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Visualisierung von Herrschaft in der Architektur

Bevor ich mich verkrümel, wollte ich das noch gepostet haben.

Am Donnerstag gibt es Ingelheim, in der Saalkirche, einen interessanten Vortrag von Dr. Holger Grewe, dem Leiter der Forschungsstelle Ingelheim, der auch in Trebur einen Votrag halten wird.

Der Vortrag gibt Einblicke in die teils schwierige Arbeit der Archäologen unter der dichten Überbauung im heute „Saal“ genannten ehemaligen Kaiserpfalzgebiet und trägt erste Deutungen über die besondere Bedeutung der Pfalz Ingelheim in der Stauferzeit vor.

Es schreibt hier Allgemeine Zeitung aus Mainz

Gerücht bestätigt!

Man bekommt ja hier und da immer wieder Sachen erzählt , die man so richtig nicht glauben kann oder will.

Wie die von einem Stein mit bildlicher Darstellung der in Wallerstädten verbaut sein soll und der zur Pfalz gehörte haben soll. Das sollte auch in irgendeinem Fundbuch stehen…

Gestern Abend hab ich mal die Museumsschlüssel ausprobiert um ein paar Fotos zum scannen zu abzuholen und da fällt mir ein das die ganzen hessischer Fundbücher in der Bibliothek stehen. Also hab ich mal geblättert… und geblättert …und gefunden!

In Wallerstädten in einer Hofreite befindet sich in einem aus Ziegeln errichteten Stall vermauert ein Sandsteinrelief auf dem ein gekrönter Mann mit ausgestrecktem Arm einen Volgel mit langem Raubtierschnabel am Hals packt. Die Gruppe wird von einem Baldachin überspannt.  Es wird als romanisch bezeichnet. Mit dem Vermerk als mögliche Spolie der Pfalz Tribur.
Leider befindet sich keine Abbildung dazu im Jahrbuch. Ich muss wohl mal nach Wallerstädten Kontakt aufnehemen!
Wer Zugriff auf die Bücher hat hat kann gerne auch mal nachschauen, ist im Fundbericht 1971 drin, S.170 unten.

Ich hasse Wappen

Naja, eigentlich tue ich das nicht. Eigentlich finde ich sie sehr cool, was mir aber auch gerade nicht weiter hilft.

Von Wappen habe ich nur so rudimentäre Ahnung, Metall nicht gegen Metall, Farbe nicht gegen Farbe usw.

Gestern habe ich zumindest wieder einen Wappenstein  in der Lagerscheune des Museums entdeckt.  Dein einen hatte ich hier schon mal.

Von der Form des Schildes passt es zumindest  ins 12./13. Jahrhundert. Der einfache Heroldsschild aus Teilung und Schrägbalken spricht ebenfalls für ein frühes Schild. Der Stein aus dem es gehauen ist macht den Anschein als währe es einemal an Türbogeben gewesen. Das Blättern durch ein paar Wappenrollen hat leider auch nicht geholfen und es ist mir im Moment nicht möglich das Wappen einem Geschlecht zuzuordnen.

Aber eins steht fest: Es ist kein Wappen der Katzenelnbogener, keins der Hagen-Münzenberger, keins der Grafen von Hohenberg (die erhielten 1325 in Trebur Land), keins von St. Alban, keins der Falkensteiner….  oder von sonst wem der mir bekannt ist.

Es wäre schön wenn man über die Wappen mehr von den aldigen Familien erfahren könnte, die sich in Trebur angesiedelt hatten. Vielleicht waren sie Nachfahren von Dienstmannen der Pfalz.

Auf dem Weg in die karolingische Ulmer Pfalz?

Zur Zeit finden in Ulm im Weinhof Grabungen statt. Der Weinhof war der Standort der staufischen Pfalzanlage. Der Standort der karolingischen Pfalzanlage Ulms ist jedoch unbekannt und sorgt mit unter für Diskussionen (zu den Theorien siehe hier).

Bei den jetzigen Grabungen tauchte eine Mauer und ein Brunnen des 14. Jahrhunderts auf, aber auch Scherben die ins 7.-8. Jahrhundert zu datieren sind und auf gut situierte Siedlung hinweisen. Jetzt dringt man tiefer ins Erdreich vor und hofft mehr zu erfahren (Es scheint mir daher so, als seinen die Scherben aus einer tieferen Schicht, bei Fundamentierungen oder ähnlichem, in die Schicht des 14. Jh.  transportiert worden zu sein) , zum Beispiel ob der Weinhof auch Standort der karolingischen Pfalzanlage sein könnte.

