Ortsgeschichte und Galeerensklaven – Das Zeug aus dem Romane werden…
Ich grabe mich ja immer Kreuz und Quer durch Aufzeichnungen aus der Geschichte Treburs. Dabei bin ich auf etwas gestoßen, das das Zeug zu einem guten historien Roman hätte, auch wenn ich glaube, das es sowas schon gibt…
Der einzige der wirklich Buch führte war grundsätzlich immer der Pfarrer, seien es Sterbe- oder Geburtenregister, Spenden oder etwa wenn jemand nach dem Gottesdienst einen heben war. Das wurde alles verzeichnet. Aber auch eine Aufzeichnung von 1581, in der eine Frau 4 Albus ( eine silberhaltige Münze, 1Taler = 78 Albus, um 1600 muß zum Vergleich jemand 15 Albus zahlen weil er in der Kirche „überlaut“ lachte ) erhielt. Ihr Mann Jakob König war laut Aufzeichnugen vom polnischen König gefangen genommen und in die Türkei verkauft worden, wo er an die Galeere geschmiedet wurde.
Unter welchem polnischen König dies geschah und wann genau ist nicht verzeichnet. Nur der Erhalt des Geldes ist für 1581 quitiert.
Der polnische König von 1573-74 war gar kein Pole, es war Alexandre-Édouard Herzog von Anjou und ab 1574 als Heinrich III. König von Frankreich unter dem die Hugenottenkriege weitergeführt wurden. Es könnte sich bei Johann König, bzw. seiner Frau um geflohene Hugenotten handeln, deren Name eingedeutscht wurde (z.B. von Jean Roy), wobei Heinrich III. als Polnischer König verballhornt wurde, denn 1581 war in Polen Stephan Báthory König von Polen.
Stephan Báthory hingegen war unter anderem im Konflikt mit dem Osmanischen Reich. 1577 unterzeichnete er mit Sultan Murad III. einen Friedensvertrag, da beide einen Konflikt mit dem Zarenreich unter Iwan dem Schrecklichen führten – der Feind meines Feindes ist mein Freund…
Was aber Johann König in Polen, bzw. im Osten besipielsweise Danzig zu suchen hatte und was er sich zu Schulden kommen lies, ist nicht bekannt.
Auf jedenfall kam dies einem Todesurteil gleich. Wer lebenslang auf die Galeere kam galt rechtlich als Tod, ein zurückkommen war eigentlich ausgeschlossen. Man wurde geschoren und gebrandmarkt.
Interessant ist dann wieder ein Eintrag von 1625, bei dem einem Pfarrerssohn 25 Albus gegeben wurden der auf einer türkischen Galeere als Sklave gahalten worden war. Ob es sich um ein und die selbe Person handelt, unzweifelhaft war der Mann Protestant, kann ich nicht sagen. 40 Jahre Galeerengefangenschaft zu überleben wäre schon eine Kunst, aber das ist der Stoff aus dem Mythen sind und aus dem man eine spannende Geschichte zusammkloppen könnte, sogar ne Familiensaga wäre drin 😉
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