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Wachstafelbastelei
Eine Wachstafel, wie sie seit der Antike Verwendung fand, ist eigentlich gar nicht so schwer herzustellen. Man braucht Holz, vorzugweise Hartholz, einen Stechbeitel, einen Hammer, wenn mans luxuriöser mag vielleicht noch Schnitzmesser für Verzierungen, Bienenwachs, Kiefernharz und Ruß zum Färben des Wachses.
Man stemmt aus dem vorbereiteten Brett eine rechteckige Fläche auf etwa 2-3mm heraus, schmilzt das Wachs im Wasserbad,Harz dazu, färbt es und füllt es in die Fläche ein. Fertig.
In der Theorie ganz einfach, auch die praktische Umsetzung ist es eigentlich, wenn man mit Werkzeug umgehen kann. Das einzige Problem ist wenn man urplötzlich merkt, dass die Bienenwachsvorräte auf Daumengröße geschrumpft sind und nur noch für eine Ecke der Wachstafel reichen würden. Also hab ich das gesamte Haus durchsucht und nicht mal eine einzige dämliche Bienenwachskerze im Weihnachtskram gefunden.
Noch dämlicher wirds, wenn man feststellen muss das sämtliche Bastelläden dies früher mal gab inzwischen nicht mehr gibt oder die kein Bienenwachs haben, weil momentan so Kunststoff-Duftkerzenmist in ist! Ahhhhhh!
Bin dann heute Vormittag nach Mainz gefahren, Bienenwachsvorräte wieder aufgestockt, Rußpigmente gekauft, Flussperlen zum Besticken mitgenommen, Obdachlosen vor dem Dom was aus dem Almosenbeutel gegeben, im Dom über Kabel von Verlegearbeiten für ein Konzert gestolpert, Brezel gegessen, heim gefahren, Wachstafel fertig gemacht.
Die Michaelstheorie
Ich hab noch mal über die Sache mit dem Michelskloster von neulich nachgedacht.
Die Lage der bestehenden Gebäude hinter der Laurentiuskirche ist schon recht auffällig. Wenn ein solcher “Kreuzgang” bestanden haben sollte, liesen sich damit einige Gerüchte erklären.

Um einmal zu zeigen wie ich mir in etwa das Vorstelle hab ich mal dieses doofe GIF erstellt, das da links vor sich hin blinkt.
1.Die Sache mit dem angeblichen Krypta ”unter der Kirche” könnte sich klären, über die ich hier schon mal geschrieben habe. Es wäre keine Krypta sondern nur ein Kellerraum der angeschlossenen Gebäude
2. Die Überlieferungen aus dem 17. Jahrhundert mit dem Umbau des Pfarrhauses würden sich klären
3. Die Besitzverhältnisse könnten sich klären. Während das Pfarrhaus dem Stift St. Alban gehörte, befand sich die Kirche als protestantische Kirche sich im Besitz Landgrafen von Darmstadt Darmstadt. Und zwar weil die Kirche einstmals königliche Eigenkirche war und für die Gebäude die dem Klerus zur Verfügung gestellt wurden der Stift St. Alban (in dem übrigens auch Verwandte der Ottonen beigesetzt waren) Verantwortung trug.
4.Das spitzbogige Fenster in der Rückwand der ehemaligen Stallungen könnte sich erklären
5. Der Name “Karolingerstraße” für das Areal zwischen den Gebäuden könnte sich klären
Aber alles sehr fantastisch. Muss doch mal an die Baupläne im Staatsarchiv einsehen.
The Wild Hunt
Gerade den Trailer von The Wild Hunt gesehen. Kannte ich nicht, aber muss man wahrscheinlich nicht kennen. Der Trefferstreit ist irgendwie ähhh… witzig (min. 0:30). ;-)
Die Story: Ex-Freund versucht seine Ex wieder zu bekommen und ein Psychopath macht aus dem Spiel (LARP) blutigen Ernst(nicht LARP) … …kennt man ja das ganze, eben halt nur mit Fantasy Ambiente. Wobei die Wertung bei IMDb und Rotten Tomatoes gar nicht so schlecht ist. Ist aber nicht mein Ding glaub ich.
ArchäonewsExtra 14.08.2010 Burg Hohenstaufen wieder aufbauen?
Die Südwest Presse hat heute eigentlich nur ein Thema und da häng ich mich dran.
Irgendeine Interessengemeinschaft, deren Namen nicht genannt wird und die ich nicht finden konnte, setzt sich für den Wiederaufbau der Burg Hohenstaufen ein. Gut nichts ungewöhnliches, aber scheinbar springen momentan alle drauf an. Sommerloch?