Hier schreibt die Augsburger Allgemeine

Darmstadt baut mir eine Zeitmaschine in die 70er

Die Siebziger waren für mich immer grau. So grau und regnerisch wie der Himmel im Vorspann der Rappelkiste. Das einzig Bunte war das Entchen auf meiner verhassten Latzhose. Und wenn sich die Siebziger nicht in einem sandigen, bauruinenartigen Hinterhof abspielten, so fanden sie vor Sichtbeton und Plattenbauten statt. Überhaupt, Beton! Beton soweit das Auge reicht. (Seltsam eigentlich diese Erinnerung, wo ich doch weder in Halle-Neustadt, noch im “Dicken Busch” in Rüsselsheim aufgewachsen bin, sondern auf dem Land und mitten im Grünen.)

Am Montag, es war regnerisch und stürmisch, der Himmel grau verhangen,  musste ich  zu einem Kundenbesuch in die Darmstädter Innenstadt. Über die Hügelstraße verließ ich die Fußgängerzone wieder und sah das der Bauzaun, der zwischen Ludwigskirche und Staatstheater den Blick auf die Georg-Büchner-Anlage versperrte,  entfernt worden war. Die Bauarbeiten an der Anlage waren beendet und hatten aus der Georg-Büchner-Anlage den Georg-Büchner-Platz gemacht.

Früher war die Anlage ein typisches Produkt der 70er. Wasserbecken und rechtwinkelige Blumenbeet mit überwucherten Hecken in Waschbetonoptik. Grau. Verschmutzt. Wasserbecken und Hecken wurden zum Mülleimer. Und nun?

Als ich das Ergebnis sah, dachte ich: So müssen die 70er ausgesehen haben als sie noch neu waren! Der graue Waschbeton ist weißem Sichtbeton gewichen, aber in ein oder zwei Jahren wird der auch schon grau werden, so wie es mit der neuen Fassade des Staatstheater jetzt schon geschieht. Die rechteckigen Blumenbeete, sind länglichen Grasstreifen gewichen, die auf Grund der Grashöhe nicht mehr als Mülleimer dienen sollten, aber bestimmt wegen der Kanten den ein oder anderen Stolperer auslösen dürften. Um den Stürzenden und den Müll wieder aufzufangen  gibts wieder  ein Wasserbecken. Als Blickfang gibt es weiße Betonpilze. Ich meine die aus den 70ern noch zu kennen.

Beton.org macht zusammen mit Dyckerhoff (ein Reizwort für Treburer) Eigenwerbung mit ihrem in weiß erstrahlendem Betonensemble. Nachts sieht das ganze ja ganz witzig aus, aber leider auch nur bei Festbeleuchtung. Bei starker Sommersonne aber läuft man Gefahr schneeblind zu werden, wenn der Himmel grau und regnerisch ist, wird die Anlage schon jetzt zum Spiegel des Himmels und passt sich hervorragend an die Wolkendecke an. Ich bin auf den Winter gespannt! Wahrscheinlich wird dann auch der heute noch eigenartig Grün leuchtende Rasen sich mit einem schneematschgrau an den Himmel an und “Dyckerhoff Weiss, der Ästhet unter den Zementen” (Zitat Beton.org) wird seinen bestes geben hier mit zuhalten.

Oh, Darmstadt! Du Dorf mit Straßenbahn (Zitat: Mein Chef). Was wäre ich nur ohne deine klasse Einfälle! Du hast es geschafft mich für einige Minuten in die 70er zu versetzten, nur die Latzhose mit dem Entchen hat gefehlt. Danke! Und jetzt könnt ihr den Mist wieder wegmachen.

Kirchenruine und Burg Mitterberg

Durch Zufall bin ich auf ein PDF gestoßen, das sich um die die Kirchenruine St.Jakob in Mittenberg (Österreich) dreht. Das romanische Kirchlein steht auf einer abgegangen Burg des 10./11. Jahrhunderts. Allein schon die Aufrisse und die Topographie der Burg sind es wert sich das mal anzuschauen, wenn man sich für sowas interessiert.

Hier das PDF, und hier im Burgenforum gibts auch noch Fotos der Kirche

Neue Rekonstruktion und blöde Treppenhäuser der Laurentiuskirche und wieder Mainz

Ich wollte mich heute mal wieder dem Westbau der Laurentiuskirche widmen, mit ersten Erkenntnissen aus den Bauuntersuchungen. Ursprünglich hatte ich den Westbau, vor allem auf Grund der Angaben von G.Kiesow und dessen Rekonstruktionszeichnung, genauso hoch konstruiert wie das Querhaus 8,66m. Die Bauuntersuchungen haben aber gezeigt das dem nicht so ist. Die Annexe, also die Teile des Westbaus die die an die Seitenschiffe anschließen, weisen in der Höhe von 7,5m eine Veränderung des Mauerwerks auf. Diese geht einher mit Löchern für eine Balkendecke im Inneren.

