Archiv für die Kategorie „Geschichte“

Grüße aus Quedlinburg

Grüße aus Quedlinburg!

Wollte mich mal kurz melden. Hotel super, essen fantastisch, Wetter so lala.

Heute habe ich die Stiftskirche und das Schlossmuseum besucht und habe dabei dieses Schwert des 9. Jahrhunderts fotografiert. Leider waren an der Vitrine keinerlei Angaben zum Fund, nur eben 9. Jh. und sowas wie:”auch die Wikis haben solche Schwerter benutzt…”

Morgen gehts nach Gernrode, den Grafen Gero besuchen und anschließend zum Kloster Wendhusen.

Ab nach Quedlinburg

So, ich sitzte jetzt wohl, wenn dieser Post rausgegangen ist, im Auto auf den Weg nach Quedlinburg und mache da bis Freitag ein bisschen Urlaub. Natürlich werde ich ganz klassisch die Schlosskirche und das Museum besuchen, hatte ja geschrieben das ich da noch was recherchieren muss. Ich will auch auf den Münzenberg in Quedlinburg und nach Gernrode.  Ach ja und  die reste der Stiftskirche in Thale will ich mir ansehen, der wird ja auch gern mal den Karolingern zugeschrieben obwohl sie erst später gebaut wurde.

Irgendwo hab ich gelesen das die Pension WLAN hat und ich hab ja auch mein Handy dabei, aber ob ich blogge oder ob ich überhaupt dazu komme weiß ich noch garnicht. Auf jeden Fall werde ich, wenn ich wieder da bin einiges an Material haben.
Also bis dann und macht nichts kaputt! ;-)

PS: An diesen Roulettespammer, der mich seit dem Umzug nervt! Mach dich vom Acker, du Nasenbär!

Visualisierung von Herrschaft in der Architektur

Bevor ich mich verkrümel, wollte ich das noch gepostet haben.

Am Donnerstag gibt es Ingelheim, in der Saalkirche, einen interessanten Vortrag von Dr. Holger Grewe, dem Leiter der Forschungsstelle Ingelheim, der auch in Trebur einen Votrag halten wird.

Der Vortrag gibt Einblicke in die teils schwierige Arbeit der Archäologen unter der dichten Überbauung im heute „Saal“ genannten ehemaligen Kaiserpfalzgebiet und trägt erste Deutungen über die besondere Bedeutung der Pfalz Ingelheim in der Stauferzeit vor.

Es schreibt hier Allgemeine Zeitung aus Mainz

Archäonews 06.09.2010 Gernrode, Oerlinghausen und Ellwangen

  • NTV schreibt über die Ausstellung “Galgen, Rad und Scheiterhaufen” im Stadmuseum in Erfurt, und versteckt die Orstangabe
  • Das Freilichtmuseum Oerlinghausen will sich vergrößern, darüber und über kommende Veranstaltungen schreibt das Westfalen Blatt
  • Über den Fund arabischer Münzen bei Greifswald schreibt der Informationsdiesnt Wissenschaft
  • Das war ja klar, morgen bin ich in Quedlinburg und will auch nach Gernrode und prompt dreht man dort neue Folgen für die “Geschichte Mitteldeutschlands”. Hier und hier schreibt D-News
  • Die Entscheidung über das Museum Ellwangen steht wahrscheinlich noch in diesem Monat an, man  sucht Sponsoren, es schreibt die Schwäbische Post

Trebur, die Umgehungsstraße und der norwegische Blauling

Ich hab lange überlegt ob ich zu dem Thema Umgehungsstraße Trebur überhaupt etwas schreibe. Doch die Diskussion bestimmt bei uns die lokalen Medien.

Seit 1976 plant Trebur eine Umgehungsstraße um den Ort vom Durchgangsverkehr, hauptsächlich durch Kieslaster verursacht,  zu entlasten. Nun müsste mich das nicht wirklich interessieren , da ich da nicht  mal in der Nähe wohne, aber auch als Autofahrer hat man in der Rüsselsheimerstraße seine Probleme mit parkenden Autos und Gegenverkehr.

Nun sind die Planungen weit fortgeschritten, es gibt mehrere Varianten, die von verschiedenen Stellen, je nach Partei und sonstigen Präferenzen, verschieden favorisiert werden. Dabei kamen bisher hauptsächlich die Bedenken des NABU und der Umwelbehörde wegen des norwegischen Blaulings äähhh der Grauammern und Schwarzspechte zur Sprache.

Wer sich, zu meiner Verwunderung, zurück hält sind Obere und Untere Denkmalbehörde. Beide sollten zumindest mal andeuten das es sie gibt, denn Variante 1 der Umgehung geht volle Möhre durch das spätantike bis  spätmittelalterliche Fundgebiet, auf dem sich wohl einst der Vicus der Pfalz befand. Das Areal ist durch Begehungen und geoelektrische Prospektionen bekannt. Nur schneiden wird dabei Variante 2,3, 4.1 das Areal. Auch nördlich des Schwarzbaches sieht das ganze nicht unbedingt besser aus: Hier schneiden sämtliche Varianten römisches Fungebiet.

