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Ein römisches Zinnschälchen

Ich immer wieder wieder erstaunt, was sich so Magazin des Museums Trebur versteckt. Gerade der Haufen  römischen Funde die bei und in dem Brunnen im Treburer Freibad gefunden wurden sind beeindruckend. Angefangen bei Dachziegeln (leider ohne Stempel), einer Sandale, Haarnadeln, unmengen an Gefäßscherben, Öllampen…

Und eben dieses kleine wunderbar erhaltenen Zinnschälchen.

Animation des Warsaw Rising Museum und des Kastells Lussonium

Das “Warsaw Rising Museum” ,oder “Muzeum Powstania Warszawskiego”  auf polnisch, befasst sich mit dem Warschauer Aufstand und hat zum 66. Jahrestag des Aufstandes eine Animation des durch Bomben zerstörten Warschaus erstellt, in denen nach dem Aufstand nur noch etwa 1000 Menschen lebten.

Natürlich bin ich mir bewußt das das thematisch hier nicht so hinein gehört, aber wegen der Rekonstruktion und Animation und meinen persönlichen Verbindungenin den Osten (wenn auch nicht Polen) pack ichs trotzdem rein. – macht mir Gänsehaut!

Hier die englische Seite des Museums

Aber hier hab ich noch eine Rekonstruktion des römischen Kastells Lussonium in Ungarn (interessant wirds erst ab 7:14)

Hier kann man sich noch Panorambilder des Terrains ansehen

Religiöse Gedanken zum Stier

Nein jetzt kommt nix über Katholiken, Muslime oder so, sondern was ganz anderes ;-)

Vor vielen Jahren wurde in der Treburer Gemarkung ein Stierkopf aus Holz mit Bronzeblech entdeckt. Mir wurde die Geschichte so erzählt: Man fand bei einer Begehung einen Stierkopf mit riesigen Hörnern. Die Männer beschlossen ins Dorf zurück zu gehen, einen Karren zu holen und das Ding zu bergen. Als sie später wiederkamen war das Ding verschwunden. Am nächsten Tag verkündete Rüsselsheim diesen Stierkopf auf ihrer Gemarkung gefunden zu haben. Angeblich hatten sie ihn über die Gemarkungsgrenze geschleppt. Und nun befindet er sich im Rüsselsheimer Museum und ich hab ihn mir noch nicht mal angesehen…

Jedenfalls wird das Stück den Alamannen zugeschrieben, was in mir wieder die Frage aufkeimen lässt ob sich da irgendwie ein religiöses Zentrum der Alamannen befand, aber das wollte ich jetzt garnicht hin.

Plutarch schreibt über die Kimbern:

Die Kimbern erkannten voll Bewunderung den Kampf der römischen Kastellbesatzung… …an und gewährten ihr nach Abschluß eines Vertrages freien Abzug. Den Schwur leistete man auf einen Stier aus Bronze

Nach der Fredegar Chronik wurde Merowech, der Stammvater der merowingischen Könige von einem Stier gezeugt oder zumdindest begegnete seine Mutter beim Baden im Meer einem Stier. (Referenz an den Minotaurus?)

Die Kelten sahen wohl eine gewisse Göttlichkeit im Stier (Durch Handel mit den Griechen?)
Die Ägypter hatten einen Stierkult und auch in Çatalhöyük, der Stadt aus der Jungsteinzeit, finden sich Hinweise auf einen Stierkult.
In den Höhlen von Lascoux finden sich Wandmalereien von Auerochsen und Stieren, die ein Alter von 17000 bis 19000 Jahren haben und denen kultische Bedeutung zugeschrieben wird.

Die Stierkämpfe im Mittelmeerraum haben ihren Ursprung in Stierkulten.
Und natürlich die Sache mit dem Minotaurus… aber dazu gleich mehr!

Ist ist unzweifelhaft das der Stierkult in seiner ein oder anderen Ausformungen eine der ältsten religiösen Kulte sein dürfte, der den Menschen seit dem Paläolithikum bekannt ist.