Die Bauuntersuchung kommt daher zu dem Schluß, dass die Annexe niedriger waren als das Langhaus. Über den 7,5m Höhe sollte nur noch ein niedriger Kniestock gelegen haben, auf dem das Dach aufsaß. Interessanter Weise bedeutet das auch das die Annexe nicht als Treppenhaus für den zentralen Turm taugen. Eine Sache die ich ja schon mehrfach erwähnt habe, da die großen Bögen die den Hauptraum mit den Annexen verbindet keinen Sinn hätten, da man hier nicht einen großen Raum hätte sondern nur stupide auf eine Treppenkonstruktion geblickt hätte. Zudem gibt es keine Spuren einer steinernen Treppe an dieser Stelle.

Aber zurück zu dem niedrigeren Westbau. Ich habe mich, wie ich das so oft ins solchen Fällen mache, erst mal durch die Liste der ottonischen Bauten in der Wikipedia gequält und mir die Bauten angesehen. Das Ergebnis war aber eher ernüchternd, jedoch ist exakt dieser Aufbau beim Willigis Bau des Mainzer Doms festzustellen. (Hier kann man sich ein 3D Modell des Domes ansehen)

Diese Ähnlichkleit des Westbaus hatte ich auch schon früher vermutet, jedoch ohne  wirklich zu wissen das  die Annexe des Mainzer Doms und der Laurentiuskirche niedriger waren. Ebnfalls auf der Seite 1000-Jahre-Mainzer-Dom.de stieß ich auf das PDF von Josef Heinzelmann:  Mainz zwischen Rom und Aachen: Erzbischof Williges und der Bau des Mainzer Doms. Hier wird wegen der Frage des Ostchores (Mainz ist nicht nach Osten, sondern wie St. Peter in Rom nach Westen ausgerichtet) der Ostbau (also ein Westbau ;- ) )genau betrachtet.  Heinzelmann kommt zu dem Schluß das dieser Ostbau zweistöckig  mit Empore war. Darunter befand sich der Haupteingang, der dem Herrscher einen prunkvollen Einzug ermöglichte. Auf der Empore gab es möglicherweise bereits einen Stefans-Altar. Die Empore wurde durch die seitlichen Treppentürme erschlossen, die jedoch weniger Anlehnung an die Treppentürme von Aachen waren, als eher dem praktischen Nutzen geschuldet.

Und wieder kommen diese Mainz-Trebur-Bezüge in mir hoch, die mich ja schon in letzter Zeit gezwungen mich mehr mit den Ottonen zu beschäftigen und ich stelle mir die Frage ob das System der aussenliegenden Treppentürme auch bei Trebur Anwendung fand. Grabungstechnisch wurden die Seiten des Westbaus weder von Diefenbach 1934 noch von Müller 1953 erfasst, das bringt mich also nicht weiter.

Was spräche also für Treppentürme an dieser Stelle? Nach Norden und Süden gibt es vermauerte Portaldurchgänge. Der Zweck dieser Portale oder Türen ist nicht bekannt.  Die darüber liegenden Fenster sind Spitzbogig, fallen somit nicht in die selbe Zeitstellung wie die in ottonischer Zeit existierenden Türen. Der nördliche Portal, das also zum Ort hin weist, wurde möglicherweise in gotischer Zeit sogar vermauert, das südliche vergrößert, was bedeutet die Portale  hatten ihre ursprüngliche Funktion verloren, gleichzeitig wurden ganze Teile der Mauer verändert. Spinnen ich den Gedanken weiter, so könnte es möglich sein das die Portale Zugänge zu Treppentürmen bildeten, die dann im Dachbereich den Zugang zu einer Empore ermöglichte. In gotischer Zeit (2. hälfte 15. Jh.) wurde im Rahmen des gotischen Umbaus diese Türme entfernt, der Aufgang erfolgte nun über nachträglich eingezogene Treppen in den Annexräumen oder über die Empore in der dann neuen Hallenkirche. Das am Mauerwerk keine nach außen weisende Verzahnung gefunden wurde, muss nicht unbedingt gegen diese Theorie sprechen, da es einige Beispiele gibt in denen die Treppentürme freistehend angebaut wurden.