Der Bürgermeister gibt sich nach Südwestpresse durchaus empfänglich, scheint aber realistisch zu bleiben:
Das Stadtoberhaupt: ” Ich bin zwar Realist genug zu wissen, dass solch ein Projekt nicht von heute auf morgen verwirklicht werden kann, doch Visionen sollte man immer haben.” Der Grundgedanke, der hinter dieser Idee steckt, sei richtig, so Till und verweist auf die aktuellen Bemühungen der Stadt, den Hohenstaufen für Geschichtsinteressierte und Touristen attraktiv zu machen.
Im nächsten Artikel bekommt Kreisarchäologen Dr. Reinhard Rademacher gleich einen Kollaps:
Die Möglichkeit wäre: Wir erstellen wie im 19. Jahrhundert ein Phantasiegebilde. Doch das wäre ein Schritt Richtung Disneyland. Und wir sprechen hier von Kulturdenkmalen, die wir eigentlich vor unsinnigen Unternehmungen schützen sollten.
Auch der Leitartikel der Südwestpresse knöpft sich das Thema vor und spricht ein wahres Wort:
Der Zeitpunkt für die Diskussion um ein Für und Wider des Burgenbaus auf dem Hohenstaufen ist jedenfalls bestens gewählt. Just in der nachrichtenarmen Ferienzeit und nur wenige Wochen vor der großen Stauferausstellung in Mannheim ist das Thema gut platziert, um in den Medien “gespielt” zu werden.
Mal im Ernst! Jeder denkt mal drüber nach, wäre cool sowas wieder aufzubauen, gleichzeitig ist man in der Regel aber Realist genug um sowas bleiben zu lassen. Klar sag ich mal im Scherz “Wenn ich Lotto gewinn, kauf ich das gesamte Pfalzgelände , reiß alles ab und Bau die Pfalz wieder auf…”, das das ausgemachter Schwachsinn ist ist klar. Welche Bauphase wollte man wieder aufbauen? Holzbauten des frühen 9. Jh., oder lieber doch den salischen Zustand? Und dabei wie Schliemann alles andere im Boden einfach zerstören?
Wie gesagt, ich weiß nicht welche IG da was gesagt hat, oder ob man vielleicht nur Werbung für den Hohenstaufen machen wollte, aber wenn diese IG das Ernst machen will empfehle ich doch mal nach Goudelon zu fahren, sich das dort anschauen, die nächste freie Bergkuppe suchen, die dem Hohenstaufen ähnlich ist und einfach sich mal mit Wissenschaftlern zusammensetzten und statt einer Niederungsburg mal eine Höhenburg von Grund auf neu bauen als wissenschaftliches Projekt. Aber bitte nicht ein Fantasie-Gebilde auf den Hohenstaufen setzten!
Hier spricht der Kreisarchäologe, hier der Leitartikel, Hier die eigentliche Nachricht
PS: Interessanter Weise scheint die Südwestpresse ausser mir keine Leser zu haben oder aber das Thema interessiert schlichtweg keinen Menschen,weils schwachsinn ist, denn Kommentare zu den einzelnen Artikeln sind leerer als mein Portmonee.
Heinz von Sardinien
Eigentlich ist das nicht der Rede wert, aber witzig find ich schon!
Ich hatte gestern etwas über die Staufer gesucht und wie das so bei mir ist komm ich vom Hundertsten ins Tausende. Ich bin also den Staufer Stammbaum noch mal Quer durch gegangen bis zum bitteren Ende.
Und dann fand ich Heinz! Heinz der Staufer, oder eben Heinz von Sardinien! Heinz war der letzte Lebende Sohn Friedrich II., wenn auch unehelich.
Und eigentlich wird er auch als Enzio von Sardinien bezeichnet (Es sei denn man geht hier hin). Die deutsche Wiki gibt als Übersetzung für Enzio Heinz an, die Englische ebenfalls, erklärt aber das Heinz die Verkleinerung von Heinrich ist. Fein! Für die Franzosen ist es auch wieder Heinz. Und bis auf die Italiener ist es der restlichen Wikipedia egal was Enzio heißt. Tja die Italiener… für die ist es eben nicht Heinz, sondern gleich Heinrich! Und da gibts auch keine “Discussione”
da wird nix verkleinert! Merkt man ja an Berlusconis Absatzschuhen, damit er nicht so verkleinert aussieht!
Welch ein Glück das er nicht Heini genannt wurde..
Witzig ist auch das er einen illegitimen Sohn gehabt haben soll der Bentivoglio hieß. Klickt man drauf erfährt man das Bentivoglio 1985 in Thorold, Ontario geboren wurde und Eishockey spielt… der muss ja illegtim sein! So ein Hochstapler sich einfach als dem Heinz sein Sohn auszugeben!