So oder so, die Gemeinde sollte sich bewusst sein das hier noch mehr auf sie zukommt als nur irgendwelche Vögel, denn wenn irgendetwas gefunden wird, wird es irgendjemanden geben der spätestens in diesem Moment die Denkmalbehörde einschaltet und zumindest wird es dann eine Notgrabung geben müssen!

Hier und hier berichtet das Damrstädert Echo über die Umgehungsstraße

Das Magdalenenhochwasser in Trebur

Vor etwas mehr als einem halben Jahr hatte ich mich hier das Magdalenenhochwasser von 1342 beschäftigt und hatte mir die Frage gestellt wie hoch dieses Hochwasser in Trebur wohl gestanden haben mag.

Um das herauszufinden habe ich mir die Angaben aus Mainz zu Nutze gemacht:

[wo im Dom ] das Wasser einem Mann bis zum Gürtel stand

Mittels GPS , und hinterher noch mal über Google Earth habe ich mir die Höhendaten organisiert. Wobei ich für den Mainzer Domplatz eine Höhe von 90-96m erhielt. Für Trebur erhielt ich die Angabe von 88-90m und zwar für Obere Pforte und erhöht liegende Laurentiuskirche.

Sollte das Wasser nun die selbe Höhe wie in Mainz gehabt haben, so hätte gesamtes Trebur unter einer geschlossenen Wasserfläche gelegen! Nun fließt aber bei Mainz auch noch der Main in den Rhein der hier natürlich auch zu einem Rückstau geführt haben könnte, der wäre aber auch wegen der Altarme des Mains nach Trebur geflossen.

Das Vorläufige Fazit ist daher das Trebur sehr wohl und sehr stark von diesem Hochwasser getroffen worden sein muss, wobei das Areal Südlich der Kirche, auf dem sich die Siedlung mit Albanskirche befand, vollkommen unter Wasser stand. Dieses Hochwasser muss enorme Verwüstungen angerichtet haben. könnte das absolute Ende der Südlichen Siedlung bedeutet haben, Fachwerkbauten in Ständerbauweise unbewohnbar gemacht haben und letzte Reste der Pfalz für den endgültign Abriss “vorbereitet” haben.

Archäonews 05.09.2010 Schatzfund, Staufer und Ikea

  • Die Welt schreibt über die Stauferaustellung in Mannheim und die Staufer allgemein
  • Was das Leben des Brian mit den Grabungen von Goseck zu tun hat , erfährt man bei MZ-Web
  • Die Zeit Online schreibt über einen frühmittelalterlichen Schatzfund in Anklam (u.A. arabische Münzen)
  • Über die frühmittelalterlichen Funde von Gammertingen schreibt SZON
  • wer schon immermal wie in der Steinzeit Feuer machen wollte, aber nur das suburbane Umfeld von Ikea kennt, dem sei dieses Video bei Nerdcore ans Herz gelegt

Schiffsweihe zum Brandenburgtag

Eigentlich wollte ich das schon gestern schreiben, aber… Gestern wurde der Brandenburgtag in Schwedt/Oder eröffnet, der Heimat meiner besseren Hälfte, die natürlich live vor Ort war.

Das hat nun erstmal nichts mit Geschichte und solchem Zeugs zu tun, bis auf den Fakt das eben dort gestern das slavische Schiff  ”Siwa Sweeti” getauft wurde, das vom Uckermärkischen Bildungsverband nach den Torgelower Vorlagen gebaut wurde. Heute kann man noch bis 18:00 Uhr auf der Hohensaaten-Friedrichsthaler Wasserstraße mit dem Gefährt seine Runden drehen. Man sollte sich allerdings nicht an Kartoffelsack-Turnschuh-Mönchen stören, wie ich mit deutlicher Ironie erzählt bekam.

Leider juckelt sich die Presse zur Zeit an den  Rechten hoch, die die Eröffnungsrede von Platzeck störten und die der als “arme Würstchen” titulierte, und daher kaum über das Schiff berichtet.

Hier gibts eine Galerie der Bauarbeiten, hier hat die MOZ ein Foto von gestern, hier nochmal die Stadt Schwedt und hier noch mal ein Bericht über den Brandenburg Ta ganz allgemein

