Artikel-Schlagworte: „Archäologie“

Grüße aus Quedlinburg

Grüße aus Quedlinburg!

Wollte mich mal kurz melden. Hotel super, essen fantastisch, Wetter so lala.

Heute habe ich die Stiftskirche und das Schlossmuseum besucht und habe dabei dieses Schwert des 9. Jahrhunderts fotografiert. Leider waren an der Vitrine keinerlei Angaben zum Fund, nur eben 9. Jh. und sowas wie:”auch die Wikis haben solche Schwerter benutzt…”

Morgen gehts nach Gernrode, den Grafen Gero besuchen und anschließend zum Kloster Wendhusen.

Visualisierung von Herrschaft in der Architektur

Bevor ich mich verkrümel, wollte ich das noch gepostet haben.

Am Donnerstag gibt es Ingelheim, in der Saalkirche, einen interessanten Vortrag von Dr. Holger Grewe, dem Leiter der Forschungsstelle Ingelheim, der auch in Trebur einen Votrag halten wird.

Der Vortrag gibt Einblicke in die teils schwierige Arbeit der Archäologen unter der dichten Überbauung im heute „Saal“ genannten ehemaligen Kaiserpfalzgebiet und trägt erste Deutungen über die besondere Bedeutung der Pfalz Ingelheim in der Stauferzeit vor.

Es schreibt hier Allgemeine Zeitung aus Mainz

Trebur, die Umgehungsstraße und der norwegische Blauling

Ich hab lange überlegt ob ich zu dem Thema Umgehungsstraße Trebur überhaupt etwas schreibe. Doch die Diskussion bestimmt bei uns die lokalen Medien.

Seit 1976 plant Trebur eine Umgehungsstraße um den Ort vom Durchgangsverkehr, hauptsächlich durch Kieslaster verursacht,  zu entlasten. Nun müsste mich das nicht wirklich interessieren , da ich da nicht  mal in der Nähe wohne, aber auch als Autofahrer hat man in der Rüsselsheimerstraße seine Probleme mit parkenden Autos und Gegenverkehr.

Nun sind die Planungen weit fortgeschritten, es gibt mehrere Varianten, die von verschiedenen Stellen, je nach Partei und sonstigen Präferenzen, verschieden favorisiert werden. Dabei kamen bisher hauptsächlich die Bedenken des NABU und der Umwelbehörde wegen des norwegischen Blaulings äähhh der Grauammern und Schwarzspechte zur Sprache.

Wer sich, zu meiner Verwunderung, zurück hält sind Obere und Untere Denkmalbehörde. Beide sollten zumindest mal andeuten das es sie gibt, denn Variante 1 der Umgehung geht volle Möhre durch das spätantike bis  spätmittelalterliche Fundgebiet, auf dem sich wohl einst der Vicus der Pfalz befand. Das Areal ist durch Begehungen und geoelektrische Prospektionen bekannt. Nur schneiden wird dabei Variante 2,3, 4.1 das Areal. Auch nördlich des Schwarzbaches sieht das ganze nicht unbedingt besser aus: Hier schneiden sämtliche Varianten römisches Fungebiet.

So oder so, die Gemeinde sollte sich bewusst sein das hier noch mehr auf sie zukommt als nur irgendwelche Vögel, denn wenn irgendetwas gefunden wird, wird es irgendjemanden geben der spätestens in diesem Moment die Denkmalbehörde einschaltet und zumindest wird es dann eine Notgrabung geben müssen!

Hier und hier berichtet das Damrstädert Echo über die Umgehungsstraße

Gerücht bestätigt!

Man bekommt ja hier und da immer wieder Sachen erzählt , die man so richtig nicht glauben kann oder will.

Wie die von einem Stein mit bildlicher Darstellung der in Wallerstädten verbaut sein soll und der zur Pfalz gehörte haben soll. Das sollte auch in irgendeinem Fundbuch stehen…

Gestern Abend hab ich mal die Museumsschlüssel ausprobiert um ein paar Fotos zum scannen zu abzuholen und da fällt mir ein das die ganzen hessischer Fundbücher in der Bibliothek stehen. Also hab ich mal geblättert… und geblättert …und gefunden!

In Wallerstädten in einer Hofreite befindet sich in einem aus Ziegeln errichteten Stall vermauert ein Sandsteinrelief auf dem ein gekrönter Mann mit ausgestrecktem Arm einen Volgel mit langem Raubtierschnabel am Hals packt. Die Gruppe wird von einem Baldachin überspannt.  Es wird als romanisch bezeichnet. Mit dem Vermerk als mögliche Spolie der Pfalz Tribur.
Leider befindet sich keine Abbildung dazu im Jahrbuch. Ich muss wohl mal nach Wallerstädten Kontakt aufnehemen!
Wer Zugriff auf die Bücher hat hat kann gerne auch mal nachschauen, ist im Fundbericht 1971 drin, S.170 unten.