Einen Nachweis dieser Theorie über das Mauerwerk des Westbaus, bzw. des Turms zu führen ist nicht möglich, da dieses an den entscheidenden Stellen nicht mehr im Original existiert. Nachweisen könnte man dies nur anhand von Grabungen vor den vermauerten Portalen. Zur Zeit ist dies aber die plausibelste Theorie zu Treppenaufgängen.

Burg Friesach – auf den Spuren Guedelons

Als ich über den abstrusen Plan Burg Hohenstaufen wieder aufzubauen geschrieben hatte, war Hobo-Cop so freundlich in den Kommentaren auf die Burg Friesach hinzuweisen.

Bauplatz von Burg Friesach, Bild: Burg Friesach Errichtungs-GmbH

Und da ich nicht will das so ein schöner Link in den Kommentaren vor sich hin gammelt, schreib ich jetzt noch mal drüber!

Mir war das Projekt “Burg Friesach” bisher vollkommen entgangen, wahrscheinlich weil ich Österreich nicht so auf dem Plan hab. Aber Burg Friesach macht genau das was ich den Hohenstaufener geraten habe. Selbst eine neue Höhenburg bauen!

Im Grunde läuft das ganze nach dem Vorbild Guedelons ab. Man hatte jedoch hier den Vorteil das sich das Projekt Guedelon schon als Musterbeispiel für eine solche Aktion bewehrt hat und man daher zeigen konnte, das der Neubau einer Burg nicht einfach eine spinnerte Idee ist sondern Publikum anzieht und sich rechnen kann. Das erleichtert natürlich auch das Finden von Sponsoren.

6,5 ha Fläche hat das Projekt und veranschlagt sind 30 Jahre Bauzeit. Da das Projekt schon im 2 Jahr läuft  fehlen nur noch 28 Jahre ;-)

Ich geh dann mal einen Bauplatz für meine Pfalz suchen, denn sowas hat glaub ich auch noch keiner gemacht…

Hier findet sich die Seite der Burg Friesach

Kloster Michaelsberg – Parallelen zu Trebur

Eigentlich wollte ich diesen Artikel erst rausschieben wenn ich die Besprechung der Laurentiuskirche durch hab, die Beschreibung des Westbaus gestaltet sich aber schwierig wegen der vielen kleinen Details und der chaotischen Kopien die ich habe. Deswegen schon mal vorab das Kloster Michaelsberg.

Auf das Kloster Michaelsberg, Kloster St. Michael auf dem Heiligenberg, bin ich durch Zufall gestoßen. Es tauchte in einer in Trebur ausgestellten Urkunde auf. Auf dem Heiligenberg befindet sich neben dem Kloster St. Michael auch das Kloster St. Stephan, ein keltischer Ringwall ,das “Heidenloch usw…

An der Stelle des Klosters befand sich zunächst ein römisches Heiligtum. Später eine
merowingischische Kultstätte. In den 870 Jahren entstand hier, in der Nähe zu dem im keltischen Ringwall entstandenen Königshof, durch das Kloster Lorsch eine erste Zweigstelle.

Das faszinierende am Kloster St.Michael ist nun das es eine sehr ähnliche Veränderung wie die Laurentiuskirche durchgemacht hat. Eine karolingische Kirche, die um die zeit um 870 herum entsteht wird in ottonischer Zeit umgebaut, den Grundrissen folgend, im Gegensatz zu Trebur allerdings nach Westen verlängert.
Ebenso wie Trebur erhält die Kirche dabei einen Westbau, dieser allerdings mit zwei Treppentürmen (ich weiß trotz Bauuntersuchung immer noch nicht wo die Treppen in St. Laurentius waren!)

Fast noch spannender finde ich die Grundrisse der Klausurgebäude, die sich im Osten anschließen.
Sie decken sich (blöderweise) mit Teilen des Pfarrhauses, und der anschließenden Gebäude, sowie mit denen auf dem Nachbargrundstück, nur der östliche Abschluß fehlt, doch den könnte man an Mauerrücksprüngen auf einem Plan von 1886 ausmachen. Auch war das Pfarrhaus im Besitz des Stifts St.Alban, die Kirche aber im Besitz des Landesfürsten. Der Zwischenraum zwischen den Gebäuden, der auch heute unbebaut ist wird auf alten Karten gelegentlich als “Karolingerstraße” (oft mit ?) betitelt. Das war auch noch bis vor 2 Jahren auf Google Maps der Fall! Aber…
Tja, wie gesagt blöderweise. Wenn Trebur ein Kloster wäre könnte ich mir das durchaus vorstellen, aber Trebur ist kein Kloster sondern eine Pfalz. Anderseits aber wäre eine optische Anlehnung an Klostergebäuden durchaus denkbar. Die Gebäude könnten dann, weil südlich das Areal durch den Schwarzbach begrenzt wird und im Norden die eigentlichen Pfalzgebäude standen hinter die Apsis gesetzt worden sein. Räume für Hofkapelle und Schreiber mussten vorhanden sein und gerade unter den Ottonen wurde die Verbindung zur Kirche immer stärker. Und dann war ja auch noch mal der Papst in Trebur…