Trebur in Mittelrheinische Beiträge zur Pfalzenforschung

Als ich Donnerstag im Museum war, hab ich mir ein kleines bisschen Lesestoff mitgenommen. u.A. “Mittelrheinische Beiträge zur Pfalzenforschung”, ein Protokoll einer Arbeitstagung von Max Planck Institut für Geschichte und der Uni Mainz, die am 3.-4.10. 1963 in Mainz Speyer statt fand.
Klar ein alter Schinken, aber dennoch interessant. Vorallem weil da ein Text über Trebur drin ist, den ich aus Fußnoten kenne. Naja, die Fußnote in Dr. Gockels Text in “Deutsche Königspfalzen – Band III” besagt eigentlich nur das die Annahme die Herbert Wolf hier stellte, nämlich das sich Pfalzbezirk zu Burgraben, wie Burg und Vorburg verhält, fallen zu lassen sind. Klar der Burggraben ist Hoch bis Spätmittelalterlich!
Über Herbert Wolf weiß ich außerdem nur das er für Veröffentlichungsreihe der Königspfalzen Trebur bearbeiten sollte, aber es irgendwie nicht getan hat, weshalb es eben unbearbeitet blieb… (Grummel)
Interessant an dem Vortrag Wolfs zu Trebur ist aber das er die gesamte Position der Pfalz als “Spornlage” anspricht, ein Begriff der mir selbst eigentlich nur zu ottonischen Anlagen wie etwa Tilleda und Werla geläufig ist. Wolf nimmt damit Bezug auf eine mögliche Wehrhaftigkeit der Anlage. Er sagte hierzu:

Besonders in unfriedlicher Zeit, handelte es sich um innerfränkische Machtkämpfe oder Einfälle der Normannen und Ungarn, wurde die Pfalz aufgesucht.

und führt am Ende auf:

Abschließend ist zu sagen: Trebur war für drei Jahrhunderte einer der beliebtesten Aufenthaltsorte der deutschen Herrscher. Die zentrale Lage der Pfalz in einem Kerngebiet des Reiches und der starke Rückhalt , den sie jedem König als Zentrum eines geschlossenen Komplexes von Königsgut sowie in militärischer Hinsicht durch ihre Sumpflage bot, mögen viel zu ihrer Bedeutung beigetragen haben.

Die nach dem Vortrag kurz stattgefunden und mitprotokolierte Diskussion, bezog sich leider meist auf den vorangegangen Vortrag über Ingelheim, aber auch Trebur wird nochmal dikutiert. haupsächlich wegen des Begriffs Burg den Wolf verwendete. Dr. Gauert weigerte sich den Begriff zuzulassen, da es für ihn in karolingischer Zeit keine befestigten Pfalzen gab, wobei er die von “Fräulein Fischer”, die heutige Grandedame der Pfalzenforschung Marianne Schalles-Fischer, angeführte Mauer der Pfalz Frankfurt negiert und dabei vergisst das es den Begriff “castrum” für Frankfurt um 850 gibt…
Dr. Görich sieht die Pfalz Tribur aus einem Jagdhof erwachsen, worauf Wolf die Frage stellt warum Trebur ein Jagdhof darstellen sollte, wo man doch ins “trockenere” Groß-Gerau hätte gehen könnte wo das römische Castell einst stand und betont Trebur sei eine gezielt angelegte Befestigung. Woraufhin sich wieder Gauert einschaltet, sich wieder den Begriff Burg verbittet aber auch die Schutzlage Treburs betont und von einem befestigten Hof spricht. Dr. Schlesinger spricht daraufhin wegen des Namens “Burggraben” in Trebur wieder von einer Burg, aber in einem Sinne der nichts mit der modernen hochmittelalterlichen Burg zu tun hat, woraufhin nun Görich die Terminologie ableht…

Alles kapiert?

In wieweit nun der Begriff Burg zu verwenden ist, ist mir mal egal. Wichtiger finde ich, dass alle Mitdiskutierenden damals Trebur als eine Anlage mit ausgeprägten natürlichem Schutzfaktor sehen. Eine Sache die ich ja gelegentlich ebenfalls angesprochen habe.
Weiterhin interessant ist eine Sache die Wolf noch anführt, nämlich das Namen wie Trebur häufiger bei Königshöfen in Sachsen und Thüringen belegt sind, leider führt er keine Beispiele an. Er zitiert einen Herrn Weigel wonach der Name karolingischen Ursprungs sei und Edmund Stengel der den Namen als fränkisch bezeichnet. Generell vertreten alle die Meinung der Name bedeutet “bei den 3 Häusern”.

Ach ja, und ich kann Schlesinger nur beipflichten wenn er die Wichtigkeit von Grabungen in Trebur betont!

Archäonews 03.09.2010 Alamannen, Römer und Magdeburg

  • Die schwäbische Post schreibt über das Museum Ellwangen und das Leid des Sparhaushalts
  • Ganz ähnlich Probleme gibt es auch in Vorstätten, schreibt die Badische Zeitung
  • Über römische Straßen und alamanische Orte schreibt die Leonberger Kreiszeitung
  • Über die Völklinger Martinskirche ist ein neues Buch erschienen und die Saarländische Online-Zeitung schreibt darüber
  • Die Volksstimme schreibt über Egidthas Sarg und das sich anbahnende Ende der Grabungen in Magdeburg und die Suche nach dem Chor
  • Über die Grabungen auf dem Hochstädter Kirchhof, bei denen Mauerstücke gefunden wurden,  schreibt die Augsburger Allgemeine
Dank an:



Empfehlung:


Ab 17.10.2010 im Museum Trebur
in den nächsten Tagen wird das Programm hier erhältlich sein
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