginnen am Montag Grabungen zur Erforschung einer Kapelle des Spätmittelalters, wie das Gelnhäuser Tageblatt schreibt
  • Die Neckar-Chronik schreibt über einen Hobby Archäologen der bei Drainagearbeiten an seiner Kirche ins 8. Jahrhundert vordringt
  • Die Neckar-Chronik schreibt auch über Grabungen für den Straßenbau bei dem man eine alte Lokomotiven-Drehscheibe entdeckt hat
  • Über neue Funde aus Regensburg (u.a. mittelalterliche Eisenverhüttung) schreibt die Mittelbayrische

Die römischen Steine der Laurentiuskirche

Ich dachte ich hätte die römischen Steine die in der Laurentiuskirche verbaut sind schon einmal gebloggt, aber irgendwie finde ich sie gerade nicht und da ich heute noch den dritten Inschriftenstein fotografiert hab, dachte ich kann sie nochmal bringen.

Der Oberste ist der Virodacti-Stein. Ein römischer Weiehestein, den die Bewohner von Nida (Heddernheim) und eines Vicus August(us)  (unbekannt) der keltischen Gottheit Virodacti widmeten. Wegen der Widmung geht man davon aus das dieser Stein aus der Umgebung von Heddernheim herbei geschaft wurde. Er sitzt an prominenter Stelle, etwas überkopf in der nach westen weisenden Eckverquaderung des Westbaus (süd-west Ecke)

Der Stein darunter sitzt, nach Osten blickend im nördlichen Querhaus. Er zeigt ein florales Muster.

Der letzte Stein, wieder mit einer Inschrift, befindet sich ebnfalls nach Ostenweisen im südlichen Querhaus (also gespiegelt zu dem mit dem floralen Muster)

Archäonews 29.06.2010 Blauzahns Königshof, Weinfässer und römische Prostituierte

  • Wissenschaft Aktuell meldet die Entdeckung des Königshofs Harald Blauzahns
  • Das Gelnhäuser Tageblatt schreibt über die hauseigene Pfalz und die Ausführungen einer Kunsthistorikerin
  • Welt Online schreibt das die Universität Hamburg das Fach Ägyptologie einstellen will
  • In Österreich wurden Weinfässer aus der Römerzeit gefunden, die als Stabiliesierung in einem Brunnen verbaut wurden (gabs auch in Haithabu), darüber schreibt NÖN
  • Wie DEWEZET schreibt wurden bei Hameln Teile der frühmittelalterlichen Siedlung ergraben und ein Hauch von Gold entdeckt
  • Massengrab für getötete Babies römischer Prostituierter? Darüber schreibt der Spiegel

Schloß Dornberg

Tor zur Hauptburg

So, wie Ihr mitbekommen habt war ich gestern auf  Schloß Dornberg beim Sommerfest von terraplana. Da hab ich mal gedacht ich könnte mal was über das Schloß schreiben, denn möglicherweise hat das Schloß mehr mit der Pfalz gemeinsam als nur den zeitweiligen Besitzer.

Zunächst war Schloß Dornberg nichts anderes als eine einfache Motte. Die Herren von Dornberg, die die Stammherren der Burg waren,  werden das erste mal in einer Urkunde um 1160 genannt, in der sie schon “von Dornburg” genannt werden, was darauf schließen lässt, das die Burg bereits existierte. In einer Urkunde  von 1236 wir dann ein Konrad von Dornburg als Reichministerialer genannt und die Burg als “castro meo Dorenburg” bezeichnet.

1257 starben die Herren von Dornburg aus, wie knapp 10 Jahre zuvor die Pfalz Trebur, gelangt auch die Burg in Besitz der Grafen von Katzenelnbogen, die die Burg ausbauen und zur Residenz ihrer Obergrafschaft machen.

Mehrfach wurde die Burg umgebaut um im Pfälzischen Erbfolgekrieg zerstört zu werden, danach diente sie als Steinbruch. Unter anderem für die Mauer der gegenüber liegenden Fasanerie.

Die Burg selbst besaß einen polygonalen Grundriss von etwa 50-55 m Durchmesser in dessen Zentrum ein Rundturm mit 2 m dicken Mauern und einem Durchmesser von 12-13 m . Im Süd-Westen lag, bzw. liegt noch heute die Vorburg, die mit einem Graben von der Hauptburg getrennt war. Hier sieht man auch die Reste der Burg: Eine Mauer der Vorburg, an die heute die VHS angebaut ist, sowie der Torturm in die Hauptburg (siehe Bild). Im Osten wird wird das Areal durch den Sumpf des Altneckars begrenzt.