Andere Kirche die einen solchen Kreizgang besaßen oder besitzen : Dom Hildesheim, Kloster Lorch (BW) (mehr hab ich gerade nicht gefunden)

Hier findet sich eine Rekonstruktion zu St.Michael (Zustand 15.Jh.)

ArchäonewsExtra 14.08.2010 Burg Hohenstaufen wieder aufbauen?

Die Südwest Presse hat heute eigentlich nur ein Thema und da häng ich mich dran.

Irgendeine Interessengemeinschaft, deren Namen nicht genannt wird und die ich nicht finden konnte, setzt sich für den Wiederaufbau der Burg Hohenstaufen ein.  Gut nichts ungewöhnliches, aber scheinbar springen momentan alle drauf an. Sommerloch?
Der Bürgermeister gibt sich nach Südwestpresse durchaus empfänglich, scheint aber realistisch zu bleiben:

Das Stadtoberhaupt: ” Ich bin zwar Realist genug zu wissen, dass solch ein Projekt nicht von heute auf morgen verwirklicht werden kann, doch Visionen sollte man immer haben.” Der Grundgedanke, der hinter dieser Idee steckt, sei richtig, so Till und verweist auf die aktuellen Bemühungen der Stadt, den Hohenstaufen für Geschichtsinteressierte und Touristen attraktiv zu machen.

Im nächsten Artikel bekommt Kreisarchäologen Dr. Reinhard Rademacher gleich einen Kollaps:

Die Möglichkeit wäre: Wir erstellen wie im 19. Jahrhundert ein Phantasiegebilde. Doch das wäre ein Schritt Richtung Disneyland. Und wir sprechen hier von Kulturdenkmalen, die wir eigentlich vor unsinnigen Unternehmungen schützen sollten.

Auch der Leitartikel der Südwestpresse knöpft sich das Thema vor und spricht ein wahres Wort:

Der Zeitpunkt für die Diskussion um ein Für und Wider des Burgenbaus auf dem Hohenstaufen ist jedenfalls bestens gewählt. Just in der nachrichtenarmen Ferienzeit und nur wenige Wochen vor der großen Stauferausstellung in Mannheim ist das Thema gut platziert, um in den Medien “gespielt” zu werden.

Mal im Ernst! Jeder denkt mal drüber nach, wäre cool sowas wieder aufzubauen, gleichzeitig ist man in der Regel aber Realist genug um sowas bleiben zu lassen. Klar sag ich mal im Scherz “Wenn ich Lotto gewinn, kauf ich das gesamte Pfalzgelände , reiß alles ab und Bau die Pfalz wieder auf…”, das das ausgemachter Schwachsinn ist ist klar. Welche Bauphase wollte man wieder aufbauen? Holzbauten des frühen 9. Jh., oder lieber doch den salischen Zustand? Und dabei wie Schliemann alles andere im Boden einfach zerstören?

Wie gesagt, ich weiß nicht welche IG da was gesagt hat, oder ob man vielleicht nur Werbung für den Hohenstaufen machen wollte, aber wenn diese IG das Ernst machen will empfehle ich doch mal nach Goudelon zu fahren, sich das dort anschauen, die nächste freie Bergkuppe suchen, die dem  Hohenstaufen ähnlich ist und einfach sich mal mit Wissenschaftlern zusammensetzten und statt einer Niederungsburg mal eine Höhenburg von Grund auf neu bauen als wissenschaftliches Projekt. Aber bitte nicht ein Fantasie-Gebilde auf den Hohenstaufen setzten!

Hier spricht der Kreisarchäologe, hier der Leitartikel, Hier die eigentliche Nachricht

PS: Interessanter Weise scheint die Südwestpresse ausser mir keine Leser zu haben oder aber das Thema interessiert schlichtweg keinen Menschen,weils schwachsinn ist,  denn Kommentare zu den einzelnen Artikeln sind leerer als mein Portmonee.

Dank an:



Empfehlung:


Ab 17.10.2010 im Museum Trebur
in den nächsten Tagen wird das Programm hier erhältlich sein
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