Die bekannteste Sache dürfte die mit dem Minothaurus sein. Die ganze Sache begann ja nach der griechischen Mythologie als ein weißer Opferstier durch Poseidon an Minos geschickt wurde, nicht geopfert wurde und ein ganz schönes Schlamassel verursacht, nach dem er mit der Gattin des Minos den Minothaurus zeugte.
Der attiker Theseus tötete dann den “Mutanten” Minothaurus im Labyrinth.

Von einigen Wissenschafttlern wird das Ganze als Allegorie auf die Befreiung der Attiker von der minoischen Herrschaft verstanden. Eine Sache die ich durchaus nachvollziehen kann. Leider kennen wir ja nur die attischen Quellen, und nicht die Sichtweise der Minoer zu der ganzen Sache. Die pflegten ja einen ganz ausgeprägten Stierkult.

Nun stelle ich mir aber die Frage, ob man nicht noch einen Schritt weitergehen kann. Ist das ganze vielleicht auch eine Geschichte, die den Abschied von einer archaischen Religion zelebriert, vielleicht in dem Theseus einen Hohepriester des Stierkultes (Ich denke da gerade an so einen Amerikanischen Indianer Schamanen mit Büffelkopf) in seiner Kulthöhle meuchelt? (Hört sich irgendwie nach Rohfassung des 13. Kriegers an ;-) ) Natürlich finden sich dann noch immer in der grieschischen Mythologie Anleihen, Erinnerungen, wenn sich Zeus z.B. in einen Stier verwandelt.
Das töten des Minothaurus als Emanzipation einer neuen Religion. Interessante Theorie.

Ich denke mal das hat bestimmt schon ein Religionsphilosoph oder so beschrieben, aber irgendwie fasziniert mich dieser Gedanke. Übergang vom Neolithikum in die Bronzezeit, durch die symbolische Tötung des letzten Priesters des alten Kultes…
So gesehen wäre dann auch der Stierkampf, der mit der Tötung des Stieres endet der gleiche Vorgang oder zumindest eine Erinnerung daran. (was aber nichts daran ändert das ich das nicht mag)

Falls jemand ein Buch zu dem Thema kennt würde mich das interessieren.

Die Römermauer hinter dem Rathaus von Remagen

Einen interessanten Text über die Römer in Remagen, spiziell ihre bauliche Hinterlassenschaften habe ich im hintersten Winkel der Seite des Kreises Ahrweiler entdeckt.

Im Zuge der Stadtsanierung sollte auch schon seit einiger Zeit die römische Mauer von Remagen auf dem Parkplatz hinter dem Rathaus gesichert und gestaltet werden. Als eines der wenigen archäologischen Denkmäler und Relikte aus der römischen Zeit und von dem ehemaligen Kastell Rigomagus erinnert dieser Mauerrest als ein wichtiges Zeugnis an die stolze 2000-jährige Geschichte der Stadt Remagen am Rhein. Nicht allen Bürgern der „Römerstadt Remagen“ ist bewusst, dass ihre Stadt auf eine so lange und erfolgreiche Geschichte zurückblicken kann. Daher ist es wichtig, dass einer der wenigen, noch aus den Anfängen der Stadt stammenden Nachweise, der einst so festen Römermauer wieder ein würdiges Aussehen erhält. So waren Restaurierungs- und Sicherungsmaßnahmen schon seit langer Zeit überfällig, weil das Mauerwerk durch den Bewuchs von Efeu und Dornengestrüpp sowie Witterungseinflüsse, zunehmend gefährdet war und durch gelockertes, herabfallendes Steinmaterial nicht nur zu einem Ärgernis der Nachbarn und Bewohner von Remagen, sondern auch zur Gefahr für spielende Kinder und dort parkende Kraftfahrzeuge geworden war.