Bronzezeit, noch bodenwarm

Ich war heute eher zufällig in der Landschaft unterwegs, u.a. auch weil ich mich über meinen Hoster geärgert hab (dazu später mehr) und da seh ich doch eine Grabung auf einem Acker bei der auch Marco dabei war. Also bin ich mal hin.

Frisch aus dem Boden wurde gerade die bronzezeitliche Bestattung einer Frau geholt. An Armen und Beinen trug sie Bronzeringe, zusätzlich wurden an den  Armen kleine Bronzeplättchen gefunden.

Das Areal auf dem die Dame gefunden wurde häufig schon von Sondengängern, auch illegalen,  abgesucht, jedoch wurde das Grab bisher nicht gefunden. Vielleicht weil es gar nicht so tief lag. Es dürften nicht mal 30cm gewesen und die Ausschläge der Sonde eher auf Schrott deuteten, dens hier auch gibt.

Das Grab wurde übrigens von einem Sondengänger gefunden , der eine Lizenz besitzt.

Ein römisches Zinnschälchen

Ich immer wieder wieder erstaunt, was sich so Magazin des Museums Trebur versteckt. Gerade der Haufen  römischen Funde die bei und in dem Brunnen im Treburer Freibad gefunden wurden sind beeindruckend. Angefangen bei Dachziegeln (leider ohne Stempel), einer Sandale, Haarnadeln, unmengen an Gefäßscherben, Öllampen…

Und eben dieses kleine wunderbar erhaltenen Zinnschälchen.

Die Grabungen am Danewerk

Nach dem die Presse ausführlich über das Tor im Danewerk berichtet hatt, das ganze aber immer wieder mit eher nichtssagenden Bildern dekoriert hatte, hat nun das Archäologische Landesamt Schleswig Holstein eine eigene Seite zur Grabung eingerichtet. Hier kann man nun auch eine Luftaufnahme der Gesamtsituation sehen.

Am bedeutendsten Bodendenkmal Nordeuropas, dem Danewerk, ist dem Archäologischen Landesamt Schleswig-Holstein eine großartige Entdeckung gelungen. Bei Ausgrabungen an der annähernd 1300 Jahre alten Feldsteinmauer des Danewerks wurde ein bisher unbekannter Durchlass entdeckt. Hierbei könnte es sich um das lange gesuchte, erstmals im Jahr 808 in den fränkischen Reichsannalen genannte „einzige Tor“ handeln, durch das, wie es in der Schriftquelle heißt, „Wagen und Reiter hinein und wieder hinaus kommen könnten“.

Hier gehts zum Landesamt (Danke in den Hohen Norden für die Mail)

Gedanken zu “Time Team”

Mal unabhängig davon das ich die hektische Machart nicht so mag (man gewöhnt sich dran und sie ist nicht immer so extrem vorhanden), hab ich mir noch ein paar Folgen von Time Team reingezogen und ich glaube ich muss meine skeptische Meinung revidieren. Ausserdem habe  mal darüber nachgedacht was in den Kommentaren gesagt wurde :

Schade dass es im deutschsprachigen Raum nicht etwas ähnliches gibt. In England hat diese Sendung, die vom Anfang der 90er-Jahre bis heute läuft, zu einer unglaublichen Popularität der Archäologie geführt und das Geschichtsbewusstsein der Menschen sensibilisiert.

Im Prinzip stimme ich dem zu. Eine von Fachleuten durchgeführte Sondierung eines Geländes, bei Time Team sind es ja meistens ausgewiesene Bodendenkmäler, finanziert vom TV, die dann das ganze senden darf, könnte finanzielle Problem lösen und gleichzeitig z.B. Notgrabungen  unterstützen. Gerade in England wo das System Heritage neben staatlichen Geldern u.a. auch durch Lotterien und Reenactment-VA´s finanziert wird, scheint  das zu funktionieren. Auch fiehl mir nach den Folgen positiv auf, das  die Serie auch einen enormen Mut zu Lücke hat. Gut es wird aus einer Scherbe auch mal schnell ein angels-säschisches Anwesen , so sind sie halt die Engländer mit ihren Angel-Sachsen, aber auch schön finde ich auch das zum Teil örtliche Einwohner mit einbezogen werden, Kinder putzen Funde und die Eltern helfen den Garten “umzugraben” und werden dabei angeleitet. So verliert eigentlich auch der letzte Skeptiker die Angst vor Archäologen. Ebenfalls positiv ist die Aussage in mehreren Folgen, das die Anwohner den Rest machen müssen bzw. die in der Sendung durchgeführte Grabung nur ein Einstieg gewesen sein kann.

