Trebur in den 870ern unter Ludwig dem Deutschen I

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4 Antworten

  1. Christoph Sauerwein sagt:

    Eine solche Zusammenstellung der Ereignisse im Leben Ludwigs macht ja sehr deutlich wie anstrengend dieses Königs-Leben war: Ständig brechen selbst Verwandte die Vereinbarungen und man muß nicht nur schlichten, sondern selbst hinreisen: Kälte, Krankheit, Gefahren, drohender Kampf. Und als 64jähriger durch einen morschen Balken zu brechen und trotzdem weiter zu reiten wird wohl auch nicht seine Wunschlösung gewesen.
    Morsch scheinen nicht nur die Balken, sondern auch die tragenden Familienstrukturen zu sein. Wenn die Söhne mit Heeren gegen ihre Halbbrüder ziehen, ist das für den Vater sicher auch schmerzlich. Vielleicht liebte er allmählich die größere Bequemlichkeit der größeren „Städte“?
    Bisher habe ich Könige oft etwas bewundert, bei dieser geschickten Zusammenstellung aber bekomme ich etwas Mitleid mit der Sisyphos-Arbeit des Königs und dem ständigen Unfrieden. Was war er wohl für ein Mensch?

  2. Ursprünglich wollte ich bei diesen Posts, ist ja eine ganze Serie, die Informationen hauptsächlich auf die Treburer Urkunden und deren Zusammenhänge beschränken. Leider ist es so, dass einige Zusammenhänge viel weitere Kreise ziehen,. So werden die Mähren noch bei Arnulf eine entscheidende Rolle in Trebur spielen. Der übernächste Post in der Serie ist fast genauso lang, enthält aber nur einen Aufenthalt, aber das Drumherum ist entscheidend…
    Nach dem „Durchbruch“ und dem „Durchbruch“ bei der Vertragsunterzeichnung hat er sich auch erst mal ne Auszeit gegönnt. Aber tatsächlich konnten sich die Herrscher nur schwer ein Krankheit leisten und wenn sich eine schwere Krankheit abzeichnet ist es oft der Anfang vom Ende, was wir noch bei Ludwigs Söhnen sehen werden.
    Ich halte sie für physisch sehr Robust , gute Ernährung, jedoch mit den üblichen Krankheiten die ein Leben im Sattel mit sich bringt. Psychisch half ihnen wohl ein immenses Gottvertrauen (und ein Ego so groß wie das Reich selbst 😉 )

  3. Christoph Sauerwein sagt:

    Ja, man ist geneigt ihm ein riesiges Ego zuzuschreiben und den eigenen Neid damit etwas zu binden: Unter dem Gewicht seines Egos sind die Balken gebrochen. Allerdings sind wir heute leicht geneigt, Eliten herabzuwürdigen – so schreibt auch Bischof Huber:
    http://www.zeit.de/2011/42/P-Elite
    Deshalb finde ich die Bemerkung mit dem immensem Gottvertrauen wichtig. Sie ist der Versuch den Menschen zu sehen und nicht nur die Pathologie. Allerdings heißt es auch: Könnte man alle Narzißten aus Führungspositionen entfernen und könnte man sie nur mit Menschen besetzen, die wenig narzißtische Seiten haben, dann wäre trotzdem in zwei Jahren wieder alles beim Alten, denn Führer werden so idealisiert, bewundert (und gehaßt, beneidet), daß deren Ego riesig wächst. Vielleicht hält die Bescheidenheit gegenüber Gott diese Entwicklung etwas auf. Jedenfalls sollen die römischen Feldherren auf ihren Triumphzügen durch Rom jemanden hinter sich stehen gehabt haben, der ihnen immer wieder zurief: Bedenke du bist nur ein Mensch!

  4. Das Gottvertrauen ist vielleicht sogar einer der wichtigsten Aspekte. Dr. Busch bezeichnete den Glauben als Triebfeder für die karolingische Renaissance. Die Könige waren alle samt Verteidiger des (wahren) Glaubens, in ihrer Stellung noch vor dem Papst in Rom, der ja „nur“ ein bedeutender Metropolit in der Nachfolge des Petrus war. Alles Andere kam erst später.
    Ich merke gerade wieder das bei dieser Wandlung der Stellung der Kirche Trebur mindesten 2 mal eine entscheidende Rolle spielte…

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