Hier gehts ins römische Remagen

Video – Waffentechnik der Goten und Franken

Ich weiß nicht ob ich das Video schon mal hatte,  zumindet hab ichs eben nicht gefunden. Es ist eine dieser unzäligen Dokus aus England, die zwar gut gemacht ist aber stellenweise nicht ganz so genau. Aber man kanns sich ansehen, auch wenns mehr um Goten als um Franken geht.
Auf jeden Fall zu 9:40 springen und sich über die Lache der Jungs von Regia Anglorum freuen wenn sie mit der Franziska das Schild zertrümmern ;-)

Archäonews 29.06.2010 Blauzahns Königshof, Weinfässer und römische Prostituierte

  • Wissenschaft Aktuell meldet die Entdeckung des Königshofs Harald Blauzahns
  • Das Gelnhäuser Tageblatt schreibt über die hauseigene Pfalz und die Ausführungen einer Kunsthistorikerin
  • Welt Online schreibt das die Universität Hamburg das Fach Ägyptologie einstellen will
  • In Österreich wurden Weinfässer aus der Römerzeit gefunden, die als Stabiliesierung in einem Brunnen verbaut wurden (gabs auch in Haithabu), darüber schreibt NÖN
  • Wie DEWEZET schreibt wurden bei Hameln Teile der frühmittelalterlichen Siedlung ergraben und ein Hauch von Gold entdeckt
  • Massengrab für getötete Babies römischer Prostituierter? Darüber schreibt der Spiegel

Nachweis des Offenburger Stadtbrandes

Stadtbrände sind ein häufiges Phänomen in der Geschichte einer Siedlung. In Trebur berichten Chroniken von zwei verheehrenden Bränden im 16. Jahrundert  für die bisher kein Nachweis erbracht werden konnte.
In Offenburg ist so ein Stadtbrand für 1689 überliefert. Aber in 80 archäologenischen Grabungen konnte kein hier Nachweis für solch einen Brand gefunden werden.
Als nun eine bisher unbebautes Gebiet zur Bebauung freigegeben wurde, bestand die Möglichkeit hier Funde aus der Frühzeit der Stadt zu machen, die nicht durch Überbauung beschädigt wurden. Tatsächlich fand man hier Spuren des Stadtbrandes.
Neben Gebäuderesten aus der frühen Neuzeit und der “Schissgruob” einer in alten Quellen erwähnten Latrine, fanden sich aber auch Reste einen römischen Ofens, der wahrscheinlich zum Kalk brennen genutzt wurde.

Hier schreibt die Badische Zeitung über den Fund

Archäonews 25.06.10 Mauern einer Pfalz, Zeitkapsel und Eigeninitiative

  • prport.net screibt über Ausgrabungen an der Kaiserslautener Pfalz, bei denen Mauerreste entdeckt wurden
  • 200 jahre altes Grab in Weimar gefunden, neben Zähnen und Kinderschmuck wurde auch ein Rinderschädelgefunden, schreibt ad-hoc-news
  • Ein Skelett in den Resten einer römischen Villa gibt Rätsel auf, stürzte das Gebäude über dem Toten ein, als er im Keller war?  Hier schreibt die Bietigheimer Zeitung
  • Durch die Initiative eines Künstlers und “Ehrenamtlichen” schaut sich nun die Denkmalpflege Korchenbroich eine Baugrube an, aus der Kubukmeterweise Gestein geschafft wurde, das möglicherweise römischen Ursprungs ist, das schreibt rp-online
  • Berliner finden Zeitkapsel ( Grundsteinkassette) von 1887  das schreibt der Tagesspiegel

Der Goldene Sarg und sein wahrer Hintergrund

Jeder Ort hat seine Sagen und Mythen. Ich möchte heute von einer Sage schreiben die bei Trebur, genauer gesagt zwischen Trebur und Nauheim spielt und möchte auch ihren wahren Hintergrund beleuchten.

Die Sage vom goldenen Sarg berichtet von einem Anstieg des Weges zwischen Trebur und Nauheim, der dem Wanderer die Reise beschwerlich machen soll und ihn dazu bringen soll auszurufen: „ Wenn doch nur dieser Sarg sich fände, mer kann ja kaum schnaufe!“ Wer diesen Sarg fände, soll wie so oft in Sagen, ein reicher Mann werde.

Bei diesem Anstieg handelt es sich um einen der unzähligen Schwemmsandhügel im Hessischen Ried. Da es in der Region früher noch sichtbare Grabhügel gab, die heute durch den Ackerbau eingeebnet sind, lag es nahe den Hügel als Grabhügel zu sehen, der bei seinen riesigen Ausmaßen nichts anderes als einen goldenen Sarg bergen könne.

