Ohne Worte/ Vintage Denkmalpflegeposter

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3 Antworten

  1. Segestes sagt:

    „90 Prozent“ – interessant.
    Hört sich wirklich nach einer wissenschaftlich total korrekt ermittelten Zahl an – und überhaupt nicht nach Übertreibung oder gar Panikmacherei ^^

    „90 Prozent“ – was für ein pompöser Topos!
    Gibts da nicht noch mehr?
    Wie etwa:
    90 Prozent aller Männer lieben Bier und Fußball.
    90 Prozent der Frauen können nicht richtig einparken.
    usw. usw.

    In Wirklichkeit meint man wohl „gefühlte 90 Prozent“.
    Nur mit dem bloßen Fühlen ist das so eine Sache.
    Zumindest im Wissenschaftsbetrieb hat das wenig verloren.
    Wer trotzdem damit operiert, der darf sich nicht wundern wenn er nicht ernst genommen wird.

  2. Leider fiel mir das Wort Vintage nicht, was erklärender zu dem Bild gewirkt hätte.Habs nachträglich eingefügt, Sorry!
    Das Ding hat gute 30 Jahre auf dem Buckel und stammt aus den frühen 80ern. Sinn des Plakates war es auch die Landwirte auf Archäologie aufmerksam zu machen. In dieser Zeit verschwanden langsam, die alten „leichten“ Lanz Buldogg und Co und schwere Landmaschinen wurden verbreiteter. Diese pflügten entsprechend tiefer.
    An den Ackerrändern türmten sich bei uns Scherbenhaufen, die z.B. Eugen Schenkel als Vertrauensmann der Denkmalpflege nur noch einsammeln brauchte. Aber nicht jedes Ort hatte einen Schenkel. Man hatte das Gefühl das gesamte Neolithikum in Hessen habe sich auf einem Acker abgespielt.
    Von daher halte ich die 90% für nicht so falsch. Kann aber natürlich nur ein Schätzwert sein.
    Soweit zum Hintergrund.

    Zum Anderen finde ich aber die freundlichere Art die diesem Poster innewohnt, wesentlich ansprechender als mit der Keule zu drohen.

  3. Segestes sagt:

    Ich dachte mir sowieso halb, dass das Plakat älteren Datums ist.
    Meine Rede jedenfalls – die Intensivierung der Landwirtschaft stellt ein massives Problem dar.
    Die Zerstörung von Bodendenkmälern schreitet so in Riesenschritten voran.
    Lange Zeit Brachliegende Wiesen werden außerdem immer mehr zu intensiv bewirtschaftetem Ackerland umgewandelt um Pflanzen für Biogas oder Biosprit herzustellen.

    Das Problem heute, und das haben (angehende) Archäologen mir gegenüber bestätigt: Die Menge an Scherben bzw Artefakten die gefunden wird ist so groß, dass man mit den vorhandenen Ressourcen das nie alles vor Ort eingehend untersuchen kann (gilt für Mitteleuropa – wobei die Situation im Süden und Osten sicher nicht besser ist).
    Weshalb man Laien – nicht jeden, aber die seriösen mit fundiertem Hintergrundwissen, derer es genügend gibt – vernünftig einbinden sollte.
    Mancherorts wird das sowieso schon gemacht.
    Aber leider immer noch viel zu wenig.

    Die 90 Prozent halte ich trotzdem für einen Allgemeinplatz.
    Das sollte man lieber bleiben lassen und stattdessen gezielt die Werbetrommeln für Grabungshelfer rühren.
    Bei unserer Uni überlegt man sich sogar im nächsten Jahr Sommer-Kurse für Interessierte anzubieten, so dass diese dann auch bei kniffligeren Aufgaben eingesetzt werden können.
    Natürlich gab es anfangs Gemecker von diversen Professoren-Mumien, die meinten diese Leute würden dann auf eigene Faust die Erde durchwühlen.
    Aber mittlerweile sieht man das anders. Der Nutzen steht im Vordergrund.

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