Manchmal habe ich das Gefühl Wikipedia sei ausbaufähig! ![]()
Ach und der Wikiartikel über Heinz deprimierendes Leben ist hier
Funde aus Trebur – Ein keltischer Armreif
Dieser keltische Armreif aus der La Tene Zeit stammt direkt aus Trebur, ich dachte ich hätte ihn schon mal gepostet, aber mit dem Torque und Armreif vom Schönauer Hof verwechselt (hier)
Das erinnert mich wieder an die Geschichte die ich mal in einem Buch von 1823 , Symbolik und Mythologie der alten Völker, besonders der Griechen, Band 6 Geschichte des nordischen Heidenthums , gelesen hab:
(…)fast mitten im Thale lag die Stadt Tribur, die ebenfalls keinen teutschen Namen trägt und vielleicht mit Borbetomag(Worms) und Magontiak(Mainz) eine Dreiheit heiliger Städte bildete.
Politiker unter Wasser
Eigentlich ist die Meldung schon älter (vom 26.6.), aber sie lässt mir keine Ruhe.
Die Politiker in Trebur erregen sich an dem Fakt das Wiesen unter Wasser stehen, die Bauern nicht das Feld bestellen können und das es eine Schnakenplage (Schnake=lokale Ausformung der gemeinen Stechmücke, erkennbar am hessischen Dialekt beim Summen) geben könnte. Schuld ist der böse Schwarzbach, der das Wasser nicht anständig abtransportiere.
Die Wiesen um die sich das dreht kenn ich so ziemlich und hab sie auch schon mal fotografiert. Es sind sämtlichst Wiesen , die entweder nicht auf der Hochflutterasse liegen oder aber um Wiesen die in verlandeten Altarmen liegen. Eine der betroffenen Wiesen war sogar früher der “Kaiserweiher”… Das die Dinger bei hohem Grundwasserstand vollaufen könnte ist ja ganz schlimm überraschend! Etwa so überraschend wie die Sache als man in den 80ern Neubaugebiete anlegte, man von der Stadt aufs Land zog und man dann beim Hausbau an Kleinigkeiten sparte (Rückschlagventile) und man sich plötzlich wunderte warum bei Hochwasser die Keller vollliefen!
Vielleicht sollten die Politiker mal einen Geologen befragen, der könnte ihnen schon erklären das das nicht nur am Ablauf der Schwarzbach liegt… Im übrigen hat man das Treburer Freibad genau in einen Altarm gelegt. Sollte der Main mal wieder richtig zufrieren, drückt sich das Wasser in die Altarme und das Bad geht baden!
Dieser Text entstand um 6:00 Uhr heute morgen im Bus nach Darmstadt, weil mein Auto seinen Auspuff verloren hat und ich nun bei diesem sch… Wetter mit Bus und Bahn auf die Arbeit muss! Mir graut vor heut abend!
Black Death Trailer
Black Death ist wieder so eine dieser unzähligen Fantasy-Mittelalter-Dinger im Stile vom 13ten Krieger. Irgendwie erinnert mich auch die Story daran. Und Sean Bean spielt mit. Und er tut wieder sein bestets: so aussehen wie Boromir bei Herrn der Ringe (leider ohne die Pfeile). Warum ich das schreibe bzw. den Film überhaupt erwähne? Das Ding wurde in Deutschland gedreht und zwar zum Teil im Ukranenland in Torgelow.
Naja, vielleicht ist es gut für Äktschn oder so…
Warum man als Geschichtsfan trotzdem Deutschland/Hessen zum WM Sieger machen kann
Es ist wirklich toll sich mit Geschichte zu befassen! Man kann sich alles schön reden wenn man die richtige Herleitung wählt!
Das WM-Final wird von der Manschaft aus der Parlamentarischen Erbmonarchie Spanien und der Parlamentarischen Monarchie Niederlande (nicht Holland!) ausgefochten. Soweit so klar.
Werfen wir einen Blick auf Spanien: König ist Juan Carlos Alfonso Víctor María de Borbón y Borbón-Dos Sicilias (Bitte mit Pseudo-Freixenet-Spanisch-Lispel-Dialekt ausprechen). Zum Glück hat Wikipedia eine Ahnentafel des Herren. (Ich hatte zwar mal alle Königshäuser vor Jahren mal in einer Stammtafel zusammengefasst, ging aber mit meiner alten Festplatte drauf) Juan Carlos ist ein geborener de Borbón y Battenberg , also ein Darmstädter wenn man so will (wie Prinz Philip von England übrigens auch, Mountbatten=Battenberg ) Wenn man jetzt noch die Österreicher mit reinnimmt, war bis 1806 auch hl. römisches Reich dt. Nation , und bedenkt das der Titel von Sizilien seit Friedrich II. auch mit dem Kaisertum verbunden war, fallen die paar Bourbonen hinten runter und die stammen ja eh von den Karpetingern ab und die waren ja schließlich Franken!