Da eine Gemarkung in der Nähe auch Atzelnhorst (Elsternnest) genannt wurde, war man sich sicher wessen goldener Sarg hier in der Erde ruhte: Es musst der Sarg des Etzels sein, dem Alterego Attilas aus dem Nibelungenlied.

In den 1920er Jahren entdeckte man jedoch etwas, das einen Hinweis auf die wahre Bedeutung des Hügels, der in der Gemarkung Herrnwiese und Seichböhl liegt, geben sollte, ohne es aber mit diesem in Zusammenhang zu bringen.

Man vertiefte zur besseren Entwässerung des Rieds den Schwarzbach, der im Bett des Alt-Neckars fließt. In der Nähe der Herrnwiese fand man in den Schlamm gerammte Eichenpfähle und Terra Sigilata Scherben. Leider wurde dem Fund, der nur von einigen Heimatforschern in ihren Notizbüchern festgehalten wurde, keine Bedeutung zugemessen.

Als in den 1950er Jahren in der Nähe alamannische Glasperlen gefunden wurden kam eine neue Theorie um das Gebiet auf. Man erinnerte sich an die prunkvollen alamannischen Gräber die 1929 in Trebur gefunden wurden und die mit goldenen Gürtelganituren langobardischen Ursprungs ausgestattet waren. Wurden hier nicht auch germanische Gräber gefunden, die dem Seichböhl, dem Siechenhügel, ihren Namen gaben? Böte sich nicht der nördliche Teil der Oberrheinischen Tiefebene für eine Entscheidungsschlacht zwischen Franken und Alamannen an? Würde dies nicht die Pfalz Tribur erklären? Gab es nicht Zweifel um den wahren Ort an dem die „Schlacht von Zülpich“ stattgefunden hatte?

Für einige Lokalpatrioten stand fest: Hier war der wahre Ort der Schlacht von Zülpich! Wie man vermuten kann fand diese Theorie nicht gerade sonderlich viel Anklang und wurde auch schon bald wieder vergessen.

Erst in den 1990er Jahren wurde, unabhängig voneinander, von zwei Luftbildarchäologen ein Doppelgrabensystem in der Gemarkung Herrnwiese entdeckt, das Ende der 1990er zuerst geoprospektiert und anschließend in Teilen ergraben wurde.

Nicht etwa ein goldener Sarg wurde dort gefunden. Es handelte sich um ein römisches Marschlager mit einer Größe von ca. 15-20ha. Es bot einer kompletten Legion bei der Erschließung der späteren Civitas Auderiensium Unterkunft. Eine genau Datierung der Lager konnte leider nicht erfolgen, man vermutet aber eine Entstehung zwischen den Feldzügen Augustus (12/10 v. Chr. bis 9 n. Chr.) und denen des Claudius (41- 54 n. Chr.), auch ein Zusammenhang mit der endgültigen Besetzung der östlichen Oberrheinebene unter Vespasian in den Jahren 73/74 ist möglich.

Archäonews 23.06.2010 Sichelzellenanämie, Aachener Fenster und eine Ikone

  • Der Donaukurier schreibt über eine neue Theorie zum Tode Tutanchamun: Sichelzellenanämie
  • Über eine Urkunde Pippins III. die eine Schenkuung an das Kloster Fulda enthält und die älteste Urkunde Deutschlands ist, schreibt die Frankfurter Neue Presse
  • Über das neue Archäologische Fenster in Aachen, das den Blick auf die Kontermauer der Stauferbefestigung freigibt schreibt AZ-web.de
  • Über die abenteurliche Suche des Gießener Theologen Prof. Dr. Adolf Hampel nach der “Gottesmutter von Kazan” schreibt das Juraforum.de
  • Über die römische Villa von Wittlich schreibt der Volksfreund
  • Eine keltische Kultstätte bei Feldkirchen in Kärnten ist Thema für die Kleine Zeitung
Dank an:



Empfehlung:


Ab 17.10.2010 im Museum Trebur
in den nächsten Tagen wird das Programm hier erhältlich sein
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