In diesem Areal, westlich der Burg lag auch das römische Legionslager von Groß Gerau. Es liegt nahe das Steine des römischen Vicus  und des Lagers ihren Weg in die Burg fanden. Und da sind wir nun beim Punkt. Ein möglicher Steinlieferant könnte auch die Pfalz Trebur gewesen sein, denn Ausbau der Burg und die Verpfändung der Pfalz  an Katzenelnbogen treffen zeitlich recht eng zusammen.

Der Goldene Sarg und sein wahrer Hintergrund

Jeder Ort hat seine Sagen und Mythen. Ich möchte heute von einer Sage schreiben die bei Trebur, genauer gesagt zwischen Trebur und Nauheim spielt und möchte auch ihren wahren Hintergrund beleuchten.

Die Sage vom goldenen Sarg berichtet von einem Anstieg des Weges zwischen Trebur und Nauheim, der dem Wanderer die Reise beschwerlich machen soll und ihn dazu bringen soll auszurufen: „ Wenn doch nur dieser Sarg sich fände, mer kann ja kaum schnaufe!“ Wer diesen Sarg fände, soll wie so oft in Sagen, ein reicher Mann werde.

Bei diesem Anstieg handelt es sich um einen der unzähligen Schwemmsandhügel im Hessischen Ried. Da es in der Region früher noch sichtbare Grabhügel gab, die heute durch den Ackerbau eingeebnet sind, lag es nahe den Hügel als Grabhügel zu sehen, der bei seinen riesigen Ausmaßen nichts anderes als einen goldenen Sarg bergen könne.

Da eine Gemarkung in der Nähe auch Atzelnhorst (Elsternnest) genannt wurde, war man sich sicher wessen goldener Sarg hier in der Erde ruhte: Es musst der Sarg des Etzels sein, dem Alterego Attilas aus dem Nibelungenlied.

In den 1920er Jahren entdeckte man jedoch etwas, das einen Hinweis auf die wahre Bedeutung des Hügels, der in der Gemarkung Herrnwiese und Seichböhl liegt, geben sollte, ohne es aber mit diesem in Zusammenhang zu bringen.

Man vertiefte zur besseren Entwässerung des Rieds den Schwarzbach, der im Bett des Alt-Neckars fließt. In der Nähe der Herrnwiese fand man in den Schlamm gerammte Eichenpfähle und Terra Sigilata Scherben. Leider wurde dem Fund, der nur von einigen Heimatforschern in ihren Notizbüchern festgehalten wurde, keine Bedeutung zugemessen.

Als in den 1950er Jahren in der Nähe alamannische Glasperlen gefunden wurden kam eine neue Theorie um das Gebiet auf. Man erinnerte sich an die prunkvollen alamannischen Gräber die 1929 in Trebur gefunden wurden und die mit goldenen Gürtelganituren langobardischen Ursprungs ausgestattet waren. Wurden hier nicht auch germanische Gräber gefunden, die dem Seichböhl, dem Siechenhügel, ihren Namen gaben? Böte sich nicht der nördliche Teil der Oberrheinischen Tiefebene für eine Entscheidungsschlacht zwischen Franken und Alamannen an? Würde dies nicht die Pfalz Tribur erklären? Gab es nicht Zweifel um den wahren Ort an dem die „Schlacht von Zülpich“ stattgefunden hatte?

Für einige Lokalpatrioten stand fest: Hier war der wahre Ort der Schlacht von Zülpich! Wie man vermuten kann fand diese Theorie nicht gerade sonderlich viel Anklang und wurde auch schon bald wieder vergessen.

Erst in den 1990er Jahren wurde, unabhängig voneinander, von zwei Luftbildarchäologen ein Doppelgrabensystem in der Gemarkung Herrnwiese entdeckt, das Ende der 1990er zuerst geoprospektiert und anschließend in Teilen ergraben wurde.

Nicht etwa ein goldener Sarg wurde dort gefunden. Es handelte sich um ein römisches Marschlager mit einer Größe von ca. 15-20ha. Es bot einer kompletten Legion bei der Erschließung der späteren Civitas Auderiensium Unterkunft. Eine genau Datierung der Lager konnte leider nicht erfolgen, man vermutet aber eine Entstehung zwischen den Feldzügen Augustus (12/10 v. Chr. bis 9 n. Chr.) und denen des Claudius (41- 54 n. Chr.), auch ein Zusammenhang mit der endgültigen Besetzung der östlichen Oberrheinebene unter Vespasian in den Jahren 73/74 ist möglich.

Dank an:



Empfehlung:


Ab 17.10.2010 im Museum Trebur
in den nächsten Tagen wird das Programm hier erhältlich sein
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