Die Niederlande machens mir einfach: Beatrix ist Prinzessin von Oranien-Nassau, Prinzessin zur Lippe-Biesterfeld… sagt ja alles. (Auch halb Hessin) und ausserdem waren die Niederlande lange genung Teil des Westfrankens
Also ist das Finale nur ein interhessisches Duel ausgetragen durch Fremdarbeiter, weil die Hessen sich nicht die Finger schmutzig machen wollen…
In diesem Sinne:
Und jetzt die Tränchen über die vergebene Chance wieder abwischen! Die Statistiker im Radio haben schon wieder erklärt warum Deutschland 2014 Weltmeister wird, wenn wir Uruguay im Spiel um Platz 3 schlagen , in China ein Sack Reis umfällt und in Kuweit-im-Winkel heute 36° C erreicht werden, während der Huber Bauer von der Leiter fällt…
… Na dann, kann ja nix mehr schief gehen!
PS: Nachdem das Engand Deutschland spiel ein Wenig zurückliegt hat sich jetzt die BILD durchgerungen die Luftschlacht um England durchzukauen. Ob da ein Zusammenhang besteht?
Warum diese Geheimniskrämerei und Falschinformationen?
Nach dem ich nun weiß, was es mit der Zeitstellung auf sich hat stelle ich mir eine ganz andere Frage. Warum diese Geheimniskrämerei und Falschinformationen?
Als Dr. Kiesow 1984 sein wunderbares und auch notwendiges Buch “Romik in Hessen” herausbrachte und damit auch die Blicke Interessierter auch auf unbekanntere Baudenkmäler lenkte, war Dr. Otto Müllers Arbeit an und über die Laurentiuskirche bereits 29 Jahre abgeschlossen und ruhte in den Hallen der Denkmalpflege Hessen im Schloß Biebrich. Trotz der Einschätzung Müllers die Kirche mit gutem Willen spätkarolinigisch, aber wohl eher als ottonisch einzustufen und der Erwähnung Müllers als Quellenangabe, ging Kiesow von einer Entstehung des heutigen Gebäudes im ersten Viertel des 9. Jahrhunderts aus.
Seltsamer Weise sind die original Müllerschen Unterlagen nicht auffindbar und nur fragmentarisch als Kopien in einer Magisterarbeit zugänglich. Einen Punkt den schon die Bearbeiter einer Bauuntersuchung von 1991 kritisierten. Diese Bauuntersuchung wurde im Auftrag der evangelischen Kirchengemeinde Trebur durch das “Freie Institut für Bauforschung und Dokumention e.V.” an der Marburger Uni durchgeführt.
Auch diese Arbeit scheint mehr oder minder Verschollen und präzisiert im Inhalt die Müllerschen Aussagen: die Kirche ist ottonisch! Dennoch steht im aktuellen Flyer (oder Führer) der in der Kirche ausliegt und der von ihr verantwortet wird die Kirche sei karolingisch und schwärmt dabei von karolingischen Bögen und Fensterdurchbrüchen.
Ich frage mich wieso? Wieso diese Falschaussage, wo doch diese Stellen als Auftraggeber der Arbeit genau wissen sollten um was es sich handelt? Warum sind diese Unterlagen nirgends im Original auffindbar? Es ist ein Wenig wie beim Anhalter: “Es lag ja alles öffentlich zugänglich 50 Jahre auf Alpha Centauri aus, selbst dran schuld wen man das nicht findet…”
Man könnte an eine Verwschwörung glauben, aber wahrscheinlich ist alles viel einfacher. Falsch absortierte Unterlagen in Indiana Jones ähnliche Archiven bei der Denkmalbehörde die chronisch unterfinanziert ist. Scheu vor Unterlagen die vor Fachbegriffen nur so strotzen in der Kirchengemeinde, so das niemand sie mal ernsthaft durchgesehen hat und nach 20 Seiten aufgab. Die Umbesetzung der Pfarrstelle. Die Berufung auf das Hergebrachte, man hat eben gelernt das die Kirche karolingisch ist… …und die Lokalprawda hat in den noch 60er Jahren auch brav die abstrusen Diefenbachschen Theorien weiterverbreitet auf die man sogar noch heute stößt.
Aber es muss doch irgendwie möglich sein das Bewusstsein für Geschichte deren Bedeutung usw. zu öffnen. Nur wie? Anderswo gehts doch auch, wieso nicht in Trebur? Wie kann es sein das ich der Mensch bin, der inzwischen die größte Quellensammlung und die meißten Informationen über die Pfalz besitzt, während sich andere, offizielle Stellen nicht die Bohne für die Geschichte und die Pfalz interessieren? Wie kann es sein das Deutschland gegen Spanien verliert? Manchmal kann man echt glauben Heinrich IV. habe den Ort verflucht!