Aber “Time Team Germany”?
Vom Konzept und Machart würde das ganze wohl einem Privatsender eher zu Gesicht stehen als den öffentlich Rechtlichen, ich kann mir aber nicht vorstellen das RTL oder PRO7 und Co. das so entsprechend umsetzten könnten oder wollten.  Es würde wohl eher so eine Gallileo Mysterie Geschichte werden. Und weil das Original von Tony “Baldrick” Robinson moderiert wird, hätte man garantiert den “cunning plan”   auch einen Comedian nehmen. Argh…

Das nächste Problem sehe in den Denkmalbehöreden und den Gesetzen. Jedes Bundesland hat seine eigenen Denkmalschutzgesetze, Ober und Untere Denkmabehörden sind sich schon jetzt fast nie grün. Wie sollte das werden wenn plötzlich ein Fernsehteam in Wiesbaden vor der Tür steht und sagt sie möchten in Trebur buddeln , weil ein einzelner oder ein Verein das vorgeschlagen hätte?

Das größte Problem befürchte ich  sind aber die Nachahmer, die einfach auf dem Acker mit dem Spaten hantieren. Ich meine da nicht die im allgemeinen als Raubgräber bezeichneten Gestalten, sondern eher naive Nachahmer, die vielleicht nicht mal was böses, sondern helfen wollen. (Aber das haben wir ja immer)

Ich weiß leider nicht wie die Reaktion in England waren als Channel4 die Serie startete. Wahrscheinlich waren sie sehr gespalten, aber zumindest muss die Unterstützung des Heritage ja von Anfang an dagewesen sein, sonst geht mit Buddeln mal garnichts.

Das Geschichtsbewustsein der Leute sensibilisieren… Das wäre natürlich was!  Hier bei uns in Deutschland hab ich manchmal das Gefühl das für einige Leute die Geschichte erstmit der Gründung der BRD anfängt und der Rest mehr oder weniger den Fachleuten, Interessierten oder Beknackten (z.B. ich) überlassen wird. Ich frage mich ob das mit der deutschen Kleinstaaterei zusammenhängt, das man auch nicht nach links und rechts schaut, aber damit sollen sich die Soziologen auseinandersetzten. Dennoch steht fest das wir hier im Gegensatz zu unseren Nachbarländern Dänemark, Frankreich und England (ist ja nur durch Wasser getrennt, genauso wie unser Nachbarland Island ;-) )einiges an Bewusstsein für Geschichte nachholen müssen!

Das Mädchen von Egtved

Das Bauern nicht nur Funde kaputt machen können sondern auch retten zeigt das Mädchen von Egtved. Und das schon 1921! Hier der Text von Wikipedia dazu:

Das Egtved-Mädchen wurde am 24. Februar 1921 von dem Bauern Peder Platz gefunden, als dieser die Reste eines kleinen Hügels beiseite räumen wollte. Dabei entdeckte er den großen Baumsarg aus Eiche in der Mitte des Grabhügels. Sein herbeigerufener Nachbar P. S. Pedersen ahnte, dass es sich um einen wertvollen Fund handeln könnte, und zusammen setzten die beiden am selben Tag einen Brief an das Nationalmuseum in Kopenhagen auf:

„Da ich beim Einebnen eines alten Hügels auf meinem Grund heute auf
einen ausgehöhlten Baumstamm stieß, vermute ich, dass es sich um ein altes
Begräbnis handelt und dass dieses von Interesse für das Museum sein könnte.
Ich habe deshalb die Arbeit eingestellt.“

Mann stelle sich vor die Bauern hätten das in Trebur gemacht, immer wenn sie auf angebliche Mauern gestoßen wären, ich müsste heute mich nicht durch Gerüchte quälen….

Hier noch ein Video zum Mädchen von Egtved:

King Harolds Hunting Lodge

Also ich kannte die Serie “Time Team” von Channel 4 aus England bisher nicht. Das ganze macht mir den hektischen Eindruck von Zahi Hawass bei dieser furchtbaren Gantenbrink-Schacht-Öffnungs-Geschichte von National Georgaphic, für die ich mir damals die Nacht um die Ohren geschlagen habe. Aber ich dachte es interessiert vielleicht mal.

Bei “Time Team” hat ein Archäologen Team 3 Tage Zeit d eine Grabung durchzuführen… (Ich glaube deutschen Fachleuten dreht sich gerade der Magen um). In diesem Fall suchen sie “Hunting Lodge” von König Harold auf Harold’s Field in Portskewett, Monmouthshire.

Dank an:



Empfehlung:


Ab 17.10.2010 im Museum Trebur
in den nächsten Tagen wird das Programm hier erhältlich sein
<